Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine übersichtliche, stichpunktartig formulierte Zusammenfassung der Theorien und Modelle von Wirtschaftsgeographie.
Inhaltsverzeichnis
1. Kreatives Milieu (Aydalot & Canagni)
2. Zirkulär-kumulatives Wachstum (Myrdal)
3. Wirtschaftliche Cluster (Porter)
4. Polarisationstheorie (Myrdal)
5. Neoklassische Wachstumstheorie (Borts & Stein)
6. Pfadtheorie (Arthur & David)
7. Typen von Gründern & Gründerökosystemen in Deutschland
8. Entstehen von vielen Unternehmen der neuen Branche
9. Kostenvorteile von spezialisierten Wirtschaftsräumen
10. Rezession in der spezialisierten Wirtschaftsregion durch Marktsättigung / -schrumpfung
11. Niedergang der spezialisierten Wirtschaftsregion (zirkulär kumulative Schrumpfung), sofern kein neuer Wachstumspfad eingeschlagen wird
12. Altindusrialisierte Räume in Deutschland
13. Globale Disparitäten
13.1 Indikatoren der Unterentwicklung
13.2 Ursachen von Unterentwicklung
14. Globalisierung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit den theoretischen Modellen und ökonomischen Mechanismen, die spezialisierte Wirtschaftsräume, deren Aufstieg, Rezession sowie globale Disparitäten und Globalisierungsprozesse prägen.
- Analyse regionalökonomischer Wachstums- und Entwicklungsmodelle
- Untersuchung von Gründerökosystemen und unternehmerischen Spin-Off-Prozessen
- Betrachtung von Kostenvorteilen und Strukturproblemen in Wirtschaftsräumen
- Diskussion von Ursachen globaler Unterentwicklung und globaler Verflechtung
Auszug aus dem Buch
Neoklassische Wachstumstheorie (Borts & Stein)
Es wird davon ausgegangen, dass sämtliche Preise und Löhne flexibel sind. Folglich sind Märkte für Güter und Produktionsfaktoren jeweils durch einen Ausgleich von Angebot und Nachfrage gekennzeichnet. Es herrscht vollkommene Konkurrenz
Der Produktionsprozess eines Landes wird anhand einer aggregierten Produktionsfunktion beschrieben: Das Sozialprodukt wird durch den Einsatz von physischem Kapital (Sachkapital) und Arbeit erzeugt. Es wird angenommen, dass das Einsatzverhältnis der Produktionsfaktoren variabel ist und dass die Grenzerträge der Produktionsfaktoren mit zunehmendem Einsatz sinken. Ferner beinhaltet die Produktionsfunktion einen als konstant angenommenen Faktor, mit dem berücksichtigt wird, dass die Produktivität der neu eingesetzten Faktoren im Zeitablauf steigt (etwa durch verbesserte Techniken und qualifiziertere Ausbildung). Allerdings wird dieser Faktor auch als „Restgröße” der Produktionsfunktion bezeichnet, weil alle Steigerungen des Outputs, die nicht auf einen rein zahlenmäßig erhöhten Einsatz der Faktoren Arbeit und Kapital zurückgeführt werden, diesem Faktor zugerechnet werden. Möglich ist damit auch, dass mit dieser Restgröße positive Einflüsse auf den Output gemessen werden, die nicht explizit in der Produktionsfunktion benannt sind
ein Teil des Einkommens wird gespart. Da das Modell als geschlossene Volkswirtschaft konzipiert ist, beschreibt diese Ersparnisbildung zugleich den Umfang der Investitionen in neues Sachkapital. Der Kapitalbestand einer Volkswirtschaft ist im Zeitablauf ferner durch eine abnutzungsbedingte Wertminderung gekennzeichnet
Zusammenfassung der Kapitel
Kreatives Milieu (Aydalot & Canagni): Dieses Kapitel erläutert, wie informell-persönliche Kontaktnetze und Vertrauen zwischen Akteuren regionale Innovationsprozesse fördern.
Zirkulär-kumulatives Wachstum (Myrdal): Es wird die Wechselwirkung zwischen einem motorischen (Export) und einem abhängigen (Versorgung) Sektor als geschlossener Kreislauf dargestellt.
Wirtschaftliche Cluster (Porter): Das Kapitel definiert Cluster als räumliche Konzentrationen verbundener Akteure und analysiert die Standortvorteile des Inlandswettbewerbs.
Polarisationstheorie (Myrdal): Hier werden die gegensätzlichen Ausbreitungs- und Entzugseffekte regionalen Wachstums gegenübergestellt.
Neoklassische Wachstumstheorie (Borts & Stein): Das Modell erklärt das Sozialprodukt durch eine Produktionsfunktion mit Kapital und Arbeit unter Annahme vollkommener Konkurrenz.
Pfadtheorie (Arthur & David): Es wird analysiert, wie historische Prozesse durch Lock-in-Effekte und positive Rückkopplungen stabile Entwicklungen verursachen.
Typen von Gründern & Gründerökosystemen in Deutschland: Dieses Kapitel klassifiziert Gründertypen basierend auf ihrem jeweiligen sozio-ökonomischen Umfeld.
Entstehen von vielen Unternehmen der neuen Branche: Fokus auf Spin-Off-Prozesse und deren Differenzierung in originäre und derivative Gründungsformen.
Kostenvorteile von spezialisierten Wirtschaftsräumen: Unterscheidung zwischen internen Skaleneffekten und externen Lokalisierungs- sowie Urbanisierungsvorteilen.
Rezession in der spezialisierten Wirtschaftsregion durch Marktsättigung / -schrumpfung: Betrachtung der Risiken, die durch einseitige Spezialisierung bei sinkender Marktnachfrage entstehen.
Niedergang der spezialisierten Wirtschaftsregion (zirkulär kumulative Schrumpfung), sofern kein neuer Wachstumspfad eingeschlagen wird: Analyse der Blockadefaktoren wie Lock-in-Situationen, die den Strukturwandel verhindern.
Altindusrialisierte Räume in Deutschland: Beschreibung der Problemlagen in Räumen mit veralteten Branchenstrukturen und hohem internationalem Konkurrenzdruck.
Globale Disparitäten: Untersuchung der Indikatoren und Ursachen von Unterentwicklung unter Berücksichtigung von internen und externen Faktoren.
Globalisierung: Analyse internationaler Verflechtungen und der Theorie des internationalen Handels sowie des Modells der globalen Fragmentierung nach Scholz.
Schlüsselwörter
Wirtschaftsraum, Kreatives Milieu, Cluster, Wachstumstheorie, Pfadabhängigkeit, Spin-Off, Unterentwicklung, Globalisierung, Fragmentierung, Standortvorteil, Strukturwandel, Innovation, Außenhandel, Disparitäten, Produktionsfunktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen Überblick über zentrale Theorien und Modelle der Regionalökonomie, Unterentwicklung und globalen Wirtschaftsentwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören regionale Innovationsmilieus, ökonomische Wachstumsmodelle, Cluster-Theorien sowie die Ursachen globaler Disparitäten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist die systematische Darstellung ökonomischer Konzepte, die das Entstehen, das Gedeihen und den möglichen Niedergang von Wirtschaftsregionen erklären.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Synthese bekannter ökonomischer Modelle und Wachstumstheorien (z.B. nach Porter, Myrdal, Ricardo/Krugmann).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Standort- und Wachstumstheorien, Gründerökosysteme sowie eine tiefgehende Analyse von Globalisierungsprozessen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Cluster, Pfadabhängigkeit, Spin-Off, globale Fragmentierung und Standortvorteile stehen im Zentrum der Untersuchung.
Was versteht man nach Scholz unter "globaler Fragmentierung"?
Es beschreibt die bruchhafte Trennung zwischen Gewinnern und Verlierern der Globalisierung, die räumlich nebeneinander existieren.
Warum können spezialisierte Wirtschaftsregionen in eine Krise geraten?
Sie sind anfällig für Marktsättigung und Lock-in-Situationen, die den notwendigen Übergang zu neuen Wachstumspfaden blockieren.
- Arbeit zitieren
- Saskia Böhm (Autor:in), 2017, Spezialisierte Wirtschaftsräume. Theorien und Modelle, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424442