Im Vordergrund der vorliegenden Bachelorarbeit steht die Analyse des Romans "Amuleto" (1999) von Roberto Bolaño.
Ziel der Arbeit ist es, verschiedene Gedächtniskonzepte aufzuzeigen und diese im Hintergrund der historischen Schwerpunkte des Romans – die Besetzung der Universidad Nacional Autónoma de México durch die mexikanische Regierung und das Massaker von Tlatelolco – darzustellen. Weiterhin sollen die Gedächtniskonzepte in Hinsicht zweier Adressaten zugeordnet werden (dem Individuum und der Gemeinschaft), sodass anschließend die Funktion der Literatur für die Gedächtnisbildung diskutiert wird.
Für die Durchführung des Ziels sollen bereits existierende Theorien verwendet werden, beispielsweise die des französischen Soziologen Maurice Halbwachs und des französischen Philosophen Paul Ricoeur. Zudem werden weitere Reflexionen über das Gedächtnis von Jan und Aleida Assmann aufgeführt.
Vor diesem Hintergrund sind folgende Forschungsfragen interessant und relevant: Wie gestaltet sich die memoria individual der Protagonistin Auxilio? Ausgehend von der memoria individual, welche anderen Formen der memoria lassen sich finden und in welchem Zusammenhang stehen diese zueinander? Welche Rolle spielt Literatur, im Besonderen "Amuleto", bei der Gedächtnisbildung?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Ziel und Forschungsfragen
- Methodologie
- Historischer Hintergrund: 68er Bewegung
- Internationale Unruhen
- Mexiko
- Roberto Bolaño
- Theorien der memoria
- mémoire collective nach Maurice Halbwachs
- Gedächtnis nach Paul Ricoeur
- kulturelles Gedächtnis nach Aleida und Jan Assmann
- Literatur als Gedächtnismedium
- Literarturwissenschaftliche Analyse
- Zusammenfassung des Romans und bisheriger Forschungsergebnisse
- Memoria individual
- Memoria colectiva
- Amuleto als medialer Rahmen des Erinnerns
- Resümee und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert den Roman Amuleto von Roberto Bolaño und untersucht, wie der Roman verschiedene Gedächtniskonzepte im Kontext des historischen Schwerpunktes der Besetzung der Universidad Nacional Autónoma de México durch die mexikanische Regierung und des Massakers von Tlatelolco darstellt. Die Arbeit ordnet diese Gedächtniskonzepte zwei Adressaten zu, dem Individuum und der Gemeinschaft, und diskutiert die Funktion von Literatur in der Gedächtnisbildung.
- Die Rolle von Gedächtnis und Trauma in der Literatur
- Die Bedeutung des Massakers von Tlatelolco und der 68er Bewegung in Amuleto
- Die Beziehung zwischen individueller und kollektiver Erinnerung
- Die Funktion von Literatur als Gedächtnismedium
- Die Analyse verschiedener Gedächtnistheorien, darunter die von Maurice Halbwachs, Paul Ricoeur und Aleida und Jan Assmann
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung führt den Leser in die Thematik von Gedächtnis und Trauma im Kontext von politischen Ausschreitungen und kollektivem Trauma ein und stellt die Bedeutung der Literatur für die Gedächtnisbildung heraus. Sie bezieht sich auf aktuelle politische Unruhen in der Türkei und die Parallelen zum Massaker von Tlatelolco in Mexiko im Jahr 1968, das im Roman Amuleto von Roberto Bolaño thematisiert wird.
- Historischer Hintergrund: 68er Bewegung: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die weltweiten Unruhen der 68er Bewegung, wobei die Ereignisse in Paris, Prag und den USA exemplarisch dargestellt werden. Der Fokus liegt auf den Studentenprotesten in Mexiko und dem Massaker von Tlatelolco, die den historischen Hintergrund für den Roman Amuleto bilden. Außerdem wird das Leben und Werk von Roberto Bolaño im Kontext von Gewalt und politischer Repression beleuchtet.
- Theorien der memoria: Das Kapitel behandelt verschiedene Theorien der memoria, darunter die Theorie der mémoire collective von Maurice Halbwachs, die Theorie des individuellen Gedächtnisses von Paul Ricoeur und die Theorie des kulturellen Gedächtnisses von Aleida und Jan Assmann.
- Literarturwissenschaftliche Analyse: Der Roman Amuleto wird im Hinblick auf die verschiedenen Gedächtniskonzepte und ihre Rolle in der Erinnerung und Traumaverarbeitung analysiert. Das Kapitel untersucht sowohl die memoria individual der Protagonistin Auxilio als auch die memoria colectiva, die durch den Roman zum Ausdruck kommt. Es analysiert die Funktion des Romans als medialen Rahmen des Erinnerns.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Schlüsselbegriffen Gedächtnis, Trauma, memoria individual, memoria colectiva, Literatur als Gedächtnismedium, Roberto Bolaño, Amuleto, 68er Bewegung, Massaker von Tlatelolco, Maurice Halbwachs, Paul Ricoeur, Aleida und Jan Assmann.
Häufig gestellte Fragen
Welches historische Ereignis bildet den Hintergrund von „Amuleto“?
Der Roman thematisiert die Besetzung der UNAM und das Massaker von Tlatelolco in Mexiko-Stadt im Jahr 1968.
Welche Gedächtnistheorien werden in der Analyse verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf Maurice Halbwachs (mémoire collective), Paul Ricoeur (individuelles Gedächtnis) sowie Jan und Aleida Assmann (kulturelles Gedächtnis).
Wer ist die Protagonistin in Bolanos Roman?
Die Protagonistin ist Auxilio Lacouture, die während der Universitätsbesetzung in einer Toilette ausharrt und zur „Mutter der mexikanischen Lyrik“ wird.
Welche Funktion hat Literatur für die Gedächtnisbildung?
Literatur fungiert als Medium der Erinnerung, das individuelle Traumata in einen kollektiven Kontext stellt und hilft, Vergangenes zu bewahren.
Was ist der Unterschied zwischen memoria individual und colectiva?
Memoria individual bezieht sich auf das persönliche Erinnern eines Einzelnen, während memoria colectiva die geteilten Erinnerungen einer sozialen Gruppe oder Gesellschaft umfasst.
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- Anonym (Author), 2016, Gedächtniskonzepte in Roberto Bolaños Roman "Amuleto", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424483