Die vorliegende Seminararbeit geht der Frage nach, welcher Literaturbedarf in den DaF-Sprachkursen für Anfänger tatsächlich besteht, welche Kompetenzen der Literaturunterricht liefern kann und vor allem, wie man die Kursteilnehmer für die Beschäftigung mit Literatur überhaupt motivieren kann.
In Erwachsenenkursen, die ganz oft von Zeit- und Leistungsdruck geprägt werden und nach den Regeln des populären kommunikativen Ansatzes gestaltet werden, bleibt für die Literaturkompetenz neben den handlungsorientierten Kompetenzen (zu) wenig Raum übrig.
Das Ziel ist nicht, defizitorientiert vorzugehen und die Schwächen des kommunikativen Konzepts zu zeigen. In der Arbeit werden ein paar gute Gründe erwähnt, warum das Konzept bei den Lehrenden und Lernenden so beliebt ist.
Die wichtigste Aufgabe ist dann, nicht nur die Lernenden, sondern auch die Lehrpersonen dazu zu motivieren, sich für Literaturarbeit im kommunikativen Unterricht Deutsch als Fremdsprache einzusetzen. Denn nur die LehrerInnen und KursleiterInnen, die über den Mehrwert der Literatur im Unterricht fest überzeugt sind, können auch die Lernenden zur Auseinandersetzung mit Literatur, die für viele Lernende unnötig scheinen mag und viele Herausforderungen darstellt, motivieren.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Theoretischer Teil
1.1 Kommunikativer Ansatz im FSU
1.1.1 Methoden und Ziele
1.1.2 Kritik
1.2 Herausforderungen des fremdsprachlichen Literaturunterrichts
1.2.1 Auswahl der Methoden: Besonderheiten der DaF-Gruppen
1.2.2 Stellenwert der Literatur im GERS
1.3 Desiderata der Sprachdidaktiker
1.3.1 Literarität und Literaturkompetenz im Sprachunterricht
1.3.2 Motivation
1.3.3 Methoden
1.3.4 Ziele
2. Methodenteil
2.1 Lehrwerk als Medium des Sprachunterrichts
2.1.1 Stärken
2.1.2 Schwächen
2.1.3 Chancen
2.1.4 Drohungen
2.1.5 Möglichkeiten und Limits der Lehrwerkanalyse
2.2 Analyse des Lehrwerks Lagune 1
2.3 Auswertung der Analyse
2.3.1 Ziele
2.3.2 Methoden
2.3.3 Textsorten
2.3.4 Themen und Inhalte
2.3.5 Didaktische und methodische Hinweise
3. Praktischer Teil
3.1. Verbesserungsvorschläge
3.2 Didaktische Begründung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den aktuellen Stellenwert der Literatur im kommunikativen Deutsch als Fremdsprache (DaF)-Unterricht für Anfänger. Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Literaturkompetenz trotz Leistungs- und Zeitdruck sowie standardisierter Lehrpläne gefördert werden kann, um Lernende zu motivieren und ihre sprachliche sowie interkulturelle Handlungsfähigkeit zu stärken.
- Analyse des Literaturunterrichts im Kontext kommunikativer Lernkonzepte.
- Evaluation eines exemplarischen Lehrwerks (Lagune 1) hinsichtlich literaturdidaktischer Kriterien.
- Entwicklung von Strategien zur Steigerung der Lesemotivation bei Sprachlernenden.
- Konzeption von didaktischen Verbesserungsvorschlägen und Lehrerhandreichungen für die Praxis.
Auszug aus dem Buch
1.1 Kommunikativer Ansatz im FSU
Der kommunikative Ansatz gehört zur Familie der kommunikationstheoretischen Lernkonzepten und basiert auf der sozialphilosophischen und sozialpsychologischen Grundlage der Interaktions- und Kommunikationstheorien. Seitdem diese theoretischen Perspektiven in der Bildungswissenschaft nicht mehr im Vordergrund stehen, wird ebenso der Ansatz auf dem lerntheoretischen Ebene nicht mehr weiterentwickelt. Seine lernendenorientierte, erfahrungsnahe und handlungsbezogene Elemente gelten aber immer noch als wichtiger Bestandteil der zurzeit so modernen „offenen“ Unterrichtsformen. (Vgl. Terhart 2008:20) Warum ist der kommunikative Ansatz bei vielen Sprachschulen und Instituten immer so populär? Was konkret spricht für den Einsatz der kommunikativen Methoden im Fremdsprachenunterricht?
Sprachenlernen und fremdsprachliche Fertigkeiten werden heutzutage als Dienstleistungen, bzw. Produkte eingesehen und werden von den Phänomenen Globalisierung und Standardisierung stark beeinflusst. Globalisierung lässt sich laut Thürmann als Strom der Informationen, Diskursen und modernen Technologien definieren, der eine sich stets verändernde Wirklichkeit erzeugt. Dies führt unbedingt zur Beschleunigung des Arbeits- und Lebenstempos und bietet einen Raum für neue zwischenmenschliche und institutionelle Verhaltensmuster, die damit die politische, wirtschaftliche und soziale Situation redefinieren.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die vernachlässigte Rolle der Literatur im modernen DaF-Unterricht und formuliert die Zielsetzung, Strategien zur besseren Integration literarischer Arbeit zu entwickeln.
1. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel erörtert den kommunikativen Ansatz, beleuchtet Herausforderungen bei der Literaturvermittlung und fasst fachdidaktische Desiderata zusammen.
2. Methodenteil: Hier wird die Rolle des Lehrwerks als Unterrichtsmedium kritisch reflektiert und das Lehrwerk „Lagune 1“ anhand eines Kriterienrasters analysiert und ausgewertet.
3. Praktischer Teil: Der letzte Teil präsentiert konkrete Verbesserungsvorschläge für Lehrbuchaufgaben sowie didaktische Begründungen in Form von Lehrerhandbucheinträgen.
Schlüsselwörter
Deutsch als Fremdsprache, Literaturdidaktik, Kommunikativer Ansatz, Lesemotivation, Lehrwerkanalyse, Sprachunterricht, Anfängerniveau, Lesestrategien, Handlungsorientierung, Literaturkompetenz, DaF, Lehrwerk, Didaktik, Fremdsprachenunterricht, LernerInnenautonomie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Integration von Literaturarbeit in den kommunikativen DaF-Unterricht für Anfänger und der Frage, wie Lernende hierfür motiviert werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören der kommunikative Ansatz, die didaktische Analyse von Lehrwerken, die Rolle des GERS sowie die Entwicklung von Lesestrategien.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist es, Argumente und Wege für eine stärkere Berücksichtigung der Literatur im Sprachunterricht zu finden, um die kommunikative Handlungskompetenz und Autonomie der Lernenden zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturrecherche und einer praxisorientierten Lehrwerkanalyse des Lehrwerks „Lagune 1“ unter Verwendung eines Kriterienrasters.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine methodische Analyse des Lehrwerks Lagune 1 sowie praktische Verbesserungsvorschläge für den Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Deutsch als Fremdsprache, Literaturdidaktik, Kommunikativer Ansatz, Lehrwerkanalyse und Lesemotivation.
Welches spezifische Lehrwerk wurde untersucht?
Die Autorin hat das kommunikativ ausgerichtete DaF-Lehrwerk „Lagune 1“ (erschienen 2006) analysiert.
Warum wird Literatur im untersuchten Lehrwerk oft vernachlässigt?
Die Analyse zeigt, dass der Fokus primär auf der Wortschatzarbeit, grammatischen Strukturen und alltäglichen Kommunikationsthemen liegt, wobei ästhetische und literarische Aspekte in den Hintergrund treten.
Welche Empfehlungen gibt die Autorin für die Unterrichtspraxis?
Die Autorin empfiehlt, bestehende Lehrbuchaufgaben durch kreative Ansätze (z.B. Einbindung von Musik oder eigenständiges Weiterführen von Geschichten) zu ergänzen und den Fokus stärker auf Lesestrategien zu legen.
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- M.A. Anna Grohová (Author), 2017, Literaturarbeit im kommunikativen DaF-Unterricht. Analyse und Desiderata, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424517