Welche Schwierigkeiten bei der mündlichen Sprachproduktion gibt es? Am Beispiel einer Unterrichtssequenz wird analysiert, auf welche Probleme die Lernende oft stößt und in welcher Form diese auftreten (Pausen, Reparaturen, Wiederholungen). Wodurch werden sie verursacht? Es wird untersucht, wie die Lernende selbst die Fehlerursachen einschätzt und welche Stellung die Lehrperson zu den Fehlerursachen nimmt. Schließlich wird eine praktische Frage gestellt: Wie würde die Lehrperson der Lernenden die Fehlerursachen vermitteln und welche Empfehlungen hat sie für gesamte Verbesserung der Fertigkeit Sprechen? Dieselbe Frage sollte auch die Lernende beantworten: Welche Übungen, Mittel und Erklärungen seitens der Lehrperson könnten meine Sprechfertigkeit unterstützen? Die subjektiven Erkenntnisse der Lernenden und der Lehrperson ergänzen wir um unsere eigene Analyse der Schwierigkeiten beim Sprechen, die aufgrund der ausgewählten Unterrichtssequenz durgeführt wurde.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Forschungsdesign
1.1. Unterrichtssequenz
1.2. Auswertung der Aufnahme
1.3. Interview mit der Lernenden
1.4. Interview mit der Lehrperson
2. Präsentation der Daten: DATENSATZ III
2.1. Die häufigsten Schwierigkeiten bei der Sprachproduktion
2.2. Empfehlungen der Lehrperson
3. Reflexion und mögliche Datentriangulation
3. 1 Verbesserungsvorschläge
3. 2 Reflexion der Forschungsmethoden
3. 3 Mögliche Datentriangulation
3. 4 Themenverwandte Forschungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Forschungsarbeit untersucht die Ursachen und Erscheinungsformen von Schwierigkeiten bei der mündlichen Sprachproduktion von DaF-Lernenden durch eine Analyse von Unterrichtssequenzen und Experteninterviews. Das primäre Ziel ist es, in Kooperation zwischen Lehrperson und Lernender Fehlerursachen zu identifizieren, diese zu reflektieren und praktische Empfehlungen für eine effizientere Förderung der Sprechfertigkeit abzuleiten.
- Analyse sprachlicher und nichtsprachlicher Fehler bei der mündlichen Produktion.
- Einsatz von Unterrichtsaufnahmen und Interviews zur Datengewinnung.
- Reflexion über Fehlerursachen im Kontext von Erstspracheinfluss und fehlender Kommunikationspraxis.
- Entwicklung von didaktischen Empfehlungen für das gezielte Sprachtraining.
- Evaluation des eigenen Forschungsdesigns und der angewandten Methoden.
Auszug aus dem Buch
Die häufigsten Schwierigkeiten bei der Sprachproduktion
Im folgenden Unterkapitel werden die häufigsten sprachlichen und nichtsprachlichen Fehler samt möglichen Ursachen zusammengefasst. Alle Äußerungen stützen sich auf die Aussagen der Lehrperson im Interview.
Verbposition
„I: Das Verb ist immer noch z.B. im Nebensatz...
LP: Irgendwo.
I: Irgendwo. Oft im Hauptsatz an erster Stelle.“
(Interview mit der LP, Zeilen 13 – 15)
Falsche Verbposition wird sehr wahrscheinlich durch den Transfer der Satzstrukturen aus der Erstsprache (Spanisch) verursacht. Im Nebensatz taucht das Verb auf verschiedenen Positionen auf. Die Lehrperson erklärt die Verbposition 1 im Hauptsatz: „Und das Subjekt ist zumeist schon im Verb drinnen im Spanischen, das heißt, ich beginne einfach mal mit dem Verb.“ (Interview mit der LP, Zeile 13)
Wortschatz
„… wenn sie über etwas anderes sprechen muss, wo sie ein sicheres Terrain verlassen muss. Hier fehlt ihr ganz eindeutig der Wortschatz.“
(Interview mit der LP, Zeile 10)
Laut dem GERS sind die Lernenden auf dem Niveau B1 in der Lage, eher über vertraute Inhalte zusammenhängend zu Sprechen. Als Ursache für mangelndes Register identifiziert die Lehrperson mangelnde Praxis in Deutsch zu kommunizieren. Die Lernende befindet sich nämlich in einer ausschließlich spanisch sprechenden Umfeld.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieser Abschnitt erläutert die theoretische Basis der Untersuchung und definiert die Forschungsziele bezüglich der Analyse von Sprachproduktionsschwierigkeiten.
1. Forschungsdesign: Hier wird die Methodik der Datenerhebung durch Unterrichtsaufnahmen und Interviews mit der Lernenden und der Lehrperson detailliert beschrieben.
2. Präsentation der Daten: DATENSATZ III: In diesem Kapitel werden die aus den Interviews gewonnenen Ergebnisse zu Sprachfehlern und entsprechenden Korrektur- bzw. Förderempfehlungen zusammengefasst.
3. Reflexion und mögliche Datentriangulation: Der letzte Teil enthält eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Vorgehensweise, Verbesserungsvorschläge für zukünftige Forschungen und einen Ausblick auf themenverwandte Literatur.
Schlüsselwörter
mündliche Sprachproduktion, DaF/DaZ, Fehleranalyse, Unterrichtssequenz, Sprachlernprozess, Sprechfertigkeit, Fehlerkorrektur, Erstspracheinfluss, Lernendenautonomie, Datentriangulation, Kommunikationspraxis, Sprachniveau B1, Satzstruktur, Wortschatz, Interviewleitfaden
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Forschungsarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Herausforderungen, die bei der mündlichen Sprachproduktion von Deutsch als Fremdsprache (DaF) auftreten, insbesondere im Hinblick auf Fehlerquellen und deren Ursachen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Analyse von sprachlichen Fehlern (Grammatik, Wortschatz) sowie nichtsprachlichen Hindernissen bei der Umsetzung von Gedanken in gesprochene Sätze.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel besteht darin, die Schwierigkeiten der Lernenden in Zusammenarbeit mit der Lehrperson zu identifizieren, um darauf basierend Empfehlungen zur Verbesserung der Sprechkompetenz zu entwickeln.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Das Forschungsteam nutzt die Aufnahme und Transkription einer Unterrichtssequenz sowie leitfadenbasierte Interviews mit der Lernenden und der Lehrperson.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Präsentation der gesammelten Daten, der Kategorisierung typischer Fehler wie falscher Verbpositionen und Wortschatzmängel sowie der Reflexion über die gewählte Methodik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Fehleranalyse, Sprechfertigkeit, DaF/DaZ-Unterricht und Sprachlernprozess charakterisieren.
Welchen Einfluss hat die Erstsprache auf die untersuchte Lernende?
Die Autorin stellt fest, dass viele Fehler, insbesondere bei der Verbposition und der Satzkonstruktion, durch einen direkten Transfer aus der spanischen Muttersprache der Lernenden entstehen.
Warum betrachtet die Autorin die mangelnde Kommunikationspraxis als kritisch?
Da sich die Lernende in einem primär spanischsprachigen Umfeld bewegt, fehlt ihr der nötige Kontext, um den Wortschatz und die deutschen Satzstrukturen durch natürliche Alltagskommunikation zu festigen.
Wie bewertet die Autorin die eigene Wahl der Transkriptionsmethode?
Die Autorin reflektiert, dass die gewählte literarische Transkription zwar effizienter war als eine detaillierte GAT-Transkription, jedoch bei tiefergehenden linguistischen Analysen an ihre Grenzen stößt.
- Arbeit zitieren
- M.A. Anna Grohová (Autor:in), 2016, Schwierigkeiten bei der mündlichen Sprachproduktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424521