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Friedrich Maler Müllers "Die Schaaf-Schur". Eine Parodie der Idylle?

Title: Friedrich Maler Müllers "Die Schaaf-Schur". Eine Parodie der Idylle?

Term Paper , 2018 , 28 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Flavia Harmati (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die folgenden Überlegungen versuchen zwei zentrale Fragen zu beantworten: Wie verhält es sich mit der Idylle zur Zeit des Sturm und Drangs? Und ist "Die Schaaf-Schur" eine Parodie auf die Gattung einschließlich ihrer gattungstheoretischen Diskussion?

"Die Schaaf-Schur" erschien 1775 als dritte Idylle Maler Müllers in der Mannheimer Schreibtafel, die von des Autors Freund und Gönner, Christian Friedrich Schwan, verlegt wurde und fällt somit in seine produktivste literarische Schaffenszeit. Mit Hilfe der Zeitschrift konnte er sich nun endgültig als Stürmer und Dränger durchsetzen und gehörte somit „ab 1775 zum Zentrum der neuen literarischen Strömung“.

Aufgrund des Sprachkolorits und dem lokalgeographischen Bezug wird ein für diese Idyllen charakteristisch höherer Realitätsbezug hergestellt, der eine Besonderheit in der Idyllentradition kennzeichnet. Neben den Pfälzer Idyllen verfasste Maler Müller auch biblische sowie arkadische (bzw. antikisierende) Idyllen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Idylle im Sturm und Drang

2.1 Forschungsstand

2.2 Problematisierung der Gattungsdefinition

2.3 Goldenes Zeitalter wider laudatio ruralis

3. Die Schaaf-Schur (1775) – eine Parodie der Idylle?

4. Fazit

5. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob und inwiefern Friedrich Maler Müllers „Die Schaaf-Schur“ (1775) als Parodie auf die Gattung der Idylle im Kontext der literaturtheoretischen Debatten des Sturm und Drangs zu verstehen ist.

  • Analyse der Idyllenkonzeption im späten 18. Jahrhundert
  • Untersuchung von Gattungskonventionen und deren Dekonstruktion
  • Reflexion des Stadt-Land-Diskurses in der zeitgenössischen Literatur
  • Psychologisierung der Charaktere und realistische Tendenzen (Pfälzischer Naturalismus)
  • Die Rolle von Kunstdebatten und Generationenkonflikten innerhalb der Erzählung

Auszug aus dem Buch

3. Die Schaaf-Schur (1775) – eine Parodie der Idylle?

In den Frankfurter gelehrten Anzeigen wird Maler Müller für seine Idyllen Der Satyr Mopsus und Die Schaaf-Schur mit folgenden Worten gelobt: „Ist die Wunderkraft des Genies einmal rege geworden, dann erzeugt sie Wunder auf wunder.“62 Der anonyme Rezensent spricht von schlaflosen Nächten und zerbrochenen Leiern anderer Dichterlinge, die den Inhalt der Schaaf-Schur neiden. Liebe wird „so natürlich geschildert, dass wir wohl gar nach dem Schnupftuche greifen müssen“, denn „es ist alles so herzlich warm drinnen, so ehrlich und treu und vertraulich“63. Der Verfasser zählt die Besonderheiten der Idylle auf, die mit dem poetologischen Anspruch an die Gattung im ausgehenden 18. Jahrhundert übereinstimmen: Gefühle, Realitätsnähe und Wahrheit.

Im Folgenden soll Die Schaaf-Schur zunächst in Anlehnung an LANGENFELDS Analysevorschlag auf die Kategorien Raum, Zeit und Handlung analysiert werden. Dadurch soll das Grundgerüst abgeklopft werden, um feststellen zu können, inwieweit die Idylle der traditionellen Konzeption folgt. Daraufhin werden die im Text auftretenden Strukturelemente untersucht.

Wie zu Beginn bereits geschildert vertritt HÄNTZSCHEL die These, dass sich die Wirkkraft des Textes vor allem auf die Befreiung von alten Mustern bezieht. Es ist jedoch anzunehmen, dass Die Schaaf-Schur nicht bloß eine inhaltliche Erweiterung von Elementen oder eine Reflektion über dienliche beziehungsweise unsinnige Gattungsmerkmale der Idylle ist. Denn die Kunstdebatte zwischen Walter und dem Schulmeister stellt die Konzeptualisierung der Gattung zuerst grundsätzlich in Frage, um am Ende auf eine neue Form der Idylle zu verweisen, eben in dem Moment als Walter dem Schulmeister den Vorschlag unterbreitet, eine eigene Idylle zu machen. Aus genau diesem Grund ist die Kunstdebatte gleichzeitig eine Generationsdebatte und vor allen Dingen ist sie der Schleifstein für den Idyllentypus, der im Begriff ist sich neu zu formieren. In dem gleichen Atemzug werden jedoch parodistische Elemente laut, da bestimmte Gattungsmerkmale dekonstruiert werden, während andere sich gerade etablieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die gattungstheoretische Problematik der Idylle ein und stellt Friedrich Maler Müllers „Die Schaaf-Schur“ als potenzielles Innovations- und Parodieobjekt innerhalb des Sturm und Drangs vor.

2. Die Idylle im Sturm und Drang: Dieses Kapitel erörtert den Forschungsstand, die Definitionsproblematik der Idylle und die Abkehr vom goldenen Zeitalter hin zu einem neuen Realitätsverständnis in der Epoche des Sturm und Drangs.

2.1 Forschungsstand: Hier werden zentrale Forschungsmeinungen chronologisch dargestellt, um den Diskurs über Müllers Idyllen und deren soziologische sowie literarische Einordnung zu verdeutlichen.

2.2 Problematisierung der Gattungsdefinition: Der Abschnitt diskutiert die theoretischen Schwierigkeiten, die Gattung Idylle exakt zu bestimmen, und stellt alternative Analyseansätze vor, die auf strukturellen Kategorien basieren.

2.3 Goldenes Zeitalter wider laudatio ruralis: Dieses Kapitel befasst sich mit der kritischen Auseinandersetzung mit der pastoralen Tradition und der Hinwendung zur menschlichen Lebenswirklichkeit.

3. Die Schaaf-Schur (1775) – eine Parodie der Idylle?: Im Zentrum steht die Untersuchung von Müllers Werk hinsichtlich seiner räumlichen, zeitlichen und handlungsorientierten Struktur, um parodistische Züge und Gattungserneuerungen aufzudecken.

4. Fazit: Die Zusammenfassung der Ergebnisse bestätigt, dass das Werk durch eine Kombination aus Gattungstreue und satirischer Brechung eine Vorreiterrolle für die Überwindung traditioneller Idyllenkonzepte einnimmt.

5. Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur Arbeit.

Schlüsselwörter

Idylle, Sturm und Drang, Friedrich Maler Müller, Die Schaaf-Schur, Gattungsdefinition, Parodie, Realismus, Pfälzer Naturalismus, Literaturtheorie, Salomon Geßner, Gattungsinnovation, Literaturgeschichte, Sozialkritik, Naturzustand, Schäferdichtung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Friedrich Maler Müllers Idylle „Die Schaaf-Schur“ (1775) auf ihre Gattungszugehörigkeit und prüft, ob das Werk als Parodie auf das damals vorherrschende Idyllenverständnis zu interpretieren ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören die literaturhistorische Einordnung der Idylle im 18. Jahrhundert, der Einfluss des Sturm und Drangs auf diese Gattung sowie die Spannung zwischen traditioneller „Schäferpoesie“ und zeitgenössischem Realismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, wie Maler Müller mit den Konventionen der Idylle spielt und ob durch die gezielte Dekonstruktion und Parodie ein neues Verständnis der Gattung im Sturm und Drang geschaffen wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit orientiert sich methodisch am Ansatz von Langenfeld, bei dem Idyllen anhand ihrer paradigmatischen Strukturelemente (Raum, Zeit, Handlung) auf ihre Konformität oder Abweichung von der Gattungstradition untersucht werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen (Forschungsstand, Gattungsprobleme) erarbeitet, bevor das Werk „Die Schaaf-Schur“ mittels der genannten Kategorien tiefgehend auf seine satirischen und innovativen Züge analysiert wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Idyllentheorie, Gattungskonvention, Realismus, Sturm und Drang, Parodie und den spezifischen „Pfälzer Naturalismus“ des Autors geprägt.

Welche Rolle spielt die Figur des Schulmeisters?

Der Schulmeister fungiert als Personifikation der veralteten, kunsttheoretisch starren Idylle, die durch den „Sturm und Drang“-Vertreter Walter und dessen lebensechtes, realistisches Verständnis herausgefordert wird.

Warum wird die „Schaaf-Schur“ als Schwellentext bezeichnet?

Das Werk gilt als Schwellentext, da es einerseits die traditionelle Architektur der Idylle beibehält, diese aber gleichzeitig durch moderne, realistische Elemente und Selbstreflexion der Figuren durchlässig macht und somit den Übergang von alten zu neuen literarischen Formen markiert.

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Details

Title
Friedrich Maler Müllers "Die Schaaf-Schur". Eine Parodie der Idylle?
College
University of Heidelberg
Grade
2,7
Author
Flavia Harmati (Author)
Publication Year
2018
Pages
28
Catalog Number
V424593
ISBN (eBook)
9783668720305
ISBN (Book)
9783668720312
Language
German
Tags
friedrich maler müllers schaaf-schur eine parodie idylle
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Flavia Harmati (Author), 2018, Friedrich Maler Müllers "Die Schaaf-Schur". Eine Parodie der Idylle?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424593
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