Einleitung
„Noch ist der künstliche Muskel nicht so elegant und leistungsfähig wie ein natürlicher, aber er kann schon sehr viel. In der Forschungsschmiede DDD in Zürich wird an der Weiterentwicklung und Anwendung des "künstlichen Muskels" geforscht. Bald soll er in einen humanoiden Roboter eingebaut werden und dort für menschenähnliche Bewegungen sorgen. Unter dem Motto "Motivation zählt mehr als Wissen" arbeiten an diesem Projekt ehemalige Arbeitslose.“1
Seit langer Zeit beflügelt der Umgang mit Technik das menschliche Denken. Mit den Fortschritten in Mechanik, Elektrotechnik und den Anfängen der Computertechnik erschien es Anfang des 20. Jahrhunderts immer "realistischer", künstliche Menschen einfach in einer Werkstatt oder Fabrik zu bauen. Dieses „Zusammenbauen“ ist heute Realität. Der Mensch ist zum modernen Prometheus geworden, er erschafft sich ein Ebenbild. Was ist der Grund dafür? Was treibt ihn dazu? Wo liegen die Ursprünge? Antworten auf diese Fragen bieten literarische Überlieferungen von der Antike bis in die heutige Zeit.
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1 www.3sat.de/nano/cstuecke/60509
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der künstliche Mensch in der Geschichte der Literatur
2.1 Der Golem
2.2 Der Homunculus
2.3 Der Automat
3 Der Tscheche Karel Capek erfindet den „Robot“
3.1 Entstehung des Begriffs „Robot“
3.2 Anwendung des Begriffs im Drama „W.U.R.“
3.2.1 W.U.R. – Inhalt
3.2.2 W.U.R. – literarische Einordnung
4 Literarische Aspekte der Künstlichkeit
4.1 Schöpfung
4.1 Sozialkritik
5 Die Weiterentwicklung des literarisch-künstlichen Menschen
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische und literarische Entwicklung des Motivs des künstlichen Menschen. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche Ursprünge das Konzept der Automaten und künstlichen Wesen hat, wie diese in der Science-Fiction-Literatur verarbeitet werden und welche sozialkritischen sowie philosophischen Aspekte – insbesondere im Kontext des Begriffs „Robot“ – dabei eine Rolle spielen.
- Historische Herleitung des Motivs des künstlichen Menschen (Golem, Homunculus, Automat).
- Entstehung und Etablierung des Begriffs „Robot“ durch Karel Capek.
- Literarische Analyse des Dramas „W.U.R.“ (Werstand's Universal Robots).
- Sozialkritische Perspektiven auf Automatisierung und das Mensch-Maschine-Verhältnis.
- Ethische Fragestellungen zur Künstlichkeit, Seelenlosigkeit und dem Schöpfungsmythos.
Auszug aus dem Buch
3.1 Entstehung des Begriffs „Robot“
Das erste und gleichzeitig bekannteste Science Fiction Werk Karel Capeks war ein Theaterstück mit dem Titel „Werstands´s Universal Robots“. In diesem Drama findet erstmalig in der Literaturgeschichte der Begriff Robot Verwendung und fand als Neologismus, in der deutschen Sprache „Roboter“, sehr schnell Eingang in den Wortschatz fast aller Sprachen.
Zurückzuführen ist dieser Begriff auf die literarische Zusammenarbeit Karel Capeks mit seinem Bruder Josef Capek, der Maler und ebenfalls Schriftsteller war. Sie veröffentlichten zum Teil gemeinsame Arbeiten, in diesem Fall jedoch lieferte Josef Capek lediglich eine Idee. Karel Capek fragte seinen Bruder um Rat bei der Bezeichnung einer bestimmten Art von Figuren, die in seinem Stück eine wichtige Rolle innehaben sollten. Das Stück sollte, wie viele seiner Arbeiten, eine Vision der technisierten Zukunft aufzeigen und dabei klar und bestimmt Warnung sein. Zu diesem Zwecke suchte er nach einem aussagekräftigen Begriff, der künstlich entstandene Wesen im Sinne von Automaten beschreibt, die zum Zwecke der Arbeitserleichterung ihrer Schöpfer erzeugt werden. Zunächst dachte er an eine Bezeichnung wie „laborer“ vom lateinischen „laborare“ für arbeiten. Sein Bruder brachte ihn auf das tschechische Wort „robota“, welches soviel wie Knechts- oder Frohnarbeit bedeutet. Ein neuer Begriff war geboren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Faszination des Menschen für künstliche Wesen und stellt das aktuelle Streben der Technik dar, menschenähnliche Automaten zu erschaffen.
2 Der künstliche Mensch in der Geschichte der Literatur: Dieses Kapitel zeichnet die Tradition künstlicher Schöpfungen von der Antike bis zum Mittelalter nach, unterteilt in die Konzepte von Golem, Homunculus und Automat.
3 Der Tscheche Karel Capek erfindet den „Robot“: Es wird die literarische Bedeutung von Karel Capek beleuchtet sowie die Entstehungsgeschichte des Begriffs „Robot“ und dessen Anwendung im Drama „W.U.R.“ analysiert.
4 Literarische Aspekte der Künstlichkeit: Dieser Teil untersucht die philosophischen Dimensionen der künstlichen Schöpfung sowie die sozialkritischen Motive, die in der Science Fiction Literatur häufig verhandelt werden.
5 Die Weiterentwicklung des literarisch-künstlichen Menschen: Das Kapitel diskutiert die zunehmende Verschmelzung von technologischer Realität und literarischer Fiktion im Kontext von Kybernetik und modernen Forschungserkenntnissen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die ethischen Herausforderungen zusammen, die mit der Erschaffung künstlicher Lebensformen einhergehen, und reflektiert über die Rolle des Menschen als Schöpfer.
Schlüsselwörter
Künstlicher Mensch, Robot, Science Fiction, Karel Capek, Golem, Homunculus, Automat, Schöpfung, Literaturgeschichte, Sozialkritik, W.U.R., Technik, Mensch-Maschine-Verhältnis, Ethik, Automatisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die literarische Geschichte und philosophische Bedeutung des Motivs des künstlichen Menschen in der Science Fiction.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die historische Einordnung von Golems und Automaten, die Etymologie des Wortes „Roboter“ und die ethische sowie soziale Kritik an technischer Schöpfung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Entwicklung vom mythologischen künstlichen Wesen bis hin zum literarischen Roboter nachzuzeichnen und dessen Bedeutung für das heutige Menschenbild zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung von Primär- und Sekundärliteratur sowie kulturgeschichtlichen Quellen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Herleitung, die detaillierte Untersuchung des Werkes von Karel Capek und die Analyse literarischer Aspekte wie Schöpfung und Sozialkritik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter wie Künstlicher Mensch, Robot, Science Fiction, Golem, Homunculus und Sozialkritik bilden den Kern der Untersuchung.
Warum war der Begriff „Robot“ eine so bedeutende sprachliche Erfindung?
Er ersetzte vage Beschreibungen durch ein Wort, das spezifisch den Aspekt der Knechts- oder Fronarbeit betont, was die Funktion der Roboter im Sinne Capeks ideal abbildete.
Welche Bedeutung hat das Drama „W.U.R.“ für das Verständnis der Literaturgeschichte?
„W.U.R.“ gilt als das Werk, das den Begriff „Robot“ weltweit populär machte und eine kritische Auseinandersetzung mit der Technisierung und der Klassengesellschaft der Nachkriegszeit einleitete.
Wie unterscheidet sich der „Homunculus“ vom „Robot“ in der Literatur?
Während der Homunculus historisch stark mit alchemistischen und chemischen Vorstellungen verbunden ist, steht der Roboter für die mechanisierte und später industriell geprägte Sichtweise auf künstliches Leben.
Was sagt die Autorin über die heutige Relevanz dieser Schöpfungsgeschichten?
Sie betont, dass die Grenze zwischen Literatur und realer Forschung durch Fortschritte in der Kybernetik verschwimmt und die ethischen Fragen der Vergangenheit heute eine neue, reale Dringlichkeit erfahren.
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- Peggy Stuber (Author), 2004, Das Motiv des künstlichen Menschen in der Science Fiction Literatur, unter besonderer Berücksichtigung des Begriffs 'Robot', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42460