Die modernen Zeiten der Globalisierung erweitern für die Menschheit neue Handlungsmöglichkeiten. In diesen Zeiten ist das Problem der Sweatshops besonders verschärft empfunden. Diesem Problem widmet sich die vorliegende Arbeit. Die Aktualität der Arbeit ergibt sich daraus, dass die Tätigkeiten dieser Betriebe auch Angst mit sich bringen: Die Länder fühlen sich den großen Konzernen ausgeliefert und austauschbar.
Vor diesem Hintergrund ist der Untersuchungsgegenstand der Arbeit die Tätigkeit der Sweatshops, die in der modernen Welt kontrovers eingeschätzt wird.
Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf die Zielstellung, Vor- und Nachteile der Tätigkeiten global agierender Unternehmen unter dem moralischen Aspekt zu analysieren und von den renommierten Autoren vorgeschlagene mögliche Lösungen zur Verbesserung deren Tätigkeiten zusammenzustellen. Darin besteht die gesellschaftliche Relevanz dieser Ausarbeitung. Dabei soll unter anderem eigenes ethisches Urteilsvermögen geschärft werden.
Es soll versucht werden, mit der deskriptiven Fragestellung, welche Kosten und Nutzen multinationale Konzerne in moderner Welt mit sich bringen, die Positionen der Befürworter und deren Opponenten näher zu betrachten. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen hierbei gegensätzliche Standpunkte von tragenden Teilnehmern der Debatte Matt Zwolinski und Dennis Arnold zusammen mit Laura Hartman.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begrifflichkeiten. Theoretischer Rahmen
3. Nutzen der Tätigkeiten der multinationalen Unternehmen
4. Kosten der Tätigkeiten der Ausbeuterbetriebe
5. Die Position von Stiglitz zu global agierenden Unternehmen
6. Zusammenfassung
7. Literaturverzeichnis:
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die Vor- und Nachteile der Aktivitäten global agierender Unternehmen im Kontext von Sweatshops aus einer wirtschaftsethischen Perspektive. Ziel ist es, unter Einbeziehung gegensätzlicher Positionen von Autoren wie Matt Zwolinski, Dennis Arnold und Joseph Stiglitz, Lösungsansätze zur ethischen Verbesserung unternehmerischen Handelns zu identifizieren und das eigene ethische Urteilsvermögen zu schärfen.
- Wirtschaftsethische Analyse globaler Lieferketten
- Debatte um Freiwilligkeit vs. Ausbeutung in Sweatshops
- Verantwortung multinationaler Konzerne (MNCs)
- Lösungsansätze durch Verhaltenskodizes und globale Standards
- Soziale Verantwortung und globale Wettbewerbsregulierung
Auszug aus dem Buch
3. Nutzen der Tätigkeiten der multinationalen Unternehmen
Das englische Wort „Sweatshop“ beinhaltet in seinem Stamm die Wurzel „sweat“. Dies lässt erkennen, dass in solcher Art der Betriebe hart gearbeitet wird. Ins Deutsche wird dieses Wort oft als „Ausbeuterbetrieb“ übersetzt. Die Kritiker des Kapitalismus als eines Ausbeutungsverhältnisses schreiben dazu: „Kapitalismus beruht auf Ausbeutung. Er enthält den Menschen auf unfaire und ungerechte Weise die Früchte ihrer eigenen Arbeit vor und zwingt sie in die Knechtschaft eines Systems, das sie auf vielfältige Weise um das betrügt, was ihnen zusteht“ (Jaeggi/Loik 2014: 323). Die Zeiten der Globalisierung lassen den Begriff der Ausbeutung bzw. der Ausbeuterbetriebe durch weitere Merkmale erweitern. Denis Arnold und Laura Hartman formulieren: „We define the term “sweatshop” as any workplace in which workers are typically subject to two or more of the following conditions: income for a 48 hour workweek less than the overall of poverty rate for that country; systematic forced overtime; systematic health and safety risks due to negligence or the willful disregard of employee welfare; coercion; systematic deception that places workers at risk; and underpayment of earnings” (Arnold/Hartman 2006: 677).
Als zusätzliche Merkmale werden Diskriminierung von Frauen und Unterdrückung gewerkschaftlicher Betätigung genannt (vgl. ebd.: 686 und Wick/Wötzel 2008: 341).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Untersuchungsgegenstand Sweatshops, erläutert die Aktualität und Relevanz der Thematik im Zeichen der Globalisierung und skizziert die methodische Vorgehensweise.
2. Begrifflichkeiten. Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel führt zentrale Begriffe wie Globalisierung und Ethik ein und etabliert den theoretischen Rahmen, insbesondere basierend auf neoliberalen Argumentationsmustern und der normativen Ethik.
3. Nutzen der Tätigkeiten der multinationalen Unternehmen: Hier werden Definitionen von Sweatshops erarbeitet und die Argumente der Verteidiger, insbesondere von Matt Zwolinski hinsichtlich der Freiwilligkeit der Wahl, kritisch analysiert.
4. Kosten der Tätigkeiten der Ausbeuterbetriebe: Dieses Kapitel thematisiert die ethischen Nachteile, primär die Verletzung lokaler Gesetze, schlechte Arbeitsbedingungen und inadäquate Entlohnung, gestützt auf die Positionen von Arnold und Hartman.
5. Die Position von Stiglitz zu global agierenden Unternehmen: Der Fokus liegt hier auf den ökonomischen Analysen von Joseph Stiglitz, der Ursachen für Fehlentwicklungen aufzeigt und strukturelle Lösungsansätze vorschlägt.
6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die zentralen Erkenntnisse der Arbeit und reflektiert die Ambivalenz der globalen unternehmerischen Tätigkeit.
7. Literaturverzeichnis:: Dieses Kapitel listet alle in der Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen, Monographien und Online-Publikationen auf.
Schlüsselwörter
Sweatshops, Globalisierung, Wirtschaftsethik, Multinationale Unternehmen, Ausbeutung, Arbeitsbedingungen, Matt Zwolinski, Dennis Arnold, Joseph Stiglitz, Menschenwürde, Unternehmensverantwortung, Arbeitsrecht, Globale Mindeststandards, Neoliberalismus, Verhaltenskodex.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die moralische Problematik von Sweatshops im Kontext der globalisierten Wirtschaft und beleuchtet das Spannungsfeld zwischen ökonomischem Nutzen und ethischer Verantwortung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Sweatshops, der freiwilligen Akzeptanz von Arbeitsbedingungen, den negativen externen Effekten multinationaler Unternehmen sowie regulatorischen Ansätzen für faire Arbeitsbedingungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Kosten und Nutzen multinationaler Konzerne unter moralischen Aspekten zu analysieren und mögliche Lösungswege zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Arbeit, die auf einer Literaturrecherche sowie dem Vergleich unterschiedlicher ethischer und ökonomischer Positionen führender Fachautoren basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Verteidiger-Perspektive durch Zwolinski, die Kritik von Arnold und Hartman an Arbeitsbedingungen und Gesetzesverstößen sowie die Analyse von Joseph Stiglitz zu den negativen Folgen des globalen Wettbewerbs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die zentralen Begriffe sind unter anderem Sweatshops, Wirtschaftsethik, globale Unternehmensverantwortung, Menschenwürde und die Debatte um die Freiwilligkeit von Arbeitsverträgen.
Welche Rolle spielt der Neoliberalismus im theoretischen Rahmen der Arbeit?
Der Neoliberalismus, insbesondere die Positionen von Karl Homann, dient als theoretischer Rahmen, um die Verantwortung von Institutionen und das Konzept des "Grenzmorals" für global agierende Unternehmen zu diskutieren.
Warum wird der VW-Fall im Kontext dieser Arbeit erwähnt?
Der VW-Fall dient als illustratives Beispiel für das wissenschaftliche Interesse der Wirtschaftsethik an globalen Konzernen, auch wenn VW im engeren Sinne kein Sweatshop ist.
Was schlägt Joseph Stiglitz vor, um die negativen Auswirkungen zu minimieren?
Stiglitz fordert mehr soziale Verantwortung der Unternehmen, ein globales Wettbewerbsrecht inklusive einer Wettbewerbsbehörde sowie die Einführung einer persönlichen Haftbarkeit für Konzernleiter.
- Arbeit zitieren
- Irina Zorina (Autor:in), 2016, Sweatshops als Herausforderung im Zeichen der Globalisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424602