Pflege von Menschen mit Demenz. Der person-zentrierte Ansatz von Tom Kitwood


Hausarbeit, 2017

13 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung
1.1 Hinführung

2 Ziel und Forschungsfrage

3 Methode

4 Ergebnisse
4.1 Personsein als Mensch mit Demenz
4.2 Entpersonalisierende Interaktionen
4.3 Die Bedürfnisse eines Menschen mit Demenz erkennen
4.4 Anwendung von Dementia Care MappingTM
4.5 Die Pflege mit positiven Interaktionen verbessern

5 Fazit und Ausblick

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Hinführung

In Deutschland sind fast 1,6 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. Das sind 2 % bei einer Einwohnerzahl von 80 Millionen Menschen. Somit ist jeder 50. betroffen. Es kommt zu mehr Neuerkrankungen als Sterbefällen unter den bereits Erkrankten. Infolgedessen nimmt die Zahl der Menschen mit Demenz kontinuierlich zu. Schätzungen zufolge wird bis zum Jahr 2050 die Zahl auf 3 Millionen Menschen ansteigen. Ungefähr 3 % der 70jährigen erkranken derzeit an einer Demenz, bei den über 90jährigen sind es um die 40 % (Bickel, 2016). Als allgemeine Kriterien für eine Demenz gelten folgende kognitiven oder Verhaltens- (neuropsychiatrischen) Symptome: Beeinträchtigungen, die mit der Arbeitsfähigkeit oder den üblichen Aktivitäten einhergehen und ein Nachlassen von Fähigkeiten von früherem Funktionsniveau, die nicht durch ein Delir oder eine psychiatrische Erkrankung hervorgerufen sind (McKhann et al., 2011). Die Bundesregierung hat mit dem zweiten Pflegestärkungsgesetz auf die Pflegebedürftigkeit von Menschen mit Demenz reagiert. Zum 1. Januar 2017 trat es in Kraft. Ins Gesetz wurden die gesundheitlich bedingten Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder Fähigkeiten aufgenommen (§ 14 Abs. 1 S. 1 SGB XI). Neben den kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten (§ 14 Abs. 2 S. 1 Nr. 2 SGB XI) wird auch die Gestaltung des Alltagslebens und der sozialen Kontakte berücksichtigt (§ 14 Abs. 2 S. 2 Nr. 6 SGB XI). „Von allen Bereichen der Arbeit mit älteren Menschen bildet die Pflege von Menschen mit Demenz vielleicht die stärkste Herausforderung. Sie stellt die höchsten Anforderungen an Angehörige und Personal“ (Gering, 2016:13). Im Bereich der Demenzpflege steht die Pflege erst am Anfang der Forschung und es bedarf noch weiterer Forschungsarbeit. Kitwood hat hier einen wichtigen Beitrag geleistet. Sein Konzept ist noch nicht wissenschaftlich fundiert, sondern aus Erfahrung konzipiert (Lind, 2006). Auch in die Ausbildung der Altenpflege wurde der person-zentrierte Ansatz von Menschen mit Demenz nach Kitwood in die Lehrbücher aufgenommen (Kocs, 2011:412-413). Diese Arbeit befasst sich mit der Pflege von Menschen mit einer Demenzerkrankung nach dem person-zentrierten Ansatz von Tom Kitwood, einem bedeutenden Psychogerontologen.

2 Ziel und Forschungsfrage

Erkrankt ein Mensch an Demenz, sehen Angehörige das Bild des Menschen vor sich, das sie bis zum Eintritt der Demenzerkrankung hatten. Sie können den Bezug zur an-deren Ebene des Mensch- und Personseins nicht herstellen. Bei Pflegenden kann herausforderndes Verhalten zur Ablehnung führen. Hier stellt sich für alle Beteiligten die Frage, was es heißt, ein Mensch und eine Person zu sein, bei Verlassen der geistigen Kräfte (Klug, 2015). In der beruflichen Praxis wird oft die Krankheit und nicht der Mensch gepflegt. Somit wird dann der Betroffene als ein Träger der Krankheit oder deren Anhängsel betrachtet. Die Individualität des Einzelnen geht verloren. Der Mensch wird zu einem Fall, der der Therapie und Pflege untergeordnet wird. Meldet er sich als Person mit individuellenÄngsten, Wünschen und Hoffnungen zu Wort, wird er als Störfaktor des Tagesablaufes wahrgenommen. Um dieser Gefahr entgegen zu wirken, ist Ethik in der Pflege notwendig (Körtner, 2004:72-73). Außerdem wird neben der biomedizinischen Betrachtungsweise der Fokus beim Menschen mit Demenz auch auf die psychosoziale Perspektive gerichtet (Steinmetz, 2016:51). Von der medizinischen Seite her gesehen, gibt es keine Antwort oder technische Lösung für den Umgang in der Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz, sobald die Demenzerkrankung entpathologisiert wird (Kitwood, 2016:207). Mit dem person-zentrierten Ansatz ist eine Anleitung dafür geschaffen worden, wie in der Pflege der Blick von der Pathologie auf die Persönlichkeit des Menschen mit Demenz gelenkt wird (Klug, 2015).

Die vorliegende Arbeit geht der Forschungsfrage nach, ob der person-zentrierte Ansatz für die Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz in stationären Einrichtungen geeignet ist. Daher stellt sich die Frage was das Personsein für einen Menschen mit Demenz bedeutet, wie die Bedürfnisse eines Menschen mit Demenz erkannt werden können und mit welchen Interaktionen das Pflege- und Betreuungspersonal von stationären Einrichtungen diese Bedürfnisse befriedigen kann.

3 Methode

Um der Forschungsfrage nachzugehen, wurde in folgen Datenbanken recherchiert: die Suchmaschine der Bayerischen Staatsbibliothek (OPACplus), die Suchmaschine des Bibliothekskataloges der Katholischen Stiftungsfachhochschule in München (OPAC), CINAHL und der Duden. Um herauszufinden was der person-zentrierte Ansatz für einen Menschen mit Demenz bedeutet, und welche pflege- und betreuungsrelevanten Interaktionen geeignet, beziehungsweise ungeeignet sind, wurden folgende Schlagwörter benutzt: personzentriert, person-zentriert, Personalisierung, person centered nursing, person centered care, Kitwood, Demenz, dementia, Kommunikation Demenz, communication dementia, Pflege, geronto, Geriatrie, nursing, nursing care, care, stationäre Pflege, Altenheim, Pflegeheim. Die Suche wurde mit folgenden Schlagwörtern ergänzt, da die Literaturergebnisse zeigten, dass der person-zentrierte Ansatz eng damit verbunden ist: Personsein, Person-sein, dementia care, dementia care mapping. Kitwood wurde in der Recherche benutzt, da sein person-zentrierter Pflegeansatz in der Pflege von Menschen mit Demenz für die Forschungsfrage dieser Arbeit bedeutend ist. Ebenfalls wurden die Literaturverzeichnisse aus obig genannten Ergebnissen in die Recherche mit einbezogen, sowie der Buchbestand der Bibliothek der Katholischen Stiftungsfachhochschule in München und Literaturverzeichnisse der dort lehrenden Professoren.

4 Ergebnisse

4.1 Personsein als Mensch mit Demenz

Im allgemeinen antiken Verständnis des Personseins einer Person wird betont, dass der Mensch Person ist, insofern er in einer Beziehung zu anderen Menschen steht. Die Personalität des Menschen wird von dieser Beziehung begründet. Selbsterkenntnis und Bestand kommen aus diesem Gegenüber zwischen Personen, dem Ich und Du. Die Person entzieht sich jeder Objektivierung, denn sie wird erst aus dieser zwischenmenschlichen Begegnung – dem Dialog – was sie ist (Schmid, 1991:72). Die Begriffe „Person“ und „menschliches Wesen“ sind nicht bedeutungsgleich. Es könnte auch eine Person geben, die nicht Mitglied unserer Spezies ist. Aber auch Mitglieder unserer Spezies könnten keine Personen sein (Singer, 2013:142). Personsein ist nicht die jeweilige Konkretisierung eines allgemeinen Prinzips, sondern jemand einzigartiger. Der Weg zu einer Person ist nicht die theoretische Abstraktion, sondern ergibt sich aus der Erfahrung (Schmid, 1991:72). Wenn wir uns um jemanden sorgen, der Demenz hat oder uns sogar davor fürchten, selbst daran zu erkranken, ist es leicht, von Demenz als eine Art des lebendigen Todes zu denken. Wir sagen dann Dinge wie „das ist nicht die Mutter, die ich als Kind hatte“ oder „das ist nicht der Mann, den ich geheiratet habe“. Es kommt einem vor, als ob die Person, die man kannte, nicht mehr da ist, sondern der Mensch nur noch lebt und atmet (Matthews, 2006:163). Menschen mit Demenz versuchen oft verzweifelt, sich immer noch als Person erfahren zu können. Nach Kitwood geht es bei der Demenz um das Personsein des Menschen (Klug, 2015). Die person-zentrierte Pflege ist ganz einfach, wenn sich die Pflege- oder Betreuungsperson eines Menschen mit Demenz vor Augen führt, welche Pflege sie sich selbst wünschen würde oder worüber sie sich ärgern würde, wenn alles nicht ihren Vorstellungen entspräche. Die Pflegeperson macht sich bewusst, wie sie sich dann fühlen würde und dass die ihr anvertraute Person die gleichen Gefühle hat. Damit die Pflege eines Menschen mit Demenz gelingen kann, ist es unumgänglich, ihn einzubeziehen (Baker, 2016:36). Um zu wissen, was in dem Menschen mit Demenz vorgeht, ist es notwendig, dass das Personal ihn beobachtet und ihm zuhört. Erst dann kann verstanden werden, was ihm Hoffnung gibt, Freude macht und seinem Alltag einen Sinn verleiht. Dann kann die Betreuung und Unterstützung des Pflegepersonals so gestaltet werden, dass die Wünsche des Menschen mit Demenz erreicht werden können. Personalisierung findet erst statt, wenn die Bedürfnisse, Wünsche und Träume des zu Pflegenden erkannt und erfüllt werden (Hughes, 2015:10). Jedoch ist auch die Berücksichtigung von krankheitsbedingten Beeinträchtigungen und die Beachtung der verbleibenden Möglichkeiten Voraussetzung, um Kommunikation in der Pflege mit Menschen mit Demenz gelingen zu lassen (Steinmetz, 2016:51).

4.2 Entpersonalisierende Interaktionen

Nachdem Kitwood begonnen hatte, sich mit Demenz zu beschäftigen, sind ihm schon bald entpersonalisierende Tendenzen im Umgang mit dem Menschen mit Demenz sehr stark bewusst geworden. Er beschloss diese zu einem Forschungsthema zu machen. Er hat dieses Verhalten mit dem Begriff „maligne, bösartige Sozialpsychologie“ belegt. Das Wort „maligne“ bedeutet etwas sehr Verletzendes und Typisches für ein pflegerisches Umfeld, das das Personsein tief schädigt und möglicherweise das körperliche Wohlbefinden untergräbt. Er gibt an, dass maligne Interaktionen keine böse Absicht von Seite der Betreuenden bedeutet, sondern dass Malignität Teil ihres kulturellen Erbes ist (Kitwood, 2016:91). Die ursprüngliche Liste Kitwoods über maligne Interaktionen enthielt zehn Punkte:

-Betrug: es wurde versucht, Personen zu täuschen oder zu manipulieren
-Zur Machtlosigkeit verurteilen: vorhandene Fähigkeiten werden nicht genutzt
-Infantilisieren: jemanden wie ein kleines Kind behandeln
-Einschüchtern: mit Drohungen Furcht hervorrufen
-Etikettieren: Demenz ist die Hauptgrundlage dieser Interaktion
-Stigmatisieren: jemanden wie ein verseuchtes Objekt behandeln
-Überholen: der Betroffene muss Dinge schneller tun, als er kann
-Entwerten: die Gefühle und die subjektive Realität nicht anerkennen
-Verbannen: jemanden persönlich oder seelisch fortschicken
-Zum Objekt erklären: den Betroffenen wie Materie behandeln(Kitwood, 2016:91-92).

Im Laufe weiterer Beobachtungen hat Kitwood seine Liste mit zusätzlichen sieben Punkten ergänzt: Ignorieren, Zwang, Vorenthalten, Anklagen, Unterbrechen, Lästern und Herabwürdigen (Kitwood, 2016:92-93). In Trainingseinheiten wird das Personal auf maligne Interaktionen sensibilisiert. Dadurch kann es dieses Verhalten erkennen und es ist ihnen möglich, es erheblich zu reduzieren (Kitwood, 2016:96).

4.3 Die Bedürfnisse eines Menschen mit Demenz erkennen

Menschen mit Demenz brauchen Orientierung. Bei mittlerer und schwerer Demenz sind Menschen zum Teil noch in der Lage, sich an gesünderen Menschen, dem Pflege-personal, zu orientieren. In Pflegeeinrichtungen kann beobachtet werden, dass Menschen mit Demenz den Pflegemitarbeitern „hinterherlaufen“. Sie halten sich am liebsten bei den Menschen auf, die ihnen Halt und Sicherheit geben (Maciejewski und Sowinski, 2001:268). Menschen mit Demenz haben ein allumfassendes Bedürfnis, nämlich das nach Liebe. Das zentrale Bedürfnis nach Liebe vereint fünf große, einander überschneidende Bedürfnisse, wie in Abbildung 1 gezeigt wird: Trost, Bindung, Einbeziehung, Beschäftigung und Identität. Wird eines dieser Bedürfnisse erfüllt, wird auch ein anderes Bedürfnis bis zu einem gewissen Grad befriedigt (Kitwood, 2016:145). Der Mensch mit Demenz kann seine Bedürfnisse selbst nicht befriedigen und bei ihm sind diese Bedürfnisse deutlich sichtbar. Je nach Persönlichkeit und Krankheitsverlauf variieren die Bedürfnismuster und die Intensität eines Bedürfnisses steigt mit dem Fortschreiten der kognitiven Beeinträchtigung (Kitwood, 2016:146). Das Bedürfnis nach Trost ist beim Menschen mit Demenz besonders groß, da er um ein Gefühl von Verlust ringt oder um verlorene Fähigkeiten trauert. Das Gefühl nach Bindung bleibt bestehen und ist so stark wie es in der Kindheit sein kann, da sein Leben von Unsicherheiten undÄngsten überschattet ist. Der Mensch ist für ein Leben in Gruppen ausgelegt. Bei einer Demenzerkrankung tritt das Bedürfnis nach Einbeziehung prägnant zutage. Dies merkt man sehr stark, wenn ein Mensch mit Demenz dem Pflegepersonal hinterherläuft. Ohne Beschäftigung beginnen Fähigkeiten nachzulassen und die Selbstachtung schwindet dahin. Auch bei Demenz zeigen Menschen immer noch ein Bedürfnis zu helfen oder sich an Aktivitäten beteiligen zu wollen. Identität zu haben, bedeutet zu wissen, wer man ist. Dies kann auch von einer anderen Person übermittelt werden (Kitwood, 2016:146-149).

„Mit der Befriedigung der gesamten Gruppe von Bedürfnissen wird es zu einer Verstärkung des globalen Selbstwertgefühls und des Gefühls, wertvoll und geschätzt zu sein, kommen“ (Kitwood, 2016:149).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: „Die wichtigsten psychischen Bedürfnisse von Menschen mit Demenz“ (Kitwood, 2016:145)

4.4 Anwendung von Dementia Care MappingTM

Dementia Care MappingTM wird seit 1998 international eingesetzt, um Bedürfnisse von Menschen mit Demenz herauszufinden und im Alltag abbilden zu können. Hiermit werden einerseits Wünsche und Bedürfnisse von Menschen mit Demenz aufgezeigt und andererseits wird dargestellt, wie Betroffene die Pflege und Betreuung erleben. Dementia Care Mapping soll helfen, ein individuell angepasstes Pflege- und Betreu-ungsangebot anbieten zu können. Es geht auf die Ausführungen der person-zentrierten Pflege von Kitwood zurück (Roes, 2014:11). Eine Mitarbeiterin, die in Dementia Care Mapping ausgebildet wurde, beobachtet diskret bis zu sechs Bewohner. Sie registriert ihr Verhalten wie zum Beispiel Essen, Trinken, Hin- und Herlaufen oder auch Beteiligung an Freizeitaktivitäten. Sie achtet auf das Interesse und die Stimmung während der Aktivität. Kann sie hier ein positives oder negatives Interesse feststellen? Eine Bewertung der Aktivitäten eines Menschen mit Demenz wird alle fünf Minuten durchgeführt, sowie die entsprechenden Interventionen der Mitarbeiter (Baker, 2016:47-48). Kitwood beschreibt zwölf verschiedene Arten positiver Interaktionen, aufbauend auf der Beobachtungsmethode des Dementia Care MappingTM. Das Pflegepersonal soll nicht nur auf Signale reagieren, sondern auch deren Bedeutung verstehen, um die Interaktion angemessen gestalten zu können (Kitwood, 2016:155).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4.5 Die Pflege mit positiven Interaktionen verbessern

Vielfach ist davon auszugehen, dass das Pflege- und Betreuungspersonal im Umgang von Menschen mit Demenz nicht ausreichend geschult ist und Anleitungen für einen person-zentrierten Umgang benötigt. Sie brauchen Verhaltensmuster, die ihnen helfen, die Welt eines Demenzkranken und seine Bedürfnisse zu verstehen. Wie können sie ihn unterstützen, damit er sich im Krankheitsprozess noch entwickeln kann (van der Kooij, 2001:71). Mit positiven Interaktionen, kann das Pflege- und Betreuungspersonal Menschen mit Demenz das Personsein in vielfacher Weise stärken. Es kann eine Fähigkeit nähren, helfen, eine seelische Wunde zu heilen, oder ein positives Gefühl geben. Diese Interaktionen werden wie folgt dargestellt (Kitwood, 2016:158):

-Anerkennen: Ein Mensch mit Demenz wird als Person anerkannt und ist namentlich bekannt. Der Mensch wird in seiner Einzigartigkeit bestätigt. Das kann über einen persönlichen Grußoder auch nonverbal erfolgen.
-Verhandeln: Hier wird der Mensch mit Demenz nach seinen Vorlieben, Wünschen und Bedürfnissen gefragt. Es wird über Angelegenheiten des Alltags verhandelt und sich dem langsameren Tempo des Betroffenen angepasst. Es gibt ihm ein gewisses Maßan Kontrolle über die Pflege und Macht zurück.
-Zusammenarbeiten: Pflege soll nicht etwas sein, das einer Person „angetan“ wird, sondern vielmehr ein aktiver Prozess, an dem eigene Initiativen und Fähigkeiten beteiligt sind.
-Spielen: Spielen soll eine Übung in Spontanität und Selbstausdruck sein. Es hat kein außerhalb der Aktivität liegendes Ziel.
-Timalation: Die Zugangsweise zum Menschen mit Demenz ist hier sensorisch oder auf die Sinne gerichtet. Diese Art der Interaktion ist bei einer schweren Demenzerkrankung besonders wertvoll.
-Feiern: Viele Menschen mit Demenz behalten die Fähigkeit, feiern zu wollen. Alle werden von einer ähnlichen Stimmung erfasst.
-Entspannen: Dies ist die Interaktion mit dem niedrigsten Intensitätsgrad und mit vielleicht auch dem geringsten Tempo. Viele Menschen mit Demenz vermögen nur zu entspannen, wenn unmittelbarer Körperkontakt hergestellt wird, oder andere in der Nähe sind (Kitwood, 2016:159-161).

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Pflege von Menschen mit Demenz. Der person-zentrierte Ansatz von Tom Kitwood
Hochschule
Katholische Stiftungsfachhochschule München
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
13
Katalognummer
V424782
ISBN (eBook)
9783668702387
ISBN (Buch)
9783668702394
Dateigröße
539 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Demenz, Tom Kitwood, Demenzkrank, Menschsein, Herausforderndes Verhalten, dementia care, dementia care mapping, Personsein, Person-sein, Personzentriert, Person-zentriert
Arbeit zitieren
Doris Wildmann (Autor), 2017, Pflege von Menschen mit Demenz. Der person-zentrierte Ansatz von Tom Kitwood, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424782

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