Die Autorin fokussiert sich in vorliegender Arbeit auf den Zusammenhang von Wohlstand und Adipositas, weil der sozioökonomische Status einen erheblichen Einfluss auf die gesundheitliche Situation im Kindes- und Jugendalter hat und sich in fast allen relevanten Entwicklungs- und Gesundheitsbereichen bemerkbar macht.
Um die Sachlage und die Zusammenhänge darzustellen, wird in dieser Arbeit unter Berücksichtigung von epidemiologischen Maßzahlen die Entwicklung und Entstehung kindlicher Adipositas in Familien mit niedrigem Wohlstand untersucht und anhand von Theorien zu Milieu bzw. Lebensstil nach Vester und Hradil sowie anhand der Theorie der Sozialisation auf Grundlage der Literatur von Tillmann und Hurrelmann erläutert. Diese Theorien wurden gewählt, da sie wichtige Aspekte zur Erklärung der Entstehung von Krankheiten im jungen Alter liefern, sodass abschließend ein kritischer Blick auf die bewerteten Daten genommen werden kann, um eine Schlussfolgerung bezüglich des gesundheitlichen Problems zu ziehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Hintergrund
2 Epidemiologie
3 Theoretischer Kontext
3.1 Konzepte des Lebensstils und Milieus
3.2 Sozialisationstheorie
4 Diskussion
5 Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Status von Familien und der Prävalenz von Adipositas bei Kindern und Jugendlichen. Ziel ist es, auf Basis wissenschaftlicher Theorien zu erklären, warum wohlstandsschwache Familien ein höheres Risiko für kindliche Adipositas aufweisen und welche präventiven Ansätze hier wirksam ansetzen könnten.
- Epidemiologische Verbreitung von Adipositas bei Kindern in Deutschland
- Einfluss des familiären Wohlstands auf das Gesundheitsverhalten
- Anwendung der Milieu- und Lebensstiltheorie
- Bedeutung der Sozialisation für die Gesundheitsentwicklung
- Strategien zur gesundheitlichen Prävention und Gesundheitsförderung
Auszug aus dem Buch
3.1 Konzepte des Lebensstils und Milieus
Die Theorien von Milieu und Lebensstil erklären, weshalb Kinder und Jugendliche, die in einem sozial benachteiligten Umfeld groß werden, anfälliger dafür sind, Adipositas zu entwickeln. Obwohl in der vorliegenden Arbeit der Parameter „Wohlstand der Familien“ im Zusammenhang mit adipösen Kindern untersucht wird, wurde bewusst kein Klassen- oder Schichtmodell gewählt, sondern das Konzept des Lebensstils und Milieus, um aufzuzeigen wie der Lebensstil durch das Einkommen geprägt wird und durch ökonomisches Kapital subjektive Werte entstehen.
In der Milieutheorie geht es um die dominierenden Einflüsse der Umwelt im Gegensatz zu der prägenden Wirkung der Erbanlagen. Das Milieu, in dem Menschen aufwachsen, ist überwiegend für die Entwicklung des Lebensstils ausschlaggebend. Als Milieus werden Gruppen bezeichnet, die aufgrund ihrer Umwelt einen ähnlichen Habitus aufweisen, das heißt, die eine vergleichbare innere und äußere Haltung haben, und eine sich ähnelnde Alltagskultur pflegen. Die Einstellungen und Werte des Milieus sind durch die Lebensumstände und Gewohnheiten geprägt, und lassen sich nicht beliebig ändern. Für gewöhnlich werden diese Werte von den Eltern an die Kinder weitergegeben, sodass in der Kindheit oft schon die Weichen gestellt werden, was zum Beispiel auch die Bildungswege betrifft (Vester 2012).
Milieus bilden sich zum einen aus objektiven Lebensbedingungen und zum anderen aus der subjektiven Position in der Gesamtgesellschaft heraus. Sie sind insofern nicht strikt abgegrenzt, sondern entwicklungsfähig, trotzdem aber sind sie oft tief verankert und beständig (Vester 2012; Hradil 2006).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Hintergrund: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Adipositas-Epidemie bei Kindern ein und verdeutlicht den Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit und gesundheitlichen Startchancen.
2 Epidemiologie: Hier wird der Forschungsstand anhand der HBSC-Studie analysiert, wobei das deutlich erhöhte Risiko für Adipositas in einkommensschwachen Familien quantitativ belegt wird.
3 Theoretischer Kontext: Dieses Kapitel beleuchtet durch die Milieu-, Lebensstil- und Sozialisationstheorien die Mechanismen, wie soziale Herkunft und elterliches Verhalten die kindliche Entwicklung prägen.
4 Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert, wobei unter anderem hinterfragt wird, inwiefern kulturelles Kapital neben dem ökonomischen Status als Einflussfaktor fungiert.
5 Schlussfolgerung: Das Fazit unterstreicht die Notwendigkeit von präventiven Maßnahmen, die insbesondere durch betriebliches Gesundheitsmanagement und Erwachsenenbildung das familiäre Umfeld erreichen.
Schlüsselwörter
Adipositas, Kinder und Jugendliche, soziale Ungleichheit, Wohlstand, Lebensstil, Milieutheorie, Sozialisation, Prävention, Gesundheitschancen, Ernährung, Bewegung, sozioökonomischer Status, Gesundheitsförderung, Erziehung, Kindesalter.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der signifikant höheren Rate an Adipositas bei Kindern aus Familien mit niedrigem Wohlstand und analysiert die Ursachen hinter dieser sozialen Diskrepanz.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die gesundheitliche Lage von Kindern, der Einfluss von ökonomischem Kapital auf Lebensweisen sowie die Möglichkeiten der Gesundheitsprävention im familiären und schulischen Umfeld.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen niedrigem familiärem Wohlstand und der Entstehung von Adipositas theoretisch zu fundieren und Ansatzpunkte für eine effektive Prävention aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse basierend auf epidemiologischen Studien wie der HBSC-Studie sowie soziologische Theorieansätze wie die Milieu- und Sozialisationstheorie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert epidemiologische Daten, diskutiert die Theorien zur Entstehung von Lebensstilen in verschiedenen sozialen Milieus und analysiert die Rolle der Sozialisation für die Entwicklung gesundheitsrelevanter Verhaltensmuster.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Adipositas, soziale Ungleichheit, Gesundheitschancen, Milieutheorie, Lebensstil und Prävention.
Warum spielt die elterliche Bildung eine so große Rolle für die Adipositas-Prävention?
Die Eltern fungieren als primäre Vorbilder; ihr Lebensstil sowie ihr Wissen über Ernährung und körperliche Aktivität prägen die Verhaltensroutinen der Kinder maßgeblich.
Welche Rolle spielt das berufliche Umfeld bei der Prävention?
Das berufliche Umfeld bietet durch betriebliches Gesundheitsmanagement die Chance, Wissen über gesundheitsförderndes Verhalten an Erwachsene zu vermitteln, was indirekt die Lebensbedingungen ihrer Kinder positiv beeinflussen kann.
- Quote paper
- Hannah Rauth (Author), 2018, Adipositas bei Jugendlichen aus Familien mit niedrigen Wohlstand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424817