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Eine Verbingung zwischen Bildhauerei und Tanz, unter besonderer Berücksichtigung des Materials Wachs. Edgar Degas "Kleine Tänzerin von 14 Jahren"

Titel: Eine Verbingung zwischen Bildhauerei und Tanz, unter besonderer Berücksichtigung des Materials Wachs. Edgar Degas "Kleine Tänzerin von 14 Jahren"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Astrid Klahm (Autor:in)

Kunst - Bildhauerei, Skulptur, Plastik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„La petite danseuse de quatorze ans“ ist die einzige Plastik, die zu Lebzeiten Edgar Degas’ ausgestellt wurde. In der fünften Impressionistenschau 1880 hatte Degas sie im Katalog der Ausstellung angekündigt. Ebenso hatte er eine Glasvitrine aufstellen lassen, in der die Tänzerin präsentiert werden sollte.

Bei der Tänzerin handelt es sich nicht nur um einen Wettstreit zwischen Bildhauerei und Malerei, sondern auch zwischen Bildhauerei und Tanz. Ob die Bildhauerei oder die Malerei in der Bildenden Kunst den ersten Rang einnehmen soll, wird im Paragone diskutiert. In der Regel wurde die Malerei vor die Bildhauerei gesetzt. Als wesentlichen Kritikpunkt an der idealen Bildhauerei wurde auf ihre Farblosigkeit verwiesen. Der Wettstreit der Bildhauerei mit der Musik und dem Tanz kann auf die philosophische Kunsttheorie der Frühromantik zurückgeführt werden, die sich mit „der Polarität der zeit- und raumgebundenen Künsten“ beschäftigt hat und sich so an den Paragone von Malerei und Bildhauerei anschloss.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Thesen

1.2 Die Beschreibung und Provenienz

2 „Unreine“ Materialien

2.1 Warum bevorzugte Degas Wachs als Werkstoff?

2.2 Das Wachsbildnis im geschichtlichen Kontext

2.3 Die Eigenschaften und die Kritik am Material Wachs in der Bildhauerei

2.4 Die Farbe in der Bildhauerei

2.5 Die Kombination aus Wachs, Textilien und Rosshaar

3 Mimik, Gestik und Physiognomie

3.1 Der schlechte Ruf der Tänzerinnen und die daraus folgende Physiognomie

3.2 Die Mimik und Gestik in der Bildhauerei und im Tanz

4 Der Tanz und die Bildhauerei als vernachlässigte Kunstformen des 19. Jahrhunderts?

5 Die Zeitgenossen über die Tänzerin

6 Fazit

7 Abbildungen

8 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Edgar Degas' Plastik „Kleine Tänzerin von 14 Jahren“ als Schnittpunkt zwischen Bildhauerei und Tanz. Ziel ist es, die Verwendung von Wachs als „unreines“ Material, die sozialkritische Physiognomie der Figur sowie den künstlerischen Paragone zwischen den beiden Gattungen im 19. Jahrhundert zu analysieren.

  • Die Materialästhetik von Wachs und dessen historischer Kontext.
  • Die Bedeutung von Mimik, Gestik und Physiognomie für die soziale Darstellung.
  • Der Wettstreit (Paragone) zwischen Bildhauerei und Tanz.
  • Die zeitgenössische Rezeption des Werkes zwischen Skandal und Moderne.

Auszug aus dem Buch

2.3 Die Eigenschaften und die Kritik am Material Wachs in der Bildhauerei

Obwohl Wachs heute auch chemisch hergestellt werden kann, ist die natürliche Entstehung bemerkenswert. Nachdem der Nektar der Blüte im Körper der Biene „verdaut“ wurde, ist aus dem anorganisch-pflanzlichen Stoff ein von Tieren hergestelltes organisches Produkt geworden. Das Wachs besitzt so eine organische Materialität und der Bezug zum Organischen, sprich zum Fleisch und zur Haut des Menschen ist gegeben. Im Anschluss an die Charaktereigenschaften von Wachs, dessen Farbe, Glanz und Dichte, kann der Gedanke an Haut und Eingeweide fortgeführt werden.

Im Wachs oder auch im Wachsgemisch steckt ein hohes Potential an figurativer Eigenschaft, weil es sich durch jede technische Bearbeitung und Verformung fast ausnahmslos anpassen lässt. Das Wachsbildnis kann so direkt vom toten oder lebenden Objekt als Abguss oder indirekt nach freier Modellierung gefertigt werden. Neben der mühelosen Bearbeitung des Materials hat es den Vorteil, unter Verwendung einer transparenten Kolorierung, die menschliche Physiognomie und die Beschaffenheit der Haut mit ihren unterschiedlichen Färbungen „hochnaturalistisch“ wiederzugeben. Aber gerade der hohe Grad an Naturalismus wird dem Wachs als ein negatives Kriterium zugeschrieben, weil die Grenzen zwischen dem Kunstwerk und der Wirklichkeit in der Wachsfigur überschritten werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Entstehungsgeschichte und die problematische Ausstellungshistorie der Plastik dar, welche bereits früh ein hohes Maß an öffentlicher Aufmerksamkeit erregte.

2 „Unreine“ Materialien: Dieses Kapitel erörtert Degas' bewusste Entscheidung für Wachs als Werkstoff und die damit verbundene historische Herabwürdigung sowie die Materialkombinationen mit Textilien.

3 Mimik, Gestik und Physiognomie: Hier wird der Zusammenhang zwischen der realistischen Darstellung der Tänzerin, ihrem sozialen Hintergrund und der zeitgenössischen Wahrnehmung ihrer Physiognomie untersucht.

4 Der Tanz und die Bildhauerei als vernachlässigte Kunstformen des 19. Jahrhunderts?: Dieses Kapitel beleuchtet den künstlerischen Wettstreit zwischen den Gattungen und die philosophische Kategorie der „Schwere“ in Degas’ Werk.

5 Die Zeitgenossen über die Tänzerin: Der Abschnitt analysiert die ambivalente zeitgenössische Kritik, die das Werk als barbarisch, aber auch als wegweisenden Beitrag zur Moderne einordnete.

6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Degas durch die Verbindung von Realismus und Materialität die Grenzen der Bildhauerei erweiterte und ein „lebendes“ Kunstwerk schuf, das die Zukunft der Plastik in der Vergangenheit suchte.

Schlüsselwörter

Edgar Degas, Kleine Tänzerin von 14 Jahren, Wachs, Bildhauerei, Tanz, Naturalismus, Physiognomie, Materialität, Paragone, 19. Jahrhundert, Kunstkritik, Moderne, Impressionismus, Körperdarstellung, Wachsfigurenkabinett.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Edgar Degas' Skulptur „Kleine Tänzerin von 14 Jahren“ im Kontext der Kunstentwicklung des späten 19. Jahrhunderts unter Einbeziehung ihrer Materialität und Motivwahl.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Materialästhetik des Wachses, die Physiognomie der Figur als Ausdruck sozialer Herkunft und der theoretische Wettstreit zwischen Bildhauerei und Tanz.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Degas durch die Wahl von Wachs und die detaillierte Darstellung einer Tänzerin die traditionellen Grenzen der Bildhauerei sowie die Anforderungen der Moderne herausforderte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit angewendet?

Es handelt sich um eine kunsthistorische Untersuchung, die auf Quellenstudien, zeitgenössischen Kritiken und einer werkimmanenten Analyse der Materialität und Ikonographie basiert.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Wachses als Werkstoff, die Analyse von Physiognomie und Gestik der Figur sowie die theoretische Verortung der Plastik im Kontext des Balletts und der damaligen Ästhetikdiskussion.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Materialästhetik, Naturalismus, soziale Physiognomie, Paragone und die Auseinandersetzung mit der künstlerischen Tradition geprägt.

Warum wurde Wachs als Material von Degas gewählt?

Wachs ermöglichte Degas eine realistische und polychrome Gestaltung, die der Haut von Menschen sehr nahekommt, entsprach jedoch nicht dem klassischen Ideal der Monochromie und Ewigkeit, was Degas bewusst in Kauf nahm.

Welche Rolle spielt die Glasvitrine bei der Präsentation des Werkes?

Die Vitrine unterstreicht die Autonomie des Kunstwerks und grenzt die Plastik physisch von der realen Umgebung ab, was zeitgenössisch sowohl auf Unverständnis als auch auf Interesse stieß.

Wie reagierten zeitgenössische Kritiker auf das Werk?

Die Kritiker waren einerseits schockiert über den schonungslosen Realismus und die „hässliche“ Physiognomie, erkannten jedoch gleichzeitig das künstlerische Potenzial und die revolutionäre Bedeutung für die moderne Kunst.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Eine Verbingung zwischen Bildhauerei und Tanz, unter besonderer Berücksichtigung des Materials Wachs. Edgar Degas "Kleine Tänzerin von 14 Jahren"
Hochschule
Technische Universität Berlin  (Institut für Geschichte und Kunstgeschichte)
Note
1,0
Autor
Astrid Klahm (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
23
Katalognummer
V424839
ISBN (eBook)
9783668700741
ISBN (Buch)
9783668700758
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Edgar Degas Paragone Kleine Tänzerin von 14 Jahren Impressionismus Bildhauerei Skulptur Wachs Material Pariser Oper Ballett Tanz 19. Jahrhundert Friedrich Hegel Kunsttheorie Wilhelm Schlegel Plastik Wachsfigur Wachsfigurenkabinett Tänzerinnen Klassisches Ballett Physignomie Realismus Naturalismus Frühe Neuzeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Astrid Klahm (Autor:in), 2007, Eine Verbingung zwischen Bildhauerei und Tanz, unter besonderer Berücksichtigung des Materials Wachs. Edgar Degas "Kleine Tänzerin von 14 Jahren", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424839
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Leseprobe aus  23  Seiten
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