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Frauen zwischen Hausarbeit und Berufsleben. Wie hat sich die Rolle der Frau in Zeiten der Individualisierung verändert?

Title: Frauen zwischen Hausarbeit und Berufsleben. Wie hat sich die Rolle der Frau in Zeiten der Individualisierung verändert?

Textbook , 2018 , 80 Pages

Autor:in: Nicole Jacob (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Frauen waschen die Wäsche, putzen, kochen und kümmern sich um den Haushalt. Männer gehen arbeiten und bringen das Geld nach Hause. Gehören diese Rollenbilder wirklich der Vergangenheit an? Oder ist die Frau von heute noch immer zwischen Stereotypen und Rollenbildern gefangen?

Nicole Jacob zeigt, wie sich die Frauenrolle in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt hat. Wir leben heute in einer individualisierten Gesellschaft, die auch auf das Frauenbild erhebliche Auswirkungen hat.

Welche Lebensentwürfe stehen Frauen inzwischen offen? Mit welchen Konflikten müssen sie sich auseinandersetzen? Jacob untersucht dazu die Bereiche Bildung, Erwerbsarbeit und Hausarbeit. So klärt sie die Frage, ob die Frau heute tatsächlich eine neue Rolle einnimmt oder ob sie sich nicht doch nur an der Oberfläche verändert hat.

Aus dem Inhalt:
- Gender;
- Frauenbild;
- Rollenbilder;
- Stereotypen;
- Gesellschaft

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Rolle und Geschlecht

2.1 Die soziale Rolle

2.2 Geschlecht

3 Erwerbsarbeit und Hausarbeit

3.1 Erwerbsarbeit

3.2 Hausarbeit

4 Frauen der Vergangenheit

4.1 Bildungsmöglichkeiten der Frau

4.2 Erwerbsarbeit der Frau

4.3 Rollenbild und Rollenerwartungen der Frau 1950/60

4.4 Die Frau und die Familie

4.5 Zwischenfazit

5 Individualisierung

5.1 Die Individualisierungsthese von Ulrich Beck

5.2 Frauenforschung

5.3 Die individualisierte Frau - Chancen und Risiken

5.4 Zwischenfazit

6 Frauen der Gegenwart

6.1 Zahlen und Fakten

6.2 Was Frauen wollen

6.3 Zwischenfazit

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit rekonstruiert den Wandel der Frauenrolle in der Zeitspanne von 1950 bis in die Gegenwart unter Berücksichtigung soziologischer Individualisierungsthesen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, weshalb und inwieweit sich die Frauenrolle durch Erwerbsarbeit verändert hat, wobei die These verfolgt wird, dass zwar der öffentliche Erwerbsstatus gewandelt ist, die innerfamiliäre Arbeitsteilung jedoch eine hohe Beharrungskraft aufweist.

  • Soziologische Grundlagen von Geschlechterrollen und deren historischer Wandel.
  • Die Auswirkungen der Bildungsexpansion und der "Neuen Frauenbewegung" auf die Lebensgestaltung von Frauen.
  • Analyse von Erwerbsformen und Arbeitsmarktsituationen sowie deren Einfluss auf die Geschlechterhierarchie.
  • Untersuchung der unbezahlten Hausarbeit als strukturelles Problem und ihrer Bedeutung für Identität und Status.
  • Aktuelle Herausforderungen wie der "Gender Pay Gap" und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Auszug aus dem Buch

3.2.4 Psychosoziale Situation von Vollzeit Hausfrauen

„Hausfrauen gehören zu den schweigenden Mehrheiten. Es wird über sie gesprochen, aber sie selber melden sich kaum zu Wort. Die nicht-erwerbstätigen Ehefrauen, immerhin zehn Millionen, werden „Nur-Hausfrauen“ genannt. Diese Formel drückt Geringschätzung aus für die Leistungen unzähliger Familienfrauen, die für ihre Arbeit nicht bezahlt werden. Aber auch in den Sozialwissenschaften finden die Hausfrauen kaum Beachtung“. (Pross 1976, Klappentext.)

Laut Ochel haben Hausfrauen ein privates Arbeitsverhältnis. Dabei passiert die Hausarbeit als reproduktionsbezogene private Arbeit im eigenen Sozialkontext der Familie. Probleme, die während des Arbeitsprozesses entstehen, müssen eigenverantwortlich, oder in Abstimmung mit dem Partner gelöst werden. Entstehen hierbei Diskrepanzen zwischen Partner und Frau, oder gar eine Arbeitsverweigerung, kann dies die Beziehung gefährden. Daraus resultiert eine besondere Abhängigkeit, die auch nicht, wie bei der Erwerbstätigkeit, durch einen Arbeitsplatzwechsel durchbrochen werden kann (Ochel 1992 S. 174). Beck-Gernsheim fügt ihre Sicht auf die Hausfrauenarbeit hinzu, die sie als eine Art von Randexistenz bezeichnet, in der die Geringschätzung alltäglich erfahren wird. Sie beschreibt dies mit den Worten „Abgeschoben sein in die Isolation des Privaten (Beck-Gernsheim 1985 S. 102). Täglich verbringt die Hausfrau ihr Dasein in einer engen Wohnung. Die Kontakte zu anderen Hausfrauen sind begrenzt, da diese selbst mit der täglichen Arbeit im Haus beschäftigt sind. Hier entstehen, wie bei der Berufsarbeit, Konkurrenzgefühle und Profilierungszwänge. Es ist der Vergleich mit den Nachbarn in Bezug auf den Bildungsstand der Kinder, die reinlichste Wohnung oder das berufliche Ansehen des Mannes.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Leitfrage nach dem Wandel der Frauenrolle durch Erwerbsarbeit in der individualisierten Gesellschaft seit 1950 und führt in die theoretische sowie methodische Herangehensweise ein.

2 Rolle und Geschlecht: Dieses Kapitel klärt die soziologischen Begrifflichkeiten der sozialen Rolle und des Geschlechts und erläutert die Entstehung von Geschlechterstereotypen.

3 Erwerbsarbeit und Hausarbeit: Es erfolgt eine historische und begriffliche Analyse von Erwerbsarbeit und unbezahlter Hausarbeit sowie deren Auswirkungen auf die psychosoziale Situation von Frauen.

4 Frauen der Vergangenheit: Dieses Kapitel beleuchtet die Bildungs- und Erwerbssituation von Frauen vor 1950 bis 1960 und arbeitet das damalige traditionelle Rollenbild heraus.

5 Individualisierung: Auf Basis von Ulrich Becks Individualisierungstheorie werden der gesellschaftliche Strukturwandel, die Bildungsexpansion und die Errungenschaften der "Neuen Frauenbewegung" diskutiert.

6 Frauen der Gegenwart: Hier werden aktuelle statistische Daten zu Bildung, Erwerbstätigkeit und Haushaltstätigkeiten sowie die Lebensentwürfe und Forderungen junger Frauen dargestellt.

7 Fazit: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und bestätigt die These der Diskrepanz zwischen öffentlichem Wandel und privater Persistenz der Arbeitsteilung.

Schlüsselwörter

Individualisierung, Frauenrolle, Erwerbsarbeit, Hausarbeit, Geschlechterstereotype, soziale Ungleichheit, Bildungsexpansion, Neue Frauenbewegung, Gender Pay Gap, Gender Time Gap, Vereinbarkeit, Familienpolitik, Identität, Rollenkonflikt, patriarchale Strukturen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den soziokulturellen Wandel der Frauenrolle in Westdeutschland von ca. 1950 bis zur Gegenwart, insbesondere im Kontext von Individualisierungsprozessen und veränderten Arbeitsbedingungen.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Wandel der Erwerbsarbeit, der Rolle der unbezahlten Hausarbeit, der Entwicklung von Bildungschancen für Frauen sowie dem Einfluss von Frauenbewegungen und familienpolitischen Gesetzesreformen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Leitfrage, weshalb und inwieweit sich die Frauenrolle durch Erwerbsarbeit gewandelt hat, unter Prüfung der These, dass die innerfamiliäre Arbeitsteilung trotz gesellschaftlicher Modernisierung stabil geblieben ist.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Rekonstruktion mittels soziologischer Fachliteratur, der Analyse von Gesetzestexten sowie der Auswertung aktueller statistischer Daten und repräsentativer Studien zu Lebensentwürfen von Frauen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Rollenbegriff, Individualisierung), eine historische Analyse der Nachkriegszeit und eine detaillierte Auswertung aktueller Daten zu Bildung, Erwerbseinkommen und Hausarbeitszeit.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Individualisierung nach Ulrich Beck, Geschlechterstereotypen, "Gender Pay Gap", "Gender Time Gap" sowie das Konzept der "Bastelbiographie".

Wie verändern sich die "typischen" Berufe für Frauen im Zeitverlauf?

Obwohl Frauen in der Bildung aufgeholt haben, zeigt die Arbeit, dass sie weiterhin überproportional in Branchen mit geringerer Entlohnung (Dienstleistungs- und Sozialsektor) tätig sind, was mit dem "Gender Pay Gap" korreliert.

Warum bleibt die Hausarbeit laut Autorin ein kritisches Thema?

Hausarbeit wird als "unsichtbare" und unbezahlte Arbeit bewertet, die oft als Frauensache stigmatisiert bleibt und zu einer Doppelbelastung führt, da sich die innerfamiliäre Rollenverteilung kaum zugunsten der Frauen verschoben hat.

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Details

Title
Frauen zwischen Hausarbeit und Berufsleben. Wie hat sich die Rolle der Frau in Zeiten der Individualisierung verändert?
Author
Nicole Jacob (Author)
Publication Year
2018
Pages
80
Catalog Number
V424845
ISBN (eBook)
9783956875151
ISBN (Book)
9783956875175
Language
German
Tags
Gender Frauenbild Rollenbilder Stereotypen Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Jacob (Author), 2018, Frauen zwischen Hausarbeit und Berufsleben. Wie hat sich die Rolle der Frau in Zeiten der Individualisierung verändert?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424845
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