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Bourdieus Kritik der Begabung. Habitus und symbolische Gewalt

Title: Bourdieus Kritik der Begabung. Habitus und symbolische Gewalt

Term Paper , 2016 , 12 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Antonia Worm (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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In dieser Ausarbeitung wird der Begriff der „Begabung“ nach Bourdieu erläutert, im Zusammenhang mit dem Kapital- und dem Habitusbegriff von Bourdieu. Anhand weiterer Literatur, zum einen „Begabung – eine Einführung“ von Timo Hoyer, Gabriele Weigand und Victor Müller-Oppliger, zum anderen „Die Möglichkeit von Chancengleichheit: Pierre Bourdieus Entzauberung der Natürlichkeit von Bildung und Erziehung – und deren ungebrochene Aktualität“ von Helmut Bremer, wird der Begabungsbegriff von Bourdieu weiter erforscht.
Dazu wird zuerst der Kapitalbegriff erläutert, mit dem Schwerpunkt des inkorporierten Kapitals. Es folgt der Habitus, welcher die Folgen von Kapital auf die Schule erklärt. Die formale Gleichheit beschreibt Bourdieus Einstellung zur Begabung.

Die weitere Literatur zeigt andere Begabungserklärungen auf und erklärt Bourdieus Begabungsbegriff aus differenzierten Blickpunkten. Es endet mit einem Resümee, das noch einmal die unterschiedlichen Aspekte der „Begabung“ und seiner Bedeutung zusammenfasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kapital

3. Habitus

4. Die Wahl des Schicksals

5. Formale Gleichheit

6. Rationale Pädagogik

7. Andere Erklärungen der Begabung

8. Resümee

9. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Begabungsbegriff aus der Perspektive Pierre Bourdieus und analysiert, inwieweit dieser als Instrument zur Reproduktion sozialer Ungleichheit im Bildungssystem fungiert, während sie gleichzeitig alternative pädagogische Perspektiven gegenüberstellt.

  • Soziale Klassen und kulturelles Kapital als Einflussfaktoren auf den Schulerfolg
  • Der Habitus als verinnerlichtes System von Wahrnehmungs- und Handlungsschemata
  • Die Kritik an der "formalen Gleichheit" als Legitimationsstrategie für soziale Ungleichheit
  • Die Rolle der Schule als Mechanismus zur sozialen Reproduktion
  • Vergleichende Analyse zwischen Bourdieus Reproduktionstheorie und anderen pädagogischen Begabungskonzepten

Auszug aus dem Buch

5. Formale Gleichheit

Die Schule hält den Glauben an die Begabung und damit die Privilegien der gebildeten Klasse aufrecht. Nach dem Prinzip der formalen Gleichheit wird die Rechtfertigung gegenüber der wirklichen Ungleichheit in der Schule gegeben. Die ursprünglichen Ungleichheiten, mit den die Schülerinnen und Schüler in die Schule kommen, werden ignoriert und alle gleich behandelt. Die kulturellen Anforderungen der Schule machen es für Kinder unterer Schichten schwierig, sich dem Milieu der Schule anzupassen. Gleichzeitig ist die Kultur der Schule der der gebildeten Klasse so ähnlich, dass die Kinder die Anforderungen schon von selbst erfüllen und sich nicht auf die Hilfe der Schule verlassen müssen. Eine dieser Anforderungen ist die Sprache. Lehrerinnen und Lehrer gehen „… von der Voraussetzung aus, dass zwischen dem Lehrenden und dem Lernenden eine Gemeinsamkeit der Sprache und der Kultur und ein vorgängiges Einverständnis in Bezug auf die Werte existiert, was aber nur dann der Fall ist, wenn das Schulsystem es mit seinen eigenen Erben zu tun hat.“ (Bourdieu 2001)

Durch die Voraussetzung der Benutzung der Unterrichtssprache werden die Schülerinnen und Schüler voneinander segregiert. Die Sprache ist der effektivste Teil des inkorporierten Kapitals, damit auch der Teil des Habitus, der am schwersten zu verändern möglich ist. Ob der Gebrauch der Universitätssprache natürlich oder unbeholfen ist, lässt Professoren und Professorinnen, bewusst oder unbewusst, zwischen den unterschiedlichen Herkunftsklassen unterscheiden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie der Begabungsbegriff nach Bourdieu als indirekt vermitteltes kulturelles Kapital Schulerfolg und soziale Herkunft verknüpft.

2. Kapital: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Kapitalformen nach Bourdieu, mit besonderem Schwerpunkt auf dem inkorporierten kulturellen Kapital.

3. Habitus: Das Kapitel definiert den Habitus als Ensemble inkorporierter Schemata, das die Wahrnehmung und das Handeln von Individuen gemäß ihrer Klassenzugehörigkeit strukturiert.

4. Die Wahl des Schicksals: Es wird dargelegt, wie der Habitus einer sozialen Klasse die Bildungsambitionen und subjektiven Erwartungen der Schülerinnen und Schüler prägt.

5. Formale Gleichheit: Hier wird kritisiert, wie das Prinzip der formalen Gleichheit im Schulsystem tatsächliche soziale Ungleichheiten verschleiert und legitimiert.

6. Rationale Pädagogik: Das Kapitel befasst sich mit dem Anspruch der rationalen Pädagogik, soziale Unterschiede zu verringern, sowie deren praktischer Problematik in der Umsetzung.

7. Andere Erklärungen der Begabung: Es erfolgt eine Gegenüberstellung von Bourdieus Theorie mit alternativen, eher prozessorientierten Ansätzen zur Begabung.

8. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Reflexion über die Bedeutung des Begabungsbegriffs für die pädagogische Praxis und soziale Gerechtigkeit.

9. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Begabung, Pierre Bourdieu, kulturelles Kapital, Habitus, soziale Ungleichheit, Bildungssystem, Reproduktionstheorie, formale Gleichheit, Klassengesellschaft, Schulerfolg, inkorporiertes Kapital, soziale Herkunft, pädagogische Selektion, Bildungschancen, soziale Reproduktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch den Begriff der Begabung aus einer bildungssoziologischen Perspektive, insbesondere basierend auf der Theorie von Pierre Bourdieu.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Begriffe Kapital und Habitus, die soziale Reproduktion durch das Bildungssystem, die Illusion der Chancengleichheit sowie die Bedeutung von Sprache als kulturelles Kapital.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Bildungssystem unter dem Deckmantel einer vermeintlichen "Begabung" soziale Ungleichheiten reproduziert und welche Rolle die soziale Herkunft dabei spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Anwendung der soziologischen Konzepte von Pierre Bourdieu auf den schulischen Bildungskontext.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Erläuterung der Bourdieu'schen Kernbegriffe, deren Anwendung auf die schulische Realität sowie den Vergleich mit anderen pädagogischen Begabungsbegriffen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Begabung, Kapital, Habitus, soziale Ungleichheit und soziale Reproduktion sind die zentralen Begriffe, welche die theoretische Ausrichtung der Arbeit definieren.

Wie unterscheidet sich Bourdieus Begabungsbegriff von anderen Ansätzen?

Während Bourdieu Begabung als Resultat sozial vererbten kulturellen Kapitals sieht, betrachten andere pädagogische Ansätze, wie etwa bei Roth, Begabung eher als potenziellen Prozess, der durch Förderung beeinflussbar ist.

Warum hält Bourdieu die "formale Gleichheit" für problematisch?

Weil die Schule durch die formale Gleichbehandlung aller Lernenden die unterschiedlichen Ausgangslagen und die soziale Benachteiligung bestimmter Kinder ignoriert und dadurch bestehende Ungleichheiten eher zementiert als abbaut.

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Details

Title
Bourdieus Kritik der Begabung. Habitus und symbolische Gewalt
College
University of Flensburg
Course
Bildung im Kontext gesellschaftlicher Transformation
Grade
1,3
Author
Antonia Worm (Author)
Publication Year
2016
Pages
12
Catalog Number
V424850
ISBN (eBook)
9783668701403
ISBN (Book)
9783668701410
Language
German
Tags
Bourdieu Habitus symbolische Gewalt Kapital
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Antonia Worm (Author), 2016, Bourdieus Kritik der Begabung. Habitus und symbolische Gewalt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424850
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