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Die Habitustheorie. Ein Paradigmenwechsel in der soziologischen Gesellschaftsforschung

Title: Die Habitustheorie. Ein Paradigmenwechsel in der soziologischen Gesellschaftsforschung

Term Paper , 2018 , 25 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Josina Johannidis (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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In der vorliegenden Hausarbeit vergleicht die Habitustheorie von Bourdieu mit der Rational-Choice-Theorie. Es wird aufgezeigt, dass Bourdieu mit seiner Habitustheorie Grenzen verschiedener Handlungstheorien überwunden hat und damit einen Paradigmenwechsel innerhalb der Sozialwissenschaft anregt.

Mit diesem Ziel untersucht und konzeptualisiert diese Arbeit das soziale Handeln aus Sicht der Habitustheorie und der Rational-Chocie-Theorie mit Blick auf Kohärenz und Routine, Materialität und Körperlichkeit und dem Objektivismus und Subjektivismus. Im Anschluss werden die unterschiedlichen Aneignungs- und Vermittlungspraktiken von Handlungsweisen aufgezeigt.

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Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Soziales Handeln in der Habitus- und Rational-Choice Theorie

2.1) Die Kohärenz und Routine des sozialen Handelns

2.2) Die materielle Handlungspraxis und die Körperlichkeit des Handelnden

2.3) Die Ebenen des Objektivismus und dem Subjektivismus

3.) Aneignung von Handlungsweisen (Sozialisierung)

3.1) Die Vermittlung von Handlungsweisen in der Habitus- und der Rational-Choice Theorie

4.) Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, Bourdieus Habitustheorie als einen Paradigmenwechsel innerhalb der soziologischen Handlungstheorien zu verorten. Dabei wird untersucht, inwiefern Bourdieu die Grenzen bestehender Ansätze überwindet, indem er die Rational-Choice-Theorie durch die Berücksichtigung von Körperlichkeit, sozialen Klassen und lebenslanger Sozialisation ergänzt.

  • Vergleich der Habitus-Theorie mit der Rational-Choice-Theorie
  • Analyse von Kohärenz und Routine sozialen Handelns
  • Untersuchung der materiellen Umwelt und der Körperlichkeit des Handelnden
  • Diskussion des Gegensatzes zwischen Objektivismus und Subjektivismus
  • Betrachtung der Sozialisierung und Aneignung von Handlungsweisen

Auszug aus dem Buch

2.1) Die Kohärenz und Routine des sozialen Handelns

Bourdieu versteht unter Kohärenz die „….Gemeinsamkeiten in der Praxis eines Individuums, die nicht als vollkommene Identität von Handlungen oder Handlungselementen beschreibbar sind, sondern ein Netz von Ähnlichkeiten und Affinitäten bilden, die sich überkreuzen und einander übergreifen“ (Krais & Gebauer, 2014, Seite 70-71). Er will damit zum Ausdruck bringen, dass sich die Handlungen eines Individuums in all seinen Lebensbereichen und seinen sozialen Beziehungen ähneln und in ihren Grundzügen gleich sind. Es macht dabei keinen Unterschied welche Handlungen er ausführt und in welchen Situationen. Egal ob der Mensch seinen Beruf ausübt, sich mit Freunden austauscht oder einkauft, er handelt immer nach demselben, für ihn typischen, Handlungsspielraum. Bourdieu redet im Zusammenhang von Kohärenz auch von ´Familienzugehörigkeit` und meint damit, dass Handlungsweisen sich auch in den verschiedenen sozialen Klassen, zu denen die Individuen gehören, ähneln, da sie über diese vermittelt wurden (hierzu soll in Kapitel 3.1 näher eigegangen werden). Ein Mensch behält seinen Handlungsstil eine Leben lang bei (vgl. Krais & Gebauer, 2014, Seite 70, 71) und jeder Mensch hat einen für ihn typischen Handlungsstil (vgl. Krais & Gebauer, 2014, Seite 32).

Bourdieu vergleicht die Kohärenz des Handelns mit der Handschrift eines Menschen. Diese verändert sich zwar durch verschiedene Schreibgeräte, unterschiedliche Papierarten, kann in Größe und/oder Farbe verschieden sein, aber in ihrer Grundform bleibt diese immer gleich. Die Individualität der Schrift ist immer zu erkennen. Die Schrift hat eine stilistische Affinität (vgl. Bourdieu, 1981, Seite 198 in Krais & Gebauer, 2002, Seite 70). Auf das soziale Handeln übertragen bedeutet dies, dass Handlungen angepasst werden, aber ihre Grundzüge immer gleich sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, Bourdieus Habitustheorie als Paradigmenwechsel gegenüber der Rational-Choice-Theorie darzustellen.

2.) Soziales Handeln in der Habitus- und Rational-Choice Theorie: Dieses Kapitel vergleicht verschiedene Handlungstheorien und diskutiert, wie der Habitusbegriff die traditionelle, intentionalistische Handlungsvorstellung erweitert.

2.1) Die Kohärenz und Routine des sozialen Handelns: Es wird erörtert, wie individuelle Handlungsweisen durch lebenslange Routine und Klassenzugehörigkeit geprägt werden.

2.2) Die materielle Handlungspraxis und die Körperlichkeit des Handelnden: Der Fokus liegt auf der „körperlichen Hexis“ und dem Einfluss der materiellen Umwelt auf das Handeln.

2.3) Die Ebenen des Objektivismus und dem Subjektivismus: Bourdieu versucht hier, den Antagonismus zwischen objektivistischen Strukturen und subjektiven Erfahrungen zu überwinden.

3.) Aneignung von Handlungsweisen (Sozialisierung): Die theoretische Einordnung des Sozialisationsprozesses als lebenslange Formung des Individuums steht hier im Vordergrund.

3.1) Die Vermittlung von Handlungsweisen in der Habitus- und der Rational-Choice Theorie: Das Kapitel kontrastiert Bourdieus Konzept der Einverleibung mit Colemans Internalisierungstheorie.

4.) Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die Kernargumente und bestätigt Bourdieus Theorie als bereichernde Ergänzung zur Rational-Choice-Theorie.

Schlüsselwörter

Habitustheorie, Rational-Choice-Theorie, Soziales Handeln, Paradigmenwechsel, Kohärenz, Körperliche Hexis, Sozialisation, Einverleibung, Objektivismus, Subjektivismus, Soziale Klassen, Handlungspraxis, Struktur, Routine, Soziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Vergleich zwischen der Habitustheorie von Pierre Bourdieu und der Rational-Choice-Theorie, um aufzuzeigen, wie Bourdieu soziologische Handlungstheorien durch einen Paradigmenwechsel erweitert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Struktur von Routine und Kohärenz im Handeln, der Einfluss der Körperlichkeit und materiellen Umwelt sowie der Prozess der Sozialisation.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist der Nachweis, dass Bourdieu mit seinem Habituskonzept die Grenzen rein zweckrationaler Handlungstheorien überwindet und eine komplexere Sicht auf soziales Handeln ermöglicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Vergleichsarbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse soziologischer Standardwerke und Theorien der Handlungsforschung basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Unterschiede hinsichtlich des Handlungsverständnisses, der Bedeutung des Körpers sowie der Vermittlung von Normen und Habitusformen in verschiedenen sozialen Klassen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Habitustheorie, Rational-Choice, Körperlichkeit, Objektivismus, Subjektivismus und Sozialisation charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Bourdieus Habitus-Konzept von der Rational-Choice-Theorie bei der Routine?

Während Rational-Choice-Theorien Routine auf eine zweckrationale Situationsinterpretation zurückführen, sieht Bourdieu im Habitus eine überdauernde, klassenspezifische Struktur, die Handlungen unabhängig von unmittelbaren Kosten-Nutzen-Berechnungen kohärent macht.

Welche Rolle spielt die materielle Umwelt bei Bourdieu?

Anders als in der Rational-Choice-Theorie, wo die Umwelt oft nur Kulisse ist, geht Bourdieu von einer wechselseitigen Prägung aus: Die materielle Welt setzt Grenzen und Möglichkeiten, die der Mensch inkorporiert, während er gleichzeitig durch sein Handeln die Umwelt gestaltet.

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Details

Title
Die Habitustheorie. Ein Paradigmenwechsel in der soziologischen Gesellschaftsforschung
College
University of Hagen
Grade
1,7
Author
Josina Johannidis (Author)
Publication Year
2018
Pages
25
Catalog Number
V424908
ISBN (eBook)
9783668702004
ISBN (Book)
9783668702011
Language
German
Tags
Bourdieu
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Josina Johannidis (Author), 2018, Die Habitustheorie. Ein Paradigmenwechsel in der soziologischen Gesellschaftsforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424908
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