Erosion und Akkumulation sind zwei wichtige geomorphologische Prozesse, die oder deren Konsequenzen von Geomorphologen, Geologen, Hydrologen und anderen Wissenschaftlern beobachtet und erforscht werden. Im Laufe der Erdgeschichte haben diese Prozesse verschiedenartige Oberflächenformen geschaffen, die seit geologisch jüngster Zeit verstärkt durch den Menschen verändert werden. In dieser Arbeit soll das Augenmerk vor allem auf die Definition und die Zusammenhänge zwischen Erosion und Akkumulation sowie fluvialen Prozessen gerichtet werden. Dabei werden sowohl die Fließvorgänge im Gerinnebett, die ein wesentlicher Faktor für die Erosions- und Transportleistung eines Flusses sind, als auch die u.a. daraus resultierende Tal- und Flussbettbildung genauer betrachtet. Ebenso soll kurz auf die Einwirkung des Menschen eingegangen werden. Im Anschluss daran wird der Prozess der Flussterassengenese thematisiert und anhand eines Beispiels der periglazialen Formungsprozesse erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1) Vorwort
2) Erosion und Akkumulation
2.1.) Definitionen
2.2.) Formenbildung durch fluviale Prozesse
2.3.) Fließvorgänge
2.4.) Arten der Fluvialen Erosion, Gleichgewichtskonzept
2.5.) Längs- und Querprofil von Flüssen
2.6.) Mäanderbildung
2.7.) Einflüsse durch den Menschen
3) Flussterrassengenese
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die geomorphologischen Prozesse der Erosion und Akkumulation durch fließende Gewässer sowie deren maßgebliche Rolle bei der Gestaltung von Landoberflächen und der Genese von Flussterrassen.
- Grundlegende Definitionen fluvialer Prozesse und Erosionsarten
- Strömungsdynamik und Transportmechanismen in Fließgewässern
- Morphologische Ausprägungen von Talformen und Mäanderbildung
- Anthropogene Eingriffe in das fluviale System
- Entstehungsmechanismen von Flussterrassen im Kontext klimatischer und tektonischer Faktoren
Auszug aus dem Buch
2.3) Fließvorgänge
Die Erosions- und Transportkraft des Flusses entsteht durch den turbulenten Fließvorgang im Gerinnebett. Es ist daher von Nöten, den Strömungsverlauf genauer zu untersuchen. An den Ufern wird die Strömung durch Reibung abgebremst, daher befindet sich der Bereich mit der größten Strömungsgeschwindigkeit in der Flussmitte. Aufgrund dieser Geschwindigkeitsdifferenz wird das Wasser vom Ufer zur Mitte hingezogen und sinkt dort ab, es entstehen also Spiralenförmige Strömungen die das Flussbett in der Mitte auskolken, d.h. vertiefen. Im Uferbereich steigt das Wasser wiederum auf.
Falls das Flussbett eine Biegung aufweist, entsteht ein Prall- und ein Gleithang. In diesem Fall ist nur ein Stromkreis vorhanden, der an der Biegungsaussenseite zur Vertiefung und im Innenbogen zur Anlandung neigt (vgl. Abb. 2).
Die vorhandene Energie im Gerinne lässt sich hauptsächlich mit den Faktoren Geschwindigkeit und Wassermasse erklären, wobei die Fließgeschwindigkeit den weitaus größeren Einfluss auf Erosions- und Transportleistung hat. Diese Schleppkraft des Flusses wird mit der Formel L= ½ m x v² ausgedrückt. Trotzdem muss man sagen, dass vor allem entscheidend für die Erosionsarbeit die Strömungsverhältnisse und Turbulenzen sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Vorwort: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Erosion und Akkumulation als bedeutende geomorphologische Prozesse ein und umreißt die Struktur der Arbeit, einschließlich der menschlichen Einflussnahme und der Flussterrassengenese.
2) Erosion und Akkumulation: Es werden die geomorphologischen Grundlagen, die Formenbildung durch fließendes Wasser, physikalische Fließvorgänge, verschiedene Erosionsformen und der Einfluss des Menschen auf fluviale Systeme detailliert analysiert.
3) Flussterrassengenese: Das Kapitel erklärt die Entstehung von Flussterrassen als Ergebnis wechselnder Akkumulations- und Erosionsphasen, beeinflusst durch tektonische Hebungen sowie klimatische Veränderungen im Pleistozän.
Schlüsselwörter
Geomorphologie, Erosion, Akkumulation, fluviale Prozesse, Flussterrassengenese, Tiefenerosion, Seitenerosion, Schleppkraft, Mäanderbildung, Gerinnebett, Talformung, Denudation, Flussfracht, Sedimenttransport, anthropogene Einflüsse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den geomorphologischen Prozessen der Erosion und Akkumulation durch fließendes Wasser und deren Wirkung auf die Erdoberflächengestaltung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit umfasst die Dynamik von Fließvorgängen, die Entstehung verschiedener Talformen, den Prozess der Mäanderbildung sowie die Auswirkungen menschlicher Eingriffe und die Entstehung von Flussterrassen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen fluvialen Prozessen und der daraus resultierenden Oberflächenformung zu definieren und zu erläutern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer wissenschaftlichen Literaturanalyse geomorphologischer Fachliteratur und der Auswertung theoretischer Modelle, wie dem Gleichgewichtskonzept und Diagrammen zur Schleppkraft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert physikalische Grundlagen (Strömungsdynamik), Arten der Erosion, die Klassifizierung von Talquerschnitten, die Genese von Mäandern und die Folgen menschlicher Flusskorrekturen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Erosion, Akkumulation, Flussterrassengenese, fluviale Dynamik, Seitenerosion, Tiefenerosion und Schleppkraft.
Welche Bedeutung haben "Prall- und Gleithang" im Kontext der Arbeit?
Diese Formen entstehen bei Flussbiegungen durch spiralenförmige Strömungen; der Prallhang dient der Vertiefung (Erosion), während der Gleithang der Anlandung (Akkumulation) dient.
Wie beeinflusst der Mensch die Erosion?
Durch Eingriffe wie Begradigungen, Flusskorrekturen oder Flächenversiegelung verändert der Mensch die Fließgeschwindigkeit und das Erosionsvermögen der Gewässer, was oft zu verstärkten Abtragungsprozessen führt.
Was unterscheidet ein Kerbtal von einem Sohlental?
Während beim Kerbtal die Tiefenerosion dominiert und die Talsohle nur auf die Breite des Gewässers beschränkt ist, weist das Sohlental eine ausgeprägte Akkumulationssohle auf, da hier intensive Seitenerosion stattfindet.
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- Andreas Priesters (Author), 2004, Erosion und Akkumulation - Flussterrassengenese, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42500