Die mündliche Fehlerkorrektur im Fremdsprachenunterricht ist Thema dieser Arbeit. Als erstes soll ein kurzer Überblick über die Stellung des Fehlers in der Geschichte der Fremdsprachendidaktik gegeben werden, um eine Einordnung der mündlichen Korrektur in die Unterrichtsmethodik vorzunehmen. Im nächsten Teil möchte ich die Besonderheiten der mündlichen Korrektur im Gegensatz zur Korrektur schriftlicher Lernerproduktionen herausstellen.
Es folgt ein kurzer Abriss über die Möglichkeiten des Aufbaus einer mündlichen Fehlerkorrektur, um im Anschluss die verschiedenen Arten der mündlichen Fehlerkorrektur im Fremdsprachenunterricht zu beschreiben. Ich stelle die direkte Lehrerkorrektur, die indirekte Lehrerkorrektur und die lehrerunterstützte Selbstkorrektur vor und möchte dabei auch auf die möglichen Auswirkungen in Bezug auf die fremdsprachlichen Kompetenzen der Lernenden eingehen.
Ebenso möchte ich verschiedene Bewertungsverfahren, die in der Literatur diskutiert werden, erörtern. Ich gehe hierbei auf das globale, das analytische und das objektive Bewertungsverfahren ein. Zum Abschluss möchte ich noch Lernerurteile zu mündlichen Fehlerkorrekturen aufzeigen, die von Karin Kleppin untersucht wurden.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Stellung des Fehlers in der Geschichte der Fremdsprachendidaktik
III. Besonderheiten der mündlichen Korrektur
IV. Phasen der mündlichen Korrektur
V. Aspekte des mündlichen Korrigierens
VI. Formen der mündlichen Fehlerkorrektur
VI.1 Direkte Korrektur
VI.2 Indirekte Korrektur
VI.3 Selbstkorrektur
VII. Bewertung von mündlichen Lernerproduktionen
VII.1 Globales Bewertungsverfahren
VII.2 Analytisches Bewertungsverfahren
VII.3 Objektives Bewertungsverfahren
VIII. Einstellung der Lerner zu Korrekturen
IX. Abschluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Notwendigkeit und methodische Umsetzung der mündlichen Fehlerkorrektur im modernen Fremdsprachenunterricht, um Lernende in ihrer Kommunikationsfähigkeit zu unterstützen, ohne dabei den Lernprozess durch negative Rückmeldungen zu hemmen.
- Historische Entwicklung der Fehlerbewertung in der Fremdsprachendidaktik
- Differenzierung zwischen direkten, indirekten und selbstkorrigierenden Ansätzen
- Methoden zur Bewertung mündlicher Lernerproduktionen (global, analytisch, objektiv)
- Psychologische Auswirkungen der Korrektur auf die Lernenden
- Karin Kleppins Forschungsergebnisse zu Lernerurteilen über Korrekturverfahren
Auszug aus dem Buch
VI.2 Die Indirekte Korrektur
Bei diesem Korrekturverfahren wird die fehlerhafte Äußerung des Lernenden aufgenommen und berichtigend wiederholt. Man nennt diese Art des Korrigierens daher auch berichtigende oder paraphrasierende Wiederholung. Die korrigierten sprachlichen Strukturen werden dabei nicht besonders herausgestellt oder erklärt. Der Lehrende führt das Gespräch weiter, indem er den Lernerbeitrag verbessernd wiederholt und dann in der Konversation fortfährt.
Lehrer: Wo könnte er noch hingehen?
Lerner: In eine Party.
Lehrer: Ja genau, er könnte auch zu einer Party gehen.
Diese Art der Korrektur erlaubt es, den Diskurs ohne deutliche Unterbrechungen weiterzuführen. Darüber hinaus wird die Tatsache, dass der Fehler nicht negativ herausgestellt wird, von vielen Lernern als positiv empfunden. Die indirekte Korrektur gibt dem Lehrer die Möglichkeit, die falsche Form nicht unberichtigt stehen zu lassen, gleichzeitig aber das Gespräch ohne Unterbrechungen weiterzuleiten.
Der Vorzug der indirekten Korrektur besteht vor allem darin, dass störende Eingriffe in den Redefluss der Lernenden vermieden werden, da die inhaltliche Ebene des Diskurses nicht verlassen werden muss. Die berichtigten sprachlichen Formen werden eher beiläufig in den weiteren Gesprächsverlauf eingefügt. Durch Einführen dieser Form des indirekten Korrigierens im Rahmen des kommunikativen Ansatzes wollte man den Unterrichtsdiskurs der realen Kommunikation außerhalb des Klassenraums annähern.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Thema der mündlichen Fehlerkorrektur und legt die methodische Vorgehensweise der Arbeit fest.
II. Stellung des Fehlers in der Geschichte der Fremdsprachendidaktik: Dieser Abschnitt erläutert den Wandel vom Fehler als "unabwendbares Übel" hin zur Sichtweise als konstruktiver Bestandteil des Lernprozesses.
III. Besonderheiten der mündlichen Korrektur: Hier werden die zeitlichen Zwänge und die Komplexität der situativen Reaktion bei mündlichen Interaktionen thematisiert.
IV. Phasen der mündlichen Korrektur: Das Kapitel beschreibt das typische Schema von der Lerneräußerung über den Korrekturhinweis bis zur Bewertung.
V. Aspekte des mündlichen Korrigierens: Hierbei stehen der affektive Umgang mit Lernenden und die situationsgerechte Anpassung der Korrektur im Vordergrund.
VI. Formen der mündlichen Fehlerkorrektur: Dieses Kapitel differenziert detailliert zwischen der direkten Lehrerkorrektur, der indirekten Korrektur und der lehrerunterstützten Selbstkorrektur.
VII. Bewertung von mündlichen Lernerproduktionen: Das Kapitel untersucht drei Verfahren – global, analytisch und objektiv – auf ihre praktische Anwendbarkeit und Zuverlässigkeit.
VIII. Einstellung der Lerner zu Korrekturen: Zusammenfassung empirischer Untersuchungen, die aufzeigen, wie Lernende verschiedene Korrekturmethoden wahrnehmen und bewerten.
IX. Abschluss: Fazit zur Notwendigkeit der mündlichen Fehlerkorrektur bei gleichzeitiger Hervorhebung der didaktischen Schwierigkeiten.
Schlüsselwörter
Fremdsprachenunterricht, Fehlerkorrektur, mündliche Produktion, Interimsprache, Kommunikation, direkte Korrektur, indirekte Korrektur, Selbstkorrektur, Bewertungsverfahren, Lernersprache, Performanzfehler, Kompetenzfehler, Fremdsprachendidaktik, Korrekturverhalten, kommunikativer Ansatz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die verschiedenen Methoden und Herausforderungen bei der Korrektur mündlicher Fehler im Fremdsprachenunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die didaktische Einordnung von Fehlern, verschiedene Korrekturtechniken sowie deren Wirkung auf Lernende.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu erörtern, ob und in welcher Form mündliche Korrekturen im modernen, kommunikationsorientierten Unterricht sinnvoll und notwendig sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung fachdidaktischer Literatur und bezieht empirische Forschungsergebnisse, wie die von Karin Kleppin, mit ein.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Fehlerdidaktik konkrete Korrekturformen und Bewertungsverfahren kritisch analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Fremdsprachenunterricht, Fehlerkorrektur, Interimsprache und kommunikative Kompetenz geprägt.
Was ist der wesentliche Unterschied zwischen direkter und indirekter Korrektur?
Während die direkte Korrektur die richtige Form explizit vorgibt, integriert die indirekte Korrektur die korrekte Form eher beiläufig in den Redefluss.
Warum ist die lehrerunterstützte Selbstkorrektur oft zeitintensiv?
Sie erfordert einen interaktiven Prozess, in dem der Lehrer den Lerner schrittweise zur eigenen Problemlösung anleitet, statt die richtige Lösung einfach nur zu nennen.
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- Marie Burger (Author), 2004, Mündliche Fehlerkorrektur im Fremdsprachenunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42519