Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Linguistics

Kurzwortbildung

Title: Kurzwortbildung

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Catrin Ingerfeld (Author)

German Studies - Linguistics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich im Rahmen des Seminars II "Sprachwandel in jüngster Zeit" mit dem Gegenstand Kurzwörter unter der Fragestellung, wann und warum die vermehrte Verwendung und damit auch die wissenschaftliche Untersuchung der Wortkürzungen eintrat. Daraus ergibt sich die weiterführende Frage, ob es sich dabei um kreative Wortkürzungen handelt und wie die optimalen Wortkürzungsprodukte aussehen sollten. Diese Fragestellungen ergeben sich aus dem innerhalb des Seminars besprochenen Text "Sprachökonomie und Wortschöpfung" von der Professorin für Historische deutsche Sprachwissenschaft Elke Ronneberger-Sibold, die in diesem Aufsatz unter anderem die Hypothese aufstellt, dass die diversen Performanzbedürfnisse der Sprachbenutzer einen Einfluss auf die geschaffene Lautgestalt von Wortkürzungen haben.
Nach einer kurzen Einführung in den Terminus Kurzwort erfolgt zunächst die Unterscheidung zwischen den (lautlichen) Präferenzen bei den deutschen Kürzungen und bei den Wortformen des deutschen Normalwortschatzes. Hierbei richtet sich das Augenmerk besonders auf den Text "Die Optimierung von Lautgestalten durch Wortkürzungen und durch langfristigen Sprachwandel", der ebenso von Ronneberger-Sibold verfasst wurde. Als besonders hilfreich für den historischen Abriss über die Kurzwortforschung erwies sich außerdem das Buch Anja Steinhauers "Sprachökonomie durch Kurzwörter", das als eine sehr neue - es erschien erstmals im Jahr 2000 - Untersuchung nicht nur die Gründe für die Tendenz, immer mehr Kurzwörter zu bilden, benennt, sondern darüber hinaus die verschiedenen wichtigen Stationen der Kurzwortforschung kennzeichnet, bevor sie sich mit der Frage auseinandersetzt, welchen Stellenwert die Kurzwörter in den bestimmten Fachsprachen einnehmen. Im Rahmen der oben dargestellten Fragestellung findet außerdem die Doktorarbeit "Das Kurzwort im Deutschen: eine Untersuchung zu Definition, Typologie und Entwicklung" von Dorothea Kobler-Trill Platz, im Speziellen aber ihre besonders umfassende, definitorische Eingrenzung des Themenkomplexes Kurzwörter Platz.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Die Fantastischen Vier: „Mit freundlichen Grüßen“ (1999)

2. Das Phänomen Kurzwort

2.1 Das Kurzwort – eine Definition

2.1.1 Stationen der Kurzwortforschung – ein Exkurs

2.2 Kurzwörter als Sprachschöpfung

2.3 Der Einfluss der Performanzbedürfnisse

2.3.1 Das Bedürfnis nach Kürze

2.3.1.1 Silbische Kürze – ein Exkurs

2.3.2 Das Bedürfnis nach Deutlichkeit

2.3.2.1 Das Bedürfnis nach Schallfülle

2.3.2.2 Das Bedürfnis nach Kontrast

2.3.2.3 Das Bedürfnis nach Eindeutigkeit

2.3.3 Das Bedürfnis nach leichter Artikulierbarkeit

2.3.4 Das Bedürfnis nach rhythmischer Gliederung

3. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Kurzwortbildung im Deutschen, insbesondere die Beweggründe für deren zunehmende Verwendung. Ziel ist es, zu analysieren, ob es sich dabei um kreative Prozesse handelt und wie Performanzbedürfnisse der Sprachbenutzer die Lautgestalt dieser Kürzungen beeinflussen.

  • Historische Entwicklung und Forschung der Kurzwörter
  • Die Rolle von Fach- und Gruppensprachen bei der Wortkürzung
  • Performanzbedürfnisse: Kürze, Deutlichkeit, Artikulierbarkeit und Rhythmus
  • Der kreative Aspekt der Sprachschöpfung durch den Benutzer

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Das Bedürfnis nach Kürze

Nach der Fragestellung dieser Hausarbeit ist dieses Performanzbedürfnis nach der Kürze bei dem Sprachbenutzer selbstverständlich an erster Stelle zu nennen, denn laut Definition müssen Kurzwörter schließlich kürzer sein als ihre Ausgangsformen. So entlasten kurze Wörter im Sprachgebrauch Sprecher und Hörer gleichermaßen, denn Kurzwörter erfordern sowohl bei der Artikulation als auch beim Erkennen den gleichen Aufwand.

Ronneberger-Sibold arbeitet zu dieser Thematik die Frage auf, wann es sich lohnt, Wortkürzungen zu schaffen. Sie erachtet es – in Anlehnung an Werners Korrelation zwischen Kürze und Hochfrequenz – als sinnvoll, diejenigen Wörter zu kürzen, die vielfach von den Sprachbenutzern gebraucht werden. Das gilt besonders für Wörter der Fach- und Gruppensprachen, die erst nach ihrer Kürzungen in den Allgemeinwortschatz übernommen werden. Als Beispiel aus dem oben angeführten Lied „MfG“ ließen sich in diesem Zusammenhang also für die medizinische Fachsprache HNO für Hals Nase Ohren anführen oder für häufig gebrauchte Wörter der Jugendgruppensprachen LMAA für Leck mich am Arsch.

Die Kürze der Worte lässt sich weiterhin in verschiedenen Einheiten messen. Hat so ein gekürztes Wort nur eine geringe Anzahl Silben, kann man von silbischer Kürze sprechen, die im folgenden gesondert betrachtet wird. Lassen sich bei einem Kurzwort weiterhin nur wenige Phoneme messen, hat dieses Wort das Kennzeichen der segmentalen Kürze. Von prosodischer Kürze hingegen spricht man an dieser Stelle, wenn sich nur wenige Moren messen lassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Kurzwörter und Vorstellung der zentralen Fragestellung basierend auf dem Seminar „Sprachwandel in jüngster Zeit“.

2. Das Phänomen Kurzwort: Theoretische Definition und historische Einordnung des Kurzworts sowie Analyse der Bildungsmöglichkeiten und des Einflusses von Performanzbedürfnissen.

3. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse, die bestätigt, dass Kurzwörter kreative Wortschöpfungen sind, die einen optimalen Kompromiss zwischen verschiedenen Performanzbedürfnissen darstellen.

Schlüsselwörter

Kurzwörter, Sprachökonomie, Performanzbedürfnisse, Wortkürzung, Sprachschöpfung, Lautgestalt, Fachsprache, Sprachwandel, Silbenstruktur, Artikulation, Deutlichkeit, Phonem, Abbreviatur, Wortbildung, Kreativität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung von Kurzwörtern im Deutschen und analysiert, warum und unter welchen Bedingungen diese gebildet werden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Sprachökonomie, den theoretischen Definitionen von Kurzwörtern sowie den verschiedenen Performanzbedürfnissen der Sprecher.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Klärung, ob Kurzwörter als kreative Sprachschöpfungen zu betrachten sind und inwiefern der Nutzer bei der Bildung dieser Kürzungen bewusst oder unbewusst ökonomische Prinzipien anwendet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse linguistischer Standardwerke, insbesondere der Forschungsergebnisse von Elke Ronneberger-Sibold und Anja Steinhauer.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Kurzwörtern, die Einflüsse von Fach- und Gruppensprachen sowie eine detaillierte Analyse der Performanzbedürfnisse (Kürze, Deutlichkeit, Artikulierbarkeit, Rhythmus).

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Sprachökonomie, Performanzbedürfnisse, Wortbildung und die phonologische Optimierung von Lautgestalten.

Welche Rolle spielt das Lied „MfG“ der Fantastischen Vier in der Untersuchung?

Das Lied dient als praktisches, inhaltliches Fallbeispiel, anhand dessen die Autorin verschiedene Arten von Abkürzungen und deren zugrunde liegende Vollformen illustriert.

Warum wird der Zweisilber als bevorzugte Kurzwortform identifiziert?

Der Zweisilber stellt laut Ronneberger-Sibold einen optimalen Kompromiss zwischen den konkurrierenden Bedürfnissen nach Kürze, Deutlichkeit und einfacher Artikulierbarkeit dar.

Excerpt out of 20 pages  - scroll top

Details

Title
Kurzwortbildung
College
University of Hamburg  (Lehrstuhl Germanistik I)
Course
Hauptseminar: Sprachwandel in jüngster Zeit
Grade
1,0
Author
Catrin Ingerfeld (Author)
Publication Year
2002
Pages
20
Catalog Number
V4253
ISBN (eBook)
9783638126342
Language
German
Tags
Kurzwortbildung Hauptseminar Sprachwandel Zeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Catrin Ingerfeld (Author), 2002, Kurzwortbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4253
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  20  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint