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Parteien und Parteiensystem im Kaiserreich

Title: Parteien und Parteiensystem im Kaiserreich

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 20 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: M.A. Carl Christian Wahrmann (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Einleitung

Im Rahmen eines Seminars, das sich mit der Parteienlandschaft der Weimarer Republik beschäftigt, ist es nötig, sich auch mit der Zeit auseinander zu setzen, in der die Grundlage dieser Parteienlandschaft gebildet wurde. An dieser Stelle geht der Blick zum Kaiserreich. Seit 1871 existierte mit dem Reichstag ein Parlament, das der wahlberechtigten Bevölkerung die Möglichkeit gab, sich politisch vertreten zu lassen. Den verschiedenen Interessen entsprechend bildeten sich ab Mitte der 1870er Jahre fünf große politische Richtungen heraus: Nationalliberale, Linksliberale, Konservative, das Zentrum und die Sozialdemokratie.1

Daneben gab es kleinere Parteien, die vor allem regionale Interessen vertraten. Die nationalen Minderheiten der Polen und Dänen, aber auch die der Elsass-Lothringer entsandten Vertreter in den Reichstag.
Das Verhältnis zum Staat reichte von vorbehaltloser Unterstützung bis zum Willen, die bestehende Ordnung massiv zu verändern. Entsprechend war auch das Verhältnis des Staates zu seinen Parteien. Zentrum und Sozialdemokratie wurden jahrelang in ihrer politischen Betätigung stark behindert. Trotzdem gingen sie nach Aufhebung der Repressionen gestärkt aus dieser Zeit hervor.

In der folgenden Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, welche Parteien im politischen Leben des Kaiserreiches eine Rolle spielten. Dabei soll untersucht werden, welche Ziele sie verfolgten, wen sie als Wählerschaft gewinnen konnten und wie ihre Entwicklung verlief. Ein Blick auf die Verfassung von 1871 soll zeigen, welcher Spielraum den Parteien gegeben war und ob sie überhaupt politische Verantwortung im heutigen Verständnis erlangen konnten.

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1 Lösche, Peter: Kleine Geschichte der deutschen Parteien. Stuttgart, Berlin, Köln

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Möglichkeiten politischer Betätigung – die Verfassung von 1871

2. Parteien im Kaiserreich – Ziele, Wählerschaft, Entwicklung

2.1. Konservative Parteien

2.2. Liberale Parteien

2.2.1. Nationaliberale Partei

2.2.2. Linksliberale Parteien

2.3. Zentrum

2.4. Sozialdemokratie

2.5. Regionalparteien

3. Ergebnis und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Parteienlandschaft des Deutschen Kaiserreichs von 1871 bis 1918, um die historischen Grundlagen und Entwicklungen zu analysieren, die das Parteiensystem der späteren Weimarer Republik maßgeblich prägten.

  • Analyse der verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen für politische Betätigung im Kaiserreich.
  • Untersuchung der Zielsetzungen, Wählerschaft und internen Entwicklung der fünf großen politischen Richtungen.
  • Bewertung des Einflusses von Regionalparteien und nationalen Minderheiten auf den parlamentarischen Alltag.
  • Vergleich der Kompromissbereitschaft und Regierungsnähe der verschiedenen Parteiströmungen.
  • Einordnung der historischen Ergebnisse in den Kontext der politischen Arbeit nach 1918.

Auszug aus dem Buch

3.1. Konservative Parteien

Das konservative Lager teilte sich in die zwei Richtungen Deutsch-Konservative Partei und Reichs- und Freikonservative Partei, die sich in ihren Zielsetzungen nur wenig voneinander unterschieden. Beide Vereinigungen bildeten sich relativ spät als Partei aus, was auf die grundsätzlich ablehnende Haltung dem Parteiensystem gegenüber zurückzuführen ist.

Die 1876 auf Betreiben Bismarcks gegründete Deutsch-Konservative Partei verstand sich in weiten Teilen als preußische Partei. Sie unterstützte Bismarcks Politik fast uneingeschränkt, wenn auch in Fragen der Innen- und Wirtschaftpolitik Differenzen bestanden. Dem Namen entsprechend, trat sie für eine Bewahrung der bestehenden Verhältnisse ein. Wichtig waren dabei der Schutz der starken obrigkeitlichen Gewalt, wirtschaftliche Absicherung gegen liberale Freihandelspolitik, die Stärkung des Christentums als sittlicher Grundlage und das Bekenntnis zur Konfessionsschule.

Besonderer Wert wurde auch auf die Eigenständigkeit der Länder gelegt. Allerdings war dieser Föderalismus nicht dazu angedacht, die tatsächliche Freiheit der Bundesstaaten zu sichern, vielmehr sollte Preußen vor einer Bevormundung durch das Reich bewahrt werden. Ein Großteil der deutschkonservativen Anhängerschaft bestand aus Großgrundbesitzern aus dem östlichen Preußen. Dadurch wurde die Partei zur Interessenvertretung der Landwirtschaft. Der Ruf nach Schutzzöllen einte sie mit den ansonsten anders ausgerichteten Nationalliberalen, die die Interessen der Schwerindustrie vertraten. Beide fürchteten die Konkurrenz ausländischer Waren, die Nationalliberalen im Bereich Eisen und Stahl, die Konservativen bei Getreide, das mittlerweile aus Russland und Amerika kostengünstiger importiert werden konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz einer Untersuchung der Parteienlandschaft des Kaiserreichs als historisches Fundament für das Verständnis der späteren Weimarer Republik.

1.1. Möglichkeiten politischer Betätigung – die Verfassung von 1871: Dieses Kapitel erläutert die verfassungsrechtlichen Strukturen des Deutschen Reichs und verdeutlicht die begrenzte parlamentarische Mitwirkungsmacht sowie die Vormachtstellung des Kaisers und des Bundesrates.

2. Parteien im Kaiserreich – Ziele, Wählerschaft, Entwicklung: Hier wird der Überblick über die fünf großen politischen Strömungen sowie deren jeweilige ideologische Ausrichtung und Wählerbasis gegeben.

2.1. Konservative Parteien: Darstellung der konservativen Kräfte als Unterstützer der Bismarckschen Politik mit Fokus auf Agrarinteressen, Schutzzollpolitik und den Erhalt traditioneller preußischer Strukturen.

2.2. Liberale Parteien: Analyse der Zersplitterung des liberalen Lagers zwischen einer kooperationsbereiten, nationalliberalen Ausrichtung und einer oppositionell geprägten linksliberalen Haltung.

2.2.1. Nationaliberale Partei: Untersuchung des Kompromisscharakters der NLP, die zwischen liberalen Grundsätzen und einer engen Zusammenarbeit mit der Regierung agierte.

2.2.2. Linksliberale Parteien: Betrachtung der Fortschrittspartei und ihrer Nachfolgeorganisationen, die aus ideologischen Gründen eine grundsätzliche Opposition zur Regierung wahrten.

2.3. Zentrum: Analyse des Zentrums als konfessionell geprägte Volkspartei, die als Sprachrohr katholischer Minderheiten fungierte und eine eigenständige, föderalistische Politik verfolgte.

2.4. Sozialdemokratie: Beschreibung des Aufstiegs der Arbeiterbewegung trotz massiver staatlicher Repression, wie sie durch das Sozialistengesetz dokumentiert wurde.

2.5. Regionalparteien: Erläuterung der Bedeutung und des Einflusses nationaler Minderheiten sowie regionaler Autonomiebewegungen im parlamentarischen Prozess.

3. Ergebnis und Ausblick: Das Fazit zieht eine Bilanz der mangelnden parlamentarischen Übung der Parteien und deren Auswirkungen auf die Instabilität der frühen Weimarer Republik.

Schlüsselwörter

Deutsches Kaiserreich, Reichstag, Verfassung von 1871, Parteienlandschaft, Konservatismus, Liberalismus, Zentrum, Sozialdemokratie, Parlamentarismus, Schutzzollpolitik, Wahlrecht, Arbeiterbewegung, Föderalismus, Minderheitenpolitik, politische Partizipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Strukturen, Zielsetzungen und politischen Entwicklungen der Parteien im Deutschen Kaiserreich zwischen 1871 und 1918.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die parteipolitische Interessenvertretung, das Wahlverhalten, der verfassungsrechtliche Spielraum des Reichstags sowie die Auswirkungen der Regierungsform auf die Kompromissfähigkeit der Parteien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie die politischen Rahmenbedingungen des Kaiserreichs die Handlungsfähigkeit der Parteien beeinflussten und inwiefern dies die politische Kultur der späteren Weimarer Republik prägte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historisch-analytischen Auswertung fachwissenschaftlicher Literatur und zeitgenössischer Dokumente zur deutschen Parteiengeschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung der fünf großen politischen Richtungen sowie eine Analyse der Rolle von Regionalparteien und nationalen Minderheiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte umfassen Parlamentarismus, Kaiserreich, Parteiensystem, Liberalismus, Sozialdemokratie, Zentrum, Konservatismus und Verfassungsgeschichte.

Welchen Einfluss hatte das Bismarcksche „Sozialistengesetz“ auf die Parteienlandschaft?

Es führte zur Unterdrückung der SPD, zwang diese jedoch gleichzeitig zu einem stärkeren internen Zusammenhalt und einer verstärkten Nutzung privater Organisationsformen für die politische Arbeit.

Warum war die Kompromissfähigkeit der Parteien im Kaiserreich nur gering ausgeprägt?

Da die Parteien keine Regierungsverantwortung trugen und Koalitionen für eine direkte Einflussnahme auf die Regierung kaum notwendig oder wirksam waren, fehlte der Anreiz für parteiübergreifende Kompromisse.

Wie unterschied sich die Wählerschaft der Linksliberalen von der der Nationalliberalen?

Während beide Parteien ein bürgerliches Wählerspektrum hatten, unterschieden sie sich durch ihre Haltung zur staatlichen Politik: Die Nationalliberalen suchten die Nähe zur Regierung, die Linksliberalen verblieben in einer konsequenten oppositionellen Haltung.

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Details

Title
Parteien und Parteiensystem im Kaiserreich
College
University of Rostock  (Historisches Institut)
Grade
1,5
Author
M.A. Carl Christian Wahrmann (Author)
Publication Year
2004
Pages
20
Catalog Number
V42531
ISBN (eBook)
9783638405423
Language
German
Tags
Parteien Parteiensystem Kaiserreich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Carl Christian Wahrmann (Author), 2004, Parteien und Parteiensystem im Kaiserreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42531
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