Der Beobachtungsauftrag, der für diesen Praktikumsbericht gegeben, wurde teilt sich in
zwei Bereiche: Erstens „Was ist ein guter Lehrer?“ und zweitens „Der Wandel der
Lehrerrolle und das neue Selbstverständnis der LehrerInnen“. Beide Themen sind eng
miteinander verbunden, das gesellschaftliche Bild von einem guten Lehrer ändert sich
ständig und somit wird von den Lehrern verlangt sich ständig neuen Aufgaben zu stellen
und immer neuen Vorstellungen zu entsprechen. Wie die Lehrer an der Peter- Petersen-
Grundschule mit dieser Herausforderung umgehen, wird Thema dieses Berichtes sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Der Beobachtungsauftrag
1.2 Die Peter- Petersen- Grundschule
1.3 Das Schulgebäude
2. Peter Petersen
3. Beobachtungen in der Schule
3.1 Die Schule
3.2 Das Schulkonzept
3.3 Das Schulleben
3.4 Die Klassenlehrer
4. Der Wandel der Lehrerrolle
4.1 Der typische Lehrer
4.2 Die neue Lehrerrolle
4.3 Probleme des „neuen“ Lehrers
5. Umsetzung an der Peter- Petersen- Grundschule
6. Persönliche Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Dieser Praktikumsbericht untersucht die Anforderungen an den modernen Lehrerberuf und den Wandel der Lehrerrolle. Der Fokus liegt dabei auf der praktischen Umsetzung reformpädagogischer Ansätze an der Peter-Petersen-Grundschule in Berlin-Neukölln sowie der damit verbundenen veränderten Lehrer-Schüler-Interaktion.
- Reformpädagogik nach Peter Petersen
- Individualisiertes Lernen und Stammgruppen
- Wandel der Lehrerrolle vom Wissensvermittler zum Moderator
- Herausforderungen an den modernen Lehrer (Zeitmanagement, Elternarbeit)
- Praktische Umsetzung von offenem Unterricht
Auszug aus dem Buch
4.2 Die neue Lehrerrolle
In neuen Unterrichtskonzepten, die versuchen den Wunsch nach individualisiertem Unterricht zu erfüllen, verändert sich auch die Rolle des Lehrers im Klassenraum. Im normalen Unterricht steht der Lehrer beziehungsweise der Stoff, den er versucht zu vermitteln, im Mittelpunkt des Geschehens.
In Konzepten wie an der Peter- Petersen- Grundschule rücken die Lehrer und Lehrerinnen aus dem Mittelpunkt und geben ihn an die Schüler ab. Daraus ergibt sich ein neuer schülerorientierter Unterricht, der den Kindern wenigstens teilweise die Möglichkeit bieten sollte Art und Weise der Aneignung, Schwerpunksetzung und Zeitaufwand selbst zu bestimmen. Dieses schließt aus, dass die Aktivität ausschließlich beim Lehrer liegt. Die stärkere Individualisierung verlangt differenziertes Vorgehen und verbietet gleichschrittige, dass heißt für alle gleiche Denk-, Arbeits- und Lernvorgänge. Die Lehrkraft muss sich selbstverständlich auch weiterhin mit Wissen über die Inhalte einbringen, aber der Schwerpunkt verschiebt sich zu neuen Aufgaben. Der Lehrer spricht deutlich weniger, hört den Schülern dafür mehr zu, denn Fragen verraten mehr über das Denken der Schüler.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Hier wird der Beobachtungsauftrag zur Lehrerrolle definiert und die Peter-Petersen-Grundschule als Standort in einem sozialen Brennpunkt vorgestellt.
2. Peter Petersen: Dieses Kapitel erläutert die reformpädagogischen Hintergründe des Jena-Plans und die Bedeutung des Gemeinschaftsbegriffs im Lernen.
3. Beobachtungen in der Schule: Es wird detailliert dargestellt, wie das offene Unterrichtskonzept, die Stammgruppenarbeit und das Schulleben in der Praxis organisiert sind.
4. Der Wandel der Lehrerrolle: Eine Analyse über das Anforderungsprofil moderner Lehrkräfte, den Wandel vom Frontalunterricht zur Moderation sowie die entstehenden Belastungsprobleme.
5. Umsetzung an der Peter- Petersen- Grundschule: Konkrete Reflexion der pädagogischen Arbeit und der Erfahrungen der Lehrkräfte in der besuchten Schule.
6. Persönliche Schlussfolgerungen: Eine abschließende persönliche Bewertung des Praktikanten hinsichtlich der Vorteile und Herausforderungen reformpädagogischer Konzepte.
Schlüsselwörter
Reformpädagogik, Jena-Plan, Lehrerrolle, offener Unterricht, Stammgruppen, Individualisierung, schülerorientierter Unterricht, Schulentwicklung, Leistungsbeurteilung, Berufszufriedenheit, Ganztagsschule, soziale Kompetenz, Lehrer-Schüler-Verhältnis, Praxisbericht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Praktikumsbericht?
Der Bericht dokumentiert ein Orientierungspraktikum an der Peter-Petersen-Grundschule und analysiert, wie sich das traditionelle Lehrerbild durch reformpädagogische Ansätze verändert hat.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Reformpädagogik nach Peter Petersen, die Strukturierung von jahrgangsübergreifendem Unterricht sowie die psychosozialen Anforderungen an den Lehrberuf.
Was ist das primäre Ziel des Berichts?
Ziel ist es zu untersuchen, wie Lehrkräfte den Spagat zwischen modernen, schülerorientierten Konzepten und den hohen Arbeitsbelastungen bewältigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um einen Praktikumsbericht, der auf teilnehmender Beobachtung und informellen Gesprächen mit dem Lehrerkollegium basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beschreibt das spezifische Schulkonzept (Stammgruppen, Wochenplan), den Wandel der Lehrerrolle und die praktischen Herausforderungen für die Pädagogen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen Reformpädagogik, offener Unterricht, Lehrerrolle und individuelle Förderung.
Wie unterscheidet sich die Peter-Petersen-Grundschule von anderen Schulen?
Die Schule setzt auf jahrgangsübergreifendes Lernen in Stammgruppen, verzichtet weitgehend auf den klassischen Frontalunterricht und nutzt alternative Leistungsbewertungen anstelle von Noten bis zur vierten Klasse.
Welche Probleme des "neuen" Lehrers identifiziert die Autorin?
Die Autorin hebt insbesondere die hohe Arbeitsbelastung, den Zeitdruck durch die Unterrichtsvorbereitung für mehrere Jahrgänge und die Belastung durch intensive Elternarbeit hervor.
Warum ist das "Loslassen" für Lehrer aus dem ehemaligen DDR-System schwierig?
Lehrkräfte, die den traditionellen Frontalunterricht gewohnt sind, empfinden die Abgabe der Kontrolle über den Lernprozess an die Schüler zunächst als Verunsicherung.
- Citation du texte
- Daniela Krämer (Auteur), 2003, Orientierungspraktikum an der Peter Petersen-Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42534