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Doppelsuizid. Merkmale und Motive

Title: Doppelsuizid. Merkmale und Motive

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nina Fischer (Author)

Psychology - Miscellaneous
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Selbstmord wird oft mit einer einzig vom Suizidanden persönlichen Entscheidung und einsamen Tat verbunden. Mehrere Fälle von Selbstmord schließen das aus, deren Aufführung in Statistiken jedoch verschwindend klein und deren Untersuchung noch sehr rar ist: Massensuizide oder kollektive Suizide, Doppelsuizide und erweiterte Suizide. Bei diesen Formen des Suizids sind mindestens zwei Personen betroffen. Diese Suizide ereignen sich weniger häufig als der einzelne Selbstmord, doch gibt es einige anschauliche Beispiele anhand derer man sich ein genaues Bild von diesen „Sonderformen des Suizids“ machen kann. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt vorwiegend auf dem Doppelsuizid. Hierzu führe ich einige allgemeine Merkmale an, wie Kriterien für einen Doppelsuizid und häufige Motive. Konkrete Fallbeispiele sollen schließlich zu einem genaueren Verständnis des Doppelselbstmordes verhelfen. Als nächstes komme ich auf den erweiterten Suizid zu sprechen, der unbedingt vom Doppelsuizid unterschieden werden muss. Auch hier führe ich zum näheren Verständnis einige Kriterien und Motive sowie ein konkretes Beispiel aus der Realität an. Doch bevor ich auf den Doppelsuizid zu sprechen komme, behandle ich das Thema Massensuizide. Diese Form des Freitodes, bei der nicht zwei Menschen wie beim Doppelsuizid sondern unzählige Menschen, darunter meist auch Kinder zu Tode kommen, findet man wohl am seltensten. Doch auch hier gibt es bekannte Fallbeispiele aus der Vergangenheit, die den Hergang und Verlauf einer solchen Tat zeigen sollen und verdeutlichen sollen, wie es überhaupt zu einem solch grausamen Ereignis kommen kann.

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Massensuizid

2.1 Massada

2.2 Guayana

3. Doppelsuizid

3.1 Bilanzselbstmord- Waldemar Velte und Kurt Sandweg

3.2 Suizid in der Partnerschaft

3.2.1 Heinrich von Kleist

3.2.2 Stefan Zweig

4. Der erweiterte Selbstmord

5. Suizid in der Therapie

6. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht verschiedene Sonderformen des Suizids, bei denen mehr als eine Person betroffen ist, wie Massensuizide, Doppelsuizide und erweiterte Suizide, um durch Merkmalsanalysen und Fallbeispiele ein tieferes Verständnis für deren Dynamik und Motive zu entwickeln.

  • Phänomenologie und Motive von Massensuiziden
  • Analyse des Doppelsuizids unter Berücksichtigung historischer Fallbeispiele
  • Unterscheidung zwischen Doppelsuizid und erweitertem Suizid
  • Die komplexe psychologische Dynamik in der therapeutischen Beziehung zu suizidgefährdeten Patienten

Auszug aus dem Buch

3. Doppelsuizid

„Zwei Menschen begehen Doppelselbstmord, wenn sie mit Übereinkunft und ungefähr gleichzeitig einen Freitod sterben. Auch dann handelt es sich um Doppelselbstmord, wenn zwei Partner nicht durch eigentlichen Selbstmord (homicide de soi-même) umkommen, sondern wenn nur einer von beiden aktiv auftritt und nach gemeinsamer Überlegung erst den anderen und dann sich selbst tötet.“ (Ghysbrecht 1967, 15)

So definiert Prof. Paul Ghysbrecht in seinem Werk „Doppelselbstmord“ (1967) eben diesen. Haenel (2001) erweitert den Begriff des Doppelsuizids um folgenden wichtigen Punkt. Nicht nur die Übereinkunft und die Gleichzeitigkeit, sondern auch der gleiche Ort ist ein notwendiges Kriterium. Was die Gleichzeitigkeit betrifft, ist das gewählte Tötungsmittel entscheidend. Die gleichzeitige Einnahme von Gift oder der Tod durch Ertrinken, wenn beide sich gleichzeitig ins Wasser stürzen, führen z. Bsp. zu einem fast zeitgleichen Eintreten des Todes. Aber auch zwei nacheinander folgende Selbstmorde, z. Bsp. Totschlag auf Verlangen mit folgendem Selbstmord des Täters gelten, wie bereits Ghysbrecht (1967) in seiner Definition einräumt, als Doppelsuizid. In einem solchen Falle ist immer einer der Partner, also der „Täter“ aktiv. Meist ist er der induzierende Part des Suizidplans, der nicht nur aktiv die Tat ausführt, sondern bereits im Vorfeld, die Idee des gemeinsamen Todes anregt und vorantreibt. Nicht zu vergessen, muss der Induzierte dennoch sein deutliches Einverständnis gegeben haben, damit es sich um Doppelselbstmord handelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der kollektiven oder mehrpersonalen Suizidformen ein und stellt den inhaltlichen Schwerpunkt auf den Doppelsuizid sowie die Abgrenzung zum erweiterten Suizid dar.

2. Massensuizid: Dieses Kapitel erläutert die Dynamik von durch Anführer induzierten kollektiven Suiziden und analysiert die Hintergründe anhand historischer Beispiele wie Massada und Guayana.

3. Doppelsuizid: Hier wird der Begriff des Doppelsuizids definiert, dessen Kriterien beleuchtet und die spezifischen Ausprägungen durch verschiedene Fallbeispiele illustriert.

4. Der erweiterte Selbstmord: Dieses Kapitel beschreibt die Merkmale des erweiterten Suizids, insbesondere das fehlende gegenseitige Einverständnis und die psychodynamischen Motive der Täter.

5. Suizid in der Therapie: Es wird die schwierige und belastende Interaktion zwischen Therapeuten und suizidgefährdeten Patienten sowie die daraus resultierende Problematik für das therapeutische Handeln untersucht.

6. Schluss: Die Arbeit fasst zusammen, dass Suizid oft ein Phänomen mit wechselseitigen sozialen Einflüssen ist und die Psychodynamik dieser Beziehungen mehr wissenschaftliche Aufmerksamkeit erfordert.

Schlüsselwörter

Suizid, Doppelsuizid, Massensuizid, erweiterter Suizid, Psychodynamik, Suizidprävention, Therapeut-Patient-Beziehung, Narzissmus, Affekthandlung, Induktion, Bilanzselbstmord, Fremdtötung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit sogenannten Sonderformen des Suizids, bei denen mehr als eine Person involviert ist, insbesondere Massensuiziden, Doppelsuiziden und erweiterten Suiziden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die psychologischen Motive, die Dynamik zwischen den Beteiligten, die Rolle charismatischer Anführer bei Massensuiziden sowie die Auswirkungen auf das therapeutische Umfeld.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein genaueres Verständnis für diese seltenen, aber tragischen Suizidformen zu schaffen, indem Merkmale analysiert und durch historische sowie aktuelle Fallbeispiele verdeutlicht werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene theoretische Definitionen (wie von Ghysbrecht oder Haenel) mit Fallbeispielen verknüpft, um die Phänomenologie dieser Suizidformen zu beschreiben.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt detailliert Massensuizide (Massada, Guayana), Doppelsuizide (Bilanzselbstmorde, Liebespaare wie Kleist/Vogel oder Zweig), erweiterte Suizide sowie das Verhältnis zwischen Therapeuten und suizidgefährdeten Patienten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Suizid, Doppelsuizid, Psychodynamik, Induktion, narzisstische Kränkung, erweitertes Suizidgeschehen und therapeutische Verantwortung.

Was zeichnet einen „Massensuizid“ laut dieser Arbeit aus?

Ein Massensuizid wird laut der Arbeit fast immer durch einen charismatischen Anführer induziert, der die Masse durch psychologischen Druck und rhetorische Überzeugungskraft in den Tod führt.

Warum ist das Verhältnis zwischen Therapeut und Patient so problematisch?

Es ist problematisch, da die Suizidgefahr des Patienten beim Therapeuten Angst vor Versagen und Schuldgefühle auslösen kann, was die therapeutische Distanz stört und das Vertrauensverhältnis gefährdet.

Welche Rolle spielt die Narzisstische Kränkung bei den untersuchten Fällen?

Die narzisstische Kränkung wird bei vielen Fallbeispielen als zentrales Motiv angeführt, etwa bei gescheiterten Künstlern oder Menschen, deren Lebensentwürfe durch äußere Umstände massiv bedroht waren.

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Details

Title
Doppelsuizid. Merkmale und Motive
College
University of Augsburg
Grade
1,0
Author
Nina Fischer (Author)
Publication Year
2004
Pages
28
Catalog Number
V42551
ISBN (eBook)
9783638405584
ISBN (Book)
9783656827375
Language
German
Tags
Suizid
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nina Fischer (Author), 2004, Doppelsuizid. Merkmale und Motive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42551
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