Hörspiele von Ernst Jandl und Friederike Mayröcker. Rezension von "Fünf Mann Menschen"


Hausarbeit, 2014

10 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Autoren
2.1 Emst Jandl
2.2 Friederike Mayröcker

3 Hörspielkritik zu "Fünf Mann Menschen"

4 Dankesrede zum Hörspielpreis der Kriegsblinden

5 Fazit

6 Quellen

1 Einleitung

In dieser Hausarbeit rezensiere ich das experimentelle Hörspiel "Fünf Mann Men­sehen" von Emst Jandl und Friederike Mayröcker. Es ist das bekannteste gemeinsa­me Hörspiel der beiden Autoren und wurde am 22. April 1969 mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet.

Dabei geht es um die Entindividualisiemng, das wehrlos ausgelieferte Dasein des Menschen und den Zwang, sich den Anfordemngen zu überleben und den geformten Normen der Gesellschaft anpassen zu müssen.

Im Folgenden stelle ich zunächst Emst Jandl und Friederike Mayröcker, die beiden Autoren dieses Hörspiels, vor. Beide sind seit den frühen fünfziger Jahren besonders für ihre Poesie und Literatur bekannt. Während ihrer Zusammenarbeit entwickelten sie gemeinsam insgesamt vier Hörspiele: "Fünf Mann Menschen", "Der Gigant", "Spaltungen", "Gemeinsame Kindheit" und "Will nicht mehr weiden". "Fünf Mann Menschen" war und ist ihr bekanntestes und zugleich bahnbrechendes Hörspiel.

Im nächsten Schritt konzentriere ich mich auf die Kritik zum Hörspiel "Fünf Mann Menschen". Dabei gehe ich sowohl auf den Inhalt als auch auf das technisch­akustische Verfahren der Stereophonie ein, das zu der Zeit noch in der Entwicklung war.

Zum Schluss ist die Dankesrede zum Hörspielpreis der Kriegsblinden zu erwähnen, der Emst Jandl und Friederike Mayröcker aufgmnd ihrer grandiosen Arbeit mit "Fünf Mann Menschen" überreicht wurde.

2 Die Autoren

2.1 Ernst Jandl

Ernst Jandl war ein österreichischer Schriftsteller und Dichter, der am 1. August 1925 in Wien geboren ist und am 09. Juni 2000 dort auch verstarb. Größtenteils be­kannt ist Jandl aufgmnd seiner experimentellen Lyrik in der Tradition der konkreten Poesie sowie durch visuelle Poesie und durch seine Lautgedichte "schtzngrmm" und "falamaleikum".

Neben der Lyrik schrieb er Prosatexte, Theaterstücke und Hörspiele (vier davon ge­meinsam mit Friederike Mayröcker). Außerdem übersetzte er Autoren aus dem Eng- lischen. Seine Popularität verdankt Jandl überwiegend den Veröffentlichungen seiner Lesungen auf Schallplatte.[1] [2]

Abgesehen von einer Menge an Preisen, mit denen er im Laufe seines Lebens für seine Lyrik ausgezeichnet wurde, zum Beispiel mit dem Kleist-Preis 1993 (die be­deutendste literarische Auszeichnung für Literatur der Weimarer Republik), bekam er auch Preise für seine Hörspiele. Am 22. April 1969 wurde ihm und Friederike Mayröcker der begehrte Hörspielpreis der Kriegsblinden für deren gemeinsames Stück "Fünf Mann Menschen" verliehen. Mit diesem Preis wurde das Stück als das erste in voller Länge stereophon produzierte Werk von nur fünfzehn Minuten ausge­zeichnet. Die Jury war sich, bis auf eine Stimme, einig, dass "Ernst Jandl und Friede­rike Mayröcker, die als Repräsentanten experimenteller Lyrik bekannt geworden sind, zusammen mit dem Regisseur Peter Michel Ladiges zum ersten Male im Hör­spiel die Möglichkeiten konkreter Poesie beispielhaft eingesetzt [haben]. Sie zeigen exemplarische Sprach- und Handlungsvorgänge, in denen der zur Norm program­mi erte menschliche Lebenslauf nicht abgebildet, sondern evoziert wird. Dabei nutzen und meistern sie die Möglichkeiten der Stereophonie. Die Sprache ist für die Autoren Material, mit dem sie spielen und zugleich eine unmissverständliche Mitteilung ma­chen, die unsere Zeit ebenso betrifft wie trifft." Sechzehn Jahre später, im Jahr 1985, gewann er für seine Aufnahme "bist eulen?" den Preis der Deutschen Schallplatten­kritik.

2.2 Friederike Mayröcker

Friederike Mayröcker wurde am 20. Dezember 1924 ebenfalls in Wien geboren. Von 1946 bis 1962 arbeitete sie als Englischlehrerin an verschiedenen Wiener Hauptschu­len, war aber bereits als junge Autorin bekannt und geschätzt. Im Jahre 1977 ließ sie sich jedoch frühpensionieren, um sich ausschließlich dem Schreiben widmen zu kön­nen. Friederike Mayröcker gilt als eine der bedeutendsten heutigen Schriftstellerin­nen im deutschsprachigen Raum und verdankt ihren Ruhm ebenso größtenteils der Lyrik. Aber auch sie schrieb neben der Lyrik Prosatexte und Hörspiele, mit denen sie großen Erfolg hatte. In der Frauen-Biographieforschung "FemBio" heißt es: "Ihre Texte entziehen sich dem rationalen Zugriff, sind ein poetisches, oft melancholisches Gespinst, sind Träume, die uns bezaubern - und befreien."[3] [4]

Bis heute ehrte man sie bereits, allein für ihre insgesamt 33 aufgenommenen Hör­spiele, mit dem ORF-Hörspielpreis, dem Karl-Sczuka-Preis, für das Hörspiel "Das Couvert der Vögel", mit dem Hörspiel-Kritikenpreis des ORF für Gärten, ein Mira­kel, ein Monolog, ein Hörspiel und wie bereits erwähnt, mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden für das Hörspiel "Fünf Mann Menschen", das sie 1968 gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Ernst Jandl entwickelte. Aber nicht nur Preise für ihre Hör­spiele bekam Friederike Mayröcker, sondern u.a. auch Preise wie den Georg-Trakl­Preis für ihre Lyrik im Jahre 1977 oder den österreichischen Würdigungspreis 1975 für ihre Literatur sowie den Preis der Stadt Wien im Jahre 1976 ebenfalls für ihre Literatur.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Neben gemeinsam verfassten Texten, die u.a. zur Zeit ihres engen Kontaktes zur Wiener Gruppe[5] entstanden, war "Fünf Mann Menschen" das erste von Emst Jandl und Friederike Mayröcker produzierte Hörspiel, auf das noch drei weitere folgen sollten. Später gingen sie dann jedoch nicht nur literarisch wieder eigene Wege, son­dem trennten sich auch räumlich voneinander aufgmnd ihrer sehr unterschiedlichen Lebensstile. Dennoch blieben sie weiterhin bis zu Jandls Tod ein Paar. "Mayröcker braucht ihre chaotische Wohnung in Wien, um schreiben zu können [...]. Die ab­sichtsvolle Verlotterung ihrer Wohnung hat sie oft beschrieben: '... ich habe zu Hause alles übereinander gestülpt, ich finde nichts mehr, meine Kleider irgendwo zusam­mengeknüllt und -gerollt auf einem Stoß Bücher vermutlich.' So lebt sie wie sie schreibt: mit wachsendem Mut, sich von der normativen Syntax zu entfernen, mit ihr zu spielen und neue kreative Zuordnungen herzustellen."[6] Ernst Jandl dagegen liebte eine geregelte Lebensweise und Ordnung an seinem Arbeitsplatz. Ihr gemeinsames

[...]


[1] Jandl, Ernst. Wikipedia. https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Jandl, 18.05.2015.

[2] Schätzlein, Frank: Produktionsprozess und Stereophonie im Hörspiel "Fünf Mann Menschen" von Emst Jandl und Friederike Mayröcker. 07.04.1995. http://www.frank- schaetzlein. de/texte/fmm. htm#kap4, 15.05.2015.

[3] Mayröcker, Friederike. Wikipedia. https://de.wikipedia.org/wiki/Friederike_Mayr%C3%B6cker, 18.05.2015.

[4] Fembio. Friederike Mayröcker, http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/friederike- mayroecker/#top, 15.05.2015.

[5] Wiener Gruppe: war von 1954 bis 1958 eine lose Vereinigung österreichischer Schriftsteller, die die Sprache als optisches und akustisches Material nutzte

[6] Fembio. Friederike Mayröcker, http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/friederike- mayroecker/#top, 15.05.2015.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Hörspiele von Ernst Jandl und Friederike Mayröcker. Rezension von "Fünf Mann Menschen"
Note
2,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
10
Katalognummer
V425543
ISBN (eBook)
9783668720770
ISBN (Buch)
9783668720787
Dateigröße
489 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
hörspiele, ernst, jandl, friederike, mayröcker, rezension, fünf, mann, menschen
Arbeit zitieren
Anja Ruege (Autor:in), 2014, Hörspiele von Ernst Jandl und Friederike Mayröcker. Rezension von "Fünf Mann Menschen", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/425543

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