Bedingungsloses Grundeinkommen. Einstellungen und Auswirkungen


Hausarbeit, 2017
12 Seiten, Note: unbenotetes Seminar

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das bedingungslose Grundeinkommen

3. Umfrage zum bedingungslosen Grundeinkommen
3.1 Auswertung
3.2 Beschäftigungsstatus
3.3 Stellenwert Freizeit – Geld
3.4 Zufriedenheit
3.5 Einstellung zum Grundeinkommen
3.6 Auswirkung bei Einführung des Grundeinkommens auf die Beschäftigungssituation

4. Fazit

5. Quellen

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit behandelt das Thema des bedingungslosen Grundeinkommens. Die Einführung ist gegenwärtig ein umstrittenes Thema. Daher wird insbesondere nach einer theoretischen Einführung in das Thema, anhand einer Umfrage geprüft, wie unterschiedliche Einstellungen zum bedingungslosen Grundeinkommen in der Bevölkerung zustande kommen und welche Auswirkungen die Einführung auf die Arbeitssituation hätte.

Im ersten Teil wird zunächst der Begriff des Themas erläutert. Im Anschluss an die Betrachtung zum Begriff des Themas, wird ein mögliches Modell sowie dessen finanzielle Realisierbarkeit vorgestellt. Anschließend wird eine Übersicht aktueller Stände gegeben und ein Forschungsprojekt erläutert.

Im zweiten Teil wird mit Hilfe einer Umfrage die aktuelle Einstellung zum bedingungslosen Grundeinkommen überprüft. Hierzu werden die Daten ausgewertet und mit Hilfe von Diagrammen veranschaulicht.

Es wird geprüft ob unterschiedliche Einstellungen zum bedingungslosen Grundeinkommen mit der Gewichtung von Freizeit beziehungsweise Geld im Leben der einzelnen Umfrageteilnehmer zusammenhängen.

Nachfolgend wird untersucht, ob unterschiedliche Haltungen zur Einführung mit der Zufriedenheit der finanziellen Situation oder der Zufriedenheit mit der Menge an Freizeit die den einzelnen Befragten zur Verfügung steht, zusammenhängt.

Im Anschluss wird die Einstellung zur Einführung des Grundeinkommens untersucht, mit Blick auf die unterschiedlichen Beschäftigungsstände und Auswirkungen, die voraussichtlich bei den Befragten bei der Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens eintreten würden. Ein Fazit schließt die Arbeit ab.

2. Das bedingungslose Grundeinkommen

„Ein Grundeinkommen ist ein Einkommen, das eine politische Gemeinschaft bedingungslos jedem ihrer Mitglieder gewährt. Es soll die Existenz sichern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen, einen individuellen Rechtsanspruch darstellen sowie ohne Bedürftigkeitsprüfung und ohne Zwang zu Arbeit oder anderen Gegenleistungen garantiert werden.“ (Reuter, 2016, S. 9)

Aufgrund der steigenden Arbeitslosigkeit, die auf die Entwicklung der Technologie zurückzuführen ist, wird die Diskussion um ein Grundeinkommen immer größer (Franzmann, 2014, S. 111). Ein weiterer Auslöser ist, dass „das bedingungslose Grundeinkommen das Steuersystem stark vereinfacht“ (Spannagel, 2015, S.13).

Sinngemäß nach Götz Werner, „ist das bedingungslose Grundeinkommen die Voraussetzung für individuelle Freiheit und Selbstverwirklichung“ (Enste, Schneider, 2016, S. 12).

In Deutschland wurden verschiedene Modelle vorgestellt. Unter anderem die Idee für das solidarische Bürgergeld. Sie stammt von Thomas Straubhaar (Ökonom an der Universität Hamburg) und Dieter Althaus (ehemaliger CDU-Politiker und Ministerpräsident in Thüringen). Es sieht ein bedingungsloses Existenzminimum für alle Einwohner des Landes vor. Die Sozialleistungen der gesetzlichen Arbeitslosen, Kranken- und Rentenversicherung, ALG II, Wohngeld und Kindergeld werden abgeschafft. Gezahlt wird ein monatlicher Betrag in Höhe von 600,-€ für Erwachsene und 300,-€ für Kinder. Außerdem erhält jeder zusätzlich eine Gesundheitsgutschrift in Höhe von 200,-€. Die Finanzierung erfolgt durch eine negative Einkommenssteuer, die 50% für Nettoempfänger und 25% für Nettozahler beträgt (Fischer, 2016).

Das Modell von Straubhaar/Althaus wird aufgrund einer entstehenden Finanzierungslücke kritisiert. Michael Opielka (Sozialwissenschaftler) und Wolfgang Strengmann-Kuhn (deutscher Politiker) gehen von einem Defizit in Höhe von 190 Milliarden Euro aus. Auch der SVR (Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung) und das Institut zur Zukunft der Arbeit kommen trotz Steigung des Arbeitskräfteangebotes bei Ihren Berechnungen auf ein Defizit von etwa 220 - 246 Milliarden Euro (Schäfer, 2016, S. 45ff).

Die Finanzierbarkeit des bedingungslosen Grundeinkommens ist generell fraglich, da die Auswirkungen einer Einführung nicht bekannt sind. Hierzu müsste eine schrittweise Annäherung zum Modell des Grundeinkommens erfolgen oder die Auswirkungen müssten durch Testphasen überprüft werden (Kumpmann, 2006, S. 601).

In der Schweiz kam es am 05.06.2016 bereits zu einer Volksabstimmung zur Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens, der Volksinitiative „Für ein bedingungsloses Grundeinkommen“ vom 04.10.2013. Es haben 46,95% der Stimmberechtigten teilgenommen. Das bedingungslose Grundeinkommen wurde mit 76,9% Nein-Stimmen deutlich abgelehnt (Schweizerische Eidgenossenschaft, 2016).

In den Niederlanden und Finnland ist es geplant, dass auf eine bestimmte Dauer Tests zum bedingungslosen Grundeinkommen durchgeführt werden (Enste, Schneider, 2016, S. 4).

Ein abgeschlossenes Projekt zur Auswirkung des Grundeinkommens, wurde bereits in Namibia durchgeführt. Das Basic Income Grant Pilot Projekt. Es startete im Januar 2008 in Otjivero-Omitara und lief bis Dezember 2009. Ziel des Projektes war es, die politische Debatte voranzubringen und zu veranschaulichen was die Einführung eines Basic Income Grant (BIG) für Auswirkungen hat. Jeder Einwohner (930), unter 60 Jahren, der vor dem 01.08.2007 in Otjivero-Omitara registriert war, erhielt bedingungslos jeden Monat 100 N$. Die Finanzierung erfolgte durch Spendengelder (Haarmann, Haarmann, Jauch & Mote, 2009, S.27ff).

Der BIG hatte enormen Einfluss auf die Lebenssituation in Otjivero-Omitara. Im November 2007, fielen 76% der Bewohner unter die Nahrungsmittel-Armutsgrenze. Im November 2008 waren es nur noch 37%. Auch die Unterernährung von Kindern wurde vermindert. Innerhalb eines Jahres viel der Wert von 42% auf 10%. Die Arbeitsleistung wurde durch das BIG gesteigert sowie die Kaufkraft erhöht. Auch der Bildungs- und Gesundheitsstatus wurde verbessert und die Kriminalitätsrate gesenkt (Haarmann, Haarmann, Jauch & Mote, 2009, S.22ff).

Es stellt sich die Frage welche Auswirkungen die Einführung eines Grundeinkommens auf die Bereitschaft der Gesellschaft zur Erwerbstätigkeit hätte.

3. Umfrage zum bedingungslosen Grundeinkommen

3.1 Auswertung

In diesem Teil der Arbeit, wird anhand einer Umfrage (siehe Anhang) die Einstellung zum bedingungslosen Grundeinkommen überprüft.

Es geht darum herauszufinden, welchen Stellenwert Freizeit und Arbeit für die Befragten haben, wie zufrieden sie mit der Menge an Freizeit und ihren finanziellen Mitteln sind, was für Auswirkungen die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens auf die aktuelle Beschäftigungssituation der Befragten hätte und die Haltung der Befragten zur Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens.

Um eine hohe Anzahl an Ergebnissen zu erhalten, wurde die Befragung anhand einer Online Umfrage durchgeführt. Die Umfrage lief über einen Zeitraum von 5 Tagen, vom 12.06.2017 – 18.06.2017.

An der Umfrage haben 136 Personen im Alter von 20-73 Jahren teilgenommen. Die Mehrzahl der Befragten, ist zwischen 20 und 35 Jahre alt. 64% der Befragten sind weiblich, 36% der Befragten männlich.

3.2 Beschäftigungsstatus

Das folgende Diagramm, stellt den aktuellen Beschäftigungsstatus der Teilnehmer dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

eigene Abbildung 1

Den größten Teil der Befragten machen mit 37% Studenten, die gleichzeitig noch erwerbstätig oder selbstständig sind aus.

30% der Befragten gehen einer Vollzeitbeschäftigung im Umfang von 37,5 – 60 Stunden pro Woche nach.

Zudem haben auch Studenten ohne weitere Beschäftigung, Teilzeitbeschäftigte, geringfügig Beschäftigte, Rentner und Arbeitslose teilgenommen.

3.3 Stellenwert Freizeit – Geld

In der folgenden Abbildung wird dargestellt ob den Befragten die Menge an Freizeit oder die finanziellen Mittel wichtiger sind. Es wird außerdem analysiert, ob dadurch unterschiedliche Einstellungen zur Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens erkennbar sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

eigene Abbildung 2

74% bewerten Freizeit in Ihrem Leben wichtiger als Geld, 24% ist Geld wichtiger und für 2% haben Freizeit und Geld den gleichen Stellenwert. Der Mittelwert liegt bei 41,40. Somit ist ersichtlich das Freizeit bei den Teilnehmern der Umfrage etwas höher gewichtet ist als die finanziellen Mittel.

Dies wird bestärkt durch die Anzahl der Teilnehmer, die angegeben haben weniger zu arbeiten, wenn sie ein bedingungsloses Grundeinkommen erhalten würden (ca. 43%). Es sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass 13% derer, denen finanzielle Mittel wichtiger sind, bei einer Einführung nicht mehr einer Erwerbstätigkeit nachgehen würden.

30% der Befragten würden weniger arbeiten. Bei den Umfrageteilnehmern für die Freizeit eine höhere Gewichtung hat, würden lediglich 3% nicht mehr arbeiten. Allerdings würden 39% weniger arbeiten.

Interessant zu sehen ist außerdem, dass Personen, denen finanzielle Mittel wichtiger sind, sich eher gegen die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens aussprechen (21%) als Personen denen Freizeit wichtiger ist (14%).

3.4 Zufriedenheit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

eigene Abbildung 3

1 gar nicht zufrieden, 2 unzufrieden, 3 eher unzufrieden, 4 eher zufrieden, 5 zufrieden, 6 sehr zufrieden

Finanziell am zufriedensten ist bei der Befragung der Vollzeitbeschäftigte, der zusätzlich auch eine geringfügige Beschäftigung ausübt. Am unzufriedensten, ist der Befragte mit dem Beschäftigungsstand arbeitslos. Dieser ist allerdings auch sehr zufrieden mit seiner Menge an Freizeit.

Eher zufrieden mit der eigenen Freizeit sind die Vollzeitbeschäftigen. Allerdings ist dies im Vergleich zu den anderen Beschäftigungsgruppen der niedrigste Wert der Zufriedenheit an Freizeit. Bei der finanziellen Zufriedenheit liegen die Vollzeitbeschäftigten im höheren Bereich, sie sind eher zufrieden bis zufrieden.

Am ausgewogensten ist die Zufriedenheit zwischen Freizeit und der finanziellen Situation bei den Teilzeitbeschäftigten.

Es zeigt sich ein Zusammenhang zwischen der finanziellen Zufriedenheit und der Einstellung zum Grundeinkommen. 60% derer die Angaben gar nicht zufrieden bis unzufrieden mit ihrer finanziellen Situation zu sein sind positiv auf die Einführung eines Grundeinkommens eingestellt. Eine negative Einstellung gibt es bei dieser Gruppe nicht.

Die befragten die zufrieden bis sehr zufrieden mit ihrer finanziellen Situation sind, sind mit 24% gegen eine Einführung und mit je 38% für eine Einführung beziehungsweise neutral eingestellt.

Beim Vergleich der Einstellung zur Einführung der Personen die gar nicht zufrieden bis unzufriedenen sind, sind keine signifikanten Unterschiede festzustellen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Bedingungsloses Grundeinkommen. Einstellungen und Auswirkungen
Hochschule
Fachhochschule Düsseldorf
Note
unbenotetes Seminar
Autor
Jahr
2017
Seiten
12
Katalognummer
V425642
ISBN (eBook)
9783668705005
Dateigröße
553 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bedingungsloses, grundeinkommen, einstellungen, auswirkungen
Arbeit zitieren
Isabel van Basten (Autor), 2017, Bedingungsloses Grundeinkommen. Einstellungen und Auswirkungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/425642

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