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Gibt es ein spezielles Körperverständnis der Moderne?

Title: Gibt es ein spezielles Körperverständnis der Moderne?

Term Paper , 2005 , 29 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Katharina Horn (Author)

Cultural Studies - Basics and Definitions
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In der folgenden Arbeit wird von der diskursanalytischen Betrachtungsweise Philipp Sarasins ausgegangen. der in seinen sehr detaillierten Veröffentlichungen Geschichtswissenschaft und Diskursanalyse2, Physiologie und industrielle Gesellschaft3 und natürlich Reizbare Maschinen. Eine Geschichte des Körpers 1765-19144, zu klären versucht, ob der Körper eine Geschichte habe, ob es überhaupt eindeutig sei, dass der Mensch einen Körper habe und wie Körper in verschiedenen Diskursen dargestellt wurden. Beantwortet werden soll dabei die Frage, ob es ein der Moderne spezifisch zuschreibbares Körperverständnis gegeben hat, beziehungsweise ob es Veränderung gab.

Der konkrete Aufbau der Arbeit ist folgendermaßen: zuerst wird eine kurze und bestimmt nicht vollständige Einführung gegeben, in das, was als Körper bezeichnet wird und in welchen Zusammenhängen er zu lesen ist. Danach erfolgt eine Einordnung der Begriffe Moderne und Postmoderne, mit einem Unterkapitel zur Diskursanalyse nach Foucault, da es auffällig erscheint, dass die Veränderungen der Körperwahrnehmung und des Körperbildes in der Neuzeit meistens mit postmodernen Untersuchungsmethoden beziehungsweise Literaturanalysen verbunden wird.5 Daraus ergibt sich das nachfolgende Kapitel, in dem Vorraussetzungen und vorangegangene Diskussionen aufgegriffen werden, um eine bessere Übersicht über die Verschiedenartigkeit der Herangehensweise bei Philipp Sarasin geben zu können. Danach werden die Darstellungen bei Sarasin, ausgehend einmal von Hygieneschriften im 18. und 19 Jahrhundert und von Studien zum Taylorismus, herausgearbeitet und abschließend in einem Résumée kritisch betrachtet und der Versuch gemacht, andere mögliche Untersuchungsmethoden aufzuführen.

2 Sarasin, Philipp; 2003

3 Physiologie und industrielle Gesellschaft. Studien zur Verwissenschaftlichung des Körpers im 19. und 20. Jahrhundert HG: Sarasin, Philipp, Tanner, Jakob , FFM, Suhrkamp, 1998

4 Sarasin, Philipp, 2001

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Körper

3. Einordnung der Begriffe Moderne und Postmoderne

3.1. Moderne

3.2. Postmoderne

3.3. Diskursanalyse

4. Hintergründe, vorausgegangene Diskussionen

5. Sarasins Herangehensweise

5.1. Hygiene-Diskurse

5.2. Rationalisierung, Taylorismus, Arbeitsphysiologie

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das moderne Körperverständnis durch eine diskursanalytische Perspektive, maßgeblich gestützt auf die Werke von Philipp Sarasin. Ziel ist es zu klären, ob es ein spezifisch der Moderne zuschreibbares Körperverständnis gibt, wie sich dieses in verschiedenen Diskursen formiert hat und welche Rolle dabei Konzepte der Rationalisierung und Hygiene spielten.

  • Diskursanalytische Untersuchung des Körperbegriffs nach Philipp Sarasin
  • Historische Einordnung und Charakterisierung der Moderne und Postmoderne
  • Analyse des "Hygienediskurses" als konstruktives Element des modernen Körpers
  • Die Rolle der Rationalisierung und des Taylorismus bei der Körperwahrnehmung
  • Kritische Reflexion der Körpergeschichte als Konstrukt

Auszug aus dem Buch

5.1. Hygiene Diskurse

Als Ausgangspunkt dient Sarasin die Frage ob der Körper eine Geschichte habe. Er schreibt: „Aber das Wahrnehmen, Vorstellen und Handeln von Menschen in konkreten historischen Situationen formt den Körper in einer je spezifischen Weise als soziale Tatsache: sie ‚prägen’ der ‚Natur’ die wir sind eine gesellschaftliche Form auf oder ‚schreiben’ ihr einen ‚Text’ ein[...] Damit aber wird die Frage nach dem Körper zu einer historischen.“

Auf der Basis einer Diskursanalytischen Geschichtsschreibung untersucht Sarasin die Hygiendiskurse beginnend bei Diderots Encyclopédie mit dem Artikeln Hygiène und Santé. Dort zeichne „sich ein revolutionäres Programm ab, das den Körper und seine Gesundheit ins Zentrum individueller und politischer Sorgen und Aufmerksamkeiten stellte“ weiter oben heißt es: „Im Zentrum des hygienischen Diskurses steht der Glaube, dass es der Einzelne weitgehend selbst in der Hand habe, über Gesundheit, Krankheit oder gar den Zeitpunkt des Todes zu bestimmen- ein Thema so Gerd Göckenjan zu Recht, das historisch so neu ist wie die bürgerliche Kultur.“

In Geschichtswissenschaft und Diskursanalyse beschreibet Sarasin noch die Basis seiner Thesen, nämlich die Hygiene selbst: Die Hygieniker, das heißt jene Mediziner, die über die Selbsttechniken der alltäglichen Sorge um sich schreiben haben sich vor allem in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts Gedanken darüber gemacht, inwiefern die realen, vorsprachlichen Signale von Schmerz und Lust eine Sprache des Körpers seien. Einige ihrer wichtigsten Theorethiker kamen zu dem Schluss, dass die einzelnen Organe zwar bestimmte Bedürfnisse hätten, diese jedoch über die an der Oberfläche des Körpers liegenden Organe der Lust dem Bewusstsein vermitteln müssten.. Lust sei keine Abbildung physischer Bedürfnisse, sondern unterläge einer Eigendynamik, die den Körper ständig der Gefahr aussetze, über immer neue äußere Reize immer weitere Genüsse jenseits seiner eigentlichen Bedürfnisse zu suchen. Die Lust sagt nie wenn es gut und genug ist, sondern fordert neue Lust.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik des "modernen Körperverständnisses" und Darstellung der diskursanalytischen Methode nach Philipp Sarasin zur Untersuchung der Körpergeschichte.

2. Der Körper: Erläuterung der verschiedenen philosophischen und wissenschaftlichen Herangehensweisen an den Körperbegriff und dessen historische Variabilität.

3. Einordnung der Begriffe Moderne und Postmoderne: Definition der Epochenbegriffe Moderne und Postmoderne sowie Erläuterung der Diskursanalyse als methodisches Instrument.

4. Hintergründe, vorausgegangene Diskussionen: Darstellung wissenschaftlicher Vorarbeiten und theoretischer Grundannahmen, die für Sarasins Analysen zentral sind.

5. Sarasins Herangehensweise: Detaillierte Untersuchung von Hygienediskursen sowie Rationalisierungsprozessen (Taylorismus) und deren Einfluss auf die Konstruktion des modernen Körpers.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, insbesondere der Bedeutung der "Sorge um sich" und der methodischen Lebensführung, sowie kritische Reflexion der Studien Sarasins.

Schlüsselwörter

Körperverständnis, Moderne, Postmoderne, Philipp Sarasin, Diskursanalyse, Hygiene, Rationalisierung, Taylorismus, Körpergeschichte, Souci de soi, Biopolitik, Subjekt, Macht, Identität, Körpertechnik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob es ein spezifisch der Moderne zuschreibbares Körperverständnis gibt und wie dieses historisch durch gesellschaftliche Diskurse geformt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der diskursanalytischen Betrachtung des Körpers, der Geschichte der Hygiene im 18./19. Jahrhundert sowie der Rationalisierung und dem Taylorismus als prägende Faktoren der Körperwahrnehmung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Sarasins diskursanalytischen Ansatz zu nutzen, um zu verdeutlichen, dass der Körper kein biologisch festgelegtes Phänomen ist, sondern ein historisch und kulturell konstruiertes Produkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Methode der Diskursanalyse, insbesondere in der Anwendung auf geschichtswissenschaftliche Fragestellungen nach dem Vorbild von Michel Foucault und Philipp Sarasin.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Grundlagen der Körperkonstruktion durch Hygieneschriften und die spätere Rationalisierung der Arbeit durch den Taylorismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Körperverständnis, Moderne, Diskursanalyse, Hygiene, Rationalisierung und Körpergeschichte sind zentrale Begriffe, die die gesamte Argumentation durchziehen.

Wie unterscheidet Sarasin den "Hygieniker" vom antiken "Sorge um sich"?

Während die antike "souci de soi" eine Sorge um das Subjekt war, ist der moderne Hygienediskurs laut Sarasin stärker mit einer wissenschaftlichen Überwachung, Normierung und Kontrolle des Körpers verknüpft.

Warum ist der Taylorismus für die Körpergeschichte relevant?

Der Taylorismus ist relevant, da er nicht nur die Arbeit, sondern den arbeitenden Körper als "thermodynamische Kraftmaschine" normierte und somit eine neue Form der Kontrolle über körperliche Bewegungen einführte.

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Details

Title
Gibt es ein spezielles Körperverständnis der Moderne?
College
LISZT SCHOOL of Music Weimar  (Kulturmanagement)
Course
Theorie der Moderne
Grade
2,7
Author
Katharina Horn (Author)
Publication Year
2005
Pages
29
Catalog Number
V42572
ISBN (eBook)
9783638405751
ISBN (Book)
9783638763172
Language
German
Tags
Gibt Körperverständnis Moderne Theorie Moderne
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Horn (Author), 2005, Gibt es ein spezielles Körperverständnis der Moderne?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42572
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