Der Schulhund als Co-Pädagoge, Lernbegleiter und Lernpartner

Ist eine Qualitätssteigerung des Unterrichts durch einen Schulhund möglich?


Masterarbeit, 2018
71 Seiten, Note: 1,0
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Abbildungsverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

III. Hinweise

1 Einleitung

2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Du-Evidenz
2.2 Biophilie - Hypothese
2.3 Bindungstheorie
2.3.1 Der Hund als Bindungspartner
2.3.2 Oxytocin-System-Theorie
2.3.3 Exekutive Funktionen
2.3.4 Spiegelneurone

3 Der Hund als Verbindung zwischen Natur und Gesellschaft

4 Kinder-Tier-Beziehung

5 Nachgewiesene Wirkung von Tieren

6 Begriffsdefinitionen
6.1 Tiergestützte Intervention
6.2 Tiergestützte Aktivitäten
6.3 Tier-/ Hundegestützte Therapie
6.4 Tier-/ Hundegestützte Pädagogik

7 Der Schulhund
7.1 Der Schulhund als Co-Pädagoge
7.2 Der Lehrer als Lernpartner/ Lernbegleiter
7.3 Der Hund als Lernpartner/ Lernbegleiter
7.4 Der Einsatzbereich des Schulhundes – Schulformen und Klassenstufen
7.5 Mögliche Schwierigkeiten des Hundeeinsatzes

8 Die Qualität von Unterricht
8.1 Qualitätsdefinition im Schulbereich und der Tiergestützten Intervention
8.2 Wirkeffekte von Hunden im Rahmen Hundegestützter Pädagogik im Unterricht
8.3 Forschungsstand und Auswirkungen des Schulhundeeinsatzes
8.3.1 Forschungsstand/ Auswirkungen auf die Motivation
8.3.2 Forschungsstand/ Auswirkungen auf das Sozialverhalten
8.3.3 Forschungsstand/ Auswirkungen auf die Empathiefähigkeit
8.3.4 Forschungsstand/ Auswirkungen auf den Lärmpegel in der Klasse
8.3.5 Weiterer Forschungsstand/ Auswirkungen durch den Schulhund

9 Zusammenfassung und Beantwortung der Forschungsfrage

Literaturverzeichnis
Weiterführende Literatur für die Praxis
Internetlinks

I. Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Einsatz von Schulhunden50

Abb. 2: Übersichtskarte Schulen mit Schulhunden mit Selbstverpflichtung51

Abb. 3: Das Drei-Faktoren-Modell der positiven Wirkung von Schulhunden58

II. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

III. Hinweise

Im Verlauf der Masterarbeit wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit durchgehend immer nur die männliche grammatische Form verwendet.

Zitate sind aus den genannten Quellen wörtlich übernommen worden, d.h. eventuelle Rechtschreib- und Grammatikfehler wurden ebenso übernommen wie sie in der Quelle abgedruckt waren.

1 Einleitung

In den letzten Jahren haben sich die Ausgangsbedingungen und die Aufgaben von Schule und Schulleitung durch den gesellschaftlichen Wandel und die Änderung der bildungspolitischen Rahmenvorgaben erheblich geändert.1 Deshalb muss „Schule neu denken lernen“.2 Schratz führt aus, dass im Spannungsfeld zwischen Bewahren (Reproduktion) und Verändern (Transformation) das Schulsystem gefordert sei. Es muss einerseits das demokratie- und bildungspolitisch relevante Wissen an die nächste Generation weiter geben und den gesellschaftlichen Fortschritt sichern sowie andererseits die Heranwachsenden in eine Gesellschaft einführen, „die sich intensiv verändert, deren Anforderungen mitreißend und heterogen sind und deren Zukunft unbestimmter ist denn je“.3 Das bedeutet, „dass die Schule als Übergang von der Familie zur Gesellschaft nicht nur ein Ort der Wissensvermittlung sein kann, sondern auch ein Ort, an dem sich die Jungen jene kulturellen und zivilisatorischen Fähigkeiten und Haltungen aneignen können, die sie für ein aktives Leben in einer offenen Gesellschaft brauchen werden“.4 Arnold verweist darauf, dass ein Wandel der Lernkultur deshalb auch davon abhängt, wie Lehrende mit den Anforderungen ihres Berufes umgehen und sich die Rollen der Lehrenden bereits gewandelt haben.5 Zudem fordert eine neue Lernkultur vielfältige Lernformen und Methoden. Arnold unterstützt die These von Schüßler und Thurnes, die besagt: „Lernformen und Methoden in einer neuen Lernkultur sind vielfältig und die Herausforderungen für das Weiterbildungspersonal bestehen darin, diese in entsprechenden Lernarrangements so zu kombinieren, dass Lernende optimal unterstützt werden“.6 Doch wie kann man Lernende und Lehrende optimal unterstützen? Eine neue Form bietet der Einsatz von Schulhunden im Unterricht. Der Einsatz von Schulhunden und die hundegestützte Intervention erfreuen sich zunehmender Popularität und Verbreitung; allerdings werden sie laut Flume erst seit einem vergleichsweise kurzen Zeitraum überhaupt in der Schule eingesetzt. Deshalb ist die Datenlage bisher relativ dürftig.7 Hinzu kommt, dass die Praxis der Theorie weit voraus ist. Vielfach werden Schulhunde ohne Ausbildung oder Prüfung mit in den Unterricht genommen. Meist haben diese lediglich eine Begleithundeausbildung absolviert. Auch ist die Definition eines Schulhundes noch sehr vermischt mit der eines Therapiehundes. Momentan existiert zudem häufig die Auffassung, wie Brüninghaus beschreibt, dass der Hund eine „mystische, lapidare Kuschelei“8 für die Schüler ist. Die Wirkungen des Schulhundes sind bisher nicht in ihrer gesamten Bandbreite theoretisch fundiert dargestellt worden. Tiergestützte Interventionen nehmen immer noch eine Randposition in Schulen ein, obwohl die positiven Wirkungen der Tiere auf den Menschen bereits erforscht wurden. Man kann mit einem Schulhund sehr gut Effekte auf sozial-emotionaler und kognitiver Kompetenzebene erzielen. Aber nicht nur soziale Kompetenzen werden nachweislich mit Tieren gefördert, sondern auch die emotionale Gesundheit, das Wohlbefinden der Schüler und ihre Leistungsfähigkeit, was in dieser Arbeit noch eingehend ausgeführt wird.

Meine Masterarbeit soll insgesamt eine theoretische Auseinandersetzung mit bestehenden Konstrukten und Studienergebnissen werden, um die bisher noch existenten Theorieabstinenzen zu überwinden und den Einsatz des Schulhundes im Unterricht wissenschaftlich zu begründen. Die Arbeit soll dazu beitragen, aufzuzeigen, weshalb gerade der Hund den Schülern als Lernbegleiter/ Lernpartner so nahe steht und welche verschiedenen positiven Effekte er bei den Schülern im Unterricht erzielen kann.

Meine Arbeitshypothese lautet demnach, dass ein Schulhund als Lernbegleiter/ Lernpartner das effektive Lernen der Schüler und ihre ganzheitliche Entwicklung im Unterricht fördert und somit zur Qualitätssteigerung des Unterrichts beiträgt.

Ziel der Arbeit ist es, herauszufinden, ob Schulhunde in ihrer Funktion als Lernbegleiter/ Lernpartner zur Qualitätssteigerung des Unterrichts beitragen können. Das Forschungsfeld der Theorien der Mensch-Tier-Beziehungen und das Forschungsfeld der Schulhundeleistung im Unterricht soll hierbei möglichst umfassend dargestellt werden.

2 Theoretischer Hintergrund

Die Beziehungen zwischen Menschen und Tieren wurden mit Hilfe von verschiedenen Hypothesen und Modellen in den letzten Jahrzehnten immer wieder versucht zu erklären. Diese Hypothesen, Theorien und Modelle sind nötig, um den Gesamtzusammenhang der Tier-Mensch-Beziehung verstehen und nachvollziehen zu können.9 Der theoretische Hintergrund bildet die Grundlagen für alle Erklärungsmodelle zur Mensch-Tier-Beziehung. Erst damit wird das professionelle Verstehen der Interaktion zwischen Mensch und Hund möglich. In Auseinandersetzung mit ausgewählten Studienergebnissen und Fachliteratur möchte ich darlegen, ob die hundegestützte Arbeit in der Schule die Schüler in ihrem Lernen und ihrer Entwicklung ganzheitlich unterstützt. Dabei werden die folgenden Schlüsselkonstrukte, Erklärungsmodelle, Theorien der Studienergebnisse und aktuelle wissenschaftliche Befund in meiner Arbeit reflektiert und diskutiert, um zu verdeutlichen, wie die Interaktion mit Hunden auf den Menschen in der Schule wirkt.

Flume zitiert in ihrer Schrift Otterstedt: „Nicht das Tier an sich – der Dialog mit ihm ist hilfreich und spricht unmittelbar unsere Gefühle an“.10 Mit einem Hund tritt der Mensch wesentlich ausgeprägter in einen Dialog als es z.B. mit einem Hasen, einer Maus oder Fischen der Fall wäre. Agsten gibt zu bedenken: „[…] Die Beziehung zwischen Menschen und Tieren [ist] allgemein immer im Kontext mit der menschlichen Kultur und Gesellschaft zu sehen“.11 Aus diesem Grund müsste man zusätzlich die geschichtliche Entwicklung zwischen Mensch und Tier betrachten und in Zusammenhang mit den verschiedenen Theorien darstellen, was in einem ausführlichen Rahmen in dieser Arbeit durch die begrenzte Seitenanzahl nicht möglich ist. Deshalb werde ich nur meine eigene Theorieerweiterung auf unser heutiges Zeitalter beziehen und dieses genauer beleuchten.

Um verstehen zu können, warum Tiere auf das Wohlbefinden von Menschen einen Einfluss haben, den Pädagogen unterstützen und somit Schüler fördern oder helfen können, Probleme zu bewältigen, werden im Folgenden die Erklärungsmodelle zur Mensch-Tier-Beziehung, speziell dem Hund erläutert. Diese Theorien sind die einschlägigen der bisherigen Forschung.

Neben den verschiedenen Theorien, die die elementaren Effekte der Tiere auf den Menschen erklären, existieren noch weitere Annahmen zur Motivationsförderung, Selbstwirksamkeitsförderung und Stressreduktion. „Sehr wahrscheinlich ist eine Synergie und Wechselwirkung der darin beschriebenen Faktoren“.12

2.1 Du-Evidenz

Ursprünglich stammt der Begriff von dem Denk- und Sprachpsychologen und Sprachtheoretiker Karl Bühler, der 1922 bereits die Beziehung zwischen Menschen damit beschreibt. Karl Bühler skizziert mit der Du-Evidenz, dass ein Mensch sein Gegenüber als Du wahrnimmt, es als Solches begreift und somit die vollständige Gewissheit (Evidenz) darüber hat, dass das Gegenüber ein Du, d.h. ein Individuum ist.13 1931 übertrug Geiger den Begriff auf die Mensch-Tier-Beziehung mit der Begründung, „dass ausdrucksfähige Tiere ähnliche emotionale und soziale Grundbedürfnisse besitzen und diese in ihrer Körpersprache den Ausdrucksformen des Menschen ähneln, somit verstehbar sind“.14 /15 Agsten zitiert Greiffenhagen, der die Du-Evidenz mit einem Satz genau auf den Punkt bringt, demnach bezeichnet nämlich die Du-Evidenz „die Tatsache, dass zwischen Menschen und höheren Tieren Beziehungen möglich sind, die denen entsprechen, die Menschen unter sich bzw. Tiere unter sich kennen“.16 Rossol merkt an, dass bei der Rede von „höheren Tieren“ die Tiere gemeint sind, die den „niederen Tieren“ entwicklungstechnisch überlegen sind. Diese Begriffe stammen aus Charles Darwins Entwicklungshierarchie der Tierwelt.17 „Mit Du-Evidenz bezeichnet man die Tatsache, dass zwischen Menschen und Tieren höheren Beziehungen möglich sind, die denen entsprechen, die Menschen unter sich bzw. Tiere unter sich kennen.“18 „Besonders die persönlichen Erlebnisse, die subjektiven Einstellungen und die authentischen Gefühle sind entscheidend für die Entwicklung der Du-Evidenz.“19 /20 /21 Da also subjektive Einstellungen, authentische Gefühle und persönliche Erfahrungen notwendig sind, benötigt man als Voraussetzung auch eine gemeinsame Basis auf der eine Beziehung entwickelt werden kann. Flume schreibt, dass die Gemeinschaft zwischen Tieren und Menschen auf einer tiefen emotionalen Vertrautheit gründet.22

Die Du-Evidenz gilt als Voraussetzung für eine pädagogische Arbeit mit Tieren. „Die Initiative dieser Beziehung geht dabei meist vom Menschen aus.“23 Unerheblich ist dabei jedoch, ob das Tier diese Evidenz des Menschen erwidert; nur der Mensch muss davon überzeugt sein und die subjektive Gewissheit haben, dass es sich um eine Partnerschaft handelt.24 Da die Du-Evidenz hauptsächlich aus Erleben und Emotionen besteht, kann sie auch einseitig bestehen.25 Müller relativiert ebenfalls und schreibt, dass Tiere therapeutisch und pädagogisch helfen können, geschehe bereits beim Betrachten und Füttern von Aquarienfischen.26 Allerdings könne auch eine Partnerschaft zu einem Tier entstehen, „welche kaum noch Unterschiede zu zwischenmenschlichen Beziehungen erkennen lässt“.27 „Je ähnlicher die Tiere dem Menschen im Ausdrucksverhalten sowie in den Empfindungen und in der sozialen Organisation sind, desto leichter kann eine Beziehung eingegangen werden. Die Beziehung von Mensch und Tier ist vor allem durch eine emotionale Verbundenheit geprägt, welche durch persönliche Erlebnisse miteinander aufgebaut wird.“28 Eine Du-Evidenz wird durch Identifikationsmöglichkeiten mit dem Tier, besonders mit Hunden und über Interaktion aufgebaut.29 Flume berichtet, dass Menschen besonders häufig soziale Beziehungen mit Hunden und Pferden eingehen, weil sie mit diesen Lebewesen sozial miteinander in Kontakt stehen oder sogar miteinander leben.30 Der Mensch kann mit einem Hund eine Kommunikationsebene finden, die einen Dialog zwischen dem Ich und dem Du, in diesem Fall dem Hund fördert. Bei dieser Kommunikation ist die einfachste Form des Dialoges die Imitation des Dialogparts des anderen. Diese Kommunikationsebene ist ausreichend, um etwas zu verändern.31 Olbrich schreibt: „Aber bereits die Bestätigung der Imitation vermittelt uns das Gefühl des Angenommenwerdens und wir öffnen uns […]. Weil das Du uns annimmt, trauen wir uns mehr zu. Unser Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl steigt, unsere körperlichen, seelischen und geistigen, unseren sozialen Talente werden be- bzw. gestärkt.“32 Menschen und Tiere bemühen sich nach Schmidt um eine gemeinsame Kommunikations- und Beziehungsebene. Bei der Theorie der Du-Evidenz ist der Hund der Dialogpartner des Menschen.33 Wichtig ist es festzuhalten, dass durch die Du-Evidenz eine ganze Bandbreite nahegelegter Zuwendungen möglich ist. Kinder sind noch offener für eine Du-Evidenz als Erwachsene, was ich in Kapitel3(Kinder-Tier-Beziehungen) näher ausführe.34

2.2 Biophilie - Hypothese

Der zusammengesetzte Begriff Biophilie stammt aus dem Griechischen (bios „Leben“ und philia „Liebe“) und bedeutet „Leben und Vorliebe, Liebhaberei, Neigung.“35 Der Begriff soll die Frage erklären „Warum sucht der Mensch die Nähe von Tier und Natur?“36 Der amerikanische Biologe Edward Wilson, der die Biophilie-Hypothese 1984 aufstellte, setzt voraus, „dass jeder Mensch sich für den Kontakt zu Tieren interessiert, ja sogar Beziehungen zu Tieren herstellen möchte.“37 Wilson erklärt die Bindung des Menschen als natürliche Reaktion auf das Bewusstsein, von ihr abhängig zu sein.38 Er geht davon aus, dass „der Mensch über Millionen Jahre hinweg eine biologisch begründete Verbundenheit mit der Natur und eine Bezogenheit zu all jenen in ihr beheimateten Lebewesen ausbildete, die ihn im Laufe seines evolutionären Entwicklungsprozesses geprägt und beeinflusst haben“.39 Dieses komplexe Regelwerk betrifft im Endeffekt das Verhalten, die Gefühle und die spirituelle Entwicklung des Menschen.40 Die Biophilie - Hypothese geht also „von einer dem Menschen eigen vererbten emotionalen Affinität zur Natur aus, die dafür sorgt, dass gerade in Zeiten der Industrialisierung und Naturentfremdung die Begegnungen mit Tieren stellvertretend für die Begegnung mit der Natur zum Trend wird, dem sich immer mehr Menschen zuwenden“.41

Die Biophilie-Hypothese setzt also voraus, dass der Mensch die Natur bewusst sucht und das in der heutigen Gesellschaft wesentlich stärker als noch vor einigen Jahrhunderten.

Nach Kellert ist Biophilie „eine physische, emotionale und kognitive Hinwendung zu Leben und zu Natur […], die eine fundamentale Bedeutung für die Entwicklung der Person hat.“42

Es existiert eine natürliche Verbundenheit des Menschen zu Lebewesen und natürlichen Lebensräumen. Demnach hat der Mensch trotz einer naturentfremdeten Lebensweise eine „biologische Affinität zum Leben und zur Natur.“43 Dadurch folgert Brüninghaus, „dass ein Kontakt bzw. eine Beziehung zu einem Tier dem Menschen einen Zugang zu seinen Wurzeln und sich selbst ermöglicht.“44

Im Zeitalter der Industrialisierung und der Massenmedien kommt der gesundheitsfördernde Aspekt durch die Begegnung mit Tieren hinzu. Es werden dadurch allgemein positive Wirkungen, die auf vielfältige Weise gesundheitsfördernd sind, erzielt.45 Damit ist der Kontakt des Menschen zur Natur eine unabdingbare Notwendigkeit. Die Auswirkungen dieses Kontakts wurden bereits an Babys festgestellt. Flume zitiert Studien, die belegen, dass bereits für Babys lebendige Tiere interessanter sind und diese länger betrachtet werden als unbelebte Dinge.46 „Mit Lebewesen verbinden Säuglinge die Fähigkeit zu selbstinitiierter Bewegung, zu intentionalem Handeln und zur Kommunikation, während die genannten Eigenschaften nicht mit unbelebten Dingen assoziiert sind.“47 Mit der Hinwendung zum Lebendigen, die bereits beim Säugling vorhanden ist, kommt Olbrich zu dem Schluss, dass „Tiere Lebenssituationen vervollständigen oder ergänzen“.48 Durch den Kontakt zum Tier wird eine dem Menschen evolutionär bekannte Situation geschaffen, „in der er sich orientiert und beheimatet fühlt“.49 Allerdings gibt Rossol zu bedenken, dass „die Neugier oder die Empathie zu Tieren beziehungsweise dem Ökosystem individuell stark oder gering ausgebildet [sei]“ und nicht einer generellen Ausprägungsstärke folge.“50 Kellert stellt 1993 neun Aspekte dieser Verbundenheit heraus, d.h. neun Aspekte, die die Wirkung der Biophilie auf den Menschen näher beschreiben und nicht nur positiv sind:

- Utilitaristischer Aspekt: Dieser Aspekt bezieht sich auf den Nutzen, den die Natur der Menschheit bietet. Die Menschen finden Nahrung in der Natur, sowie das Fell der Tiere, das genutzt wird oder Tiere selbst, die als Arbeitskräfte eingesetzt werden können.
- Naturalistischer Aspekt: Dieser Aspekt zeigt die natürliche Verbundenheit und die daraus resultierende Entspannung beim Kontakt zur Natur.
- Ökologisch-wissenschaftlicher Aspekt: Bei diesen Aspekt geht es um das aufmerksame Beobachten und eine Analyse der Strukturen, die Wissen bringt. Das Zusammenwirken von lebenden und nicht lebenden Elementen in der Natur wird im ökologischen Aspekt erfasst. Der wissenschaftliche Aspekt ist auf die Analyse und das genaue Auseinandersetzen mit der Natur ausgerichtet.
- Ästhetischer Aspekt: Hierbei wird durch den Kontakt zu Tieren oder der Natur eine Inspiration sowie ein Harmoniegefühl erlangt. Damit lässt sich der Drang nach frischer Luft und Natur erklären.51 Die Menschen fühlen sich von der Schönheit und Anmut der Natur angezogen.
- Symbolischer Aspekt: Symbolisch gibt die Natur verschiedene Codes vor, an denen sich der Verstand und die Sprache des Menschen orientieren. Die Natur zeigt verschiedene Kategorien, z.B. wenn es darum geht, etwas zu genießen, jemandem zu drohen oder sich über etwas zu freuen, die der Mensch in seinem Leben kopiert.
- Humanistischer Aspekt: Dieser Aspekt bezieht sich auf die tief erlebte emotionale, positive Verbundenheit mit der Natur und das Erleben eines Gemeinschaftsgefühls oder auf den Aufbau einer Bindung zu Tieren. Um die Einsamkeit abwenden zu können und ein Gefühl der Gemeinschaft zu erleben, umgibt sich der Mensch mit Tieren.52 Dies kann mit der Bereitschaft zu teilen und Fürsorge zu tragen, einhergehen.
- Moralischer Aspekt: Bei diesem Aspekt wird die Verantwortung gegenüber der Natur sowie die Ehrfurcht vor ihr betont. Als Beispiel führt Krepetin an, dass es für einen Menschen undenkbar ist an einem weinenden Kind oder einem hungrigen Tier vorbeizugehen.53
- Dominanz-Aspekt: Hierbei geht es darum, die Natur zu dominieren, d.h. zu beherrschen und Kontrolle über sie und anderes Leben auszuüben. Die Theorie folgert, dass Menschen sich diese Beherrschung der Natur zu Nutze gemacht haben, um gezielt Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erlernen.
- Negativistischer Aspekt: Dieser Aspekt hebt die Angst des Menschen vor der Natur hervor.54 /55

Der Mensch ist letztendlich notwendigerweise biologisch auf eine Koexistenz mit Tier und Natur angewiesen.

„Aufgrund der Ähnlichkeit des sozialen Gehirns und der Mechanismen in Sozialbeziehungen bei Mensch und Tier sind die Voraussetzungen für den Aufbau echter Sozialbeziehungen, auch über die Artgrenze hinweg gegeben. Darüber hinaus sind die meisten Menschen an Interaktionen und Beziehungen mit anderen Lebewesen interessiert – sie sind biophil.“56

2.3 Bindungstheorie

Die Bindungstheorie begründet sich zunächst auf John Bowlby (1969) und Ainsworth (1963,1972). Die Forscher stellten ein Modell auf, das die Mechanismen in emotional relevanten, langfristigen Beziehungen zwischen Menschen, besonders zwischen Mutter und Kind, erklärt.57 Andrea Beetz leitet hiervon Aspekte der Bindungstheorien zur Erklärung der Mensch-Tier-Beziehung ab. „Die Übertragung auf die Mensch-Tier-Beziehung beinhaltet, dass Tiere für den Menschen Bindungsobjekte darstellen und positive Bindungserfahrungen mit einem Tier möglicherweise auf die soziale Situation mit Menschen übertragen werden können.“58 Rauh fasst 2002 das Konzept der Bindungstheorie zusammen und führt an, „dass die frühen sozial-emotionalen Interaktionserfahrungen eine Erwartungsfolie oder ein Erwartungsmodell für künftige Beziehungen zu möglichen Vertrauenspersonen bilden“.59

Erfahrungen, die ein Kind in der Bindung zu einer Bezugsperson gemacht oder nicht gemacht hat, sind grundlegend für die sozial-emotionale Entwicklung. Damit werden im Laufe der Entwicklung Bindungsfähigkeit, Empathie und Sozialverhalten ausgebildet. Die Entwicklung eines Kindes kann trotz negativer Erfahrungen durch sehr intensive positive Bindungserfahrungen wieder positiv beeinflusst werden. Andra Beetz stellt die These auf, dass Tiere ebenso Bindungspartner für Menschen sein können und sogar eine mit einem Tier erlebte positive Bindungserfahrung auf zwischenmenschliche Situationen übertragbar ist. „Tiere ermöglichen somit auch Menschen, die bisher mit anderen Menschen eher schlechte Erfahrungen gemacht haben und daher kein Vertrauen mehr aufbauen, eine intensive Beziehung. Außerdem eröffnen sie damit die Bereitschaft, sich Mitmenschen gegenüber doch zu öffnen, da dies in der Beziehung mit dem Tier positiv erlebt wurde.“60

Die Bindungstheorie setzt eine Ähnlichkeit der physiologischen Strukturen zwischen Mensch und Hund voraus, ein sogenanntes „soziales Gehirn“.61 Der Hund kann durch diese physiologischen Strukturen ein Bindungsobjekt für den Menschen darstellen. Somit kann zwischen Menschen und Hunden auch eine wechselseitige Sozialbeziehung, die auf jeder Seite ein Bindungs- und Fürsorgeverhalten verursacht, entstehen. „Gerade bei Kindern, die ein unsicheres Bindungsmuster erlernt haben, ist die sichere Bindung zu einem Hund langfristig positiv für die Entwicklung des Emotional- und Sozialverhaltens.“62 Ein Kind hat durch diese Bindung die Chance bei Angst und Stress einen sicheren Kontakt beim Hund zu suchen. Das Kind erhält Schutz und kann auf diese Weise Emotionen regulieren.63 /64 Hierzu existieren weitere Studien der Verhaltensforscher Covert, Julius, Mallon und Melson, welche die Bindung zwischen Menschen und Tieren untersuchten. Die Studien zeigen beispielsweise, dass Menschen häufiger eine sicherere Bindung zu einem Tier pflegen als zu einem anderen Menschen. Die Forscher vermuten, dass dies ein Effekt der leichteren Einschätzbarkeit von Tieren ist. Das Verhalten von Hunden ist nämlich konstant und authentisch, wenn ein geschulter Besitzer dem Hund die Voraussetzungen dazu ermöglicht. Hunde akzeptieren den Menschen bedingungslos, wenn sie nicht durch eine überforderte Haltung gestresst werden. Hinzu kommt, dass der Körperkontakt zu einem Tier bedenkenloser stattfinden kann als zu einem anderen Menschen.65 „Sie [(die Tiere)] können als bedeutende Beziehungspartner, als sicherer Bezugspunkt […] fungieren; sie spenden Trost und geben Sicherheit und Zuwendung und dies evtl. in einem subjektiv vergleichbar empfundenen Ausmaß wie eine sichere Bindungsfigur.“66 Solche Bindungen sind für die menschliche Psyche und die psychische Gesundheit von unermesslicher Bedeutung. Besonders finden sich die positiven Auswirkungen der Mensch-Tier-Bindung hinsichtlich der emotionalen und sozialen Befriedigung der Bedürfnisse des Menschen. Gerade Kinder profitieren von der Nähe eines Tieres.67 „Für die Entwicklung einer Persönlichkeit kann der Umgang mit Tieren hilfreich sein, um die Integration von Denken und Fühlen herzustellen. Konkret heißt das, dass das Gleichgewicht zwischen Denken, dem Nutzen der Intelligenz und Bindungen beziehungsweise Emotionen durch ein Tier verstärkt wird.“68

Soziale Unterstützung ist das effektivste Mittel zur Stressregulation. „Im Gegensatz zur Lehrkraft und anderen Personen kann ein Hund jedoch auch bei Kindern mit unsicheren Bindungsmustern nachweislich Stressreaktionen und langfristig die Lehrer-Schüler-Beziehung günstig beeinflussen. Denn die Beziehung zu vertrauten Tieren erfüllt bei den meisten Menschen die Funktion einer sicheren Bindung, unabhängig davon wie die Bindung zu Menschen aussieht. Darauf begründet sich das große Potenzial hundegestützter Interventionen für Kinder mit unsicheren Bindungsmustern.“69

2.3.1 Der Hund als Bindungspartner

Krepetin erklärt, dass bei der Auseinandersetzung mit der geschichtlichen Entwicklung der Mensch-Tier-Beziehung auffällt, „dass der Hund schon immer eine intensivere Bindung zum Menschen hatte, als andere Tiere“.70

Eine Bindungsbeziehung weißt nach Ainsworth (1991) folgende Kriterien für (sichere) Bindungsfiguren auf:

- „- Die Person ist eine zuverlässige Bezugsquelle für Trost, vermittelt ein Gefühl der Sicherheit und dient als sichere Basis für Exploration.
- Sie wird in belastenden Situationen bzw. bei emotionalem Stress aufgesucht, fungiert also als sicherer Hafen.
- Die physische Nähe zu dieser Person ist mit positiven Emotionen gekoppelt, es wird also versucht, die Nähe zu ihr aufrechtzuerhalten.
- Die Trennung von dieser Person ist mit Trennungsschmerz verbunden.“71

Für die Mensch-Hund-Beziehung treffen fast alle Kriterien zu. Denn viele Besitzer haben eine enge Bindung zu ihrem Hund. Sie vermissen ihr Tier, fühlen sich in dessen Nähe wohl, erkunden mit ihm ihre Umgebung und gerade Kinder suchen bei ihm Trost und Kontakt bei emotionaler Belastung.72

Beetz stellt konkret die Frage, was nun die Bindung zum Tier von der Bindung zu einem anderen Menschen unterscheide?73 Sie argumentiert, dass Studien belegen, dass mehr Menschen eine sichere Bindung zu ihrem Tier entwickeln, als eine sichere Bindung zu Menschen. Ca. 75% der Kinder mit einem Haustier suchen bei diesem Trost und Unterstützung. Es scheint demnach einfacher, eine sichere Bindung zu einem Hund als zu einem Menschen aufzubauen. Erklärt werden kann dies laut Beetz über die Merkmale von Hunden. „Sie sind leichter in ihrem Verhalten einzuschätzen, relativ konstant und authentisch in ihrem Beziehungsverhalten und akzeptieren den Menschen unabhängig von Normen bedingungslos.“74 Man hat keine Angst vor einer Zurückweisung, denn diese spielt in der Mensch-Tier-Beziehung kaum eine Rolle. Hunde sind vom Aussehen und Verhalten her vom Menschen deutlich zu unterscheiden, deshalb findet keine Transmission unsicherer Bindungsmuster statt. Ein weiterer Aspekt ist der häufige und positive Körperkontakt zum Hund, der entsprechende physiologische Reaktionen auslöst und die Entwicklung einer sicheren Bindung darstellt.75 Beetz zitiert Prato-Pevide, der festgestellt hat, dass die Hemmschwelle, ein freundliches Tier zu streicheln, wesentlich geringer sei, als Körperkontakt zu einem Menschen aufzunehmen.76 Im Alltag bestätigt sich diese Feststellung, denn anstatt Körperkontakt zu Mitschülern oder Lehrern zu suchen, streicheln Schüler lieber den Schulhund, was nicht nur einfacher, sondern auch sozial akzeptabler ist.77

Auch das Pflegeverhalten gegenüber einem Hund ist wesentlich einfacher als gegenüber einem Kleinkind oder Partner. Das liegt daran, dass die Bedürfnisse eines Hundes weniger komplex sind und es die „Andersartigkeit des Tieres ist, die der Person erlaubt, nach natürlicher Veranlagung der Primärstrategie, also mit angemessenem und feinfühligem Pflegeverhalten, zu reagieren.“78

Insgesamt kann festgehalten werden, dass in einer Mensch-Hunde-Beziehung die Wahrscheinlichkeit wesentlich höher ist, dass sich eine sichere Bindung und Pflegeverhalten entwickeln. Dies gilt gerade auch für Kinder und Menschen mit unsicheren Bindungsmustern.79

2.3.2 Oxytocin-System-Theorie

Das Hormon Oxytocin wird auch als Bindungs-Hormon oder Kuschel-Hormon bezeichnet.80 Die Oxytocin-System-Theorie „erklärt den positiven Effekt von Hunden auf den Menschen durch die Ausschüttung des Hormons Oxytocin bei Wärme und positiver Berührung“.81 Die Effekte des Oxytocins sind vielfältig und es ist wichtig, zu verstehen, wieso dieses Hormon erheblich zur Erklärung positiver Wirkungen von Hunden auf den Menschen beiträgt und welche Implikationen sich darauf für die hundegestützte Pädagogik ergeben.82 Die Produktion des Hormons findet im Hypothalamus, also im basalen Zwischenhirn, statt. Sobald Nerven, die das Hormon Oxytocin erhalten, z.B. durch Berührung stimuliert werden, gelangt das Hormon in den Blutkreislauf und das Gehirn. Das Hormon wird besonders beim Stillen von Babys, bei Wärme und beim Streicheln ausgeschüttet.83 Die Verhaltensforscher Odendaal und Meintjes fanden 2003 heraus, dass sich der Oxytocinspiegel im Blut auch durch das Streicheln eines Hundes erhöht und das für die Dauer von etwa einer Stunde. Die Forscher nehmen an, dass dies damit zusammenhängt, „dass sich Menschen von trainierten und gut geführten Tieren uneingeschränkt akzeptiert fühlen“.84 Das Hormon Oxytocin hat folgende physiologische Effekte: Es

- „verringert die Spiegel von Stresshormonen wie Kortisol bei Mensch und Tier, vor allem in Reaktion auf einen sozialen Stressor;
- vermindert Blutdruck und Herzfrequenz für mehrere Stunden und erhöht die periphere Hautdurchblutung;
- hat eine entzündungshemmende Wirkung, setzt die Schmerzgrenze herauf und erhöht die Funktion des parasympathischen Nervensystems und des endokrinen Systems, die mit Verdauung, Wachstum, Heilung und Erholung in Zusammenhang stehen; es wirkt also gesundheitsfördernd.“85

Zudem kommen psychologische Effekte und Verhaltenseffekte hinzu: Es

- „vermindert Angst, vor allem in Zusammenhang mit sozialem Stress;
- stimuliert soziale Interaktionen und fördert mütterliches Pflegeverhalten;
- fördert die Bindung zwischen Mutter und Kind und zwischen Partnern;
- vermindert Depressivität;
- führt zu vermehrtem Augenkontakt;
- verbessert soziale Kompetenz;
- vermindert Aggressivität;
- fördert die Empathie und die Erinnerung für Gesichter;
- führt zu einer positiveren Selbstwahrnehmung;
- unterstützt Lernen durch Konditionierung.“86

Insgesamt reduziert das Hormon maßgeblich Stress, Angst und Depressivität. Es fördert dagegen Erholung, Wachstum und Heilung. Das Hormon stimuliert zudem soziale Interaktion, Vertrauen, Lernen durch Konditionierung und es fördert eine positive Selbstwahrnehmung.87 Dem Hormon Oxytocin wird eine Schlüsselrolle für die Arbeit in der hundegestützten Pädagogik zugeschrieben.88 Man erkennt, dass es zwischen den Effekten von Tieren auf Menschen und den Effekten von Oxytocin eine große Überschneidung gibt.89 Gerade das Wissen um die Oxytocin-System-Theorie und deren Zusammenhänge ermöglicht eine konkrete Planung und Steuerung der Interaktionen zwischen Schülern und dem Hund, um z.B. eine Stressreduktion zu erzielen.90 Es existieren bereits mehrere Studien zum Einfluss der Interaktion mit Tieren auf das Oxytocin-System. Beetz führt Odendaal an, der herausfand, dass ein signifikanter Anstieg von Oxytocin im Blut bei Mensch und Hund erfolgt, nachdem die Studienteilnehmer den Hund für 5 - 24 Minuten gestreichelt hatten. Der Effekt war beim eigenen Hund sogar noch größer als bei einem unbekannten. Das wiederum zeigt, dass die Ausschüttung von Oxytocin eng mit der Qualität der Beziehung zwischen Mensch und Hund verknüpft ist.91 Ein weiterer wichtiger Effekt von Oxytocin ist die positive Selbstwahrnehmung. Menschen berichten, dass sie sich von ihrem Tier angenommen fühlen, so wie sie sind. „Diese uneingeschränkte Akzeptanz, die Tiere Menschen gegenüber zeigen oder die Menschen subjektiv so empfinden, wird üblicherweise als Aschenputtel-Effekt bezeichnet.“92 Obwohl sich auch Eltern und Lehrer um uneingeschränkte Akzeptanz von Kindern und Schülern bemühen, wird dies vom Gegenüber seltener so empfunden. Durch schlechte Vorerfahrungen und dem Wissen um gesellschaftliche Normen, stehen viele Menschen dieser uneingeschränkten Akzeptanz auch sehr misstrauisch gegenüber. Während Menschen einander nach sozialen Normen beurteilen, tun Tiere das nicht.93 „Das Gefühl, akzeptiert zu werden, ist jedoch eng mit einer positiven Selbstwahrnehmung verbunden, genauso wie Oxytocin. […] Uneingeschränkte Akzeptanz und das Erfahren von sozialer Unterstützung ist Bestandteil einer jeden vertrauensvollen Beziehung und Grundlage einer psychisch gesunden Entwicklung.“94

Julius u.a. widmen in ihrem Werk ein gesamtes Kapitel dem Oxytocin und seinen Wirkungen. Diese genaue Darstellung würde den Rahmen meiner Arbeit nicht zulassen. Deshalb möchte ich nur auf das entsprechende Kapitel verweisen.95 Es sind „wahre“ Beziehungen zwischen Menschen und Hunden möglich, „und es liegt nahe, dass Oxytocin auch in diesen Beziehungen freigesetzt werden kann. Daher nehmen wir an, dass das Oxytocin-System auch die zentrale neurobiologische Struktur hinter den beziehungsfördernden und stress- und angstreduzierenden Effekten bildet, die mit Mensch-Tier-Interaktionen assoziiert sind.“96

Es ist anzunehmen, dass die gleichen Mechanismen in positiven Mensch-Tier-Beziehungen wirksam sind, wie es auch in der Mutter-Kind-Beziehung ist.97 Dieser Vergleich in den Auswirkungen ist von sehr großer Bedeutung.

[...]


1 Vgl. Schratz, Michael: Pädagogisches Leadership. Studienbrief SM0210. Schulmanagement. 3. Auflage. Technische Universität Kaiserslautern. Kaiserslautern, 2013. S. 4

2 Ebd. S. 80

3 Ebd. S. 3

4 Ebd. S. 3

5 Vgl. Schüssler, Ingeborg: Lernkulturwandel und Projektmanagement. Studienbrief SM0120. Schulmanagement. Technische Universität Kaiserslautern. Kaiserslautern, 2008. S. 16

6 Vgl. Arnold, Rolf: Lernkulturwandel durch Kompetenzentwicklung. Studienbrief SM0110. Schulmanagement. Technische Universität Kaiserslautern. Kaiserslautern, 2013. S. 25

7 Vgl. Flume, Jennifer: Der Hund im Klassenzimmer. Was kann hundegestützte Pädagogik leisten? Norderstedt: Studylab, 2017. S. 9

8 Vgl. Brüninghaus, Cindy: Hunde als Medium in der Sozialpädagogik. Grundlagen und Möglichkeiten für den Einsatz eines Hundes in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Hamburg: Bachelor und Master Publishing, Imprint der Diplomica Verlag GmbH, 2014. S. 3

9 Vgl. Agsten, Lydia: HuPäSch. Hunde in die Schulen – und alles wird gut!? Norderstedt: Books on Demand GmbH, 2009. S. 29

10 Vgl. Flume, Jennifer: Der Hund im Klassenzimmer. Was kann hundegestützte Pädagogik leisten? Norderstedt: Studylab, 2017. S. 12

11 Vgl. Agsten, Lydia: HuPäSch. Hunde in die Schulen – und alles wird gut!? Norderstedt: Books on Demand GmbH, 2009. S. 16

12 Vgl. Müller, Alena: Hundegestützte Pädagogik. Eine Einführung. Hamburg: Bachelor und Master Publishing, Imprint der Diplomica Verlag GmbH, 2015. S. 20

13 Ebd. S. 23

14 Vgl. Brüninghaus, Cindy: Hunde als Medium in der Sozialpädagogik. Grundlagen und Möglichkeiten für den Einsatz eines Hundes in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Hamburg: Bachelor und Master Publishing, Imprint der Diplomica Verlag GmbH, 2014. S. 15 f.

15 Vgl. Müller, Alena: Hundegestützte Pädagogik. Eine Einführung. Hamburg: Bachelor und Master Publishing, Imprint der Diplomica Verlag GmbH, 2015. S. 23

16 Vgl. Agsten, Lydia: HuPäSch. Hunde in die Schulen – und alles wird gut!? Norderstedt: Books on Demand GmbH, 2009. S. 30

17 Vgl. Schmidt, Annika: Tiergestützte Pädagogik als Chance für verhaltensauffällige Kinder. Am besonderen Beispiel der Canepädagogik. Norderstedt: GRIN Verlag, 2009. S. 21

18 Vgl. Vernooij, Monika; Schneider, Silke: Handbuch der Tiergestützten Intervention: Grundlagen-Konzepte-Praxisfelder. 3. Auflage. Wiebelsheim: Quelle und Meyer, 2013. S. 7

19 Vgl. Agsten, Lydia: HuPäSch. Hunde in die Schulen – und alles wird gut!? Norderstedt: Books on Demand GmbH, 2009. S.30

20 Vgl. Flume, Jennifer: Der Hund im Klassenzimmer. Was kann hundegestützte Pädagogik leisten? Norderstedt: Studylab, 2017. S. 14

21 Vgl. Brüninghaus, Cindy: Hunde als Medium in der Sozialpädagogik. Grundlagen und Möglichkeiten für den Einsatz eines Hundes in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Hamburg: Bachelor und Master Publishing, Imprint der Diplomica Verlag GmbH, 2014. S. 15

22 Vgl. Flume, Jennifer: Der Hund im Klassenzimmer. Was kann hundegestützte Pädagogik leisten? Norderstedt: Studylab, 2017. S. 13

23 Vgl. Schmidt, Annika: Tiergestützte Pädagogik als Chance für verhaltensauffällige Kinder. Am besonderen Beispiel der Canepädagogik. Norderstedt: GRIN Verlag, 2009. S. 21

24 Ebd. S. 21

25 Ebd. S. 21

26 Vgl. Müller, Alena: Hundegestützte Pädagogik. Eine Einführung. Hamburg: Bachelor und Master Publishing, Imprint der Diplomica Verlag GmbH, 2015. S. 24

27 Ebd. S. 24

28 Vgl. Brüninghaus, Cindy: Hunde als Medium in der Sozialpädagogik. Grundlagen und Möglichkeiten für den Einsatz eines Hundes in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Hamburg: Bachelor und Master Publishing, Imprint der Diplomica Verlag GmbH, 2014. S. 15f.

29 Ebd. S. 16

30 Vgl. Flume, Jennifer: Der Hund im Klassenzimmer. Was kann hundegestützte Pädagogik leisten? Norderstedt: Studylab, 2017. S. 14

31 Ebd. S. 14

32 Vgl. Olbrich, Erhard: Biophilie: Die archaischen Wurzeln der Mensch-Tier-Beziehung. In: Olbrich, Erhard; Otterstedt, Carola (Hrsg.): Menschen brauchen Tiere. Grundlagen und Praxis der tiergestützten Pädagogik und Therapie. Stuttgart: Kosmos, 2013. S. 68-76. S. 65

33 Vgl. Flume, Jennifer: Der Hund im Klassenzimmer. Was kann hundegestützte Pädagogik leisten? Norderstedt: Studylab, 2017. S. 14

34 Vgl. Krepetin, Julia: Der Schulhund als Chance zur Integration im Klassenverband. Auswirkungen der hundegestützten Pädagogik auf Außenseiter/-innen. Norderstedt: GRIN, 2013. S. 15

35 Vgl. Müller, Alena: Hundegestützte Pädagogik. Eine Einführung. Hamburg: Bachelor und Master Publishing, Imprint der Diplomica Verlag GmbH, 2015. S. 20

36 Vgl. Rossol, Marlen: Wie viel pädagogisches Potenzial steckt im Schulhund? Ein kritischer Blick auf theoretische, empirische und praktische Hintergründe. Norderstedt: GRIN Verlag, 2013. S. 11

37 Vgl. Müller, Alena: Hundegestützte Pädagogik. Eine Einführung. Hamburg: Bachelor und Master Publishing, Imprint der Diplomica Verlag GmbH, 2015. S. 20

38 Ebd. S. 20

39 Vgl. Flume, Jennifer: Der Hund im Klassenzimmer. Was kann hundegestützte Pädagogik leisten? Norderstedt: Studylab, 2017. S. 13

40 Vgl. Flume, Jennifer: Der Hund im Klassenzimmer. Was kann hundegestützte Pädagogik leisten? Norderstedt: Studylab, 2017. S. 13

41 Ebd. S. 13

42 Vgl. Brüninghaus, Cindy: Hunde als Medium in der Sozialpädagogik. Grundlagen und Möglichkeiten für den Einsatz eines Hundes in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Hamburg: Bachelor und Master Publishing, Imprint der Diplomica Verlag GmbH, 2014. S. 15

43 Ebd. S. 15

44 Ebd. S. 15

45 Vgl. Agsten, Lydia: HuPäSch. Hunde in die Schulen – und alles wird gut!? Norderstedt: Books on Demand GmbH, 2009. S. 30

46 Vgl. Flume, Jennifer: Der Hund im Klassenzimmer. Was kann hundegestützte Pädagogik leisten? Norderstedt: Studylab, 2017. S. 13

47 Ebd. S. 13

48 Vgl. Olbrich, Erhard: Biophilie: Die archaischen Wurzeln der Mensch-Tier-Beziehung. In: Olbrich, Erhard; Otterstedt, Carola (Hrsg.): Menschen brauchen Tiere. Grundlagen und Praxis der tiergestützten Pädagogik und Therapie. Stuttgart: Kosmos, 2003. S. 68-76. S.76

49 Vgl. Flume, Jennifer: Der Hund im Klassenzimmer. Was kann hundegestützte Pädagogik leisten? Norderstedt: Studylab, 2017. S. 13

50 Vgl. Rossol, Marlen: Wie viel pädagogisches Potenzial steckt im Schulhund? Ein kritischer Blick auf theoretische, empirische und praktische Hintergründe. Norderstedt: GRIN Verlag, 2013. S. 11

51 Ebd. S. 11

52 Ebd. S. 12

53 Vgl. Krepetin, Julia: Der Schulhund als Chance zur Integration im Klassenverband. Auswirkungen der hundegestützten Pädagogik auf Außenseiter/-innen. Norderstedt: GRIN, 2013. S. 13

54 Vgl. Agsten, Lydia: HuPäSch. Hunde in die Schulen – und alles wird gut!? Norderstedt: Books on Demand GmbH, 2009. S. 30

55 Vgl. Krepetin, Julia: Der Schulhund als Chance zur Integration im Klassenverband. Auswirkungen der hundegestützten Pädagogik auf Außenseiter/-innen. Norderstedt: GRIN, 2013. S. 13f.

56 Vgl. Beetz, Andrea: Hunde im Schulalltag. Grundlagen und Praxis. 3., überarbeitete Auflage. München, Basel: Ernst Reinhardt, 2015. S. 92

57 Vgl. Agsten, Lydia: HuPäSch. Hunde in die Schulen – und alles wird gut!? Norderstedt: Books on Demand GmbH, 2009. S. 83

58 Ebd. S. 31

59 Ebd. S. 31

60 Vgl. Brüninghaus, Cindy: Hunde als Medium in der Sozialpädagogik. Grundlagen und Möglichkeiten für den Einsatz eines Hundes in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Hamburg: Bachelor und Master Publishing, Imprint der Diplomica Verlag GmbH, 2014. S. 16

61 Vgl. Müller, Alena: Hundegestützte Pädagogik. Eine Einführung. Hamburg: Bachelor und Master Publishing, Imprint der Diplomica Verlag GmbH, 2015. S. 21

62 Ebd. S. 21

63 Ebd. S. 21

64 Vgl. Beetz, Andrea: Hunde im Schulalltag. Grundlagen und Praxis. 3., überarbeitete Auflage. München, Basel: Ernst Reinhardt, 2015. S. 81fff.

65 Vgl. Müller, Alena: Hundegestützte Pädagogik. Eine Einführung. Hamburg: Bachelor und Master Publishing, Imprint der Diplomica Verlag GmbH, 2015. S. 21

66 Vgl. Rossol, Marlen: Wie viel pädagogisches Potenzial steckt im Schulhund? Ein kritischer Blick auf theoretische, empirische und praktische Hintergründe. Norderstedt: GRIN Verlag, 2013. S. 14

67 Vgl. Krepetin, Julia: Der Schulhund als Chance zur Integration im Klassenverband. Auswirkungen der hundegestützten Pädagogik auf Außenseiter/-innen. Norderstedt: GRIN, 2013. S. 15 f.

68 Ebd. S. 16

69 Vgl. Beetz, Andrea: Hunde im Schulalltag. Grundlagen und Praxis. 3., überarbeitete Auflage. München, Basel: Ernst Reinhardt, 2015. S. 83

70 Vgl. Krepetin, Julia: Der Schulhund als Chance zur Integration im Klassenverband. Auswirkungen der hundegestützten Pädagogik auf Außenseiter/-innen. Norderstedt: GRIN, 2013. S. 12

71 Vgl. Beetz, Andrea: Hunde im Schulalltag. Grundlagen und Praxis. 3., überarbeitete Auflage. München, Basel: Ernst Reinhardt, 2015. S. 93

72 Ebd. S. 92

73 Ebd. S. 94

74 Ebd. S. 94

75 Ebd. S. 94

76 Ebd. S. 94

77 Vgl. Beetz, Andrea: Hunde im Schulalltag. Grundlagen und Praxis. 3., überarbeitete Auflage. München, Basel: Ernst Reinhardt, 2015. S. 94

78 Ebd. S. 94 f.

79 Ebd. S. 95

80 Ebd. S. 77

81 Vgl. Müller, Alena: Hundegestützte Pädagogik. Eine Einführung. Hamburg: Bachelor und Master Publishing, Imprint der Diplomica Verlag GmbH, 2015. S. 21

82 Vgl. Beetz, Andrea: Hunde im Schulalltag. Grundlagen und Praxis. 3., überarbeitete Auflage. München, Basel: Ernst Reinhardt, 2015. S. 78

83 Vgl. Müller, Alena: Hundegestützte Pädagogik. Eine Einführung. Hamburg: Bachelor und Master Publishing, Imprint der Diplomica Verlag GmbH, 2015. S. 21 ff.

84 Ebd. S. 22

85 Vgl. Beetz, Andrea: Hunde im Schulalltag. Grundlagen und Praxis. 3., überarbeitete Auflage. München, Basel: Ernst Reinhardt, 2015. S. 78

86 Ebd. 79

87 Vgl. Müller, Alena: Hundegestützte Pädagogik. Eine Einführung. Hamburg: Bachelor und Master Publishing, Imprint der Diplomica Verlag GmbH, 2015. S. 22

88 Ebd. S. 22

89 Vgl. Beetz, Andrea: Hunde im Schulalltag. Grundlagen und Praxis. 3., überarbeitete Auflage. München, Basel: Ernst Reinhardt, 2015. S. 79

90 Ebd. S. 77

91 Ebd. S. 80

92 Ebd. S. 81

93 Ebd. S. 81

94 Ebd. S. 81 f.

95 Vgl. Julius, Henri; Beetz, Andrea; Kotrschal, Kurt (u.a.): Bindung zu Tieren. Psychologische und neurobiologische Grundlagen tiergestützter Interventionen. Göttingen: Hogrefe Verlag, 2014. Kapitel 4 ab S. 83

96 Ebd. S. 104

97 Ebd. S. 105

Ende der Leseprobe aus 71 Seiten

Details

Titel
Der Schulhund als Co-Pädagoge, Lernbegleiter und Lernpartner
Untertitel
Ist eine Qualitätssteigerung des Unterrichts durch einen Schulhund möglich?
Hochschule
Technische Universität Kaiserslautern  (Distance & Independent Studies Center)
Note
1,0
Jahr
2018
Seiten
71
Katalognummer
V425809
ISBN (eBook)
9783668715233
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Masterarbeit ist insgesamt ein wissenschaftlich vollständig abgerundetes Werk zur Einsatzbegründung von Schulhunden. Sie umfasst alle Merkmale der Darstellung fachwissenschaftlicher theoretischer und praxisrelevanter Erkenntnisse. Insgesamt handelt es sich bei der vorliegenden Masterarbeit von Frau Biegler um eine sehr gute bis hervorragende wissenschaftliche Arbeit, welche aufgrund der Modernität des Themas mittels empirischer Methodik als Dissertation ausgebaut werden könnte.
Schlagworte
Schulhunde, Co-Pädagoge Lernbegleiter Lernpartner Qualitätssteigerung Unterricht
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Der Schulhund als Co-Pädagoge, Lernbegleiter und Lernpartner, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/425809

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