Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Region: Other States

Indigenenpolitik in Kanada: Das Beispiel Nunavut

Title: Indigenenpolitik in Kanada: Das Beispiel Nunavut

Seminar Paper , 2004 , 17 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Susanne Opel (Author)

Politics - Region: Other States
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Über das Schicksal der Indianer in den USA ist viel bekannt: dass sie einen Großteil ihres Landes verloren und auf vom Staat zugeteilten, vergleichsweise winzigen Reservaten leben; dass sie zeitweise regelrecht ausgerottet wurden; dass die indianische Kultur ihnen ausgetrieben werden sollte. Z.B. wurden Indianische Kinder

„zu Tausenden in Internate geschickt, wo sie manchmal für Jahre von zu Hause ferngehalten und für das Sprechen ihrer eigenen Sprache – oft brutal – bestraft wurden. Aus „Indianern“ sollten „Amerikaner“ werden [...].“

Des weiteren weiß man auch, dass viele von ihnen heute arbeitslos und süchtig nach Alkohol und anderen Drogen sind; dass ihnen von der US-Regierung zu geringe finanzielle Mittel zu Verfügung gestellt werden; dass ihre Reservate Großbauprojekten und der Ausschöpfung von Rohstoffvorkommen zum Opfer fallen etc. etc.
Doch James Wilsons Buch, indem er diese und viele andere Faktoren der Geschichte der „indigenen Völker Nordamerikas“ beschreibt, bezieht sich nur auf das heutige Gebiet der USA. Zu Nordamerika gehört aber auch Kanada, wo auch Indigene leben, deren Traditionen und Kulturen durch das Eintreffen der Europäer und die Politik der heutigen Regierungen gefährdet waren und sind. Diese Arbeit soll sich mit der Indigenenpolitik in Kanada beschäftigen, vor allem mit den Inuit und ihrem Territorium Nunavut, und untersuchen, inwieweit sich diese Politik von der in Wilsons Buch beschriebenen US-amerikanischen unterscheidet und, im besten Fall, auch, ob sie für andere Länder ein Vorbild sein kann.
Schon auf den ersten Blick bietet Kanada ein anderes Bild als die USA: In den USA ist fast das gesamte Staatsgebiet besiedelt und „wilde“ Gegenden sind relativ klein und begrenzt. Kanada hingegen weist nur im äußersten Süden eine große Bevölkerungsdichte auf, in den übrigen Gebieten leben nur sehr wenige Menschen. Kanada als Staat ist jünger als die USA und gehört zum britischen Commonwealth mit der englischen Königin als Staatsoberhaupt. Auch politisch und verwaltungstechnisch gibt es große Unterschiede zu den USA. Die USA bestehen aus 50 Bundesstaaten, Kanada hingegen aus zehn Provinzen (weitestgehend mit den US-amerikanischen Staaten vergleichbar) und drei riesigen Territorien, die direkter von der Hauptstadt Ottawa abhängig sind. In diesen Territorien lebt ein Großteil der indigenen Bevölkerung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Kanada - das „andere“ Amerika?

2. Die verschiedenen indigenen Gruppen Kanadas

3. Die traditionelle Lebensweise der Inuit

4. Die Inuit-Politik bis zum 2. Weltkrieg

5. Der Kampf um Selbstbestimmung

5.1. Als Minderheit in den Northwest Territories

5.2. Nunavut kommt ins Rollen

5.3. Die Arbeit des NCF

6. Nunavut – „unser Land“

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Indigenenpolitik in Kanada mit einem spezifischen Fokus auf die Inuit und das Territorium Nunavut. Dabei wird analysiert, inwiefern sich die kanadische Politik gegenüber den Ureinwohnern von der US-amerikanischen unterscheidet und ob das Modell Nunavut als zukunftsweisendes Vorbild für andere Länder dienen kann.

  • Vergleich der Indigenenpolitik zwischen Kanada und den USA
  • Traditionelle Lebensweise und kulturelle Identität der Inuit
  • Historische Entwicklung der Inuit-Politik von der vorkolonialen Zeit bis nach dem 2. Weltkrieg
  • Politischer Prozess zur Erlangung der Selbstbestimmung in Nunavut
  • Analyse der Bedeutung des Nunavut Act als Meilenstein der politischen Partizipation

Auszug aus dem Buch

3. Die traditionelle Lebensweise der Inuit

Die kleinste Gruppe der First Nations Kanadas sind die Inuit, deren Zahl in besagtem Zensus nur 50.000 betrug, die jedoch im nördlichen Drittel Kanadas die Bevölkerungsmehrheit stellen. Sie leben in Kanada entlang der Nordküste Labradors, am Ufer von Ungava Bay, Hudson Strait und Hudson Bay in Québec und an der Küste und auf den Inseln der NWT (heute Nunavut). Sie leben seit Jahrtausenden an den Küsten oberhalb der Baumgrenze, nicht nur in Kanada, sondern in einem riesigen Gebiet, das von Ost-Sibirien bis Ost-Grönland reicht.

Alle diese Menschen, die früher „Eskimos“ genannt wurden, sind Teil derselben Kultur und sprechen Dialekte der selben Sprache. Doch vor dem Kontakt mit den „Weißen“ und deren Vorstellungen von Nationen und Staaten sahen sich die Inuit nicht als Angehörige eines Volkes, sondern verstanden sich als Teil einer Gruppe, die oft nur aus wenigen Familien bestand. Eine traditionelle Inuitfamilie hatte fünf oder sechs Mitglieder und schloss sich mit anderen Familien zu Jagdgruppen aus sechs bis zehn Familien zusammen. Mehrere dieser Jagdgruppen mit gemeinsamen Vorfahren bildeten einen Stamm, bestehend aus ungefähr 500 Mitgliedern, die über Tausende Quadratkilometer verstreut lebten.

Die Inuit lebten von Fischfang und Jagd und passten sich an die extremen Gegebenheiten des Nordens an (z.B. durch Iglus, Hundeschlitten, Kajaks, Fellanoraks etc.). In den langfristigeren Siedlungen (außerhalb der Jagdzeiten) gab es einen Raum für Zeremonien, geselliges Beisammensein und Versammlungen. Alle Entscheidungen wurden durch Konsens getroffen, wobei die Ältesten die Autorität besaßen. Das Wohl der Gemeinschaft stand über dem Wohl der einzelnen Mitglieder, die notfalls aus der Gemeinschaft ausgeschlossen oder sogar getötet wurden, sofern sich keine andere Lösung (z.B. während eines Wettbewerbs im Singen, Tanzen oder Boxen) fand.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Kanada - das „andere“ Amerika?: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage und kontrastiert die Situation der indigenen Bevölkerung in den USA mit der in Kanada.

2. Die verschiedenen indigenen Gruppen Kanadas: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Kategorisierung und demografische Verteilung der Ureinwohner in Kanada.

3. Die traditionelle Lebensweise der Inuit: Hier werden die historischen sozialen Strukturen, die Lebensgrundlagen und das kulturelle Selbstverständnis der Inuit vor dem intensiven europäischen Einfluss beschrieben.

4. Die Inuit-Politik bis zum 2. Weltkrieg: Dieses Kapitel behandelt die frühen Kontakte mit Europäern und die Auswirkungen der Kolonialpolitik auf die Inuit bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

5. Der Kampf um Selbstbestimmung: Hier wird der politische Prozess zur Erlangung autonomer Strukturen detailliert beleuchtet, einschließlich der Rolle der Northwest Territories und der Arbeit des NCF.

6. Nunavut – „unser Land“: Das Abschlusskapitel resümiert den Status Quo des Territoriums Nunavut und bewertet dessen Erfolg als politisches Modell.

Schlüsselwörter

Nunavut, Inuit, Indigenenpolitik, Kanada, Selbstbestimmung, First Nations, Landrechte, Nunavut Act, NCF, Kolonialgeschichte, politische Autonomie, Arktis, kulturelle Identität, Konsensprinzip, Minderheitenrechte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Indigenenpolitik in Kanada und der historischen sowie politischen Entwicklung, die zur Schaffung des Territoriums Nunavut geführt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind der Vergleich zwischen kanadischer und US-amerikanischer Indigenenpolitik, die traditionelle Lebensweise der Inuit und der komplexe Prozess der politischen Selbstbestimmung in der Arktis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin zu untersuchen, inwieweit sich die kanadische Politik von der US-amerikanischen unterscheidet und ob der Weg zu Nunavut als Modell für indigene Völker in anderen Ländern dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin nutzt eine politikwissenschaftliche und historische Analyse, gestützt auf Fachliteratur, offizielle Dokumente wie den Nunavut Act und den Vergleich spezifischer soziopolitischer Rahmenbedingungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der verschiedenen indigenen Gruppen, die traditionelle Lebensweise der Inuit, die historische Entwicklung der Inuit-Politik und eine detaillierte Analyse der Schritte zur Autonomie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Nunavut, Inuit, Indigenenpolitik, Selbstbestimmung, Landrechte und der multikulturelle Charakter Kanadas.

Warum galt das Jahr 1979 für den Prozess der Gründung Nunavuts als besonders wichtig?

Laut Peter Jull gilt 1979 als „convenient narrative beginning“, da in diesem Jahr entscheidende Entwicklungen wie ein Generationswechsel in der Politik und eine neue Offenheit gegenüber den Anliegen der Inuit begannen.

Welche Rolle spielte der "Nunavut Act" für die Geschichte Kanadas?

Der Nunavut Act wird als Meilenstein betrachtet, da es sich um eine Verfassung handelt, die zum ersten Mal direkt durch einen demokratischen Prozess vom Volk geschrieben wurde.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Indigenenpolitik in Kanada: Das Beispiel Nunavut
College
University of Rostock
Grade
2,3
Author
Susanne Opel (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V42614
ISBN (eBook)
9783638406109
Language
German
Tags
Indigenenpolitik Kanada Beispiel Nunavut
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Opel (Author), 2004, Indigenenpolitik in Kanada: Das Beispiel Nunavut, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42614
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint