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Politische Bildung durch Kinder- und Jugendliteratur

Title: Politische Bildung durch Kinder- und Jugendliteratur

Seminar Paper , 2004 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Susanne Opel (Author)

Didactics - Politics, Political Education
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Ein politisches System wie die Bundesrepublik Deutschland, das sich als Demokratie versteht und beschreibt, ist

„auf die aktive Beteiligung politisch kompetenter, d.h. interessierter, informierter und urteilsfähiger Bürger und Bürgerinnen angewiesen. Folglich ist es erforderlich, Jugendliche durch Erziehung und Bildung nicht nur für den Arbeitsmarkt auszubilden, sondern sie auch zur qualifizierten politischen Teilhabe zu motivieren und zu befähigen.“

Die politische Sozialisation eines Menschen beginnt schon in der Familie. Hier spielen die persönlichen Beziehungen zu Eltern und Geschwistern und die soziale Zuverlässigkeit, Sicherheit und Geborgenheit im Familienkreis eine Rolle. Aus dieser Situation heraus entsteht in Kindern ein grundlegendes Vertrauen gegenüber ihrer außerfamiliären Umwelt. Der nächster Schritt der politischen Sozialisation ist dann die Schule als Institution. Durch die Auswechselbarkeit der Lehrer lernt der Schüler, eine pädagogische, professionelle Beziehung aufzubauen, sein Verhältnis zu Schule ist nicht ganzheitlich, wie zu den Eltern, sondern partikular. Das politische Weltbild eines Kindes oder Jugendlichen wird zudem spätestens ab dem Schulalter auch stark durch die Gleichaltrigenszene, die Massenmedien und das Freizeit- und Konsumsystem geprägt.
Einer dieser Einflüsse ist sicherlich das Lesen, denn Bücherlesen gehört zu den klassischen bildenden Freizeitaktivitäten. In einer Studie über die politische Bildung in Sachsen-Anhalt wurde auch das Freizeitverhalten der Jugendlichen untersucht: 20,2% lesen mehrmals pro Woche, 14,7 % einmal pro Woche, 23,2 % alle paar Wochen, 41,9 % selten oder nie. Trotz dem gegenüber dem Lesen zunehmenden Fernsehkonsum und der Beschäftigung mit dem Internet nimmt das Lesen also immer noch eine nicht zu unterschätzende Stellung im Leben der Jugendlichen ein. Warum sollte man diesen Zustand also nicht nutzen, um auch in der Freizeit die Jugendlichen politisch zu bilden? Eine Möglichkeit dazu bietet die Kinder- und Jugendliteratur (KJL):

„Kinderbücher machen ihren Lesern und Betrachtern etwas vor. Sie bieten sich als Medien der Unterhaltung an und sind doch zugleich auch Mittel der Sozialisation. Sie wollen nur spannend oder lustig oder bunt sein und vermitteln doch zugleich eine bestimmte Welt-Anschauung und Welt-Einstellung. [...] Was Kinderbücher zu lehren vorgeben und was sie in Wahrheit lehren, ist also nicht identisch. Sie sind heimliche Erzieher.“

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Kinder- und Jugendliteratur – Mehr als nur Unterhaltung?

II. Die Kinder- und Jugendliteratur

a. Definition

b. Die historische Entwicklung in Deutschland

III. Der didaktische Wert von Kinder- und Jugendliteratur

IV. Beispiel: Gudrun Pausewangs „Angstliteratur“

a. Die Autorin und ihre Intention

b. „Die Wolke“ (Ravensburger Buchverlag, 1987)

c. „Reise im August“ (Ravensburger Buchverlag, 1995)

d. „Der Schlund“ (Ravensburger Buchverlag, 1995)

V. Die Rolle der Kinder- und Jugendliteratur in der Politischen Bildung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Kinder- und Jugendliteratur als Medium der politischen Bildung, insbesondere im Hinblick auf die Vermittlung von Gewissensbildung und die Förderung von Handlungsorientierung bei Jugendlichen.

  • Politische Sozialisation durch Literatur im Kindes- und Jugendalter
  • Historische Entwicklung und pädagogische Funktion der Kinder- und Jugendliteratur
  • Analyse der „Angstliteratur“ von Gudrun Pausewang anhand ausgewählter Werke
  • Didaktische Möglichkeiten und Grenzen der Vermittlung komplexer politischer Themen
  • Die Wirksamkeit von Literatur im Kontext politischer Bildungsarbeit

Auszug aus dem Buch

IV. Beispiel: Gudrun Pausewangs „Angstliteratur“

Gudrun Pausewang ist eine der bekanntesten Autoren der KJL in Deutschland, sie hat u.a. 20 Kinderbücher und 36 Bücher für Jugendliche geschrieben. Ihre Bücher handeln von aktuellen und historischen Problemen, von Straßenkindern in Südamerika, dem Holocaust, dem Nationalsozialismus, der Gefahr durch die Atomkraft etc. Kennzeichnend für ihre Bücher ist ihre schonungslose Darstellung, oft spricht man von „Angstliteratur“. Pausewang selbst meint jedoch: „Ich will keine Angst verbreiten. Ich will nur warnen.“ In ihren Büchern sind die Protagonisten, Kinder und Jugendliche, die Guten, die erkennen, wie falsch alles läuft und die sich dafür engagieren, etwas zu verändern. „Wenn sie etwas erreichen will, dann die jungen Leser durch den Schock ihrer Schilderungen dazu zu bringen, etwas zu tun.“ Im folgenden werden drei ihrer Bücher genauer untersucht.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Kinder- und Jugendliteratur – Mehr als nur Unterhaltung?: Das Kapitel beleuchtet den Stellenwert des Lesens im Prozess der politischen Sozialisation und stellt die Frage, inwieweit Kinder- und Jugendliteratur als Mittel zur politischen Bildung genutzt werden kann.

II. Die Kinder- und Jugendliteratur: Hier wird der Begriff definiert und die historische Entwicklung der Kinder- und Jugendliteratur in Deutschland als Mittel der Erziehung und Indoktrination bis zur modernen Pädagogik nachgezeichnet.

III. Der didaktische Wert von Kinder- und Jugendliteratur: Dieses Kapitel diskutiert die Herausforderungen bei der Vermittlung schwieriger historischer Themen wie dem Holocaust und betont die Notwendigkeit einer einfühlsamen, aber historisch genauen Darstellung.

IV. Beispiel: Gudrun Pausewangs „Angstliteratur“: Anhand der Werke „Die Wolke“, „Reise im August“ und „Der Schlund“ wird analysiert, wie die Autorin durch provokante Themen politische Bewusstseinsbildung und Handlungsorientierung bei jungen Lesern anstrebt.

V. Die Rolle der Kinder- und Jugendliteratur in der Politischen Bildung: Das Fazit fasst zusammen, dass Literatur ein wertvoller, aber ergänzungsbedürftiger Teilbereich politischer Bildung ist, dessen tatsächliche Wirkung stark von den individuellen Rezeptionsbedingungen abhängt.

Schlüsselwörter

Politische Bildung, Kinder- und Jugendliteratur, Sozialisation, Gewissensbildung, Handlungsorientierung, Nationalsozialismus, Holocaust, Gudrun Pausewang, Angstliteratur, Politische Sozialisation, Didaktik, Atomkraft, Jugendmedien, Gesellschaftskritik, Politische Kompetenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Potenzial von Kinder- und Jugendliteratur als Instrument der politischen Bildung und Erziehung zum mündigen Bürger.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind politische Sozialisation, die Vermittlung historischer und aktueller Krisenthemen sowie die didaktischen Anforderungen an Literatur, die politisch bilden soll.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Untersuchung, inwieweit Kinder- und Jugendliteratur Ansprüche an politische Bildung, wie Gewissensbildung und Handlungsorientierung, tatsächlich einlösen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche und pädagogische Analyse, die Fachliteratur zur politischen Bildung mit einer qualitativen Untersuchung ausgewählter Jugendromane verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Entwicklung der Kinderliteratur sowie einer detaillierten Analyse der „Angstliteratur“ von Gudrun Pausewang.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Politische Bildung, Kinder- und Jugendliteratur, Holocaust, Gewissensbildung und Gudrun Pausewang.

Warum wird Gudrun Pausewangs Literatur als „Angstliteratur“ bezeichnet?

Die Bezeichnung resultiert aus ihrer schonungslosen, konfrontativen Darstellung von gesellschaftlichen Missständen und existentiellen Gefahren, die bei Lesern schockartige Reaktionen auslösen soll.

Welche Rolle spielt die „Freiwilligkeit“ beim Lesen für den Bildungserfolg?

Die Arbeit stellt fest, dass in der Freizeit gelesene Literatur eine größere Wirkung entfaltet, da der „Zwang“ schulischer Vorgaben fehlt und die Auseinandersetzung eher auf emotionaler Ebene stattfindet.

Kann Literatur politische Bildungsarbeit im Unterricht ersetzen?

Nein, die Arbeit betont, dass Kinder- und Jugendliteratur nur ein Baustein im politischen Bildungsprozess sein kann und keinesfalls den direkten Diskurs, Gespräche oder andere Medien ersetzt.

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Details

Title
Politische Bildung durch Kinder- und Jugendliteratur
College
University of Rostock
Grade
1,7
Author
Susanne Opel (Author)
Publication Year
2004
Pages
18
Catalog Number
V42616
ISBN (eBook)
9783638406123
Language
German
Tags
Politische Bildung Kinder- Jugendliteratur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Opel (Author), 2004, Politische Bildung durch Kinder- und Jugendliteratur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42616
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