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Landwirtschaft und Siedlungsgeschichte im Mittelalter

Titel: Landwirtschaft und Siedlungsgeschichte im Mittelalter

Seminararbeit , 2001 , 12 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Thorsten Mohr (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Bereits im Jahr 1755 sprach der deutsche Hofbeamte Johann Heinrich Gottlob von Justi in seinem Hauptwerk „Staatswirtschaft“ von der Landwirtschaft als einer „Kunst“, die darauf abzielt, „die Nahrungsgeschäfte [...] dergestalt einzurichten, daß dadurch das Vermögen erhalten, vermehrt, vernünftig gebrauchet und die zeitliche Glückseligkeit der Privatperson gefördert werde.“ Diese bereits sehr frühe reflektierende Auseinandersetzung mit dem Thema der Landwirtschaftsgeschichte bzw. ihrer sozialen Bedeutung zeugt von der Wichtigkeit dieser Disziplin. Darauffolgende Historikergenerationen widmeten sich auch der Erforschung der Geschichte der Landwirtschaft, die über Jahrtausende den bei weitem größten Teil der Bevölkerung ernähren sollte und somit das zentrale Element des menschlichen Lebens über eine enorme Zeitspanne hinweg war. So etwa Christian Eduard Langenthal in seiner „Geschichte der theutschen Landwirthschaft“ (1847-1856) oder Karl Lamprecht, dessen Werk „Deutsches Wirtschaftsleben im Mittelalter“ von 1885 /1886 auch heute noch zu den wichtigsten Beiträgen zur Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters zählt.
Die Landwirtschaft hat heute ihre zentrale Rolle für die Volkswirtschaft nicht mehr inne, dennoch würde man ohne sie die Bevölkerung nach wie vor nicht ernähren können; somit ist sie auch heute noch – zwar etwas aus dem Rampenlicht des Allgemeininteresses weggerückt – mit der wichtigste Sektor unserer Gesellschaft.
Als Vertreter der aktuellen Generation der Agrarhistoriker seien hier Günther Franz als Herausgeber und Mitautor der sechsbändigen Reihe „Deutsche Agrargeschichte“, Wilhelm Abel und Werner Rösener genannt. Auf Werke beider letztgenannter stützt sich diese Arbeit.
Wilhelm Abel selbst spricht im Vorwort seines Werkes „Geschichte der deutschen Landwirtschaft vom frühen Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert“ von einer „reichen Literatur zur Geschichte der deutschen Landwirtschaft“ . Der Großteil der aktuellen Literatur fällt in etwa in den Jahren 1960 bis 1980 an, als wirklich aktuellen Autor (bis in die Neunziger Jahre) kann hier nur Werner Rösener genannt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das frühe Mittelalter (ca. 500 bis 800)

2.1 Bevölkerungsentwicklung im frühen Mittelalter

2.2 Landwirtschaft im frühen Mittelalter

2.2.1 Viehhaltung im frühen Mittelalter

2.2.2 Ackerbau im frühen Mittelalter

3. Das Hochmittelalter (ca. 800 bis 1300)

3.1 Bevölkerungsentwicklung im Hochmittelalter / Landesausbau

3.1.1 Ausbau des Altsiedellandes

3.1.2 Neulandgewinnung

3.2 Landwirtschaft im Hochmittelalter

3.2.1 Ackerbau im Hochmittelalter

3.2.2 Viehhaltung im Hochmittelalter

3.2.3 Technischer Fortschritt im Hochmittelalter

4. Das Spätmittelalter (ca. 1300 bis 1500)

4.1 Bevölkerungsentwicklung im Spätmittelalter

4.2 Die wirtschaftlichen Folgen des Bevölkerungsrückgangs

4.3 Landwirtschaft im Spätmittelalter

4.3.1 Ackerbau im Spätmittelalter

4.3.2 Viehhaltung im Spätmittelalter

5. Schluß

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit gibt einen strukturierten Überblick über die Entwicklung der mittelalterlichen Landwirtschaft und deren enge Verzahnung mit der Siedlungsgeschichte. Im Zentrum steht dabei die Analyse der Transformation von Anbautechniken sowie die historisch bedeutende Umstellung von der Vieh- zur Getreidewirtschaft im Hochmittelalter.

  • Strukturen und Entwicklung der mittelalterlichen Agrarwirtschaft
  • Wechselwirkungen zwischen Siedlungsbau und Bodenbewirtschaftung
  • Die Bedeutung des technologischen Wandels in der Landwirtschaft
  • Regionale Unterschiede und Spezialisierungen in der Getreideproduktion
  • Wirtschaftliche Folgen von Bevölkerungszuwachs und -rückgang

Auszug aus dem Buch

3.2.3 Technischer Fortschritt im Hochmittelalter

Technische Neuerungen gab es während des Hochmittelalters keine. Es wurden lediglich bereits bekannte Geräte und Verfahren optimiert: „Die rasche Verbreitung und vermehrte Anwendung schon bekannter Agrartechnik ist daher ein Charakteristikum der hochmittelalterlichen Landwirtschaft.“ So wurde etwa das Kummet verbessert und für höhere Zuglasten konzipiert. Denn auch die Pflugtechnik wurde mit der Innovation des sehr schweren schollenwendenden Beetpfluges mit Rädern wesentlich vorangetrieben. Dieser Pflug grub die Erde effizient um und riß sie nicht wie der bis dato benutzte Hakenpflug auf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die wissenschaftliche Tradition der Agrargeschichtsschreibung ein und definiert den Fokus der Arbeit auf die mittelalterliche Landwirtschaft und deren Siedlungszusammenhänge.

2. Das frühe Mittelalter (ca. 500 bis 800): Das Kapitel beschreibt die frühmittelalterliche Lebensweise, die durch eine geringe Bevölkerungsdichte und eine primär auf Viehzucht ausgerichtete Agrarwirtschaft geprägt war.

3. Das Hochmittelalter (ca. 800 bis 1300): Dieser Abschnitt analysiert die Expansionsphase des Landesausbaus, die Intensivierung der Getreidewirtschaft durch die Dreifelderwirtschaft und technologische Verbesserungen.

4. Das Spätmittelalter (ca. 1300 bis 1500): Das Kapitel behandelt die Auswirkungen von Pestepidemien und Bevölkerungsrückgang auf die Agrarstruktur, die zu Wüstungen und ökonomischen Umbrüchen führten.

5. Schluß: Das Fazit fasst die Bedeutung der Landwirtschaft als zentralen Sektor des Mittelalters zusammen und würdigt den technologischen Fortschritt sowie die demografischen Herausforderungen.

Schlüsselwörter

Landwirtschaft, Mittelalter, Agrargeschichte, Dreifelderwirtschaft, Siedlungsgeschichte, Viehzucht, Getreidewirtschaft, Rodung, Bevölkerungsentwicklung, Landesausbau, Technischer Fortschritt, Wüstungen, Agrardepression, Feldgraswirtschaft, Agrartechnik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Landwirtschaft im Mittelalter, insbesondere die strukturellen Veränderungen von den Anfängen bis zur spätmittelalterlichen Agrardepression.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen zählen die Bevölkerungsentwicklung, der Landesausbau, die Fortschritte in den Anbaumethoden sowie der Wandel der Vieh- und Getreidewirtschaft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, einen Überblick über die mittelalterlichen Agrarstrukturen zu geben und aufzuzeigen, wie sich technischer Wandel und Siedlungspolitik gegenseitig beeinflusst haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine historisch-analytische Methode, wobei er primär auf etablierte Standardwerke der deutschen Agrargeschichte von Autoren wie Wilhelm Abel und Werner Rösener zurückgreift.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil ist chronologisch gegliedert und behandelt die drei Phasen Frühes, Hohes und Spätes Mittelalter mit Fokus auf Siedlungswesen, Anbautechniken und Viehhaltung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Dreifelderwirtschaft, Landesausbau, Getreidewirtschaft, Agrartechnik und Wüstungen beschreiben die zentralen Aspekte der Untersuchung am besten.

Was bedeutet der „Prozeß der Vergetreidung“?

Dieser Begriff beschreibt den durch die Dreifelderwirtschaft ausgelösten enormen Anstieg der Getreideproduktion im Hochmittelalter.

Warum kam es im Spätmittelalter zur Entstehung von Wüstungen?

Durch die Pestepidemien und den daraus resultierenden massiven Bevölkerungsrückgang konnte die verbliebene Bevölkerung die landwirtschaftlichen Flächen nicht mehr flächendeckend bewirtschaften, wodurch Felder verwilderten.

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Details

Titel
Landwirtschaft und Siedlungsgeschichte im Mittelalter
Hochschule
Universität Karlsruhe (TH)  (Institut für Neuere und Neueste Geschichte)
Veranstaltung
PS Mensch, Technik, Umwelt
Note
2,0
Autor
Thorsten Mohr (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
12
Katalognummer
V42622
ISBN (eBook)
9783638406185
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Landwirtschaft Siedlungsgeschichte Mittelalter Mensch Technik Umwelt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thorsten Mohr (Autor:in), 2001, Landwirtschaft und Siedlungsgeschichte im Mittelalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42622
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Leseprobe aus  12  Seiten
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