Landwirtschaft und Siedlungsgeschichte im Mittelalter


Seminararbeit, 2001

12 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das frühe Mittelalter (ca. 500 bis 800)
2.1 Bevölkerungsentwicklung im frühen Mittelalter
2.2 Landwirtschaft im frühen Mittelalter
2.2.1 Viehhaltung im frühen Mittelalter
2.2.2 Ackerbau im frühen Mittelalter

3. Das Hochmittelalter (ca. 800 bis 1300)
3.1 Bevölkerungsentwicklung im Hochmittelalter / Landesausbau
3.1.1 Ausbau des Altsiedellandes
3.1.2 Neulandgewinnung
3.2 Landwirtschaft im Hochmittelalter
3.2.1 Ackerbau im Hochmittelalter
3.2.2 Viehhaltung im Hochmittelalter
3.2.3 Technischer Fortschritt im Hochmittelalter

4. Das Spätmittelalter (ca. 1300 bis 1500)
4.1 Bevölkerungsentwicklung im Spätmittelalter
4.2 Die wirtschaftlichen Folgen des Bevölkerungsrückgangs
4.3 Landwirtschaft im Spätmittelalter
4.3.1 Ackerbau im Spätmittelalter
4.3.2 Viehhaltung im Spätmittelalter

5. Schluß

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Bereits im Jahr 1755 sprach der deutsche Hofbeamte Johann Heinrich Gottlob von Justi in seinem Hauptwerk „Staatswirtschaft“ von der Landwirtschaft als einer „Kunst“, die darauf abzielt, „die Nahrungsgeschäfte [...] dergestalt einzurichten, daß dadurch das Vermögen erhalten, vermehrt, vernünftig gebrauchet und die zeitliche Glückseligkeit der Privatperson gefördert werde.“[1] Diese bereits sehr frühe reflektierende Auseinandersetzung mit dem Thema der Landwirtschaftsgeschichte bzw. ihrer sozialen Bedeutung zeugt von der Wichtigkeit dieser Disziplin. Darauffolgende Historikergenerationen widmeten sich auch der Erforschung der Geschichte der Landwirtschaft, die über Jahrtausende den bei weitem größten Teil der Bevölkerung ernähren sollte und somit das zentrale Element des menschlichen Lebens über eine enorme Zeitspanne hinweg war. So etwa Christian Eduard Langenthal in seiner „Geschichte der theutschen Landwirthschaft“ (1847-1856) oder Karl Lamprecht, dessen Werk „Deutsches Wirtschaftsleben im Mittelalter“ von 1885 /1886 auch heute noch zu den wichtigsten Beiträgen zur Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters zählt.

Die Landwirtschaft hat heute ihre zentrale Rolle für die Volkswirtschaft nicht mehr inne, dennoch würde man ohne sie die Bevölkerung nach wie vor nicht ernähren können; somit ist sie auch heute noch – zwar etwas aus dem Rampenlicht des Allgemeininteresses weggerückt – mit der wichtigste Sektor unserer Gesellschaft.

Als Vertreter der aktuellen Generation der Agrarhistoriker seien hier Günther Franz als Herausgeber und Mitautor der sechsbändigen Reihe „Deutsche Agrargeschichte“, Wilhelm Abel und Werner Rösener genannt. Auf Werke beider letztgenannter stützt sich diese Arbeit.

Wilhelm Abel selbst spricht im Vorwort seines Werkes „Geschichte der deutschen Landwirtschaft vom frühen Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert“ von einer „reichen Literatur zur Geschichte der deutschen Landwirtschaft“[2]. Der Großteil der aktuellen Literatur fällt in etwa in den Jahren 1960 bis 1980 an, als wirklich aktuellen Autor (bis in die Neunziger Jahre) kann hier nur Werner Rösener genannt werden.

Ziel dieser Arbeit ist es, einen knappen Überblick über die Strukturen der mittelalterlichen Landwirtschaft zu geben und dabei auch die damit in engem Zusammenhang stehende Siedlungsgeschichte nicht außer Acht zu lassen. Diese beeinflußte wesentlich neu aufkommende Anbautechniken und die Verbesserungen alter Methoden, die ebenfalls Gegenstand dieser Arbeit sind. Dabei stellt die Umstellung von der Viehwirtschaft zur Getreidewirtschaft im Hochmittelalter den Schwerpunkt der Arbeit dar.

2. Das frühe Mittelalter (ca. 500 bis 800)

2.1 Bevölkerungsentwicklung im frühen Mittelalter

Der Beginn des Mittelalters wird im Allgemeinen gleichgesetzt mit dem Ende der Völkerwanderungsbewegung in Europa, die ungefähr am Ende des 5. bzw. am Beginn des 6. Jahrhunderts n.Chr. zum Stillstand kam (einhergehend mit dem Zerfall des Weströmischen Reiches).

Zu dieser Zeit lebten nach der Seßhaftwerdung der indogermanischen Stämme aus Nordeuropa im heutigen Bundesgebiet nach Schätzungen von Wilhelm Müller-Wille etwa 530.000 Menschen (Untergrenze). Wilhelm Abel selbst kommt nach seiner eigenen Schätzung auf eine Bevölkerung von etwa 700.000 Menschen, was jedoch die Obergrenze sein dürfte, denn die damalige Ackerfläche im Verbund mit den zeitgemäßen Anbaumethoden erlaubte wahrscheinlich nicht die Ernährung von mehr Menschen.[3] Nicht wenig Schuld an dieser niedrigen Bevölkerungszahl hatte auch eine aus Ägypten eingeschleppte Pestepidemie in den Jahren 570 bis 590 n. Chr.. An ihr starb ein großer Teil der Bevölkerung. Im Allgemeinen war die Bevölkerungstendenz vom 4. bis zum 6. nachchristlichen Jahrhundert rückläufig. Die Besiedelung des heutigen Bundesgebietes verlief damals entlang der alten, aber noch intakten Römerstraßen. Sie bildeten das „Skelett der Besiedlung“[4], auf denen sich langsam wieder ein reger Handel entwickelte. Die germanischen Siedler mieden die großen Römerstädte („Innerhalb der römischen Stadtmauern Triers entstanden fränkische Dörfer.“)[5]. Sie gründeten neue Siedlungen, häufig in Form von Einzelhöfen an Flüssen, aus denen sich später Dörfer entwickeln sollten. Die Lage am Fluß wurde deshalb so häufig gewählt, da Wasserleitungen entweder noch nicht bekannt waren oder sie für nicht notwendig erachtet wurden.

2.2 Landwirtschaf im frühen Mittelalter

Das Hauptaugenmerk in der frühmittelalterlichen Landwirtschaft lag noch auf der Viehzucht. Ackerbau wurde ausschließlich zur Unterstützung der Viehhaltung betrieben.

2.2.1 Viehhaltung im frühen Mittelalter

Beweis für die Wichtigkeit der Viehhaltung gegenüber des Ackerbaus war die von Karl Lamprecht sogenannte „Schweineterminologie“[6], laut der im Fränkischen etliche Termini für Schweine jedweder Art bestanden: „saugende Ferkel aus einem ersten, zweiten, dritten Gehege; [...] gewöhnliche Ferkel, Mastferkel und Läufer; Mutterschweine, Leitsauen, Borgschweine, Eber.“[7] Neben den Schweinen wurden vor allem auch Pferde, Rinder und Schafe gehalten. Die Belastung des Wildbestandes der Wälder war sehr unterschiedlich: Verzehrte man in der Kaufmannssiedlung Haithabu an der Schlei vom 9. bis zum 11. Jahrhundert lediglich 2,3 % Wild, gemessen am gesamten Fleischkonsum anhand von Knochenfunden, waren es auf der Burganlage Lembecksburg auf der Insel Föhr etwa zur gleichen Zeit 28,9%[8].

[...]


[1] Vgl: Abel, Wilhelm: Geschichte der deutschen Landwirtschaft vom frühen Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert. Dritte, neubearbeitete Auflage, Stuttgart 1978. (= Franz, Günther (Hrsg.): Deutsche Agrargeschichte, Bd. 2), S. 11

[2] Abel, Wilhelm: Geschichte..., S. 5

[3] Vgl: Abel, Wilhelm: Geschichte... S.15

[4] Abel, Wilhelm: Geschichte..., S. 18

[5] ebd.

[6] Abel, Wilhelm: Geschichte..., S. 23

[7] ebd.

[8] Vgl. Abel, Wilhelm: Geschichte..., S. 25

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Landwirtschaft und Siedlungsgeschichte im Mittelalter
Hochschule
Universität Karlsruhe (TH)  (Institut für Neuere und Neueste Geschichte)
Veranstaltung
PS Mensch, Technik, Umwelt
Note
2,0
Autor
Jahr
2001
Seiten
12
Katalognummer
V42622
ISBN (eBook)
9783638406185
Dateigröße
469 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Landwirtschaft, Siedlungsgeschichte, Mittelalter, Mensch, Technik, Umwelt
Arbeit zitieren
Thorsten Mohr (Autor), 2001, Landwirtschaft und Siedlungsgeschichte im Mittelalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42622

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