Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Drama „Liebelei“ von Arthur Schnitzler. Anhand dieses Werkes wird einerseits die Charakteristika des „süßen Mädels“ vorgestellt, andererseits die dargestellten Emotionen untersucht. In dieser Untersuchung geht es um die Frage, ob die im Werk dargestellten Emotionen mit den Methoden der Psychoanalyse analysiert werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichtliche Hintergründe und die Literatur der Jahrhundertwende
3. Die Rolle der Frauen und die Typen des „süßen Mädels“ im Drama Liebelei
4. Psychoanalyse als Mittel zur Analyse der dargestellten Emotionen
4.1 Das Strukturmodell der Persönlichkeit
4.2 Analyse der dargestellten Emotionen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologische Dimension des Dramas "Liebelei" von Arthur Schnitzler. Das primäre Ziel ist es, die Charakteristika des Frauentyps "süßes Mädel" herauszuarbeiten und zu analysieren, inwiefern die im Werk dargestellten Emotionen der Hauptheldin mittels psychoanalytischer Theorien von Sigmund Freud interpretiert werden können.
- Gesellschaftliche Rahmenbedingungen der Jahrhundertwende
- Differenzierung verschiedener Frauentypen bei Schnitzler
- Anwendung des Freudschen Strukturmodells der Persönlichkeit
- Analyse von Realangst, neurotischer und moralischer Angst
- Die emotionale Abhängigkeit und Identitätskrise der Hauptfigur Christine
Auszug aus dem Buch
4.2 Analyse der dargestellten Emotionen
Nach Freud gibt es drei Grundtypen der Angst: Realangst, neurotische Angst und moralische Angst. In seiner Theorie unterscheidet er Angst und Furcht voneinander, die in der Alltagssprache als Synonym verwendet werden. Unter Furcht versteht er das Gefühl einer konkret wahrnehmbaren, fassbaren Bedrohung, die meist rational begründbar ist, und sich auf die Außenwelt, d.h. auf ein bestimmtes Objekt oder eine Situation bezieht. Die Reaktion des Bewusstseins auf eine solche Gefahr kann ein Angstausbruch oder Schutzhandlung durch Flucht oder Kampf sein. Dagegen ist die Angst ein gegenstandsloses, unbestimmtes Gefühl, die sich auf den inneren Zustand bezieht und als Kombination mit anderen Gefühlen hervorkommt. (Freud 1980, S. 382) Die Realangst entspricht der Furcht. In diesem Sinne fürchtet sich das Ich vor den Konsequenzen der Realität.
Aus dem Beispiel stellt es sich heraus, dass Christines Angst auf den Verlust ihres Geliebten bezieht. Der Gedanke, dass sie ihn einmal nie wiedersehen kann, ist unerträglich für sie und macht sie ängstlich. Diese Angst bezieht sich neben dem Verlust ihres Geliebten auch auf den Verlust der Hoffnung auf den sozialen Aufstieg. Aus Nervosität und Neugierde stellt sie die Frage:
Christine Wann sehen wir uns denn wieder?
Fritz etwas nervös Ich schreib's dir schon.
Christine traurig Leb wohl. Wendet sich zum Gehen.
Fritz bemerkt ihre Traurigkeit Morgen sehn wir uns, Christin'.
Christine froh Ja? (S. 238)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Verfasserin stellt das Ziel der Arbeit vor, die Charakteristika des "süßen Mädels" zu untersuchen und die Emotionen im Werk psychoanalytisch zu beleuchten.
2. Geschichtliche Hintergründe und die Literatur der Jahrhundertwende: Das Kapitel skizziert die sozioökonomischen Bedingungen und die literarische Atmosphäre der Epoche, die durch den Einfluss psychologischer Theorien auf die Kunst geprägt war.
3. Die Rolle der Frauen und die Typen des „süßen Mädels“ im Drama Liebelei: Es wird die gesellschaftliche Unterordnung der Frau analysiert und der literarische Typus des "süßen Mädels" anhand der Figuren Christine und Mizi charakterisiert.
4. Psychoanalyse als Mittel zur Analyse der dargestellten Emotionen: Dieses Kapitel verknüpft die psychoanalytische Theorie Freuds mit der Analyse der psychischen Konflikte und Angstzustände der Protagonistin.
4.1 Das Strukturmodell der Persönlichkeit: Die Autorin erläutert die Freudschen Instanzen Es, Ich und Über-Ich und wendet diese auf das Verhalten von Christine und Katharina an.
4.2 Analyse der dargestellten Emotionen: Hier werden spezifische Angstarten (Realangst, neurotische und moralische Angst) untersucht, um Christines emotionale Instabilität und ihren finalen psychischen Zusammenbruch zu erklären.
5. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass die psychoanalytische Untersuchung erfolgreich nachweist, wie Christines innere Konflikte direkt zu ihrem emotionalen Verfall und dem tragischen Ende führen.
Schlüsselwörter
Arthur Schnitzler, Liebelei, Psychoanalyse, Sigmund Freud, süßes Mädel, Jahrhundertwende, Identitätskrise, Realangst, neurotische Angst, moralische Angst, Persönlichkeitsmodell, Literaturanalyse, emotionale Abhängigkeit, Frauenbild, Moderne.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Drama "Liebelei" von Arthur Schnitzler und analysiert die dort dargestellten Emotionen der Hauptfigur Christine aus einer psychoanalytischen Perspektive.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der gesellschaftlichen Situation der Frau um die Jahrhundertwende, der Typologie des "süßen Mädels" und der Anwendung des Freudschen Strukturmodells der Persönlichkeit auf literarische Charaktere.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob sich die im Werk dargestellten Emotionen der Protagonistin durch die Methoden der Psychoanalyse wissenschaftlich erklären und analysieren lassen.
Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?
Die Verfasserin verwendet die psychoanalytische Theorie nach Sigmund Freud, insbesondere das Strukturmodell der Persönlichkeit sowie die Trieb- und Angsttheorie, um das Handeln und Fühlen der Figuren zu deuten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Epoche, eine Typisierung der weiblichen Figuren im Drama und die detaillierte psychologische Analyse von Christines Ängsten und deren Auswirkungen auf ihr Verhalten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe umfassen den Autor Arthur Schnitzler, das Werk "Liebelei", die Psychoanalyse Freuds, das "süße Mädel" als literarischen Typus sowie verschiedene Angstformen wie Real- und neurotische Angst.
Warum spielt das "süße Mädel" eine zentrale Rolle für die Analyse?
Dieser Frauentypus dient als Ausgangspunkt, um die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen im 19. Jahrhundert und Christines späteres Scheitern an diesen normativen Rollenbildern aufzuzeigen.
Welche Rolle spielt die Angsttheorie für das Ende der Geschichte?
Die Analyse zeigt, dass Christines Untergang durch die Interaktion von Realangst, neurotischer Angst und moralischer Angst bedingt ist, was schließlich ihren Identitätsverlust und ihre lebensfeindliche Wendung erklärt.
- Arbeit zitieren
- Natalia Nuszpan (Autor:in), 2017, Dargestellten Emotionen im Drama "Liebelei" von Arthur Schnitzler, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/426220