Sound Design für den Film. Geschichte, Arten und Phasen


Ausarbeitung, 2012
12 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Was ist Sound Design

2. Die Geschichte des Sounds

3. Modernes Sound Design

4. Die 3 Arten des Sound Designs
4.1 Phasen des Sound Designs

5. Literaturverzeichnis
5.1 Bücher
5.2 Internet

1. Was ist Sound Design

Der Begriff des Sound Designs ist heute viel diskutiert und umstritten. Im Prozess des Sound Designs für einen Film tauchen verschiedene Personen auf, die für die einzelnen Bereiche des Sound Designs verantwortlich sind. Deshalb ist es sinnvoll den Begriff des Sound Designs nicht an einen einzelnen Sound Designer zu binden, vielmehr ist darunter ein Prozess zu verstehen, der mehrere Instanzen beinhaltet, die durch ihre Zusammenarbeit ein Gesamtgebilde, also das Sound Design eines Films, entstehen lassen. (vgl. Lensing, 2009)

Übersetzt steht der Begriff Sound für Geräusch, Klang oder Klangbild. Unter Design verstehen wir eine Anordnung, Aufbau oder Gestaltung. Ins Deutsche übertragen, könnten wir somit vom Begriff der Klanggestaltung sprechen.

„ Als Sound Design f ü r den Film bezeichnet man die kreative Arbeit mit Sprache, Ger ä uschen, Kl ä ngen und Musik, die innerhalb einer Filmproduktion, durch verschiedene Sound Designer, stattfinden. “ (eigene Definition nach Lensing, 2009)

2. Die Geschichte des Sounds

Die Geschichte des Sounds beginnt bereits 3000 v. Chr. Mit den ersten Theaterstücken, welche mit Musik und Geräuschen arbeiteten. Betrachten wir das Theater als eine Art Film, nur ohne technische Hilfsmittel, so ist diese Form das erste bekannte Sound Design. In der Renaissance weitet das italienische Volkstheater „Comedia dell`arte“ diese ersten Versuche aus und macht das Theater mit Musik und Geräuschen zu ihrem Markenzeichen. Diese Tradition wird in den nächsten Jahrzehnten weiter fortgeführt und erfährt durch das erste aufgezeichnete Geräusch, dem Schrei eines Babys, welcher im London Theater mit Hilfe eines Phonografen abgespielt wird, eine technische Revolution. Im Jahr 1894 entsteht „The Dickson Experimental Sound Film“, die erste synchrone Aufnahme von Sound und Film, welcher durch Experimente der Edison Campany unter der Leitung von W.K.L. Dickson entsteht. Zur Aufzeichnung des Sounds wird erstmals ein Kinetograph verwendet, welcher Töne auf einer Art Metallspure „speichert“ und reproduzierbar macht.

1913 wird dann eine neue Version der Kinetographen vorgestellt, welche aber aufgrund von unzureichender Sound-Qualität zur Ablehnung durch das Publikum führt. Es dauert bis 1922, bis Josef Engl und Hans Vogt den Kinetographen zum sogenannten „TriErgon“ weiterentwickeln und sich diesen patentieren lassen. Dieses Patent wird daraufhin 1927 von den Fox Studios gekauft. Warner Brothers kommt 1926 den Fox-Studios allerdings zuvor und bringt das „Vitaphone- Systems“ auf den Markt. Daraufhin entstehen die Warner Bros. Filme „Don Juan“ (1926), welcher noch ohne Dialog agiert, „Jazz Singer“ (1927) mit Gesang und ersten kleinen Sprachaufnahmen („talkies“) und „Lights of New York“ (1928), welcher als erster Film mit Dialog gilt. Die Entwicklung geht nach diesem technischen Durschbruch rasant weiter. 1928 entsteht der Disney Cartoon „Steamboat Willie“, als erster Film mit einem kompletten Soundtrack aus Musik, Dialog und Sound Effekten. Darauf folgt mit „RKO`s „King Kong“ (1933) ein weiterer Meilenstein in der Sound Ära, welcher Murray Spivak als historischen Sound Designer hervorbringt.

1935 wird durch die Erfindung des Stereo Sounds durch Alan Blumlein ein weiterer Schritt zu einem imposanteren Klangerlebnis gemacht. Disneys „Fantasia“ (1940) ist der erste Film mit einem mehrspurigen Sound, welcher in Folge dessen auch als „Fantasound“ bekannt wird. Nachdem dann 1965 die A- Type Noise Reduction eingeführt wird, welche es ermöglicht Störgeräusche zu reduzieren, entwickelt sich die Technik rasant weiter.

1974 taucht der Begriff des Sound Designer zum ersten Mal auf. Coppola und Walter Murch schaffen ihn für den Film „Apocalypse Now“ und definieren ihn wie folgt:

„ A Sound Designer is an indivudual ultimately responsible for all aspects of a film ´ s audio track, from the dialogue and sound effects recording, to the re- recording of the final track. “ (Coppola/Murch)

Seitdem wurde über diesen Begriff reichlich diskutiert, was zur Folge hat, dass das United States Institute for Theatre Technology (USITT) zwischen 1980 und 1988 versucht, eine einheitliche Definition des Begriffs „Sound Designer“ für den nordamerikanischen Raum zu schaffen. Leider hat dieses Vorhaben nur geringen Erfolg und so kommt es, dass auch heute noch das Sound Design und der Begriff des Sound Designers nicht klar definiert sind. (vgl. Kenny, 1999)

3. Modernes Sound Design

Es gibt im modernen Sound Design zwei wesentliche Merkmale:

1. „Hyper-Reality“

2. „Correlation with a picture“

„ Hyper-Reality “ beschreibt, dass im Sound Design Geräusche oft lauter dargestellt werden, als sie in Wirklichkeit sind. Das Prinzip ist hier, alles was auf der Leinwand zu sehen ist, soll auch hörbar sein. Isoliert entsteht so ein nicht reales Geräusch, im Gesamtkontext des Films, wirkt der Sound aber glaubwürdig. „ Correlation with the picture “ beschreibt den Einfluss den der Sound auf jedes zu sehende Bild hat. Der Sound gibt dem Bild einen Rhythmus und verändert dessen Wahrnehmung. So wirken Szenen ohne Sound oft länger, als Szenen mit vielen Soundelementen.

Der Einfluss des Sounds auf das Bild, kann entweder direkt oder indirekt sein. Dabei hängt die Direktheit bzw. Indirektheit sehr stark davon ab, ob Sound oder Bild die Aufgabe des „Storytellings“ übernimmt, was uns zu zwei weiteren Begriffen führt:

1. „Storytelling“

2. „Storysupporting“

Außerdem gibt der Sound dem Bild einen Rhythmus und verändert die Wahrnehmung des Bildes. So wirken Szenen ohne Sound oft länger, als Szenen mit vielen Soundelementen.

Unter „ Storytelling “ verstehen wir, dass der Sound die Geschichte des Films direkt erzählt. Dies geschieht z. B. durch Dialog, Monolog oder Off-Naration, so können auch Informationen die nicht im Bild zu sehen sind vermittelt werden.

Das „ Storysupporing “ von Sound unterstützt indirekt das zu sehende Bild und gibt ihm eine Art Aufwertung oder Unterstützung. Dies kann durch symbolische Geräusche, Klänge und Musik, die Emotionen vermitteln geschehen. Wichtig ist zu verstehen, dass sich diese Gewichtung von „Storytelling“ vs. „Storysupporting“ und somit die Wichtigkeit von Bild und Sound, von Szene zu Szene verändert. Als Faustregel kann man festhalten, dass das wichtigere Element jenes ist, welches die Rolle des „Storytellings“, also des Erzählens der Handlung übernimmt. Dabei wird dieser Unterschied vom Zuschauer meist nicht getrennt Wahrgenommen, sondern erscheint als Gesamtbild. (vgl. Dakic, 2007)

4. Die 3 Arten des Sound Designs

Wir unterscheiden im Wesentlichen drei Arten des Sound Designs:

1. Sprache
2. Klänge/ Musik
3. Sound Effekte

Quelle: Eigene Darstellung

Auch die Sprache, die im Film auftaucht, lässt sich wiederum in 3 Arten aufteilen:

1. Dialog
2. Monolog
3. Over-Voice

Beim „Recording“ wird dabei mit verschiedenen Methoden gearbeitet:

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Sound Design für den Film. Geschichte, Arten und Phasen
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Veranstaltung
Mit den Ohren sieht man besser
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
12
Katalognummer
V426284
ISBN (eBook)
9783668708372
ISBN (Buch)
9783668708389
Dateigröße
503 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Film, Sounddesign, Sound, Filmvertonung
Arbeit zitieren
Benjamin Müller (Autor), 2012, Sound Design für den Film. Geschichte, Arten und Phasen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/426284

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