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Der Spracherwerb. Eine angeborene oder erlernte Fähigkeit?

Title: Der Spracherwerb. Eine angeborene oder erlernte Fähigkeit?

Term Paper (Advanced seminar) , 2016 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: M.o.A. Fatma Betül Akcora (Author)

Didactics for the subject French - Miscellaneous
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Die Sprache und das menschliche Wesen sind so miteinander geflochten, dass für das letztere ein Leben ohne dieses Kommunikationsmittel nur schwer oder kaum vorstellbar ist. Die Menschen sind sich ihrer Relevanz und der Tatsache, dass die abstrakte Sprache nur der menschlichen Spezies eigen ist bewusst. Die immense Bedeutsamkeit der Sprache setzte ihre intensive Forschung in Gang. Hierbei kristallisierte sich der Spracherwerb, auch Sprachentwicklung genannt, der ein Forschungsgegenstand gewisser wissenschaftlicher Disziplinen, wie Linguistik oder Didaktik ist heraus. An dieser Stelle wird darauf hingewiesen, dass Spracherwerb und Sprachenlernen voneinander zu differenzieren sind. Klann-Delius deutet darauf hin, dass der Erwerb von Sprache eine durchaus komplexe Aufgabe ist, da er nicht nur das Lernen von Sprachlauten und Wörtern, sondern auch die Kombinationsregeln dieser Wörter zu sinnvollen Sätzen mit einschließt. Des Weiteren macht sie darauf aufmerksam, dass der Spracherwerb neben dem Erlernen der Regeln der Muttersprache auch das Lernen des Ausdrückens von Gedanken und Gefühlen umfasst. Diese diffizile Aufgabe scheint den Kindern nicht schwer zu fallen, zumal sie im Stande sind, sie innerhalb kurzer Zeit zu meistern.

Doch wie ist es möglich, dass Kinder ihre Muttersprache scheinbar ohne großen Aufwand, fast sogar mühelos und schnell aneignen? Viele Wissenschaftler befassten sich in den vergangenen Jahren mit diesem Phänomen und arbeiteten heraus, wie sich die Sprache eines Kindes über die Zeit verändert und wie diese Veränderung zustande kommt. Die dokumentierten Ergebnisse fielen ziemlich unterschiedlich aus, sodass heute mehrere Theorien über den Spracherwerb eines Kindes existieren.

In der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit sollen diese erarbeiteten Resultate detailliert dargestellt werden. Hierfür werden zuerst die verschiedenen Spracherwerbstheorien und ihre Initiatoren vorgestellt. Daraufhin wird auf die Entwicklung des Fötus bzw. des Embryos im Bauch der Mutter eingegangen, um auf die Frage antworten zu können, zu welchem Zeitpunkt der Spracherwerb beginnt. Zu guter Letzt soll die Sprachentwicklung des Kindes nach der Geburt unter die Lupe genommen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Spracherwerbstheorien

2.1 Nativismus

2.2 Interaktionismus

2.3 Kognitivismus

2.4 Behaviorismus

2.5 Rational-Konstruktivismus

3. Die Entwicklung der auditiven Wahrnehmung

3.1 Entwicklungsperioden im Mutterleib

3.2 Ab wann hört der Fötus?

4. Verfahren zur Untersuchung der Diskriminationsfähigkeit

4.1 Die Herzschlagratenmessung

4.2 High Amplitude Sucking

4.3 Operant Headturn Procedure

4.4 Visual Fixation Procedure

5. Sprachentwicklung bei Kindern

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale wissenschaftliche Frage, ob der Spracherwerb des Menschen auf einer angeborenen Fähigkeit basiert oder ob es sich um einen vollständig erlernten Prozess handelt. Hierzu werden verschiedene theoretische Ansätze sowie empirische Untersuchungsmethoden analysiert, um die Entwicklung der menschlichen Sprachfähigkeit von der pränatalen Phase bis in die frühe Kindheit nachzuvollziehen.

  • Analyse klassischer Spracherwerbstheorien (Nativismus, Behaviorismus, Kognitivismus, Interaktionismus).
  • Untersuchung der pränatalen auditiven Wahrnehmungsfähigkeiten von Föten.
  • Darstellung wissenschaftlicher Verfahren zur Messung von Diskriminationsfähigkeiten bei Säuglingen.
  • Nachzeichnung der Meilensteine der kindlichen Sprachentwicklung nach der Geburt.

Auszug aus dem Buch

2.1 Nativismus

Die nativistische Theorie wurde erstmals von dem amerikanischen Linguisten und Philosophen Noam Chomsky in den 60ern entwickelt und kann praktisch als 'von innen nach aussen' (insight-out) „Sichtweise gesehen werden, die postuliert, dass die Ausgangsstruktur und die Repräsentation von Sprache von Geburt an im Säugling besteht“ (Grimm 2000: 43). Chomskys Theorie fand bei zahlreichen Linguisten, Philosophen und Psychologen, wie z.B. Steven Pinker, einen großen Widerhall. Ausgehend von der Annahme, dass die menschliche Sprache sehr komplex ist und die Säuglinge diese mit einer rasanten Geschwindigkeit erwerben, kam Chomsky zu dem Entschluss, dass Kinder auf den Spracherwerb vorbereitet das Licht der Welt erblicken. Der Linguist vertritt die Meinung, dass jeder Säugling eine Disposition für den Spracherwerb in sich trägt, die sich im Laufe der Evolution gebildet hat. Diese Veranlagung ist quasi ein genetisches Erbgut, das Chomsky Language Acquisition Device, kurz LAD nannte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Relevanz des Spracherwerbs als komplexen Prozess und Vorstellung der Zielsetzung der Arbeit.

2. Spracherwerbstheorien: Darstellung und kritische Auseinandersetzung mit führenden Theorien, die den Erwerb von Sprache entweder als angeboren oder durch Umwelteinflüsse erlernt deuten.

3. Die Entwicklung der auditiven Wahrnehmung: Erörterung der pränatalen Entwicklung und der Fähigkeit des Fötus, auditive Reize im Mutterleib wahrzunehmen.

4. Verfahren zur Untersuchung der Diskriminationsfähigkeit: Beschreibung wissenschaftlicher Testmethoden wie der Herzschlagratenmessung und dem High Amplitude Sucking zur Erforschung frühkindlicher Sprachwahrnehmung.

5. Sprachentwicklung bei Kindern: Überblick über die Meilensteine der sprachlichen Entwicklung vom ersten Laut bis zum fortgeschrittenen Wortschatz nach der Geburt.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, die den Spracherwerb als Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels mehrerer Faktoren identifiziert.

Schlüsselwörter

Spracherwerb, Nativismus, Interaktionismus, Kognitivismus, Behaviorismus, auditive Wahrnehmung, Sprachtheorien, Säuglingsforschung, Diskriminationsfähigkeit, Sprachentwicklung, LAD, Mutter-Kind-Interaktion, Spracherlernung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und empirischen Befunde des menschlichen Spracherwerbs, um die Debatte zwischen angeborenen Anlagen und erlernten Fähigkeiten zu beleuchten.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Themen umfassen Spracherwerbstheorien, die pränatale auditive Wahrnehmung, Untersuchungsmethoden für Säuglinge und die Stadien der Sprachentwicklung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu klären, ob der Spracherwerb als primär angeborene Fähigkeit oder als Ergebnis eines Lernprozesses durch soziale und kognitive Interaktion zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die verschiedene psycholinguistische Theorien und empirische Studien zur auditiven Diskriminationsfähigkeit vergleicht.

Was ist der Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch verschiedene linguistische Modelle und die empirische Betrachtung der frühkindlichen Wahrnehmung und Entwicklung.

Welche Keywords charakterisieren die Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind Spracherwerb, Nativismus, Interaktionismus, auditive Wahrnehmung und frühe Sprachentwicklung.

Was versteht man unter dem "Language Acquisition Device" (LAD)?

Das LAD ist ein zentrales Konzept des Nativismus von Noam Chomsky und bezeichnet die hypothetische, angeborene genetische Veranlagung des Menschen zum Erlernen von Sprache.

Wie unterscheidet sich die Ammen-Sprache von normaler Sprache?

Die Ammen-Sprache (Motherese) zeichnet sich durch eine langsame Sprechgeschwindigkeit, klare Intonation, deutliche Aussprache und häufige Repetitionen aus, um dem Säugling den Spracherwerb zu erleichtern.

Warum ist die Untersuchung von Föten im Mutterleib relevant?

Sie dient dazu, festzustellen, ob grundlegende auditive Fähigkeiten und die Unterscheidung von Lauten bereits vor der Geburt existieren und somit ein Indiz für angeborene Sprachdispositionen liefern könnten.

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Details

Title
Der Spracherwerb. Eine angeborene oder erlernte Fähigkeit?
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
1,3
Author
M.o.A. Fatma Betül Akcora (Author)
Publication Year
2016
Pages
19
Catalog Number
V426470
ISBN (eBook)
9783668711716
ISBN (Book)
9783668711723
Language
German
Tags
spracherwerb eine fähigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.o.A. Fatma Betül Akcora (Author), 2016, Der Spracherwerb. Eine angeborene oder erlernte Fähigkeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/426470
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