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Die prädikative Ausdehnung des Instrumentals im Russischen

Titel: Die prädikative Ausdehnung des Instrumentals  im Russischen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 22 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Fatma Betül Akcora (Autor:in)

Russistik / Slavistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Instrumental im Russischen ist in vielerlei Hinsicht ein interessanter Kasus. Zum einen dadurch, dass die deutsche Sprache diesen nicht kennt und zum anderen, weil er im Russischen eine Vielzahl von Aufgaben übernimmt. Einige der wichtigsten Funktionen dieses Kasus sind 1) Instrumentalis comitativus, welcher zum Ausdruck der Begleitung benutzt wird; 2) Instrumentalis loci, durch den der Ort ausgedrückt werden kann; 3) Instrumentalis temporis, der eine Zeiterstreckung wiedergibt; sowie 4) Instrumentalis auctoris, wodurch der Agens bei der Passivbildung ausgedrückt werden kann.

Alle diese genannten Funktionen des Instrumentals entstammen dem indogermanischen Erbe. Der 6) jedoch der Instrumentalis praedicativus, stellt eine Ausnahme dar und wird als typisch slavisch gesehen, da seine Wurzeln nicht im Indogermanischen liegen.

Der prädikative Instrumental steht heute an der Stelle des prädikativen Nominativs, welcher im Altkirchenslavischen noch zu belegen ist. Welche Faktoren führten dazu, dass die Nutzung des prädikativen Nominativs abnahm und er zunehmend vom prädikativen Instrumental ersetzt wurde? Seit wann existiert letzteres und wie kam es zu seiner Entstehung? Liegen semantische Unterschiede zwischen dem Nominativ und Instrumental in prädikativer Nutzung vor oder haben sie dieselbe Bedeutung?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Prädikativ

2.1 Primäre Prädikation

2.2 Sekundäre Prädikation

3. Kopulaverben und Kopulasätze

4. Der prädikative Instrumental

4.1 Substantivisches Prädikatsnomen

4.2 Adjektivisches Prädikatsnomen

5. Semantische Unterschiede zwischen prädikativem Nominativ und Instrumental

5.1 Permanente vs. Temporäre Eigenschaft

5.2 Essenzielle vs. Akzidentelle Eigenschaft

5.3 Idiomatische vs. Agentive Interpretation

5.4 Belebtheit vs. Unbelebtheit

5.5 Maskulin vs. Feminin

6. Die Entstehung des prädikativen Instrumentals im Russischen

7. Der prädikative Instrumental in den slavischen Sprachen

8. Der Grund für die Aufnahme des prädikativen Instrumentals

9. Korpusanalyse

9.1 „Правда роусьская“

9.2 „Die Hauptmannstochter“

10. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die diachrone Entwicklung und den aktuellen Gebrauch des prädikativen Instrumentals im Russischen im Vergleich zum prädikativen Nominativ. Ziel ist es, die Faktoren zu identifizieren, die die Wahl zwischen diesen beiden Kasus in Kopulasätzen steuern, und zu klären, welche semantischen Unterschiede ihrer Nutzung zugrunde liegen.

  • Strukturelle Rolle von Kopulaverben und dem Prädikativ
  • Semantische Differenzierung zwischen Nominativ und Instrumental (z.B. Temporarität, Animatheit)
  • Historische Entwicklung des prädikativen Instrumentals unter Einfluss anderer slawischer Sprachen
  • Funktion des Instrumentals als Mittel zur formalen syntaktischen Differenzierung
  • Korpusbasierte Analyse anhand altrussischer und modernerer literarischer Texte

Auszug aus dem Buch

8. Der Grund für die Aufnahme des prädikativen Instrumentals

Im frühesten Slavischen war der prädikative Instrumental ein unbekanntes Phänomen. Doppelkasus, auch Kasuskongruenz genannt, war die einzige bekannte Form im Russischen.

(30) Первые жители Петербурга

erste-NOM.PL.M Einwohner-NOM.PL.M Petersburg-GEN.SG.M

'Die ersten Einwohner Petersburg

были его строители.

sein-PST.3PL sein Erbauer-NOM.PL.M

waren seine Erbauer.'

Das Problem bestand in solchen Sätzen darin, dass aus formeller Sicht nicht deutlich wurde, welches der Satzglieder im Nominativ Первые жители oder строители das determinierende Glied darstellt und welches als determinierter Teil auftritt37. Der prädikative Instrumental lieferte eine Lösung für dieses Problem.

(31) Первыми жителями Петербурга

erste-INS.PL.M Einwohner-INS.PL.M Petersburg-GEN.SG.M

'Die ersten Einwohner Petersburg

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Funktionen des Instrumentals im Russischen ein und stellt die Forschungsfrage nach der Entwicklung und Abgrenzung des prädikativen Instrumentals gegenüber dem Nominativ.

2. Das Prädikativ: Dieses Kapitel definiert Prädikation als Vorgang der Eigenschaftszuordnung und unterscheidet zwischen primärer und sekundärer Prädikation.

3. Kopulaverben und Kopulasätze: Es wird erläutert, wie Kopulaverben Sachverhalte verknüpfen, wobei die Besonderheiten der Nullkopula im Russischen im Fokus stehen.

4. Der prädikative Instrumental: Das Kapitel untersucht den Gebrauch des Instrumentals bei substantivischen und adjektivischen Prädikatsnomen und die Rivalität zum Nominativ.

5. Semantische Unterschiede zwischen prädikativem Nominativ und Instrumental: Es werden semantische Kriterien wie temporäre vs. permanente Eigenschaften oder der Einfluss der Animatheit für die Kasuswahl diskutiert.

6. Die Entstehung des prädikativen Instrumentals im Russischen: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung vom Altkirchenslavischen bis zur modernen russischen Sprache.

7. Der prädikative Instrumental in den slavischen Sprachen: Ein Vergleich zeigt, dass dieses Phänomen in den verschiedenen slavischen Sprachen unterschiedlich stark ausgeprägt ist.

8. Der Grund für die Aufnahme des prädikativen Instrumentals: Die Analyse zeigt, dass der Instrumental als syntaktisches Mittel zur Klärung der Satzstruktur dient.

9. Korpusanalyse: Anhand historischer und literarischer Texte wird der tatsächliche Gebrauch des prädikativen Instrumentals empirisch überprüft.

10. Fazit: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass der prädikative Instrumental sein Anwendungsgebiet stetig erweitert.

Schlüsselwörter

Russisch, prädikativer Instrumental, prädikativer Nominativ, Kopula, Syntax, Diachronie, Kasuskongruenz, Semantik, Substantiv, Adjektiv, Korpusanalyse, Animatheit, Sprachwandel, Nullkopula, Prädikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Gebrauch des prädikativen Instrumentals im Russischen sowie dessen Abgrenzung vom prädikativen Nominativ in Kopulasätzen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Syntax des Russischen, die semantischen Bedingungen für die Kasuswahl beim Prädikatsnomen und die vergleichende Betrachtung slavischer Sprachen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, warum der prädikative Nominativ zunehmend durch den prädikativen Instrumental ersetzt wurde und welche Faktoren (semantisch oder strukturell) diese Wahl beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert eine theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur zur historischen Syntax mit einer praktischen Korpusanalyse literarischer und historischer Texte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Prädikationsformen, die Rolle von Kopulaverben, die semantischen Kriterien der Kasuswahl (z.B. Belebtheit, Temporarität) und die historische Entstehung des Instrumentals.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind prädikativer Instrumental, Kopula, Kasusselektion, historische Syntax und russische Sprache.

Warum wird im Präsens bei Kopulasätzen oft der Nominativ bevorzugt?

Da im Präsens im Russischen keine Kopula (Nullkopula) overt realisiert wird, ist der Nominativ die strukturell dominierende Form; der Instrumental wirkt hier oft archaisch oder umgangssprachlich.

Welche Rolle spielt der Einfluss des Polnischen auf das Russische?

Es wird diskutiert, ob der polnische Einfluss dazu beitrug, den prädikativen Instrumental im Russischen produktiver zu machen, wobei die Autorin dies als einen von mehreren Faktoren einordnet.

Wie unterscheidet sich der Instrumental bei der Kopula "sein" von "werden"?

Während bei der stativen Kopula "sein" (быть) eine Wahl zwischen Nominativ und Instrumental möglich ist, ist nach der dynamischen Kopula "werden" (стать) der Instrumental obligatorisch.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die prädikative Ausdehnung des Instrumentals im Russischen
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
2,3
Autor
Fatma Betül Akcora (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
22
Katalognummer
V426475
ISBN (eBook)
9783668707245
ISBN (Buch)
9783668707252
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ausdehnung instrumentals russischen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fatma Betül Akcora (Autor:in), 2016, Die prädikative Ausdehnung des Instrumentals im Russischen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/426475
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Leseprobe aus  22  Seiten
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