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Gesundheitssituation älterer Muslime in Deutschland

Titel: Gesundheitssituation älterer Muslime in Deutschland

Hausarbeit , 2011 , 18 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Julia Schönfeld (Autor:in)

Soziologie - Medizin und Gesundheit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit stellt die Gesundheitssituation älterer Muslime in Deutschland dar. Es werden vor allem die Unterschiede des Gesundheitszustandes zwischen deutschen und muslimischen Menschen betrachtet sowie die Maßnahmen, die bei der Pflege zu beachten sind.

Demographische Veränderungen sind wohl die maßgeblichen Ursachen der zu-nehmenden Probleme in der gesundheitlichen Versorgung. Durch die höhere Lebenserwartung steigt auch die Zahl der älteren Menschen immer weiter. Bereits 22% der Bevölkerung in Deutschland sind mindestens 60 Jahre alt; 2030 wird vermutlich jeder Dritte über 65 Jahre alt sein. Diese Annahme ist allerdings nur grob geschätzt, da die Einwanderungszahl als unkalkulierbar gilt. Der gleichzeitige Rückgang der Geburtenrate vergrößert das Problem.

Dieser Wandel wirkt sich auch auf die Familienstruktur aus, d.h. es gibt immer weniger Mehrgenerationenhaushalte, in denen sich die Jüngeren um die Älteren kümmern. Pflegebedürftige Menschen können sich folglich nicht mehr auf die Versorgung durch Angehörige verlassen und sind auf professionelle Hilfe angewiesen. Es wird deutlich, wie wichtig das Thema „Gesundheitssituation älterer Menschen“ bereits heute ist, denn ihre Versorgung droht in Zukunft zu einem gravierenden Problem zu werden.

Parallel zur Zunahme der Rentnerzahl nimmt auch die Anzahl der Migranten zu. Ein großer Anteil der Migranten sind Muslime – heute leben etwa 4 Millionen in Deutschland. Ältere Zuwanderer haben den Großteil ihres Lebens in einem Einwanderungsland mit andersartiger kultureller Prägung verbracht, was wiederum zu zusätzlichen gesundheitlichen Problemen führt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Aufbau der Arbeit

2 Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung

2.1 Begriffsklärung

2.2 Aufgabenbereiche der Epidemiologie

2.3 Verhältnis von Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung

3 Gesundheitssituation älterer Muslime in Deutschland

3.1 Bevölkerung mit Migrationshintergrund

3.2 Einflussfaktoren auf die Gesundheitssituation

3.2.1 Bildung und Beruf

3.2.2 Materielle Lebensbedingungen

3.2.3 Soziale Lebensbedingungen

3.3 Muslimisches Gesundheits- und Krankheitsverständnis

3.4 Gesundheitsverhalten

3.5 Muslime als Patienten

4 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Gesundheitssituation älterer Muslime in Deutschland unter Berücksichtigung ihrer sozialen und ökonomischen Lebensumstände sowie ihres spezifischen religiös geprägten Krankheitsverständnisses, um Ansatzpunkte für eine kultursensible pflegerische Versorgung aufzuzeigen.

  • Epidemiologische Grundlagen und Gesundheitsberichterstattung
  • Einflussfaktoren wie Bildung, Beruf und soziale Lebensbedingungen auf die Gesundheit
  • Islamisches Gesundheitsverständnis und religiöse Einflüsse auf das Gesundheitsverhalten
  • Anforderungen an eine kultursensible Pflegepraxis für muslimische Patienten

Auszug aus dem Buch

Muslimisches Gesundheits- und Krankheitsverständnis

Das Gesundheits- und Krankheitsverständnis eines Menschen ist häufig subjektiv und objektiv verschieden. So beurteilen Muslime ihren Gesundheitszustand meist schlechter als Deutsche (vgl. Zeman P. 2005: S.38) und drücken ihr Befinden deutlich durch Mimik und Gestik aus. Schmerzen werden lautstark demonstriert, damit sie auch als krank angesehen werden und die notwendige Zuneigung und Aufmerksamkeit erhalten.

In einem Wort des Propheten Muhammad heißt es: „Keine Müdigkeit und keine Krankheit, keine Sorge und keine Trauer, kein Schmerz und kein Kummer befällt den Muslim, nicht einmal ein winziger Dorn kann ihn stechen, es sei denn, Gott will ihm damit eine Sühne für seine Verfehlungen auferlegen.“ (Ratajczak 2004: S.42) Demzufolge ist Gesundheit für Muslime eines der wichtigsten von Gott gegebenen Gaben, mit dem er verantwortungsvoll und rechtmäßig umzugehen hat. Er hat erforderliche Maßnahmen zu treffen, um seine Gesundheit wiederherzustellen, denn nur ein gesunder Körper kann religiöse und soziale Pflichten erfüllen. Ferner ist der Mensch nur Nutzer des Körpers, Eigentümer ist Allah.

Krankheit hingegen gilt als Strafe Allahs für die begangenen Sünden oder auch als Prüfung. Im Krankheitsfall entwickeln Muslime einen starken Wunsch nach einem Gegenmittel wie z.B. Medikamente, ärztliche Versorgung, Zuwendung und Anteilnahme. Aufmerksamkeit ist eine der heiligen Pflichten der Muslime (vgl. Kapitel 3.1). Der Kranke steht stets im Mittelpunkt und soll durch viel Kontakt und menschliche Wärme wieder geheilt werden. Angehörige tun etwas Gutes, indem sie den Erkrankten besuchen; sie gewähren ihm damit Ehre und Beistand. Je mehr Besucher, desto größer ist die Ehre. Hierüber sollten alle Fachkräfte der Pflegeeinrichtungen informiert werden, denn das ermöglicht das Verständnis für die hohen Besucherzahlen der muslimischen Patienten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Aufbau der Arbeit: Einführung in die demographischen Herausforderungen und die Spezifik der Zielgruppe sowie Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.

2 Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung: Definition und Abgrenzung der zentralen Fachbegriffe sowie deren Bedeutung für die Gesundheitsforschung.

3 Gesundheitssituation älterer Muslime in Deutschland: Detaillierte Analyse der sozioökonomischen Einflussfaktoren, des religiösen Krankheitsverständnisses und der daraus resultierenden Anforderungen an das Gesundheitswesen.

4 Schlussbetrachtung: Fazit über die gesundheitliche Situation und Ausblick auf notwendige strukturelle Anpassungen in der Pflege zur Verbesserung der Versorgungssituation.

Schlüsselwörter

Gesundheit, ältere Muslime, Migration, Epidemiologie, Gesundheitsberichterstattung, soziale Lebensbedingungen, Krankheitsverständnis, Gesundheitsverhalten, kultursensible Pflege, Islam, Integration, Patientenversorgung, Demografie, Gesundheitsrisiken, Religion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beleuchtet die spezifische Gesundheitssituation von älteren muslimischen Migranten in Deutschland und analysiert, wie kulturelle und religiöse Faktoren die gesundheitliche Lage beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen epidemiologische Grundlagen, den Einfluss von Bildung und Beruf, die Rolle von Familie und Religion im Krankheitsfall sowie die praktische pflegerische Versorgung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Unterschiede im Gesundheitszustand aufzuzeigen und Maßnahmen für eine kultursensible Pflege zu identifizieren, die den Bedürfnissen muslimischer Patienten gerecht werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, da es an spezifischen epidemiologischen Daten zur Religionszugehörigkeit mangelt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Lebensbedingungen, das islamische Krankheitsverständnis sowie die Herausforderungen für Pflegekräfte im Umgang mit muslimischen Patienten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Gesundheit, Migration, Kultursensible Pflege, Islam und Epidemiologie.

Warum wird der Gesundheitszustand von Muslimen oft schlechter eingeschätzt?

Dies liegt an einer subjektiven Wahrnehmung, die durch soziale Benachteiligung, Sprachbarrieren und ein anderes Ausdrucksverhalten bei Schmerzen beeinflusst wird.

Warum spielt die Familie eine so große Rolle für muslimische Patienten?

Aufgrund religiöser Pflichten zur Wohltätigkeit und gegenseitigen Unterstützung bilden muslimische Familien ein enges soziales Netzwerk, das im Krankheitsfall hohe Erwartungen an Präsenz und Pflege zeigt.

Welche Herausforderung ergibt sich bei der medizinischen Behandlung des Ramadan?

Die Medikamenteneinnahme während der Fastenzeit stellt Patienten vor religiöse Konflikte, da der Verzicht auf das Fasten bei Krankheit zwar erlaubt, aber für viele Gläubige schwer zu entscheiden ist.

Wie sollten Pflegeeinrichtungen auf die Besonderheiten reagieren?

Empfohlen werden kultursensible Maßnahmen wie geschlechtsspezifische Pflege, Gebetsräume, Berücksichtigung von Speisevorschriften und eine Einbindung des Familienoberhaupts in den Pflegeprozess.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gesundheitssituation älterer Muslime in Deutschland
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
2,0
Autor
Julia Schönfeld (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
18
Katalognummer
V426480
ISBN (eBook)
9783668711242
ISBN (Buch)
9783668711259
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gesundheitssituation muslime deutschland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Schönfeld (Autor:in), 2011, Gesundheitssituation älterer Muslime in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/426480
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Leseprobe aus  18  Seiten
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