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Die Frau im Judentum

Titel: Die Frau im Judentum

Hausarbeit , 2016 , 19 Seiten , Note: 1

Autor:in: Verena Ommerborn (Autor:in)

Theologie - Vergleichende Religionswissenschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit wurde erstellt im Rahmen des Seminars „Einführung in das Judentum“. Als zu vertiefenden Aspekt habe ich „Frauen im Judentum“ gewählt, weil die Gleichberechtigung der Frau in der letzten Zeit aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen eine hohe Aufmerksamkeit erfährt. In der evangelischen Kirche ist die Frau sowohl gesellschaftlich als auch liturgisch gleichberechtigt. Schon ein Blick auf die katholische Kirche zeigt, dass es hier noch einiges zu verbessern gilt. Auch die Debatte über die Verschleierung der Frau im Islam hat in mir das Interesse geweckt, welches Frauenbild die dritte monotheistische Religionsgemeinschaft besitzt.

Ziel dieser Arbeit ist es herauszufinden, welche Stellung die Frau in gesellschaftlicher und religiöser Hinsicht innehat. Allerdings besteht eine Schwierigkeit darin, dass es einerseits verschiedene Strömungen im Judentum gibt, andererseits viele Juden über die Welt verstreut in der Diaspora leben und ihren Glauben dadurch nicht einheitlich realisieren. Hinzu kommt, dass im Staat Israel, der bürgerlich-rechtlich ein demokratisch verfasster Staat ist, religiöse Bestimmungen, die auf Tora, Talmud, Halacha etc. zurückgehen, immer noch Anwendung finden und zum Teil die Durchsetzung staatlich zugesicherter Rechte, wie z.B. Scheidung, erschweren. Daraus ergibt sich die Vorgehensweise, die nicht immer stringent Heutiges vom Traditionellen oder Religiöses vom Säkulären trennen kann.

Nach einer groben Darstellung der verschiedenen Strömungen des Judentums wird die Stellung der Frau in unterschiedlichen Bereichen untersucht. Es erschien ratsam, dabei auf die Rolle der Frau in der Religion, in der Familie sowie in der Gesellschaft einzugehen. So behandelt das zweite Kapitel Aufgaben und Einschränkungen, denen sich die Frau bei der Ausübung der Religion gegenübersieht. Im Folgenden wird die Familie einer genaueren Betrachtung unterzogen, wobei zunächst auf die Ehe, danach auf das Familienleben eingegangen wird. Im nächsten Kapitel wird die gesellschaftliche Stellung der Frau hauptsächlich unter den Aspekten Gleichberechtigung und Berufstätigkeit in den Blick genommen. Da das jüdische Recht für Frauen eine besondere Behandlung vorsieht, wird in einem Unterkapitel die rechtliche Seite von Ehe und Scheidung genauer beleuchtet. Es schließt sich ein kurzer Überblick über den jüdischen Feminismus an, der in den letzten Jahrzehnten deutliche Fortschritte für die Frauen mit sich gebracht hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Strömungen im Judentum

2. Aufgaben und Einschränkungen der Frau in der Religion

3. Stellung der Frau in der Familie

3.1 Die Ehe

3.2 Familienleben

4. Stellung der Frau in der Gesellschaft

4.1 Ehe und Scheidung

5. Jüdischer Feminismus

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Stellung der Frau im Judentum unter besonderer Berücksichtigung der Unterschiede zwischen den verschiedenen religiösen Strömungen, der familiären Rolle sowie der gesellschaftlichen Einbindung. Ziel ist es, herauszufinden, inwieweit die traditionellen, oft patriarchalischen Rollenbilder durch moderne Entwicklungen und den jüdischen Feminismus aufgebrochen wurden.

  • Verschiedene Strömungen des Judentums und ihre Auswirkungen auf das Frauenbild
  • Religiöse Aufgaben und Einschränkungen der Frau im Synagogengottesdienst
  • Die Rolle der Frau innerhalb der Familie und bei der Gestaltung des Familienlebens
  • Die Stellung der Frau in der modernen Gesellschaft und im Staat Israel
  • Der jüdische Feminismus als treibende Kraft für Veränderungen und Emanzipation

Auszug aus dem Buch

1. Strömungen im Judentum

Schon früh in der Geschichte des Judentums hat es unterschiedliche Strömungen gegeben. Für die heute vorherrschenden drei Ausrichtungen des Judentums gilt, dass sie alle für sich in Anspruch nehmen, das ursprüngliche Judentum zu repräsentieren, dies aber in recht unterschiedlicher Ausprägung.

Die jüdische Aufklärung, Halaska, die erst im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts einsetzte, kann als Ursache für das Suchen nach neueren, zeitgemäßen Formen der Ausübung des jüdischen Glaubens angesehen werden. Daraus haben sich im Wesentlichen die orthodoxe, die liberale sowie die konservative Richtung entwickelt. Orthodoxe Juden fühlen sich nach wie vor der Tora verpflichtet, weil sie sie als direkte Offenbarung Gottes verstehen und unterwerfen sich den Regeln der Halacha, der Hauptquelle des jüdischen Gesetzes, welche sie im Alltag befolgen. Des Weiteren befolgen sie strikt rituelle und liturgische Gebote, wie den Sabbat einzuhalten und koscher zu essen. Auch kann man sie an ihrer Haartracht und Kleidung erkennen.

Orthodoxe Juden leben in relativ geringer Anzahl über Europa und Amerika verstreut, sind aber vor allem in Israel zu finden, wo sie im ganzen Land auch nur eine „kleine Minorität“ darstellen, dennoch „bei Regierungsbildungen als Zünglein an der Waage über erheblichen politischen Einfluss“ verfügen.

Demgegenüber versuchen liberale Juden (mitunter wird von Progressivem Judentum oder Reformjudentum gesprochen) die Tora in die Gegenwart einzubinden und sie angepasst zu interpretieren. Die moderne Lesart der Tora zeigt sich in der offeneren Auslegung z.B. der Speiseregeln, deren Beachtung den Gläubigen freigestellt ist. Auch die Gottesdienste sind der heutigen Zeit angepasst und finden z.B. in der jeweiligen Landessprache und mit Orgelmusik statt. „Das Reformjudentum, einst in Deutschland entstanden, hat heute sein Zentrum in den USA. In Israel ist es nur durch kleine Gemeinden vertreten.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Untersuchung des Frauenbildes im Judentum vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen und definiert die Zielsetzung sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit.

1. Strömungen im Judentum: Das Kapitel differenziert zwischen orthodoxen, liberalen und konservativen Richtungen des Judentums und legt dar, wie unterschiedlich diese die Tora interpretieren und den religiösen Alltag prägen.

2. Aufgaben und Einschränkungen der Frau in der Religion: Hier werden die traditionellen Rollenzuweisungen im Gottesdienst analysiert, insbesondere die Geschlechtertrennung und der Ausschluss der Frauen von zentralen religiösen Vollzügen im orthodoxen Umfeld.

3. Stellung der Frau in der Familie: Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle der Frau als Ehefrau und Mutter sowie die talmudischen Einflüsse auf die häusliche Rollenverteilung und die rechtlichen Grundlagen der jüdischen Ehe.

4. Stellung der Frau in der Gesellschaft: Der Fokus liegt auf der Partizipation der Frau am öffentlichen Leben, ihrer politischen Tätigkeit und den rechtlichen Rahmenbedingungen in Israel und der westlichen Welt.

5. Jüdischer Feminismus: Das letzte inhaltliche Kapitel beschreibt die Entwicklung feministischer Strömungen, die eine neue, weniger patriarchale Auslegung der religiösen Schriften fordern und sich für eine stärkere liturgische Teilhabe einsetzen.

Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass die Gleichberechtigung der Frau im Judentum stark von der jeweiligen Strömung abhängt, wobei der Feminismus in nicht-orthodoxen Kreisen bereits deutliche Fortschritte erzielt hat.

Schlüsselwörter

Judentum, Frauenbild, orthodoxes Judentum, Reformjudentum, Halacha, Tora, Talmud, Feminismus, Gleichberechtigung, Ehe, Familienleben, Religion, Emanzipation, Gottesdienst, Rabbinerinnen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle der Frau innerhalb der jüdischen Religionsgemeinschaft und analysiert, wie diese durch verschiedene Strömungen und gesellschaftliche Kontexte geprägt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder umfassen die religiöse Praxis, die Rolle der Frau in Ehe und Familie, ihre Stellung in der modernen Gesellschaft sowie die Auswirkungen des jüdischen Feminismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, herauszufinden, welche gesellschaftliche und religiöse Stellung die Frau im Judentum einnimmt und welche Faktoren zu einer (Un-)Gleichberechtigung führen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse, die verschiedene jüdische Strömungen und deren Texte (Tora, Talmud) sowie historische und soziologische Perspektiven auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der religiösen Einschränkungen, die familiäre Rolle der Frau, ihre gesellschaftliche Partizipation und die Herausforderungen durch den jüdischen Feminismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Neben dem zentralen Begriff Judentum sind insbesondere Gleichberechtigung, Halacha, orthodoxes Judentum, Familienleben und Feminismus essenziell für das Verständnis der Arbeit.

Warum spielt die Unterscheidung der Strömungen eine so wichtige Rolle?

Weil die Auslegung von Tora und Halacha stark variiert; während liberale und reformierte Gemeinden eine weitreichende Gleichberechtigung fördern, hält das orthodoxe Judentum an traditionellen, oft ungleichen Rollenbildern fest.

Welche Rolle spielt die Halacha bei der Scheidung von Frauen?

Da die Halacha Ehescheidungen stark patriarchalisch regelt, kann ein Mann einer Frau die Scheidung verwehren, was für jüdische Frauen oft mit erheblichen rechtlichen und persönlichen Nachteilen verbunden ist.

Wie hat sich die Rolle der Frau durch den jüdischen Feminismus verändert?

Der jüdische Feminismus hat einen Prozess angestoßen, in dem Frauen zunehmend Zugang zu religiösen Schriften fordern, das Studium der Tora und des Talmuds wahrnehmen und vermehrt Ämter wie das der Rabbinerin anstreben.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Frau im Judentum
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1
Autor
Verena Ommerborn (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
19
Katalognummer
V426538
ISBN (eBook)
9783668709911
ISBN (Buch)
9783668709928
Sprache
Deutsch
Schlagworte
frau judentum
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Verena Ommerborn (Autor:in), 2016, Die Frau im Judentum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/426538
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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