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Die Poesie der Schönheit. Eine elegische Liebe im Spannungsfeld zwischen "cultus" und "natura" in Properz "Carmen"

Title: Die Poesie der Schönheit. Eine elegische Liebe im Spannungsfeld zwischen "cultus" und "natura" in Properz "Carmen"

Term Paper , 2015 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Latin philology - Medivial and Modern Latin
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Die Liebeselegien des Properz, die den Leser durch ihre hohe Emotionalität in ihren Bann ziehen, haben seit jeher andere Dichter und Schriftsteller angeregt. Als deren berühmtester Vertreter ist wohl Goethe zu nennen, dessen Römische Elegien und Venetianische Epigramme von Properz stark beeinflusst sind. Auch auf Petrarca übte der römische Dichter große Wirkung aus, und sogar bis in die heutige Zeit ist die Kunst des Properz noch lebendig: Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts schuf Ezra Pound sein Werk "Homage to Sextus Propertius".

Properz’ Liebeselegien entstanden in der Übergangszeit von der römischen Republik zum augusteischen Prinzipat, die von politischen Umwälzungen und einem ins Wanken geraten der althergebrachten Ordnung geprägt war. Die Dichtung der Neoteriker und später auch die Liebeselegien des Properz boten den von politischen Wirren verunsicherten Menschen die Möglichkeit, in eine "andere Welt" einzutauchen, deren Werte teils klar gegen traditionelle Wertvorstellungen opponierten. Anstelle einer Ehe wünschte man sich beispielsweise eine freie, aber lebenslang andauernde Liebesbeziehung, das sogenannte foedus aeternum. Eine solche Beziehung strebt auch Properz mit seiner Geliebten Cynthia, die er in seinen Elegien besingt, an.

In Carmen 1,2 versucht Properz mahnend, Cynthia von natürlicher Schönheit ohne Schminke und Schmuck zu überzeugen. Er will, dass seine Geliebte nicht wie eine Hetäre durch künstliches Zutun, sondern als ehrbare Frau durch ihre wahre Natur, ihr Talent und ihr bloßes Sein allein für ihn in Schönheit erstrahlt. Dies macht er in den letzten Versen des Gedichtes auch zur Bedingung für seine ewig währende Liebe zu ihr. Weiterhin wird häufig diskutiert, inwieweit die Liebe zu Cynthia generell biographisch zu deuten ist. Diese Frage bleibt jedoch nach wie vor umstritten und ist auch wohl nicht zweifellos zu klären. Ich gehe in meiner Arbeit jedoch von biographischer Beeinflussung aus.

In dieser Arbeit soll Carmen 1,2 im Hinblick auf die Frage untersucht werden, was Properz tatsächlich mit den Aussagen über die Schönheit einer Frau und seinen daraus resultierenden Bedingungen für die Liebe ausdrücken will. Geht es ihm tatsächlich nur um Äußerlichkeiten (seien es die der Cynthia oder die seiner Poesie) oder steckt mehr – vielleicht ein Ausdruck seiner selbst zwischen den Zeilen – dahinter?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Übersetzung

3. Der Dichter hinter seinem Werk

3.1. Cynthias cultus in der Kritik

3.2. sponte sua melius – Der Glanz natürlicher Schönheit

3.3. pudicitia als weibliche Tugend

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das zweite Gedicht aus dem ersten Buch des Properz (Carmen 1,2) und analysiert, inwiefern der Dichter mittels seiner Aussagen über die Schönheit einer Frau und die Ablehnung künstlicher Attribute eine tiefere, möglicherweise biographisch beeinflusste Wahrheit über seine Liebesbeziehung zu Cynthia vermitteln will.

  • Die Analyse der ästhetischen Vorstellungen von Properz und deren Abgrenzung zur zeitgenössischen Künstlichkeit.
  • Die Untersuchung der Rolle von Naturvergleichen und mythologischen Anspielungen als Argumentationsmittel für ein Idealbild.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit der Forschungslage zur Identität Cynthias und zur biographischen Deutung der Elegien.
  • Die Beleuchtung des inneren Konflikts zwischen dem Wunsch nach traditioneller weiblicher Tugend und der Realität einer Liebesbeziehung.

Auszug aus dem Buch

3.1. Cynthias cultus in der Kritik

Anders als das erste Gedicht des Monobiblos beginnt Carmen 1,2 nicht direkt mit dem Namen Cynthias. Dennoch ist die Ansprache des Dichters direkt an sie als seine Geliebten gerichtet. Properz steigt mit der Frage, weshalb sich Cynthia mit teuren Gütern künstlich schmückt und damit ihre natürliche Schönheit vor der Welt verbirgt, ein. Der Ausdruck quid iuvat (V. 1) impliziert, dass an Cynthias Verstand appelliert werden soll. Sie soll selbst darüber nachdenken, warum sie die Notwendigkeit sieht, ihr Erscheinungsbild künstlich zu beeinflussen.

Mit der Anrede als vita (V. 1) entsteht eine starke Vertrautheit und Nähe zwischen der Angesprochenen und ihrem Liebhaber. Es wird deutlich, dass die Frau der Mittelpunkt von Properz’ Welt, seines poetischen Schaffens und seines Lebens ist. Gerade deshalb fällt auf, dass Cynthias Aussehen nicht generell beschrieben, sondern der Fokus auf ausgewählte Details gelegt wird. Nach dem frisierten Haar wird das teure koische Gewand, dessen sehr transparente Seide die „sexual availability“ der Trägerin verdeutlicht, angesprochen. Properz hätte das Gewand bei seinen Ausführungen auch zugunsten einer generellen Darstellung übergehen können, aber es scheint so, als übte es auf ihn – wie wohl auch auf andere Männer – eine große Anziehungskraft aus. Was ROBERT MALTBY so treffend mit dem Satz „The eyes are the road to love“ ausdrückt, gilt auch hier. Aber das scheint wiederum gleichzeitig Grund seiner Kritik zu sein. Er will Cynthia nicht als Objekt der Begierde anderer Männer sehen, sondern nur als das seiner eigenen. Eine Frau muss attraktiv sein, um die Aufmerksamkeit eines Mannes überhaupt auf sich zu lenken. Aber sie soll nicht zu attraktiv sein, da sonst die eigene Stellung als „Nummer 1“ gefährdet ist. Die Eifersucht ist klar erkennbar. Beim Gedanken an oder beim Blick auf seine Geliebte bleibt Properz immer an störenden Einzelheiten hängen, die ihn emotional aufwühlen, sodass er genau diese Situation in seiner Dichtung verarbeitet und seine Leser an der Zerrissenheit zwischen Anziehung, Enttäuschung und Eifersucht teilhaben lässt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Liebeselegien des Properz ein und stellt die zentrale Fragestellung zur Interpretation von Carmen 1,2 vor.

2. Übersetzung: Hier wird die lateinische Vorlage von Properz’ Gedicht in eine deutsche Fassung übertragen.

3. Der Dichter hinter seinem Werk: Das Kapitel strukturiert das Gedicht in vier Sektionen und diskutiert das Verhältnis zwischen der lyrischen Identität und dem Autor Properz.

3.1. Cynthias cultus in der Kritik: Der Abschnitt befasst sich mit Properz' Ablehnung der künstlichen Verschönerung Cynthias und beleuchtet die Rolle der Eifersucht.

3.2. sponte sua melius – Der Glanz natürlicher Schönheit: Die Analyse konzentriert sich auf die Naturvergleiche des Dichters und deren Symbolik für ein Ideal von Reinheit und Wahrheit.

3.3. pudicitia als weibliche Tugend: Hier wird der mythologische Katalog des Dichters untersucht, der als Referenzrahmen für ein moralisches Frauenideal dient.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet das Gedicht als Ausdruck eines persönlichen Konflikts zwischen Wunschvorstellung und gesellschaftlicher Realität.

Schlüsselwörter

Properz, Cynthia, Liebeselegien, Natürliche Schönheit, Cultus, Mythologie, Antike Literatur, Poetische Analyse, foedus aeternum, Pudicitia, Literaturwissenschaft, Römische Dichtung, Ästhetik, Moral, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Carmen 1,2 des römischen Dichters Properz, insbesondere mit der kritischen Auseinandersetzung des lyrischen Ichs mit den künstlichen Schönheitsidealen seiner Geliebten Cynthia.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Dialektik von Natur und Kunst (natura vs. cultus), der Einfluss gesellschaftlicher Normen auf die persönliche Liebesbeziehung sowie die moralische Bewertung von Weiblichkeit in der augusteischen Zeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass das Gedicht über eine bloße ästhetische Stilübung hinausgeht und tiefe Einblicke in die persönlichen Ängste, die Eifersucht und die Suche des Dichters nach einer authentischen, tugendhaften Bindung bietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine philologische Textanalyse angewandt, die durch den Einbezug der Forschungslage und den Vergleich mit zeitgenössischen sowie mythologischen Kontexten ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert das Gedicht in vier Segmente, analysiert die Kritik an Cynthias Äußerlichkeiten, hinterfragt die Natur- und Mythologie-Vergleiche und untersucht schließlich die Beteuerungen des Dichters bezüglich seiner ewigen Liebe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen neben dem Autor Properz vor allem Cynthia, Liebeselegie, Natürlichkeit, Cultus, Pudicitia und der Konflikt zwischen Realität und literarischer Konvention.

Warum bezieht sich Properz explizit auf die griechische Mythologie?

Die mythologischen Vergleiche dienen dem Dichter dazu, ein idealisiertes Gegenbild zu Cynthia zu konstruieren, um ihr indirekt den Wert der Treue und Sittsamkeit vor Augen zu führen und seinen eigenen Status als gelehrter Dichter zu unterstreichen.

Inwiefern spielt der Begriff „cultus“ eine tragende Rolle?

„Cultus“ wird von Properz in diesem Werk konsequent als negatives Gegenstück zur Natur verwendet; es steht für eine überflüssige Künstlichkeit, die die wahre Schönheit der Geliebten eher verbirgt als betont.

Was bedeutet das „foedus aeternum“ im Kontext der Arbeit?

Es beschreibt das Ideal einer freien, aber dauerhaften und ehrlichen Liebesbeziehung, nach dem Properz strebt und das er bei Cynthia durch das Ablegen ihrer künstlichen Attitüden zu erreichen hofft.

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Details

Title
Die Poesie der Schönheit. Eine elegische Liebe im Spannungsfeld zwischen "cultus" und "natura" in Properz "Carmen"
College
University of Heidelberg
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2015
Pages
16
Catalog Number
V426576
ISBN (eBook)
9783668707702
ISBN (Book)
9783668707719
Language
German
Tags
poesie schönheit eine liebe spannungsfeld properz carmen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2015, Die Poesie der Schönheit. Eine elegische Liebe im Spannungsfeld zwischen "cultus" und "natura" in Properz "Carmen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/426576
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