Die NSDAP verstand es, zur richtigen Zeit an die teilweise bereits vorhandenen Aversionen der Menschen zu appellieren. Zunächst waren in den letzten Jahren der Weimarer Republik die Kommunisten Ziel der nationalsozialistischen Hetze, mit dem „Judenboykott“ vom ersten April 1933 brach dann aber die antisemitische Komponente der Weltanschauung Adolf Hitlers hervor und wurde zur Spitze seiner pervertierten Weltordnung.
Dieser Unterrichtsentwurf soll eine Fallanalyse zum Thema "Das Massaker von Babi Jar im September 1941" durchführen.
Inhaltsverzeichnis
1. Klassensituation
2. Die Stunde in der Unterrichtseinheit
3. Sachanalyse
4. Methodische Überlegungen
5. Lernziele
6. Geplanter Stundenverlauf
7. Literatur- und Quellenverzeichnis
1. Literatur
2. Textquellen
3. Bildquellen
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit ist es, den Schülern die nationalsozialistische Vernichtungspolitik anhand des exemplarischen Falls des Massakers von Babi Jar und der Wannseekonferenz zu vermitteln, um ein historisches Verantwortungsbewusstsein zu fördern und die Bedeutung demokratischer Werte im heutigen Kontext herauszuarbeiten.
- Ideologische Grundlagen und Radikalisierung der nationalsozialistischen Judenverfolgung
- Multiperspektivität durch Quellenarbeit (Opfer, Täter, Außensicht)
- Strukturelle Planung und bürokratische Organisation des Holocaust
- Förderung der Urteilsbildung durch kontroverse Diskussionen (Fishbowl-Methode)
- Reflexion über die historische und gegenwärtige Verantwortung
Auszug aus dem Buch
3. Sachanalyse
Die NSDAP verstand es, zur richtigen Zeit an die teilweise bereits vorhandenen Aversionen der Menschen zu appellieren. Zunächst waren in den letzten Jahren der Weimarer Republik die Kommunisten Ziel der nationalsozialistischen Hetze, mit dem „Judenboykott“ vom 1. April 1933 brach dann aber die antisemitische Komponente der Weltanschauung Adolf Hitlers hervor und wurde zur Spitze seiner pervertierten Weltordnung.
Die Rassenhetze wirkte auf unzufriedene Bürger oft integrierend: Juden wurden als Sündenböcke für alles Schlechte stigmatisiert und ihre Unterdrückung, Verschleppung und letztlich auch ihre Tötung erschienen als logische und notwendige Maßnahmen gegen das vermeintliche Übel. In der ersten Phase der Judenverfolgung (1933-1934) beschränkte man sich noch auf Hetze und Terror. In der zweiten Phase (1935-1938) verschärften sich die Maßnahmen: Zusammen mit den „Nürnberger Gesetzen“ vom 15. September 1935, die mit dem „Reichsbürgergesetz“ und dem „Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ die jüdische Bevölkerung als bloße „Staatsangehörige“ zu Bürgern minderen Rechts herabwürdigten und sie insgesamt diskriminierten bzw. entrechteten, wurden die Gräueltaten gegen Juden gesetzlich angeordnet und legitimiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Klassensituation: Beschreibung der Lerngruppe und deren methodische Vorerfahrung, die für die geplante Gruppenarbeit genutzt wird.
2. Die Stunde in der Unterrichtseinheit: Einordnung der Doppelstunde in den übergeordneten Themenkomplex des Nationalsozialismus und der Judenverfolgung.
3. Sachanalyse: Historische Herleitung des nationalsozialistischen Antisemitismus und der Eskalationsphasen bis hin zur Shoa.
4. Methodische Überlegungen: Darstellung des didaktischen Konzepts, welches Quellenarbeit, Filmanalyse und Diskussion kombiniert.
5. Lernziele: Definition der Kompetenzziele bezüglich historischem Wissen, Methodenkompetenz und politischer Urteilsfähigkeit.
6. Geplanter Stundenverlauf: Detaillierte tabellarische Auflistung der Phasen, Methoden und eingesetzten Medien.
7. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen Literatur sowie der Primär- und Bildquellen.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Shoa, Babi Jar, Judenverfolgung, Wannseekonferenz, Holocaust, Geschichtsdidaktik, Quellenarbeit, Multiperspektivität, Antisemitismus, Erinnerungskultur, Verantwortung, Nürnberger Gesetze, NS-Diktatur, Massenmord.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtseinheit im Kern?
Die Einheit thematisiert die radikale Judenverfolgung durch das NS-Regime, kulminierend in der Shoa, und nutzt das Massaker von Babi Jar sowie die Wannseekonferenz als Fallbeispiele.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Es geht um die ideologischen Grundlagen, die bürokratische Organisation des Massenmords, die Rollenverteilung zwischen Täter, Opfer und Zeugen sowie die Frage der historischen Verantwortung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Schülern die Unmenschlichkeit des Regimes aufzuzeigen und sie zu politisch mündigen Bürgern zu erziehen, die den Wert von Demokratie und Menschenrechten schätzen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Unterricht nutzt eine Mischung aus Quellenarbeit (Multiperspektivität), Filmanalyse und der „Fishbowl“-Methode für eine strukturierte Gruppendiskussion.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Sachanalyse der Eskalationsphasen und eine methodische Darlegung, wie diese Inhalte durch Karikaturen, Dokumente und Filmsequenzen didaktisch erschlossen werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Unterrichtseinheit?
Wichtige Begriffe sind Nationalsozialismus, Shoa, Babi Jar, Multiperspektivität, Verantwortung und Erinnerungskultur.
Warum wird die „Fishbowl“-Methode verwendet?
Diese Methode soll die Schüler zwingen, sich eine eigene Meinung zu bilden, diese begründet zu äußern und dabei zwischen individueller Schuld und kollektiver Verantwortung zu differenzieren.
Welche Rolle spielt die Karikatur „Die Verbündeten“?
Die Karikatur dient als motivierender Einstieg, um Vorwissen zu aktivieren und die Schüler ohne Lehrerkommentar zur Interpretation der nationalsozialistischen Absichten zu führen.
Wie wird mit der Problematik von Spielfilmen im Geschichtsunterricht umgegangen?
Da Filme oft unkritisch als objektiv wahrgenommen werden, wird der Filmausschnitt durch ein Arbeitsblatt mit einer Originalquelle ergänzt, um die Historizität kritisch zu prüfen.
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- Anonym (Author), 2017, Shoa. Völkermord an den Juden (Geschichte 9. Klasse), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/426579