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Die Finanzierung von Fußballvereinen im europäischen Vergleich

Eine empirische Analyse

Title: Die Finanzierung von Fußballvereinen im europäischen Vergleich

Bachelor Thesis , 2017 , 43 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Patrick Hohmann (Author)

Business economics - Investment and Finance
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Summary Excerpt Details

Mit dem Transfer des brasilianischen Superstars zu Paris St. Germain wurde jüngst eine neuer Rekord im internationalen Profifußball in Sachen Ablösesummen und Gehälter für Fußballspieler durchbrochen. Nur ein Jahr zuvor war es noch Paul Pogba gewesen, der für 105 Mio. Euro von Juventus Turin zu seinem früheren Club Manchester United wechselte und als teuerster Vereinstransfer aller Zeiten galt. Die Ablösesummen, die europäische Top-Vereine für neue Spieler investieren, steigen kontinuierlich, wodurch mittlerweile für einen 16-Jährigen Fußballer, welcher erst ein Profifußballspiel in seiner Laufbahn absolviert hat, insgesamt 61 Mio. Euro bezahlt werden. Diese hohen Investitionen lassen in Europa viele Fragen aufkommen. Wie finanziert ein Fußballverein einen solchen Transfer und woher kommen die liquiden Mittel? Kann sich ein Fußballverein aus eigener Kraft finanzieren oder sind stets Investoren daran beteiligt?

Zur Beantwortung dieser Fragen werden im zweiten und dritten Kapitel zunächst die in der Praxis genutzten Finanzierungsmöglichkeiten der Fußballvereine beschrieben. Diese orientieren sich an der Pecking Order Theory, wonach die Finanzierungsinstrumente eines Unternehmens gemäß der Reihenfolge des geringsten Aufwands bzw. Widerstands in Betracht gezogen werden sollen. Zu Beginn wird gezeigt, wie sich ein Verein selbständig finanzieren kann. Danach werden die Möglichkeiten der Außenfinanzierung durch die Aufnahme von Fremdkapital, durch Verwendung von Kreditsurrogaten und Mezzaninen sowie durch die Aufnahme von Eigenkapital beschrieben. Das vierte Kapitel gibt anschließend einen Überblick über die aktuelle Marksituation der englischen Premier League und der deutschen Fußball Bundesliga, vergleicht diese mit anderen europäischen Ligen und verdeutlicht die Anwendung der Finanzierungsinstrumente in der Praxis durch jeweils ein Beispiel aus den entsprechenden Ligen. Abschließend fasst das fünfte Kapitel die Ergebnisse nochmals zusammen und gibt einen Ausblick auf eine mögliche zukünftige Situation der Finanzierung von Fußballvereinen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Innenfinanzierung von Fußballvereinen

2.1 Selbstfinanzierung

2.1.1 Einnahmen aus Spielbetrieb

2.1.2 Einnahmen aus Vermarktung von Medienrechten

2.1.3 Einnahmen aus Sponsoring

2.1.4 Einnahmen aus Merchandising

2.2 Finanzierung durch Kapitalfreisetzung

2.2.1 Vermögensumschichtung

3 Außenfinanzierung von Fußballvereinen

3.1 Aufnahme von Fremdkapital

3.1.1 Bankdarlehen

3.1.2 Anleihen

3.2 Kreditsurrogate und Mezzanine

3.2.1 Sale-and-Lease-back

3.2.2 Asset Backed Securities

3.3 Aufnahme von Eigenkapital

3.3.1 Finanzinvestoren und strategische Partner

3.3.2 Börsengang

4 Finanzierungsmodelle und aktuelle Marktübersicht

4.1 Finanzierungsmodelle in England

4.1.1 Überblick aktuelle Marktsituation

4.1.2 Beispiel Manchester United Football Club

4.2 Finanzierungsmodelle in Deutschland

4.2.1 Überblick aktuelle Marktsituation

4.2.2 Beispiel Borussia Dortmund

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht die vielfältigen Instrumente der Innen- und Außenfinanzierung von Fußballvereinen im europäischen Vergleich, um zu analysieren, wie professionelle Clubs ihren Finanzbedarf decken, insbesondere im Hinblick auf hohe Transferausgaben und den wachsenden Einfluss von Investoren.

  • Analyse von Instrumenten der Innenfinanzierung (Spielbetrieb, Vermarktung, Merchandising, Kapitalfreisetzung).
  • Untersuchung von Außenfinanzierungsmöglichkeiten durch Fremdkapital (Bankdarlehen, Anleihen) und Eigenkapital (Investoren, Börsengang).
  • Vergleichende Betrachtung der Finanzierungsmodelle in der englischen Premier League und der deutschen Fußball-Bundesliga.
  • Bewertung des Einflusses von Investoren sowie regulatorischer Rahmenbedingungen wie der „50+1 Regel“.
  • Fallstudien zu den Finanzierungsstrategien von Manchester United und Borussia Dortmund.

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Anleihen

Aufgrund der immer unattraktiver werdenden Bankdarlehen bieten sich für Fußballvereine zunehmend Anleihen als Form der Außenfinanzierung an. Fußballanleihen können in zwei Kategorien eingeteilt werden, zum einen gibt es die sog. Fananleihe und zum anderen die Mittelstandsanleihe. Die Fananleihe zielt direkt auf die Fangemeinschaft des Vereins ab, der Fan soll die Finanzierungquelle darstellen und seinen Club unterstützen. Das Volumen der Anleihen ist abhängig von der Anzahl und der Zahlungsbereitschaft der Fans des jeweiligen Vereins. Diese Zahl kann der Verein durch die Mitgliederzahl oder die Anzahl der Follower in den sozialen Medien ableiten. Die Fananleihe muss nicht zwingend an der Börse notiert werden, sondern kann im sog. Freiverkehr gehandelt werden, um den Nachteilen des regulierten Marktes wie Zugangsvoraussetzungen und Folgepflichten zu entgehen. Des Weiteren muss diese Art von Anleihe nicht von einer externen Ratingagentur bewertet werden, die Risikobewertung kann der Emittent hier selbst durchführen. Da der Anleger, in diesem Fall der Fan des Vereins, oftmals sehr emotional an den Verein gebunden ist, befreit er den Emittenten hin und wieder von seinen Pflichten der Zinszahlung oder sogar der Rückzahlung des gesamtem Betrages, indem er seine sog. Schmuckurkunde als „Trophäe“ behält und die Zinscoupons nicht abtrennt.

Als zweite Form der Anleihe gibt es noch die Mittelstandsanleihe. Die Mittelstandsanleihe zielt im Gegensatz zur Fananleihe nicht auf die Fangemeinde, sondern auf institutionelle Investoren ab. Im Grunde ist diese der Fananleihe sehr ähnlich, jedoch weist sie auch einige Unterschiede auf. Mittelstandsanleihen müssen börsennotiert sein, einem regelmäßigen Rating unterzogen werden und der Verein muss regelmäßig Informationen, die für die Kursentwicklung und Investitionsentscheidungen von großer Bedeutung sind, bereitstellen. Außerdem muss der Verein einer Mitwirkung durch einen Kapitalmarktberater, welcher von der jeweiligen Börse zugelassen ist, zustimmen. Er stellt die Anleihefähigkeit fest und strukturiert die Anleihe. Durch diese Anleiheformen werden dem Fußballverein mitunter große Summen liquider Mittel zugeführt, welche dieser zur Finanzierung von langfristigen Investitionsprojekten wie z.B. dem Stadionaus- oder umbau, der Aufwertung des Mannschaftskaders oder der allg. Liquiditätsbeschaffung nutzen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik steigender Ablösesummen im Profifußball ein und definiert das Ziel, die praktizierten Finanzierungsmöglichkeiten im europäischen Vergleich zu analysieren.

2 Innenfinanzierung von Fußballvereinen: In diesem Kapitel werden Instrumente wie die Selbstfinanzierung durch Spielbetrieb, TV-Rechte, Sponsoring und Merchandising sowie die Kapitalfreisetzung durch Vermögensumschichtung detailliert erläutert.

3 Außenfinanzierung von Fußballvereinen: Dieses Kapitel behandelt Möglichkeiten der Fremdkapitalaufnahme wie Bankdarlehen und Anleihen, Kreditsurrogate wie Sale-and-Lease-back sowie die Aufnahme von Eigenkapital durch Investoren oder Börsengänge.

4 Finanzierungsmodelle und aktuelle Marktübersicht: Hier werden die Finanzierungsmodelle der englischen Premier League und der deutschen Bundesliga vergleichend gegenübergestellt und anhand der Beispiele Manchester United und Borussia Dortmund konkretisiert.

5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass externe Investoren in Europa eine bedeutende Rolle spielen, aber auch andere Instrumente wie die Innenfinanzierung sowie eine nachhaltige Unternehmensführung entscheidend für den langfristigen Erfolg sind.

Schlüsselwörter

Fußballvereine, Finanzierung, Innenfinanzierung, Außenfinanzierung, Fremdkapital, Eigenkapital, Investoren, Sponsoring, Medienrechte, Börsengang, Fananleihe, 50+1 Regel, Manchester United, Borussia Dortmund, Kapitalmarktreife

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die verschiedenen Finanzierungsstrategien von europäischen Fußballvereinen, um aufzuzeigen, wie diese ihren Finanzbedarf zur Deckung von Kosten, wie etwa für Spielertransfers, decken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die Innenfinanzierung (z.B. Sponsoring, TV-Gelder), die Außenfinanzierung (z.B. Bankdarlehen, Anleihen, Investoren) sowie der Vergleich nationaler Ligen wie der englischen Premier League und der deutschen Bundesliga.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel der Arbeit ist es, die in der Praxis genutzten Finanzierungsmöglichkeiten von Fußballvereinen darzustellen und zu vergleichen, wie Vereine auf steigende Kosten reagieren und welche Rolle dabei externe Investoren spielen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Finanzierungsinstrumente unter Anwendung der Pecking Order Theory sowie eine empirische Analyse der Marktsituation anhand von aktuellen Beispielen und Daten aus der englischen Premier League und der deutschen Bundesliga.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der Innenfinanzierung, der Außenfinanzierung sowie einen spezifischen Überblick über die Marktgegebenheiten in England und Deutschland, inklusive Fallbeispielen zu Manchester United und Borussia Dortmund.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Fußballvereine, Finanzierung, Investoren, Fremdkapital, Eigenkapital, 50+1 Regel, Medienrechte, Sponsoring, Börsengang und Kapitalmarktreife.

Wie unterscheiden sich die Finanzierungsmodelle von Manchester United und Borussia Dortmund?

Während Manchester United stark von der Übernahme durch Investoren (Familie Glazer) und dem Zugang zum internationalen Kapitalmarkt geprägt ist, verdeutlicht das Beispiel Borussia Dortmund die Herausforderungen einer Börsennotierung sowie die Bedeutung einer nachhaltigen finanziellen Sanierung unter Einhaltung der „50+1 Regel“.

Welche Rolle spielt die „50+1 Regel“ in Deutschland im Vergleich zu England?

Die „50+1 Regel“ verhindert in Deutschland weitestgehend die feindliche Übernahme durch Investoren, da diese keine Stimmrechtsmehrheit erwerben können, während in der englischen Premier League eine solche Regelung fehlt und viele Vereine in ausländischem Besitz sind.

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Details

Title
Die Finanzierung von Fußballvereinen im europäischen Vergleich
Subtitle
Eine empirische Analyse
College
Wiesbaden University of Applied Sciences  (Wiesbaden Business School)
Grade
2.0
Author
Patrick Hohmann (Author)
Publication Year
2017
Pages
43
Catalog Number
V426590
ISBN (eBook)
9783668712492
ISBN (Book)
9783668712508
Language
German
Tags
Fußball Finanzierung Investition Europa Außenfinanzierung Innenfinanzierung Eigenkapital Fremkapital Vergleich Verein Club Dortmund Manchester Bachelor Thesis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Hohmann (Author), 2017, Die Finanzierung von Fußballvereinen im europäischen Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/426590
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