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Terrornetzwerke. Eine ökonomische Analyse

Titel: Terrornetzwerke. Eine ökonomische Analyse

Diplomarbeit , 2008 , 81 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Elena Warneke (Autor:in)

Soziologie - Recht und Kriminalität
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit folgenden Fragen: Was ist es, was terroristische Akteure ihre Ziele erfolgreich erreichen lässt? Kann man ihr Verhalten rational nachvollziehen, um zukünftiges Verhalten zu antizipieren? Und wie können die betroffenen Regierungen sinnvoll auf die wachsende Terrorgefahr reagieren?

Zum einen ist es nötig die Organisationsstrukturen und Art von Terrornetzwerken zu untersuchen. Dazu bietet sich eine auf netzwerktheoretischen Erkenntnissen basierende Betrachtung der sozialen Verflechtungen innerhalb eines Terrornetzwerks an. Mit Hilfe der sozialen Netzwerkanalyse kann das Aufspüren eng vernetzter Einheiten und ihrer Interaktivität erfolgen. Darüber hinaus lassen sich Akteure ermitteln, die eine wichtige Rolle für die Robustheit von Terrornetzwerken spielen.

Zum anderen müssen die ökonomischen Anreize der terroristischen Aktivität, auch unter der Berücksichtigung netzwerktheoretischer Erkenntnisse, modelliert und analysiert werden. Auf dieser Grundlage lassen sich entsprechende Antiterrorismusmaßnahmen formulieren. Das Vorgehen ist entsprechend diesen Zielen gegliedert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Motivation

2. Terrorismus – Begriffsabgrenzung, Ziele, Merkmale

3. Grundlagen der Netzwerktheorie

3.1. Begriffsabgrenzungen

3.2. Typen und Formen von Netzwerken

3.3. Eigenschaften und Analyse von Netzwerken

3.4. Small Worlds in sozialen Netzwerken

4. Untersuchung der Organisationsstrukturen und Art von Terrornetzwerken am Beispiel von Al-Qaida

4.1. Entwicklung von Al-Qaida

4.2. Akteure von Al-Qaida und ihre Rekrutierung

4.3. Taktische Vorgehensweise und Kommunikation

4.4. Organisationsstrukturen und Art von Terrornetzwerken

4.5. Ergebnisse der Untersuchung

5. Modell zur ökonomischen Analyse der terroristischen Aktivität

5.1. Grundidee

5.2. Entscheidungsgrundlage der terroristischen Einheit

5.3. Entscheidungsgrundlage der Regierung

5.4. Interaktion zwischen der terroristischen Einheit und der Regierung

5.5. Entscheidungsgrundlage der sympathisierenden Akteure

5.6. Effekte von Antiterrorismusmaßnahmen

5.7. Kritische Würdigung des Modells

6. Netzwerktheoretische Erweiterung des Modells

6.1. Konflikt zwischen der Netzwerkdichte und -sicherheit

6.2. Unterwanderungsgefahr und Loyalität terroristischer Akteure

6.3. Wahrscheinlichkeit des logistischen Versagens

6.4. Entscheidungsgrundlage der terroristischen Einheit

6.5. Effekte von Antiterrorismusmaßnahmen

7. Ausgewählte Antiterrorismusmaßnahmen

7.1. Herausforderungen und Ansatzpunkte des Antiterrorismus

7.2. Bildung von Antiterrornetzwerken

7.3. Offensive und defensive Antiterrorismusmaßnahmen

7.4. Destabilisierung von Terrornetzwerken

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Organisationsstrukturen sowie die ökonomischen Anreize terroristischer Netzwerke, um auf dieser Grundlage Strategien und Antiterrorismusmaßnahmen zu bewerten. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die Interaktion zwischen staatlichen Akteuren und Terrornetzwerken rational modelliert werden kann, um deren Effektivität sowie Verwundbarkeit zu verstehen.

  • Netzwerktheoretische Analyse der Organisationsstrukturen am Beispiel von Al-Qaida.
  • Ökonomische Modellierung des strategischen Spiels zwischen Regierungen und Terrornetzwerken.
  • Untersuchung der Mobilisierungsanreize für sympathisierende Akteure.
  • Bewertung von defensiven und offensiven Antiterrorismusstrategien.
  • Identifikation kritischer Akteure zur Destabilisierung von Terrornetzwerken.

Auszug aus dem Buch

3.2. Typen und Formen von Netzwerken

Die Literatur bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Dimensionen und Parameter, über welche die Netzwerke voneinander abgegrenzt werden können (Pappi, 1987; Arquilla/Ronfeldt, 2001; Newman, 2003). Arquilla und Ronfeldt (2001, S. 7 ff.) stellen drei Formen von Netzwerken heraus (vgl. Abb. 2).

Die erste Form ist ein Kettennetzwerk, bei welchem der Informations- und Ressourcenfluss auf Umwegen von einem Akteur zum anderen erfolgt. Die Autoren bewerten diese Struktur als sicher. Der Grund dafür ist, dass bei der Enttarnung eines beliebigen Akteurs nur direkt mit ihm verbundene Akteure enttarnt werden können. Infolgedessen ist ein Rückschluss auf den wichtigsten Akteur schwierig. Nachteilig ist jedoch, dass bei der Enttarnung eines beliebigen Akteurs die geplante Aktivität nicht mehr ausgeführt werden kann, was zu einem logistischen Versagen des Netzwerks führt (Xu/Chen, 2005, S. 107).

Die zweite Form ist ein zentrales Netzwerk. Hierbei sind die Akteure über einen zentralen Akteur miteinander verbunden. Diese Struktur erlaubt es dem zentralen Akteur, simultan das Verhalten der einzelnen nichtzentralen Akteure zu koordinieren, ohne dass diese direkt miteinander kommunizieren. Wird der zentrale Akteur enttarnt, dann werden die nichtzentralen Akteure isoliert und das Netzwerk zerfällt. Zusätzlich kann jeder nichtzentrale Akteur im Falle seiner Enttarnung Informationen zu der Identität oder dem Aufenthaltsort des zentralen Akteurs liefern. Das macht diese Struktur unsicher. Eine Stärke des zentralen Netzwerks ist, dass es bei Enttarnung jedes beliebigen nichtzentralen Akteurs widerstandsfähig gegenüber einem logistischen Versagen bleibt. Aufgrund der direkten Verbindungen zu dem zentralen Akteur kann die geplante Aktivität von den restlichen Akteuren ausgeführt werden (Enders/Su, 2007, S. 38).

Die dritte Form ist ein dezentrales Netzwerk. Im Idealfall sind in einem solchen Netzwerk alle Akteure direkt miteinander verbunden. Ein dezentrales Netzwerk ist sehr robust. Der Grund dafür sind die redundanten Beziehungen zwischen den Akteuren innerhalb des Netzwerks, sodass die Kommunikations- und Ressourcenkette durch die Enttarnung eines beliebigen Akteurs nicht entscheidend beeinträchtigt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Motivation: Einleitung in das Thema, Darstellung der Rekrutierungsstrategie von Al-Qaida und Relevanz von Terrornetzwerken.

2. Terrorismus – Begriffsabgrenzung, Ziele, Merkmale: Definition von Terrorismus als Gewaltstrategie und Erläuterung des transnationalen Terrorismus.

3. Grundlagen der Netzwerktheorie: Einführung in die Graphentheorie und Analyseparameter wie Zentralität und Pfaddistanz in Netzwerken.

4. Untersuchung der Organisationsstrukturen und Art von Terrornetzwerken am Beispiel von Al-Qaida: Detaillierte Analyse der Organisationsgeschichte von Al-Qaida und ihrer internen Vernetzung.

5. Modell zur ökonomischen Analyse der terroristischen Aktivität: Mathematische Modellierung der strategischen Interaktion zwischen Terrornetzwerk und Regierung.

6. Netzwerktheoretische Erweiterung des Modells: Ergänzung des ökonomischen Modells um netzwerktheoretische Aspekte, wie Sicherheit vs. Dichte.

7. Ausgewählte Antiterrorismusmaßnahmen: Diskussion von praktischen Ansätzen wie der Bildung von Antiterrornetzwerken und der Destabilisierung.

8. Fazit: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse zur Struktur und Bekämpfung von Terrornetzwerken.

Schlüsselwörter

Terrornetzwerke, Al-Qaida, Netzwerktheorie, ökonomische Analyse, Antiterrorismus, Small-World-Phänomen, Cluster, Rekrutierung, Strategische Interaktion, Netzwerkdichte, Zentralität, Destabilisierung, Transnationaler Terrorismus, Sicherheit, Modellierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Organisationsstrukturen global agierender Terrornetzwerke, insbesondere Al-Qaida, und analysiert ökonomisch sowie netzwerktheoretisch die strategischen Interaktionen zwischen Terroristen und Regierungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die mathematische Modellierung terroristischer Aktivitäten, die soziale Netzwerkanalyse (SNA) von Terrorzellen und die Effektivität verschiedener Antiterrorismusmaßnahmen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, das Verhalten terroristischer Akteure rational nachvollziehbar zu machen und auf Basis der identifizierten Organisationsstrukturen Schwachstellen für eine effektive Antiterrorpolitik abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert qualitative netzwerktheoretische Analysen (Graphentheorie, Small-World-Netzwerke) mit mikroökonomischen Modellen der Spieltheorie zur strategischen Entscheidungsfindung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Es werden die Netzwerkstruktur von Al-Qaida, die Anreizstrukturen für sympathisierende Akteure und das mathematische Modell der Interaktion zwischen Terrornetzwerk und Regierung im Detail hergeleitet und interpretiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselbegriffen zählen "Netzwerkdichte", "Hubs", "Selbstorganisation", "swarming", "Logistisches Versagen" sowie "Antiterrornetzwerke".

Warum ist das "Small-World-Phänomen" für Terrornetzwerke relevant?

Das Phänomen erklärt, wie Terrornetzwerke durch wenige "Shortcuts" (Verbindungen) eine hohe lokale Verdichtung mit globaler Erreichbarkeit kombinieren, was ihre Kommunikation und Resilienz optimiert.

Was ist die Kernbotschaft bezüglich der Zerstörung von Terrornetzwerken?

Die Arbeit zeigt, dass skalenfreie Netzwerke bei unkoordinierten Anschlägen sehr robust sind, bei gezielten, koordinierten Angriffen auf ihre zentralen Hubs jedoch instabil werden können.

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Details

Titel
Terrornetzwerke. Eine ökonomische Analyse
Hochschule
Leibniz Akademie Hannover - Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Hannover  (Institut für Makroökonomik)
Veranstaltung
Mathematische Wirtschaftstheorie
Note
1,3
Autor
Elena Warneke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
81
Katalognummer
V426723
ISBN (eBook)
9783668721739
ISBN (Buch)
9783668721746
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Terrornetzwerke ökonomische Analyse Grundlagen der Netzwerktheorie Entwicklung von Al-Qaida Organisationsstrukturen und Art von Terrornetzwerken Ausgewählte Antiterrorismusmaßnahmen Small Worlds in sozialen Netzwerken
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Elena Warneke (Autor:in), 2008, Terrornetzwerke. Eine ökonomische Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/426723
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Leseprobe aus  81  Seiten
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