Arabischer Frühling. Hintergründe, Ziele und Auswirkungen


Facharbeit (Schule), 2018
32 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Abstract
Der Arabische Frühling: Hintergründe, Ziele und Auswirkungen
Das Wort Demokratie ist wie ein Fremdwort für die Bürgerinnen und Bürger im Nahen
Osten, denn ehemalige Diktatoren wie Hosni Mubarak, Zine el-Abidine Ben Ali oder
Muammar al-Gaddafi missachteten die Rechte ihrer StaatsbürgerInnen. Nicht nur diese
prominenten Politiker sind dafür verantwortlich, dass sich die wirtschaftliche und soziale
Lage in diesen Ländern in einem schlechten Zustand befindet, sondern auch die Korruption
der Regierungen in den jeweiligen Ländern. Viele junge Menschen konnten und können
trotz Studienabschluss und hoher Qualifikation nicht der Arbeit nachgehen, die sie sich
gewünscht haben.
Doch im Dezember 2011 änderte sich alles, denn ein junger Gemüsehändler aus
Tunesien, Mohamed Bouazizi, beging in Sidi Bouzid Selbstmord, indem er sich lebendig
verbrannte. Infolgedessen inspirierte Mohamed Bouazizi einige Araberinnen und Araber in
anderen Ländern, das Gleiche zu tun und so wurde der Arabische Frühling in Tunesien
ausgelöst. Wie lief und läuft der Arabische Frühling in den Ländern ab? Welche Ziele ha-
ben die Bürgerinnen und Bürger? Was passierte eigentlich nach dem Arabischen Frühling?
Und welche Bedeutung hatten und haben Medien in dieser Zeit? Diese Fragen sollen in der
vorliegenden Arbeit geklärt werden.

1
Inhaltsverzeichnis
Der Arabische Frühling
1 Einleitung
2
Die Auslöser des Arabischen Frühlings
2.1 Die Begriffe Arabischer Frühling und Jasminrevolution
2.2 Wichtige Personen der Arabischen Revolution
2.2.1 Mohamed Bouazizi ­ Selbstmord in Tunesien
2.2.2 Ägypten ­ Der totgeprügelte Khaled Said
2.2.3 Libyen ­ Abu Salim Massaker
2.2.4 Syrien ­ Der Junge mit dem Graffiti
2.3 Andere Aspekte bzw. Ursachen
3
Der Ablauf des Arabischen Frühlings
3.1 Der Arabische Frühling in Tunesien
3.1.1 Tunesien nach der Flucht von Ben Ali
3.2 Der Arabische Frühling in Ägypten
3.2.1 Ägypten nach dem Zurücktritt von Mubarak
3.3 Der Arabische Frühling in Libyen
3.3.1 Libyen nach dem Tod Gaddafis
3.4 Der Arabische Frühling in Syrien
3.4.1 ,,Dschihad" in Syrien
4
Der Einfluss der Medien im Arabischen Frühling
4.1 Al-Jazeera
4.2 Mobiltelefone
4.3 ,,Wir sind alle Khaled Said"
5 Zusammenfassung
6 Literaturverzeichnis
7 Abbildungsverzeichnis

2
Der Arabische Frühling
Hintergründe, Ziele und Auswirkungen
1 Einleitung
Demokratie, Freiheit und Arbeit scheinen für die Araberinnen und Araber eine lange Zeit
ein Fremdwort gewesen zu sein, denn die Korruptionen der arabischen Regierungen und
Diktatoren wie Hosni Mubarak, der selbsternannte König von Afrika, Muammar al-
Gaddafi, Zine el-Abidine Ben Ali oder Bashar al-Asad missachteten die Rechte ihrer
StaatsbürgerInnen. Zusätzlich war die wirtschaftliche und soziale Lage im Nahen Osten
sehr schlecht, denn die Arbeitslosenrate in diesen Ländern stieg immer mehr an und junge
Menschen mit einem hohen Abschluss konnten trotz hoher Qualifikation nicht arbeiteten.
Außerdem wollten die Araberinnen und Araber bessere Lebensbedingungen wie zum Bei-
spiel eine bessere medizinische Behandlung.
Doch im Jahr 2010 entschloss sich ein ungerecht behandelter junger Tunesier na-
mens Mohamed Bouazizi im Dezember in Sidi Bouzid dazu, Selbstmord zu begehen, in-
dem er sich lebendig verbrannte. Mohamed Bouazizi inspirierte viele andere Araberinnen
und Araber, die gleiche Tat zu begehen. Die Nachricht von diesem Ereignis verbreitete
sich in der ganzen arabischen Welt und führte zu Unruhen und Protesten vieler Tunesierin-
nen und Tunesier. Mit massiver Gewalt versuchte das tunesische Regime, die Demonstran-
tinnen und Demonstranten zu stoppen, doch das Militär wollte das nicht weiter unterstüt-
zen und schloss sich den Protestierenden an. Daraufhin trat Ben Ali zurück und am 14.
Jänner 2011 flüchtete er zunächst nach Frankreich und dann nach Saudi-Arabien, um nicht
in Tunesien verurteilt zu werden.
Nicht nur in Tunesien löste diese Selbstverbrennung Proteste gegen die Regieren-
den aus. In Ägypten begannen am 25. Jänner 2011 ähnliche Proteste und Massendemonst-
rationen wie in Tunesien gegen Hosni Mubarak, der Ägypten 30 Jahre lang regiert hatte.
Hosni Mubarak erhöhte die Steuern und wollte, dass einer seiner zwei Söhne ihm als Prä-
sident folgt, obwohl das Volk ihn gar nicht gewählt hatte. Außerdem gab es schon vor dem
Arabischen Frühling einen Vorfall: der 28-jährige Khaled Said wurde in der Öffentlichkeit
von der Polizei totgeprügelt.

3
18 Tage nach Ausbruch der Revolution verkündete Omar Soleiman, der Vizeprä-
sident, den Rücktritt von Hosni Mubarak. Mubarak, seine Anhängerinnen und Anhänger
und seine zwei Söhne wurden kurz danach ins Gefängnis gebracht. Die Ankündigung der
Rücktritte von Ben Ali und Mubarak ermutigte viele junge Menschen, weiter für die Ver-
änderung der herrschenden politischen Zustände zu demonstrieren.
Ab 2011 kämpften viele junge Araberinnen und Araber in anderen arabischen
Ländern wie Syrien, Libyen, Jemen, Saudi-Arabien etc. um Demokratie, Freiheit und bes-
sere Lebensbedingungen. In Libyen gilt der Arabische Frühling nach Syrien als einer der
gewaltsamsten. Am 15. Februar 2011 wandte das libysche Militär Gewalt an, um die De-
monstrantinnen und Demonstranten zu stoppen. Die Regierung sperrte auch das Internet,
damit sich die Proteste nicht weiterverbreiten konnten. Gaddafi hatte sehr viele Gegner, die
diese Gelegenheit ausnutzten, um Teile Libyens unter ihre Kontrolle zu bringen. Nach acht
Monaten töteten die Rebellen Muammar al-Gaddafi und bejubelten ihren Erfolg. Doch die
Lage in Libyen verbesserte sich seither nicht wesentlich, denn die Arbeitslosenrate steigt
weiter an und Libyen ist noch immer kein demokratisches Land.
Die Revolution in Syrien war im Gegensatz zu Ägypten und Tunesien sehr ge-
walttätig, der Bürgerkrieg in Syrien dauert bis heute an und forderte über 400.000 Opfer
1
.
Viele syrische Bürgerinnen und Bürger müssen vor Bashar al-Assads Herrschaft fliehen,
um sich in Sicherheit zu bringen.
Die vorliegende Arbeit verfolgt drei Ziele: Erstens soll geklärt werden, was der
Begriff ,,Arabischer Frühling" bedeutet und wer davon betroffen war bzw. ist. Zweitens
soll die Arbeit dazu beitragen, dass sich jeder seine eigene Meinung zu diesem Thema bil-
den kann. Das dritte und somit letzte Ziel ist, zu zeigen, wie stark Medien Menschen beein-
flussen können.
Um diese Ziele zu erreichen, wird es in dieser vorwissenschaftlichen Arbeit zuerst
um die Ereignisse, die vor der Revolution stattgefunden haben und die wichtigsten Perso-
nen gehen. Danach wird darüber geschrieben, wie der Arabische Frühling in Tunesien,
Ägypten, Libyen und Syrien abgelaufen ist, welche Ziele die Bürgerinnen und Bürger hat-
ten
und
was
nach
der
Revolution
geschehen
ist.
1
Vgl. Werner, Paul: Syrienkonflikt in Zahlen. Erstellt 20.01.2017. URL:
https://weltausdenfugen.wordpress.com/2017/01/22/der-syrienkonflikt-in-zahlen/ [18.02.2018].

4
Die Arbeit konzentriert sich auf Tunesien, Ägypten, Syrien und Libyen. Die Frage, wie der
Arabische Frühling in den anderen Ländern abgelaufen ist, bleibt unberücksichtigt, da es
nicht sehr viele Quellen und Literatur dazu gibt bzw. ist der Arabische Frühling in den an-
deren Ländern, wie zum Beispiel Marokko, Saudi-Arabien, China, etc. vorwiegend fried-
lich abgelaufen.

5
2 Die Auslöser des Arabischen Frühlings
Für den Arabischen Frühling in den einzelnen Ländern gibt es viele Auslöser. Dabei geht
es einerseits um Menschen, die niemals gedacht hätten, eine Revolution bewirken zu kön-
nen, von denen einige nicht mehr leben wie Mohamed Bouazizi (Tunesien) und Khaled
Said (Ägypten). Andererseits geht es um korrupte Regierungen, die hohe Arbeitslosenrate
und die schlechte Wirtschaft. In einigen Ländern wurden aus der Revolution Bürgerkriege,
wie zum Beispiel in Libyen und Syrien, die bis heute andauern.
2
2.1 Die Begriffe Arabischer Frühling und Jasminrevolution
Es gibt zwei Definitionen für den Begriff Arabischer Frühling. Man sagt, dass ,,Arabische
Frühling" vom ,,Prager Frühling" abstammt und der Name wurde von der deutschen und
internationalen Presse bestimmt. Der Prager Frühling, der in der Tschechischen Republik
stattgefunden hat, hat in den 1960er-Jahren stattgefunden und ist friedlich und ohne Gewalt
abgelaufen. Demzufolge haben sich die Araberinnen und Araber erhofft, dass der Arabi-
sche Frühling auch gewaltlos und friedlich ablaufen soll.
3
Im Frühling beginnen die Blumen wieder zu blühen, Tiere bekommen Nachwuchs
und die Bäume werden wieder grün. Also beginnt der Lebenszyklus der Natur wieder von
Neuem. Und genau das wollten die Bürgerinnen und Bürger im Nahen Osten: eine neue
politische und wirtschaftliche Lage. Die Blumen im Frühling symbolisieren Freiheit, Brü-
derlichkeit, Liebe und Gleichheit. Die Menschen, die die Revolutionen gestartet haben,
wussten, dass der Weg zur Demokratie lange dauern wird, genauso wie der Weg vom Win-
ter bis zum Frühling.
4
Der Begriff Jasminrevolution wurde von einem tunesischen Blogger namens Zied
El Hani geprägt. Vor der Jasminrevolution in Tunesien haben in Georgien, im Iran, in der
Ukraine und Kirgisistan Revolutionen stattgefunden, die auch nach Blumen benannt wur-
den. Die Revolution in Georgien wird Rosenrevolution genannt. Zied El Hani wählte die
Blume Jasmin aus, weil diese Blume in Tunesien eine Nationalblume ist und am häufigsten
2
Vgl. Fennes, Kristina: Der Arabische Frühling vor dem Hintergrund der politischen und sozialen Entwick-
lungen in Tunesien, Ägypten, Libyen und Syrien. Wien: Diplomarbeit der Universität Wien, S. 25-32.
3
Vgl. Bonick, Mark: Why is it called The Arab Spring. Erstellt 11.08.2013. URL:
https://www.quora.com/Why-is-it-called-The-Arab-Spring [08.01. 2018].
4
El-Gawhary, Karim: Willkommen in der neuen Welt. Erstellt 28.01.2011. URL:
http://www.taz.de/!5127790/ [23.02.2018].

6
auf den Märkten verkauft wird. Man benennt Revolutionen nach Blumen, um zu zeigen,
dass die Proteste friedlich sind.
5
2.2 Wichtige Personen der Arabischen Revolution
Die Schicksale von Menschen wie Mohamed Bouazizi, Khaled Said, Fathi Terbil und
Bashir Abazed sind der Grund, warum sich der Arabische Frühling im Nahen Osten wie
ein Flächenbrand verbreitet hat. In diesem Kapitel wird erzählt, wie deren Ereignisse pas-
siert sind.
2.2.1 Mohamed Bouazizi ­ Selbstmord in Tunesien
Der damals 26-jährige Tunesier Mohamed Bouazizi löste den Arabischen Frühling in Tu-
nesien aus. Sein Vater war früh gestorben und hat ihm eine Familie hinterlassen, die er
ernähren musste. Zwar hatte Mohamed Bouazizi studiert, doch er arbeitete als Gemüse-
händler. Denn aufgrund der schlechten Lebensbedingungen in Tunesien konnten und kön-
nen viele junge Menschen nicht den richtigen Job finden. Das führte dazu, dass Bouazizis
Gemüsestand oft beschlagnahmt wurde, weil er keine Genehmigung für einen Gemüse-
stand besaß. So entschied er, am 17. Dezember 2010 in Sidi Bouzid Selbstmord zu bege-
hen, indem er sich lebendig verbrannte. Durch die Medien und Beiträge in sozialen Netz-
werken verbreitete sich dieser Vorfall weltweit und inspirierte andere junge Araberinnen
und Araber im Nahen Osten und in Nordafrika, Selbstmord zu begehen. Der junge Tunesi-
er erlag seinen starken Verletzungen am 4. Jänner 2011 und die Welt trauerte um den Men-
schen und feierte gleichzeitig seine Tugend. Und so kam es zur ,,Jasminrevolution" in Tu-
nesien.
6
Abbildung 1: Demonstration
7
5
Vgl. Singer-Vine, Jeremy: Garden Party or Uprising. Erstellt 20.01.2011. URL:
http://www.slate.com/articles/news_and_politics/explainer/2011/01/garden_party_or_uprising.html
[08.01.2018].
6
Vgl. Werenfels, Isabelle: Vorreiter Tunesien. Erstellt 12.01.2011. URL:
http://www.bpb.de/internationales/afrika/arabischer-fruehling/52395/tunesien?p=all [07.10.2017].
7
Demonstration. In:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:French_support_Bouazizi.jpg , zuletzt eingesehen am 1. Jänner
2018.

7
2.2.2 Ägypten ­ Der totgeprügelte Khaled Said
Khaled Mohammed Said, damals 28 Jahre alt, war ein Blogger, der das ägyptische Regime
stark kritisierte. Am 6. Juni 2010 saß er in einem Internet-Café in Alexandria. Auf einmal
stürmten zwei Männer in das Lokal, nahmen Khaled mit und misshandelten ihn auf der
Straße, indem sie seinen Kopf an harte Gegenständewie einen Marmortisch und Treppen-
stufen schlugen. Das Opfer starb und daraufhin nahmen die Täter den Leichnam in ihrem
Auto mit. Einige Tage später wurde Saids Leiche auf der Straße gefunden. Khaled Saids
Mörder gaben sich als normale Bürger aus, doch sie waren Polizisten und brachten ihn um,
weil er einige Tage vor seinem Tod ein Video von Polizisten gedreht hatte, die nach Dro-
gen greifen, die sie eigentlich beschlagnahmt hatten. Obwohl dieser Vorfall ein Jahr vor
dem Arabischen Frühling stattgefunden hatte, gilt Khaled Said als Auslöser des Arabischen
Frühlings in Ägypten.
8
Abbildung 2: Karikatur von Khaled Said und Hosni Mubarak
9
2.2.3 Libyen ­ Abu Salim Massaker
Abu Salim ist ein Gefängnis in Tripolis. Muammar al-Gaddafi ließ alle dort einsperren, die
gegen sein Regime waren. Die Gefangenen wurden sehr schlecht behandelt, sechs Häftlin-
ge schliefen in einer Zelle, die kleiner als 20 Quadratmeter war. Dieses Gefängnis war an-
ders als die anderen Gefängnisse in Libyen, denn man durfte die Häftlinge nicht besuchen,
außerdem herrschten Unordnung und dramatische hygienische Zustände. Im Jahr 1996
wurden dort mehr als 1.200 Häftlinge getötet, dieses Massaker ging als Massaker von Abu
8
Vgl. Flade, Florian: Khaled Said ­ Das Gesicht der ägyptischen Revolte. Erstellt: 02.02.2011. URL:
https://www.welt.de/politik/ausland/article12421381/Khalid-Said-Das-Gesicht-der-aegyptischen-
Revolte.html [21.10.2017].
9
Karikatur von Khaled Said und Hosni MubarakIn:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Khaled_Mohamed_Saeed_holding_up_a_tiny,_flailing,_stone -
faced_Hosni_Mubarak.png.zuletzt eingesehen 08. Jänner 2018.
Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Arabischer Frühling. Hintergründe, Ziele und Auswirkungen
Note
1
Autor
Jahr
2018
Seiten
32
Katalognummer
V426746
ISBN (eBook)
9783668743854
ISBN (Buch)
9783668743861
Dateigröße
723 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
arabische, frühling, hintergründe, ziele, auswirkungen
Arbeit zitieren
Tabarak Shahin (Autor), 2018, Arabischer Frühling. Hintergründe, Ziele und Auswirkungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/426746

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Arabischer Frühling. Hintergründe, Ziele und Auswirkungen


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden