Die Weiterentwicklungen bei mobilen Endgeräten und die Fortschritte der Softwaretechnologie haben in Verbindung mit dem Modernisierungsbedarf bei der Anlagensteuerung in der Halbleiterindustrie dazu geführt, dass ein Konsortium mit der Entwicklung eines universellen und mobilen Kommunikationsframeworks beauftragt wurde.
Auftraggeber ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit im Rahmen eines Verbundprojekts zur „Förderung von innovativen Netzwerken“. Überwacht wird das Forschungsprojekt vom VDI/VDE-IT.
iel des Projektes ist die „Entwicklung eines universellen und mobilen Kommunikationsframework ‚Message to Anywhere’ in Hightech-Branchen (M2A)“. Die Software soll ein modulares Kommunikationsframework, einen generischen Adapter, sowie eine Anlagenvisualisierung enthalten. Mit diesem Aufbau soll die Lücke zwischen Equipment und dazugehöriger Anwendung innerhalb der Fertigungs- bzw. Laborumwelt geschlossen werden. Ebenso soll die Integration von neuen Anlagen in das bereits bestehende Framework zur Laufzeit mit keinem oder nur sehr geringem Programmieraufwand bewältigt werden.
Die Nebenbestimmungen des Kooperationsvertrages legen fest, dass sich die Durchführung des Projektes am aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik zu orientieren hat. Ferner fordern die Nebenbestimmungen eine Verwertungspflicht der Ergebnisse. Der Verwertungsplan des Projektes sieht eine weite Verbreitung und den Einsatz der neu entwickelten Technologie in der Industrie vor.
Um dieser Forderung gerecht zu werden, hat sich das Entwicklungskonsortium füreine Verbreitung der Software unter einer Open Source Lizenz entschieden. Das Konsortium sieht die weite und nahezu kostenfreie Streuung des Kommunikationsframeworks als Grundlage für ein darauf aufbauendes Geschäftsmodell. Das Geschäftsmodell wird von den Industriepartnern des Konsortiums übernommen und weitergeführt. Somit soll das Geschäftsmodell den wirtschaftlichen Anforderungen der Praxis genügen, da bei einer ungeeigneten Festlegung erhebliche rechtliche und wirtschaftliche Auswirkungen für die einzelnen Industriepartner entstehen könnten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problem
1.2 Zielsetzung und Aufbau
2. M2A - Das Produkt
2.1 Produktvorstellung
2.2 Zielsetzung von M2A
2.3 Architektur
2.3.1. Abstrakt
2.3.2. Konkret
2.3.3. Gegenüberstellung von abstrakter und konkreter Architektur
2.4 Funktionsablauf
2.5 Technologieübersicht
3. Begriffsbestimmungen zu Open Source
3.1 Abgrenzung zu anderen Softwarelizenzmodellen
3.2 Definition von Open Source
4. Lizenzrecht im Open Source Bereich
4.1 Einführung
4.2 Überblick über den Einsatz von Open Source Lizenzen
4.3 Klassifizierung der Open Source Lizenzen
4.3.1 Lizenzen mit rigiden Copyleft Bestimmungen
4.3.2 Lizenzen mit beschränkten Copyleft Bestimmungen
4.3.3 Lizenzen ohne Copyleft Bestimmungen
4.3.4 Lizenzen mit Wahlmöglichkeiten
4.3.5 Lizenzen mit Sonderrechten
4.4 Open Source Lizenzen - Verwendung in einem Software Projekt
5. Lizenzrechtliche Beeinflussung von M2A
5.1 Apache Cocoon Project 2.1.6
5.2 Apache Tomcat 5.5.4
5.3 Apache Project Avalon 4.2.0
5.4 CC/PP
5.5 Eclipse 2.1
5.6 EclipseUML 1.0.0
5.7 Java SDK 1.4.2
5.8 JBoss Application Server 4.0.1
5.9 JBoss IDE-Plugin 1.3.0
5.10 JMS
5.11 JMX
5.12 JUnit 3.8.1
5.13 Log4J 1.2.7
5.14 MySQL Database Server
5.15 Xerces 1.4.4
5.16 XML
5.17 Zusammenfassung
6. Konzept der wettbewerbsspezifischen Zusammenhänge
6.1 Begriff des Geschäftsmodells und Einbettung im Konzept der wettbewerbsspezifischen Zusammenhänge
6.2 Wettbewerbssituation
6.2.1 Branchenstruktur
6.2.2 Interaktion der Marktteilnehmer
6.2.3 Entwicklungsdynamik der Branche
6.3 Wettbewerbsstrategie
6.3.1 Geschäftsfelder
6.3.2 Wettbewerbsposition
6.3.3 Wettbewerbsvorteil
6.3.4 Kernkomptenzen
6.3.5 Ressourcen und Fähigkeiten
6.4 Geschäftsmodell - Teilmodelle
6.4.1 Prozessmodell
6.4.2 Teilnehmermodell
6.4.3 Erlösmodell
6.4.4 Transaktionsmodell
6.5 Interdependenzen der wettbewerbsspezifischen Kräfte
7. Geschäftsmodelle im Open Source Bereich
7.1 Praktizierte Open Source Geschäftsmodelle
7.2 Geschäftsmodelle von Produktherstellern
7.2.1 Distributor
7.2.2 Applikationsanbieter
7.2.3 Applianceanbieter
7.3 Geschäftsmodelle von Dienstleistern
7.3.1 Dienstleister
7.3.2 Mediator
7.4 Evaluierung des Geschäftsmodells
7.4.1 Generelle Auswahl der Geschäftsmodelle
7.4.2 Betrachtung im Gefüge der wettbewerbsspezifischen Zusammenhänge
7.4.3 Auswahl der Open Source Lizenz
7.5 Empfehlung
8. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit hat zum Ziel, ein geeignetes Open Source Geschäftsmodell für das Forschungsprojekt „Message to Anywhere“ (M2A) zu ermitteln. Dabei werden rechtliche Rahmenbedingungen von Open Source Lizenzen mit den wirtschaftlichen Anforderungen eines Unternehmens verknüpft, um eine fundierte Empfehlung zur Vermarktung der Software zu geben.
- Analyse der Lizenzlandschaft für Open Source Software
- Untersuchung der rechtlichen Einflussnahme eingesetzter Softwarekomponenten auf M2A
- Darstellung wettbewerbsspezifischer Zusammenhänge für Geschäftsmodelle
- Evaluierung praktizierter Open Source Geschäftsmodelle
- Empfehlung eines Geschäftsmodells und einer passenden Open Source Lizenz
Auszug aus dem Buch
2.4 Funktionsablauf
Wie in Abbildung 3 zu sehen ist, wird der Client mittels Adapter mit dem JBoss Applikationsserver 4.0.1 verbunden. Der Adapter wird mit Hilfe des in Java programmierten generischen Adaptertoolkits entwickelt. Administriert wird der Adapter über die Java Management Extension (JMX). Die Kommunikationsschnittstelle bildet der Java Messaging Service (JMS). Durch ein Application Programming Interface, kurz API genannt, übernimmt der Adapter das Versenden und Empfangen der Nachrichten für seinen Client. Beim erstmaligen Anschließen des Adapters an den Client registriert der Adapter sich und seinen Client beim Naming Service im M2A-Core. Des Weiteren übernimmt der Adapter Protokoll- und Formatkonvertierungsaufgaben.
Die Nachricht wird in Extensible Markup Language (XML), in Text- oder in Objektform verschickt. Darüber hinaus enthält jede Nachricht einen Empfänger und die Route zum Empfänger. Die Route der Nachricht ist nach Priorität abgestimmt. Empfänger können Geräte oder Personen sein, die bei Wartungs- oder Störfällen zu alarmieren sind. Die Route legt in Verbindung mit der Priorität des auftretenden Störfalls das Ausgabegerät fest. Damit ist sichergestellt, dass das Ausgabegerät von ihm verarbeitbare Daten erhält.
Sollte es sich um einen Störfall handeln, bei dem ein Techniker mit bestimmten Kenntnissen erreicht werden muss, so legt die Nachricht die kürzeste Route mit garantierter Zustellung fest. Das kann zum Beispiel eine Nachricht auf einen Personal Digital Assistant (PDA) mit mobilem JMS - Client sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Problemstellung des Forschungsprojekts M2A, dessen Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2. M2A - Das Produkt: Detaillierte Vorstellung des Kommunikationsframeworks M2A, seiner Architektur und der eingesetzten Technologien.
3. Begriffsbestimmungen zu Open Source: Definition von Open Source Software und Abgrenzung zu anderen Lizenzmodellen wie Freeware oder proprietärer Software.
4. Lizenzrecht im Open Source Bereich: Klassifizierung und Erläuterung der verschiedenen Kategorien von Open Source Lizenzen.
5. Lizenzrechtliche Beeinflussung von M2A: Analyse der im M2A-Projekt verwendeten Komponenten und deren rechtliche Auswirkung auf die Lizenzierung des Endprodukts.
6. Konzept der wettbewerbsspezifischen Zusammenhänge: Theoretische Grundlagen zu Geschäftsmodellen, Wettbewerb und deren gegenseitigen Abhängigkeiten.
7. Geschäftsmodelle im Open Source Bereich: Vorstellung gängiger Geschäftsmodelle, deren Evaluierung im Kontext von M2A und abschließende Empfehlung.
8. Ausblick: Zusammenfassung des weiteren Vorgehens und notwendiger Schritte zur Implementierung des empfohlenen Geschäftsmodells.
Schlüsselwörter
Open Source, Geschäftsmodell, M2A, Message to Anywhere, Softwarelizenzen, Kommunikationsframework, Copyleft, Wettbewerbsstrategie, Wertschöpfungskette, Applikationsanbieter, Lizenzrecht, Technologieführerschaft, Softwarekomponenten, Marktposition, Halbleiterindustrie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Es geht um die Ermittlung eines wirtschaftlich tragfähigen Geschäftsmodells für das Open-Source-Projekt „Message to Anywhere“ (M2A), unter Berücksichtigung der rechtlichen Anforderungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Lizenzrecht für Software, die betriebswirtschaftliche Analyse von Geschäftsmodellen und die strategische Positionierung in einem spezifischen Marktumfeld.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, ein Geschäftsmodell zu finden, das die rechtliche Flexibilität einer Open-Source-Lizenz mit den wirtschaftlichen Zielen des Konsortiums zur Vermarktung von M2A vereint.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine strukturierte Evaluierungsmethode, die bestehende Modelle (z.B. nach Porter oder Buchholz/Bach) auf das M2A-Projekt anwendet und mittels Ausschlussverfahren die geeignetste Lösung identifiziert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die technischen Komponenten von M2A, die rechtlichen Implikationen der verwendeten Open-Source-Lizenzen und die theoretischen Konzepte zur Modellierung von Geschäftsmodellen im Wettbewerbsgefüge.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Open Source, Geschäftsmodell-Evaluierung, Lizenzrecht, Wettbewerbsstrategie und M2A (Message to Anywhere) beschreiben.
Warum wurde für M2A eine Lizenz mit Sonderrechten empfohlen?
Eine Lizenz mit Sonderrechten bietet dem Konsortium den Vorteil, die Kontrolle über Weiterentwicklungen zu behalten und fremde Beiträge in eigene proprietäre Erweiterungen zu integrieren.
Welches Geschäftsmodell wurde für M2A ausgewählt?
Das Modell des Applikationsanbieters wurde als am besten geeignet eingestuft, da es die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt und sowohl für Softwareerweiterungen als auch für Dienstleistungen Spielraum bietet.
Warum sind "Lizenzen mit rigiden Copyleft-Bestimmungen" ungeeignet?
Diese Lizenzen würden den Zwang zur Offenlegung zukünftiger Erweiterungen bedeuten, was eine kommerzielle Verwertung und somit das gewählte Geschäftsmodell erheblich einschränken würde.
- Quote paper
- Marc Oberhäusser (Author), 2005, Open Source Geschäftsmodell für das Forschungsprojekt "Message to Anywhere", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42681