Gleichberechtigung junger DDR-Frauen in der Honecker-Ära


Term Paper, 2018
23 Pages, Grade: 1,7

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gleichberechtigung und Sozialismus

3. Frauenpolitik in der DDR
3.1 1945 bis 1964: Die Frau als Arbeiterin
3.2 1965 bis 1976: Die Frau als Mutter

4. Gleichberechtigung in der Honecker-Ära
4.1 Schule, Ausbildung und Studium
4.2 Beruf und Karriere
4.3 Familie und Haushalt
4.4 Frauen in der Politik

5. Zeitzeugeninterview: Gefühlt gleichberechtigt?

6. Zusammenfassung und Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Anhang
8.1 Interview mit Zeitzeugin

1. Einleitung

Jung, gebildet, selbstbewusst und emanzipiert: So wurde die junge Frau in den Spielfilmen der DEFA dargestellt[1], so war das Ideal der sozialistische Frau in der DDR. Ausgehend von der im 19. Jahrhundert entstandenen sozialistisch-kommunistischen Theorie und den Überlegungen zur „Frauenfrage“[2] in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts institutionalisierte die DDR ab ihrer Gründung die Gleichberechtigung, insbesondere die gleiche Behandlung von Frauen und Männern in Beruf und Ausbildung. Aber hatte dies tatsächlich eine Gleichstellung von Männern und Frauen zur Folge? Dieser Frage möchte ich in der vorliegenden Hausarbeit nachgehen, und zwar für die Generation von Frauen, die jung genug waren, um vollständig in der DDR aufgewachsen zu sein und damit keine Vorkriegssozialisation mehr zu haben, und alt genug, um bis zum Ende der DDR ihre Berufstätigkeit begonnen zu haben. Es soll also um die Jahrgänge zwischen 1950 und 1965 gehen, welche die Lebensphase von Berufseinstieg und Familiengründung zur Zeit des Staatsoberhaupts Erich Honeckers hatten. Während dieser Phase waren die frauenspezifischen sozialpolitischen Regelungen dauerhaft etabliert und wurden nach 1976 nur noch geringfügig verändert. Sie können deshalb als verbindlich für die Vorstellungen der SED-Führung bezüglich der Gleichberechtigung gelten.

Zur Annäherung an das Thema möchte ich kurz auf die Vorstellung der sozialistisch-kommunistischen Theorie zur Gleichberechtigung eingehen. Ihre Wurzeln hat die moderne Idee der Gleichberechtigung in der Französischen Revolution bzw. war die Antwort sozialistischer Frauen auf eine nur auf Männer bezogene Gleichheit aller Menschen. In der Frühzeit des Sozialismus bzw. der Sozialdemokratie wurde das Thema dann pragmatischer als „Frauenfrage“ wiederentdeckt, den Vorkämpfern der Emanzipation ging es neben einer rechtlichen Gleichstellung vor allem um die konkrete Verbesserung der Lebensumstände von Frauen. Wesentlicher Punkt dafür ist die wirtschaftliche Eigenständigkeit, die Frauen ein real freies und selbstbestimmtes Leben ermöglichen soll.

Gleichberechtigung durch Berufstätigkeit war dann auch das wesentliche Motiv der sozialpolitischen Maßnahmen für Frauen in der Anfangsphase der DDR. Dabei lagen Ideologie und praktische Notwendigkeit auf einer Linie: Frauen wurden gebraucht, und zwar besonders auch als qualifizierte Arbeitskräfte. Nach dem Absinken der Geburtenrate Ende der 60er rückten Frauen aber auch als Mütter in den Fokus des DDR-Staates, es folgten nun Gesetze, welche die Arbeitsbelastung von Frauen verringern und das Kinder aufziehen erleichtern sollten.

Danach möchte ich den konkrete Zustand der Gleichberechtigung in den 70er und 80er Jahren anhand einer Reihe von gesellschaftlichen Subsystemen untersuchen: Bildung, Beruf, Familie und Politik. Ergänzend wird mit einem Zeitzeugeninterview beispielhaft gezeigt, wie die Betroffenen selbst ihre Lage beurteilt haben. Fühlte frau sich gleichberechtigt? Wie wichtig war Gleichberechtigung in der Phase von Ausbildung, Berufseinstieg und Familiengründung? Wie wurden die frauenpolitischen Maßnahmen der DDR bewertet und welche Auswirkungen hatten sie auf die persönliche Entwicklung?

Aus der Literatur ist der Sammelband „Frauen in Deutschland 1945 – 1992“, herausgegeben von Gisela Helwig und Hildegard Maria Nickel, hervorzuheben, der nicht nur die Situation der Frau in der DDR mit vielen Fakten unterlegt und nach den gesellschaftlichen Bereichen gegliedert auf den Punkt bringt, sondern auch den direkten Vergleich mit der Bundesrepublik bietet. Mit Vorsicht sollte man die apologetische Schrift „Der lange Weg zur Gleichberechtigung“ von Helga E. Hörz lesen. Das Thema Gleichberechtigung nur anreißend, aber DDR-ethnographisch wertvoll ist „Die heile Welt der Diktatur. Alltag und Herrschaft in der DDR 1971 – 1989“ von Stefan Wolle.

2. Gleichberechtigung und Sozialismus

Als der französische Staatsmann Charles-Maurice de Talleyrand-Perigord 1789 in der Einleitung zur „Erklärung der Rechte des Menschen und des Bürgers“ feststellt: „Frei und gleich an Rechten werden Menschen geboren und bleiben es.“ war selbstverständlich, dass damit ausschließlich Männer gemeint sind. Frauen waren auch für die Protagonisten der französischen Revolution Eigentum ihres Mannes bzw. Vaters und daher keine rechtlich eigenständigen Personen.

Allerdings gab es vereinzelt Widerstand gegen diese Auffassung. So forderte die französische Schriftstellerin Marie Gouze (bekannter unter ihrem Künstlernamen Olympe de Gouges) 1791 die Nationalversammlung auf, eine „Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“, welche die verfassungsgemäßen Rechte explizit Männer und Frauen zusprechen sollte, zu verabschieden. Allerdings wurde ihre Initiative politisch ignoriert, sie selbst 1793 ein Opfer der Terrorherrschaft Robespierres.

Die englische Schriftstellerin und Philosophin Mary Wollstonecraft veröffentlichte 1792 die an Talleyrand-Perigord gerichtete Schrift „A vindication of the rights of woman“, in der sie anhand der Theorien der Aufklärung für gleiche Bildung und gleiche Rechte für Frauen argumentiert. Der Text wurde von der zeitgenössischen Kritik positiv aufgenommen und ins Französischeübersetzt, kam später aber wegen der unkonventionellen Lebensweise der Verfasserin – sie hatte Affären, ein uneheliches Kind und versuchte mehrmals, sich umzubringen – in Verruf und wurde daher später nicht mehr explizit erwähnt.

Insgesamt ebbte der Diskursüber Frauenrechte nach den Napoleonischen Kriegen und der folgenden Restauration der europäischen Monarchien ab. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Gleichberechtigung wieder ein Thema, und zwar vor dem Hintergrund der Industrialisierung und ihrer Kritik durch sozialistische und kommunistische Bewegungen. So argumentiert die französische Sozialistin Flora Tristan in ihrem Hauptwerk „Die Union der Arbeiterschaft“ von 1843 nicht nur für den Zusammenschluss der Arbeiter in Gewerkschaften, sondern auch für die rechtliche Gleichstellung von Frauen, welche auch im Proletariat durch ihre Männer unterdrückt und diskriminiert würden. Dieser Versuch der Integration von Sozialismus und Feminismus findet sich auch in den späteren und mehr beachteten Schriften von August Bebel und Friedrich Engels.

Bebel erklärt in „Die Frau und der Sozialismus“ von 1879, „... daßdie Frau auchökonomisch unabhängig sein müsse, um es körperlich und geistig zu sein, damit sie nicht mehr von dem Wohlwollen und der Gnade des anderen Geschlechts abhängig ist, ...“[3]. Im Gegensatz zu den Frauenrechtlerinnen der Aufklärung, für die Bildung der Schlüssel zur Gleichberechtigung war, stellt Bebel die Erwerbstätigkeit in den Mittelpunkt der Debatte. Dabei sah er durchaus die Mehrfachbelastung von Frauen durch Erwerbsarbeit, Kinder und Haushalt, und schlug die Vergemeinschaftung von Haushaltstätigkeiten als Lösung vor. So sollten beispielsweise Zentralküchen den eigenen Herd ablösen und dadurch die Essensversorgung effizienter gestaltet werden.

In der „Der Ursprung der Familie, des Privateigenthums und des Staats“ von 1884 führt Engels die Abschaffung des Privateigentums und die Emanzipation der Frau theoretisch zusammen. Privateigentum habe sich historisch auf einer Entwicklungsstufe der Produktion herausgebildet, zu welcher der Mann eher geeignet sei als die Frau - etwa als körperlich Arbeitender oder Soldat. Daher habe sich Kapital und Macht in der Hand von Männern gesammelt, mit der Folge des gesellschaftlichen Wandels vom Matriarchat zum Patriarchat und der rechtlichen Herabstufung der Frau. Mit der Aufhebung des Privateigentums wäre daher auch die Unterdrückung der Frauüberwunden.

Engels knüpft hier an den utopischen Kommunismus von Karl Marx an, wie er beispielsweise in den „Ökonomisch-philosophische[n] Manuskripte[n]“ von 1844 entworfen wurde. In diesen folgt Marx der Idee Hegels, dass der Mensch die Welt, und durch die Welt die eigene Persönlichkeit,über die Bearbeitung der Natur erfahrbar und gestaltbar mache und sie damit aneigne. Erst durch Arbeit würde der Mensch zum Menschen. Diese Arbeit sei aber im Kapitalismus – also unter den gesellschaftlichen Bedingungen des Privateigentums – entfremdet, da der Mensch in seiner Arbeit nur die Entlohnung, aber nicht das geschaffene Werk sähe, nicht zuletzt weil er auf das Wie und Was seiner Arbeit kaum Einfluss hat. Daher war auch für Marx und Engels die gesellschaftliche Produktionsarbeit entscheidend für die Emanzipation der Frau, allerdings nicht mit dem Ziel derökonomischen Unabhängigkeit wie bei Bebel. Ziel des Kommunismus ist nicht die Gleichstellung der Frau durch Erwerbsarbeit und eigenes Einkommen, sondern die Überwindung der Erwerbsarbeit zugunsten einer selbstgewählten, als Selbstverwirklichung durch Welt-Aneignung konzipierten Tätigkeit bzw. freiwilligem Dienst für die Gemeinschaft.

Wegbereiterin der sozialistischen Frauenbewegung wurde Clara Zetkin. Sie profilierte sich auf dem Gründungskongress der II. Internationale 1889 in Paris als Vorkämpferin der Frauenemanzipation und bezog dabei einen klar marxistischen Standpunkt, betonte in ihrem im gleichen Jahr erschienen Werk „Die Arbeiterinnen- und Frauenfrage der Gegenwart“ aber auch die wirtschaftliche Selbstständigkeit der (arbeitenden) Frau als notwendigen Zwischenschritt auf dem Weg zur kommunistischen Gleichstellung aller Menschen. Ihre Vorstellungen waren, neben denen von Bebel, maßgebend für das feministische Programm der SPD Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Zu den Forderungen gehörten u.a. das Frauenwahlrecht, die Abschaffung des Abtreibungsverbots, Mutterschutz, Verbot der Kinderarbeit und verbesserte hygienische Bedingungen am Arbeitsplatz.

Zusammenfassend hat die Gleichberechtigung von Mann und Frau im Sozialismus seine Wurzeln zum einen in dem universalen Gleichberechtigungsanspruch aller Menschen, wie er von der Aufklärung formuliert und durch die Französische Revolution ausgerufen wurde, zum anderen im Bemühen die konkreten Lebensbedingungen von Frauen in den bestehenden Verhältnissen zu verbessern. Zentrales Anliegen des sozialistischen Feminismus ist dabei neben der notwendigen formalrechtlichen Gleichstellung dieökonomische Selbstständigkeit der Frau durch Erwerbsarbeit, damit sich diese nicht aus wirtschaftlichen Zwängen dem Mann unterordnen muss.

3. Frauenpolitik in der DDR

Als real existierender Sozialismus fühlte sich die DDR während ihrer gesamten Existenz der Gleichberechtigung verpflichtet, jedochänderten sich abhängig von der gesamtgesellschaftlichen Situation die Schwerpunkte der institutionellen Ausgestaltung. Nach dem Krieg ging es vor allem um die Integration von Frauen in die Arbeitswelt, ab den 60ern und insbesondere aufgrund der abfallenden Geburtenzahlen[4] stand später die Förderung der Familie im Vordergrund. Ab Mitte der 70er Jahre entwickelte sich die Gesetzgebung zur Gleichberechtigung praktisch nicht mehr weiter.[5]

3.1 1945 bis 1964: Die Frau als Arbeiterin

Direkt nach dem 2. Weltkrieg gab es in der SBZ aufgrund der zerstörten Wirtschaft eine hohe Arbeitslosigkeit, auf der anderen Seite fehlten wegen der enormen Verluste an Menschen Fachkräfte, insbesondere in klassischen Männerberufen. Daraus ergab sich eine gewisse Notwendigkeit, Frauen in diesen Berufen einzusetzen und sie gegebenenfalls anzulernen, etwa als Maschinenarbeiterin, Montiererin, Straßenbahnschaffnerin oder Bauhilfsarbeiterin.[6] Flankierend wurde von der sowjetischen Besatzungsmacht die gleiche Entlohnung von Männern und Frauen befohlen.[7] Der berufliche Einsatz anstelle der gefallenen oder gefangengehaltenen Männer wurde jedoch als vorübergehend angesehen, eine Berufslaufbahn ergab sich daraus im Allgemeinen nicht.

Bereits 1947 wurde der Demokratische Frauenbund Deutschlands gegründet, der die Frauenpolitik der DDR maßgeblich mitgestaltete. Diese wurde durch die SED im Sinne der sozialistischen Theorie realisiert. So wurde in der ersten Verfassung der DDR vom Oktober 1949 die Gleichberechtigung von Frauen und Männer als Verfassungsprinzip formuliert und alle Gesetze, die dem entgegenstanden, aufgehoben.[8] Insbesondere wurden das Recht auf Lohngleichheit, Mutterschutz und Einrichtungen, welche die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichten, in der Verfassung verankert.

Aber auch auf dem Arbeitsmarkt werden in der Anfangsphase der Planwirtschaft, etwa durch den ersten Fünfjahrplan 1951 – 55, konkrete Maßnahmen zur Erhöhung der Frauenerwerbsquote umgesetzt. Die berufstätige Frau wurde gegenüber der Hausfrau ideell aufgewertet[9], auch wurden Gremien installiert, welche Frauen zur Berufstätigkeit bewegen sollten. Erfolgreicher war eine finanzielle Schlechterstellung nicht berufstätiger Frauen, etwa durch die Einschränkung des Anspruchs auf Witwenrente, Benachteiligung bei der Lohnsteuer, der Sozialfürsorgeunterstützung oder eine Rechtssprechung, die bei Scheidungen nur in Ausnahmefällen einen Anspruch auf Unterhalt durch den ehemaligen Ehemann gewährte.

Die SED-Führung versuchte also mit Zuckerbrot und Peitsche den Arbeitskräftemangel durch Einbeziehung von Frauen in den Arbeitsprozess zu beheben. Das war durchaus erfolgreich, so stieg die Frauenerwerbsquote von 44% im Jahr 1950 bis 1960 auf 60%, bis 1970 auf 70% und lag am Ende der DDR bei 80%.[10] Insbesondere die Abwanderung in den Westen macht eine verstärkte Berufstätigkeit von Frauen notwendig. Von 1949 bis 1961[11] verließen 2,7 Millionen zumeist gut qualifizierte Menschen bzw. 14% der DDR-Bevölkerung ihr Land und hinterließen eine Lücke im Arbeitskräfteangebot, die nur durch mehr erwerbstätige Frauen zu schließen war.

Ab den 60er Jahren verschob sich der Schwerpunkt der frauenpolitischen Maßnahmen von der Integration in Erwerbsarbeit zur Qualifizierung, zumindest auf Facharbeiterniveau. Da es hier um die Nachqualifizierungälterer Arbeitskräfte ging, mußte auf die Lebensumstände berufstätiger Mütter Rücksicht genommen werden, etwa mit dem 1963 eingeführten Frauensonderstudium[12] oder der Etablierung von Fern- und Abendstudiengängen. Durch die Aufwertung vormals angelernter Arbeiterinnen zu qualifiziert Berufstätigen wurde die Erwerbsarbeit von Frauen verstätigt und eine berufliche Karriere auch für Frauen möglich.

Mit dem 1961 beschlossenen „Gesetzbuch der Arbeit“ wurde allen Werktätigen, also auch Frauen, Einsatz und Bezahlung gemäßihrer Qualifikation garantiert. Damit sollte eine berufliche Schlechterstellung von Frauen gegenüber Männern mit gleicher Qualifikation verhindert werden.

3.2 1965 bis 1976: Die Frau als Mutter

1965 wurde das Familiengesetzbuch der DDR beschlossen, in dem Ehe und Familie zur alternativlosen Form der sozialistischen Lebensweise und die Förderung der Familie auf Basis der völligen Gleichberechtigung von Mann und Frau zum Staatsziel erklärt wurden. Auch wurde verrechtlicht, dass die Aufnahme von Erwerbsarbeit oder die Qualifizierung dazu vom Ehepartner zu unterstützen sei und die wirtschaftliche Beziehung mit einer Scheidung ende. Damit wurde die Hausfrauenehe noch unattraktiver.

Gleichzeitig wurde die Qualifizierung von Frauen intensiviert, beispielsweise mit dem ebenfalls 1965 beschlossenen „Gesetzüber das einheitliche sozialistische Bildungssystem“. 1967 wurde mit der Einführung der 5-Tage-Woche die Wochenarbeitszeit für Männer und Frauen von 45 auf 43,75 Stunden reduziert, der einzelne Arbeitstag wurde dadurch jedoch 45 Minuten länger, was für von Zeitproblemen geplagte Mütter nicht hilfreich war.

Mit dem Übergang in die Honecker-Ära Anfang der 70er Jahre rückte die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in den Mittelpunkt der Frauenpolitik. Schon seit Mitte der 60er Jahre war ein kontinuierlicher Rückgang der Geburtenrate zu verzeichnen, der sich Anfang der 70er nochmals verstärkte. So kamen 1965 ca. 2500 Kinder auf 1000 Frauen, 10 Jahre später waren es nur noch 1500. Ursache für diesen Abfall war eine Reduzierung der Kinderzahl pro Familie, drei und mehr Kinder wurden zur Seltenheit. Gleichzeitig nahm die Anzahl der Eheschließungen ab und die der Scheidungen zu. Um 1970 wurde in der DDR zum letzten Mal die für die einfache Reproduktion notwendige Geburtenzahl erreicht.

Die daraus resultierende Verschiebungen innerhalb der Altersstruktur und die mittelfristige Reduzierung des Arbeitskräftepotentials wurden von der Staatsführung als Gefährdung für die Leistungsfähigkeit von Wirtschaft und sozialer Sicherung eingestuft. Dabei wurde durchaus gesehen, dass die geforderte allgemeine Berufstätigkeit von Frauen die Entscheidung für Familie und Kinder unattraktiver machte, insbesondere da eine gleiche Verteilung der daraus entstehenden Lasten zwischen Männern und Frauen weder staatlich angestrebt noch privat durchsetzbar war. Allerdings wollte man zugunsten der Familiengründung auch nicht auf die Arbeitskraft junger Frauen verzichten.

Zur Abfederung dieses Zielkonflikts zwischen Produktions- und Reproduktionsarbeit wurde Anfang der 70er der Weg finanzieller Kompensationen und Sonderrechte für junge Mütter beschritten. 1972 wurde ein umfangreiches Sozialpaket beschloßen, dass die Verbesserung des Lebensstandarts junger Familien durch Geldzahlungen anstrebte. So erhielten Paare bei der Eheschließung einen zinslosen Kreditüber 5.000 Mark, dessen Rückzahlungssumme sich bei jedem Kind reduzierte und nach der Geburt des dritten Kindes erlassen wurde.[13] Außerdem wurde pro Kind eine Behilfe von 1.000 Mark gezahlt und der Schwangerschafts- bzw. Wochenurlaub auf 18 Wochen ausgedehnt. Familien mit mehr als zwei Kindern wurden bei der Vergabe von Wohnraum und Krippenplätzen bevorzugt, auch reduzierte sich die Wochenarbeitszeit bei drei Kindern oder zwei Kindern und Schichtbetrieb auf 40 Stunden. Gleichzeitig wurde Mutterschaft während der Ausbildung oder des Studiums staatlich gefördert, etwa durch finanzielle Unterstützung, die Möglichkeit des Zusammenlebens im Studentenheim oder Kinderbetreuung am Studienort.

An der hohen zeitlichen Belastung durch Beruf und Familieänderten diese Maßnahme aber wenig, sodass die aus Sicht des Staates negativen Tendenzen zu Teilzeitarbeit auf der einen, sinkender Geburtenrate auf der anderen Seite bestehen blieben. Daher legte die Staatsführung 1976 noch einmal nach: Das Babyjahr als bezahlte Freistellung von der Arbeit wurde in mehreren Schritten eingeführt, der Schwangerschafts- und Wochenurlaub auf 26 Wochen erweitert, für vollbeschäftigte Mütter mit zwei Kindern die Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden reduziert und der Urlaub in Abhängigkeit von der Kinderzahl erhöht.

Die Wirkungen dieser Maßnahmen waren ambivalent: Zwar erhöhte sich die Geburtenrate wieder, erreichte aber nie mehr die Zahlen der 50er und frühen 60er Jahre. Die Lasten der Mutterschaft wurden gemindert bzw. durch Geldzahlungen kompensiert, jedoch bleib Reproduktionsarbeit bis zum Ende der DDR Frauensache. Der Unwille der DDR-Führung, die Überbelastung von Frauen durch Erwerbsarbeit, Haushalt und Kinder durch Verlagerung von Lasten zu den Männern oder mit alternativen Modellen des Zusammenlebens[14] zu lösen konterkarierte die für das Erwerbsleben propagierte Gleichberechtigung: Frauen waren immer noch Arbeitnehmer zweiter Klasse, deren Ausfall durch ihren Wechsel in die Mutterrolle antizipiert wurde und die daher weniger anspruchsvolle Aufgaben und weniger Verantwortungübertragen bekamen.

4. Gleichberechtigung in der Honecker-Ära

Mit der Absetzung von Walter Ulbricht 1971 und die Übernahme der höchsten Staatsämter durch Erich Honecker – ab 1971 Generalsekretär des Zentralkommitees der SED, ab 1976 Vorsitzender des Staatsrates – schwenkte der Fokus der DDR-Führung unter dem Schlagwort der „Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik“ von der Wirtschafts- zur Sozialpolitik. In diesem Kontext sind auch die familienpolitische Maßnahmen der 70er Jahre zu sehen. Anfang der 80er wurde klar, dass die staatlichen Ausgaben für Soziales nicht dauerhaft tragbar waren, insbesondere da der verfallenden Wirtschaft die Mittel für dringend benötigte Investitionen fehlten. Die zum Staatserhalt notwendige Abkehr von der großzügigen Sozialpolitik und die damit verbundene Senkung des Lebensstandards fand aus Furcht vor der Bevölkerung jedoch nicht statt. Stattdessen folgte eine Phase der Stagnation, die 1989 schließlich mit dem Systemzusammenbruch endete.

Aufgrund dieser Umstände blieben die familiepolitischen Regelungen ab Mitte der 70er Jahre stabil. Außerdem begannen in dieser Zeit Jahrgänge mit Berufseinstieg und Familiengründung, welche in der DDR sozialisiert und vom sozialistischen Erziehungs- und Bildungssystem geprägt waren. Wie sah nun die konkrete Situation aus, in der junge Frauen in den 70er und 80er Jahren ihren Platz in der Gesellschaft suchten?

4.1 Schule, Ausbildung und Studium

Die starken Bemühungen der DDR-Führung, nicht nur den Beschäftigungsgrad von Frauen zu erhöhen[15], sondern auch deren Qualifizierung, warüberaus erfolgreich. So stieg der Anteil an Frauen mit einem Hochschulabschlußin der Kohorte 1951 – 53 gegenüber der Elternkohorte 1929 – 1931 von 1,3% auf 12,6%, mit Fachschulabschlußvon 2,0% auf 20,4% und Facharbeiterinnen von 20,4% auf 57,8%. Dementsprechend sank der Anteil von Frauen ohne berufsqualifizierenden Abschlußfür diese Kohorten von 76,3% auf 9,3%.[16]

Dementsprechend stieg auch der Anteil von Studentinnen an Hochschulen: 1965 waren es 26,1%, 1970 35,4% und ab 1975 ca. 50%. Die Fachschule wurde geradezu „feminisiert“: 1960 betrug der Anteil der Studentinnen 28,6%, 1965 30,5%, 1970 48,6%, 1975 65,47% und ab 1980 ca. 70%.[17] Dabei ist jedoch zu beachten, dass ab 1974 die Ausbildung für mittleres medizinisches Personal an einer Fachschule stattfand. Kommentierend hält Trappe fest, dass bereits die Kohorte von 1952 keine allgemeine geschlechtsspezifische Benachteiligung im Bildungssystem mehr erfahren mußte.[18]

Schaut man jedoch auf einzelne Ausbildungsberufe bzw. Studiengänge läßt sich feststellen, dass die Seggregation in Männer- und Frauenberufe und die dazugehörigen Ausbildungswege weiterhin Bestand hatte.[19] So interessierten sich mehr als 60% aller Mädchen für einen von 16 aus 259 Facharbeiterberufen, etwa Frisör[20] oder Kaufmann, für weitere 23 Berufe gab es gleiches Interesse bei Jungen und Mädchen (etwa Feinmechaniker oder Facharbeiter für automatisierte Anlagen) und für 48 Berufen entscheiden sich nur sehr wenige (< 5% Frauenquote, beispielsweise Klempner, Installateur oder Facharbeiter für Bedien-, Meß-, Steuer- und Regelungstechnik). Ähnliches gilt für das Hochschulstudium, so betrug der Frauenanteil bei technischen Studiengängen 1969 lediglich 14%, beim Lehramststudium jedoch 67%.

Da Lehrstellen und Studienplätze zentral nach den Erfordernissen der Wirtschaft geplant wurden, konnten viele Berufswünsche jedoch nicht realisiert werden. Aufgrund der weniger breit gefächerten Interessen betraf das Mädchen bzw. junge Frauen besondern. Trappe geht davon aus, dass etwa zwei Drittel statt ihres Wunschberufes einen Kompromissvorschlag annehmen mußten.[21] Gleichzeitig reproduzierte die Berufswahllenkung aber auch die Seggregation: So wurden im Lehrstellenkatalog Angebote für „Frauenberufe“ in rosa, Stellen für Jungen in hellblau markiert. Auch die Betriebe bildeten für technische Berufe lieber Männer aus, mit der Argumentation einer höheren Ausfall- und Fluktuationsquote bei jungen Frauen, der physischen Überforderung durch Arbeitsbedingungen- und aufgaben, des fehlenden technischen Interesses bzw. der Motivation zu technischen Tätigkeiten und die fehlenden sozialen und hygienischen Einrichtungen.[22] Die Richtigkeit dieser Vorbehalte sei dahingestellt.

4.2 Beruf und Karriere

Die Erwerbsquote von Frauen stieg in der DDR kontinuierlich: Von 52,5% 1955 auf 66,1% 1970 und 73,2% 1980. Dabei arbeiteten 30% aller Frauen in Schichten.[23] Der Lebensentwurf Hausfrau wurde vom Staat bekämpft, etwa durch ideologische Kampagnen des DFD (Demokratischer Frauenbund Deutschlands), gleichzeitig die Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch sozialpolitische Maßnahmen wie Kinderbetreuung und Babyjahr unterstützt. Dadurch wurde es normal, auch nach der Geburt der Kinder arbeiten zu gehen, Trappe spricht von einer „historischen Öffnung des Arbeitslebens für Frauen“.[24]

Allerdings mußten Frauen mit einer „natürlichen Zweitrangigkeit“[25] im Beruf leben, da sie neben der Erwerbsarbeit auch für Haushalt und Kinder verantwortlich waren. Diese Mehrfachbelastung zog einen hohen Krankenstand und eine geringere Verfügbarkeit nach sich, beispielsweise weil Termine bei Ärzten und Behörden nur während der Arbeitszeit zu bekommen waren.[26] Dabei war Vollzeitarbeit (43,75 Stunden pro Woche) die Norm, eine geringere Wochenarbeitszeit nicht anerkannt und begründungs- und genehmigungspflichtig. Trotzdem arbeiteten zum Ende der DDR ein Viertel aller erwerbstätigen Frauen in Teilzeit.[27]

Auch bei der Karriere und Gehalt waren Frauen in der DDR nicht gleich. So verdienten Frauen durchschnittlich 25% bis 30% weniger als Männer und waren in Leitungspositionen im Verhältnis eins zu zwei unterrepräsentiert.[28] Dabei spielte die unterschiedliche Berufswahl von Männern und Frauen sicherlich eine Rolle, aber auch der zwingende Parteieintritt als Vorraussetzung auch für wirtschaftliche Karrieren. So wurden sogenannte Frauenberufe durchschnittlich schlechter bezahlt und staatsnahe und damit privilegiertere Positionen, etwa im MfS, fast ausschließlich mit Männern besetzt.[29] Spätestens ab den 80ern bemühte sich die SED jedoch intensiv um mehr weibliche Kader, scheiterte damit aber einerseits an der Ablehnung des Eintritts in die SED, andererseits am fehlenden Aufstiegswunsch, etwa wegen befürchteter steigender beruflicher Belastung neben Haushalt und Kindern, Ablehnung durch den Partner oder der notwendigen Wohnortveränderung. Die starke Zentralisierung politischer Entscheidungen wird die Attraktivität der unteren Leitungsebene zusätzlich nicht gesteigert haben.[30]

4.3 Familie und Haushalt

Das Leitbild der DDR-Frauenpolitik war die berufstätige Mutter bzw. die voll berufstätige Kleinfamilie mit zwei oder drei Kindern. Dabei wurde die vom Staat zugedachte Mutterrolle durchaus angenommen, so hatten bis zum 25. Lebensjahr 75% der Frauen mindestens ein Kind, bis zum 30. Lebensjahr sogar 90%. Es gab in der DDR praktisch keine Frau ohne Kind. Die Ehe wurde zumeist als Vorraussetzung für Kinder angesehen und aus romatischen Motiven eingegangen, jedoch erodierte dieses Familienideal zusehends. 1988 wurden bereits ein Drittel aller Kinder unehelich geboren, und auch der Anteil alleinerziehender Mütter nahm stetig zu. Zum Ende der DDR lebten 18% aller Mütter nicht mit dem Vater ihrer Kinder zusammen. Gysi und Meyer sprechen von „deutliche[n] matriarchalische[n] Züge[n]“.[31]

Auf der anderen Seite bekam die Hälfte aller Frauen nur ein Kind, also weit weniger als vom Staat propagiert. Als Ursache kann man die hohe Arbeitsbelastung durch Beruf, Haushalt und Kinder vermuten. So mußte neben den 8,75 Stunden Erwerbsarbeit und dem Arbeitsweg noch etwa 3,5 Stunden Hausarbeit pro Tag bewältigt werden, da trotz der Technisierung (Waschmaschine, Staubsauger) wöchentlich zwischen 38 und 47 Stunden Hausarbeit geleistet werden mußten. Drei Viertel dieser Arbeitszeit entfiel auf Frauen. Die Arbeit war auch qualitativ ungerecht verteilt, so stellt Nickel fest, dass Frauen das „sozialbetreuerische, routinehafte, zeitlich und räumlich gebundene Handeln“ oblag, während Männer die etwas spannenderen Tätigkeiten, etwa Handwerkliches,übernahmen.[32] In einer Studie wurde 1972 ermittelt, dass bei 54% der Familien die Haushaltsführung allein, bei 34,5%überwiegend der Frau oblag, die Kindererziehung war bei 43,3% der Befragten ganz und bei 41,8%überwiegend Aufgabe der Mutter.[33] Dementsprechend hatten Männer ca. 10 Stunden mehr Freizeit pro Woche.[34]

Der typische Alltag einer voll berufstätigen Mutter sah daher ungefähr so aus: „Um fünf Uhr morgens weckte sie die Kinder, machte sie für den Kindergarten oder die Schule fertig und brachte sie dorthin. Die Einrichtungen der Volksbildung hatten einen speziellen Frühhort eingerichtet, wo man die Kinder schon ab sechs Uhr abgeben konnte. Dann ging es mit einer ungeheizten undüberfüllten Straßen- oder S-Bahn zur Arbeit. Nach Feierabend, also 17 Uhr, holten die Mütter dieübermüdeten und nervösen Kinder aus den 'Einrichtungen' ab, erledigten auf dem Nachhauseweg die oft mit 'Rennereien' und langem Anstehen verbundenen Einkäufe und hatten dann gerade noch Zeit für das Abendbrot. Nach dem 'Sandmännchen' steckten sie dann die Kinder ins Bett und erledigten die wichtigsten Aufgaben im Haushalt.“[35]

Trotz dieser ungerechten Lastenverteilung und der den Staatszielen widersprechenden Tendenz zur Ein-Kind-Familie gab es keine Initiative für die Integration von Männern in die Reproduktionsarbeit.[36] Die Vereinbarkeit von Vaterschaft und Beruf war kein Thema. Stattdessen wurde an dem Mix aus politischer Agitation und sozialpolitischer Kompensation, etwa dem Ehekredit oder der Bevorzugung bei der Wohnraumversorgung, festgehalten.[37] Allerdings gab es Ende der 80er erste Tendenzen, dass sich vor allem in Akademikerhaushalten Männer stärker an der Hausarbeit beteiligten.[38]

4.4 Frauen in der Politik

Die politische Macht lag in der DDR in der Hand einer kleinen gesellschaftlichen Elite, den Kadern der SED bzw. der sogenannten Nomenklatura. Diese machten nach Angaben von Voigt, Voßund Meck in allen sozialistischen Staaten weniger als 1,5% der Bevölkerung aus und verfügtenüber das gesamte Volksvermögen und die politische Macht.[39] In den Kreis der Nomenklatura aufzurücken war jedoch keine Frage der Leistung: „Karriere machen [...] die Vorsichtigen, die Jasager, die farblosen Befehlsvollstrecker, die Autoritätsanbeter, die formellen Aufgabeerfüller“[40]. Dementsprechend niedrig war das Ansehen politischer Berufe, beispielsweise in der FDJ, Polizei oder Volksarmee.[41]

Die politische Partizipation von Frauen blieb trotz gegenteiliger Bemühungen der SEDüber die gesamte Geschichte der DDR niedrig, insbesondere in höheren Leitungspositionen sind sie stark unterrepräsentiert. So waren im mittleren Management noch 25% bis 40% der Leiter weiblich, im höheren Management nur noch 5% bis 20%. An der Spitze der Hierarchie gab es praktisch keine Frauen.[42] In den 40 Jahren DDR konnte keine Frau in das „Zentrum der Macht“, das Politbüro, aufsteigen.[43]

Insofern wurde in der DDR Politik für Frauen von Männern gemacht, allerdings mit der Einschränkung, dass die Gestaltung der Frauenpolitik teilweise an ausschließlich mit Frauen besetzte Gremien abgegeben wurde: An die Frauenabteilung beim Zentralkomitee der SED, die Frauenkommission beim Politbüro oder den Wissenschaftlicher Beirat „Die Frau in der sozialistischen Gesellschaft“. Diese Gremien waren aber – genauso wie der Demokratische Frauenbund Deutschlands – weniger Vertretung der Frauen und ihrer realen politischen Interessen als Vehikel der Partei, um die Agitation und Mobilisierung der weiblichen Bevölkerung im Sinne der Staatsdoktrin umzusetzen.[44]

Zusammenfassend muss man daher von einer grundsätzlichen Unattraktivität der politischen Partizipation für Frauen in der DDR ausgegangen werden, da dem Aufwand für das Engagement in der Partei auf unterer und mittlerer Ebene keine realen Gestaltungsmöglichkeiten gegenüberstanden, ein Aufrücken in die Sphäre wirklicher Macht jedoch unwahrscheinlich war. Daher blieb Politik in der DDR bis auf wenige Ausnahmen Männersache.

5. Zeitzeugeninterview: Gefühlt gleichberechtigt?

Zur Abrundung des Themas wurde mit der Zeitzeugin M. H., am 23. März 2018 ein Zeitzeugeninterview geführt. Ziel war es, zu den in der Literatur gefundenen Themen und Darstellungen ein Kommentar von jemanden, der dabei gewesen und persönlich betroffen war, zu bekommen. Frau H. wurde 1957 in Rostock geboren, schloß1981 ihr Studium ab und bekam Anfang der 80er Jahre zwei Kinder. Damit gehört sie zur untersuchten Bevölkerungsgruppe und ihr Lebenslauf bis zum Ende der DDR kann als durchaus typisch innerhalb ihrer Generation von DDR-Frauen gelten.

Zur Durchführung des Interviews wurde ein Leitfaden mit sechs Haupt- und zwei bis vier Unterfragen erstellt. Nach der persönlichen Vorstellung orientierten sich die Fragen dabei am Abschnitt 4, folgten also den für Gleichberechtigung relevanten gesellschaftlichen Subsystemen und liessen die Zeitzeugin in chronologischer Reihenfolge die Stationen Schule, Lehre, Studium, Berufseinstieg, Familie und politisches Engagement erinnern. Zum Abschlußwurde die Frage gestellt, ob die Zeitzeugin den Eindruck hatte, gleichberechtigt zu sein.

Das Interview bestätigt im wesentlichen die Aussagen der Literatur, legen jedoch einige Differenzierungen nahe. An ihrem Weg zur Lehrstelle kann man die Besonderheiten des DDR-Berufsbildungssystems gut nachvollziehen. Zum einen konnte man sich die Lehrstelle nicht einfach aussuchen, sondern wurde als „Delegierte“ eines Betriebes zu Lehre oder Studium entsandt – mit dem Ziel, später für diesen Betrieb an einer bestimmten Stelle tätig zu werden. Dementsprechend richtete sich die Anzahl der Ausbildungsplätze nach dem betrieblichen Bedarf. So gab es für die in Schwerin zentralisierte Ausbildung zum Nachrichtentechniker im Bereich Rostock nur drei zu vergebende Ausbildungsplätze. Man kann vermuten, dass die familiäre Nähe zur Post wie auch die Förderung von Frauen bei der erfolgreichen Bewerbung um eine dieser drei Ausbildungsplätze geholfen haben. In der Lehre selbst waren von 25 Lehrlingen nur fünf Frauen. Die Zeitzeugin merkt an, dass es „ja damals darum [ging], dass auch Frauen in die Technik sollten“, was ihrer Meinung nach nicht an der staatlichen Förderung, sondern an den Frauen scheiterte, die sich mehrheitlich für erzieherische und pflegerische Berufe interessierten.

Die Frage nach unterschiedlicher Behandlung im Beruf wird von Frau H. entschieden verneint. Sie sei genau wie ein Mann behandelt worden, habe die gleichen Aufgaben und das gleiche Gehalt bekommen. Auch die Möglichkeit zum beruflichen Aufstieg wurde an sie herangetragen, dieser scheiterte jedoch am zwingend notwendigen Beitritt zur SED, den sie aus moralischen und ideologischen Gründen ablehnte.

Die Entscheidung für Kinder und Familie traf Frau H.unabhängig von der staatlichen Förderung, da es schon immer ihr Wunsch war Kinder zu haben. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie empfand sie als katastrophal, da der Beruf eindeutig Vorrang hatte und viel zu wenig Zeit für die Kinder blieb, insbesondere unter der Woche. Die Möglichkeit Teilzeit zu arbeiten sah sie aufgrund des enormen gesellschaftlichen Drucks, auch als Frau voll berufstätig zu sein, nicht. Auch die Unterstützung durch ihren Mann empfand sie als ungenügend, es gab deswegen regelmäßig eheliche Konflikte.

Politisches Engagement lehnte Frau H. trotz früher Exposition als Gruppenratsvorsitzende und FDJ-Sekretärin ab, nachdem sie in der Lehre schlechte Erfahrungen mit Führungspersonen machte und „Die Alternative“ von Rudolf Bahrow gelesen hatte. Stattdessen verwirklichte sie sich im heimischen Umfeld – Kinder, Wohnung, Garten, Hobbies. Die Gleichberechtigung in der Politik war für sie daher weniger wichtig, auch wenn sie einräumt, dass es damals Frauen in ihren Umfeld gab, die das thematisierten.

Auf die Frage, ob sie damals den Eindruck hatte, gleichberechtigt zu sein, antwortete sie mit „unter den Umständen, ja“. Sie habe nie das Gefühl gehabt, nicht gleichberechtigt gewesen zu sein, daher habe sie das Thema auch weniger interessiert. Die ungleiche Verteilung von familiären Aufgaben wertet sie als persönliches Problem mit ihrem Mann und nicht als gesellschaftliches. Dasselbe gilt für die stark männlich geprägte Herrschaftüber und durch den SED-Staat. Diese wird nicht als Herrschaft des Patriarchats sondern als ideologisch motivierte Machtmonopolisierung durch die Partei und ihre Organe gesehen.

6. Zusammenfassung und Fazit

Zusammenfassend zeigt sich ein ambivalentes Bild der Gleichberechtigung von jungen Frauen in der Honecker-Ära der DDR. Formal waren Männer und Frauen ausdrücklich gleichberechtigt. Die Frauenbildung erreichte in dieser Zeit das Niveau der Männer, und auch im Beruf wurden Frauen mit einigen Abstrichen gleich behandelt, insbesondere waren praktisch alle Frauen wirtschaftlich selbstständig. Familie blieb jedoch Frauen- und Politik Männersache. Trotzdem verstanden sich viele Frauen als gleichberechtigt, der ideologische Anspruch der Frauenemanzipation hatte durchaus verfangen.

Als Gründe für die nicht vollständig gelungene Gleichberechtigung lassen sich folgende Ursachen ausmachen: Traditionelle Rollenvorstellungen, die Idealisierung der Erwerbsarbeit und die SED-Diktatur.

Die Langlebigkeit tradierter Rollenvorstellungen kommt vor allem im Bereich Familie zum Tragen. Für sozialistische Gründerväter wie August Bebel war die Zuständigkeit der Frau für Kinder und Haushalt bzw. die Unzuständigkeit des Mannes selbstverständlich, auch die DDR-Frauenpolitik hinterfragte dies nicht. Eine Diskussionüber die gerechte Verteilung der Reproduktionsarbeit fand nicht statt, auch nicht in Form alternativer Modelle des Zusammenlebens.

Auch bei der Berufswahl konnten diese Rollenvorstellungen nichtüberwunden werden. Die Aufteilung in Frauen- und Männerberufe mit der Folge unterschiedlicher Entlohnung und Aufstiegschancen blieb bestehen, obwohl hier der Staat teilweise gegensteuerte. Auch eine Angleichung der Löhne von Frauen- und Männerberufen wurde nicht durchgeführt und stattdessen Gehaltsrelationen aus der vorsozialistischen Zeit weitergeführt.[45]

Die Idealisierung der Erwerbsarbeit aufgrund der marxistischen Ideologie und den Bedürfnissen der chronisch ineffektiven DDR-Wirtschaft führte nicht nur zu einer Überlastung der Frauen, sondern reduzierte auch das komplexe Thema Gleichberechtigung auf gleichwertige Erwerbsarbeit. Man muss vermuten, dass auch deshalb kulturelle Prägungen und die Reproduktionsarbeit nicht in den Blick der staatlich Gleichberechtigungsbemühungen kamen. Tatsächlich nahmen die sozialistischen Vordenker an, dass mit der Überwindung von Ausbeutung und Klassengegensatz die „Frauenfrage“ quasi im Vorbeigehen mit gelöst würde. Diese Vorstellung erscheint in Anbetracht der DDR-Verhältnisse naiv.

Die geringe Beteiligung der DDR-Frauen an wirtschaftlichen und politischen Leitungsfunktionen ist zu einem bedeutenden Teil auf die Ablehnung der SED-Diktatur bzw. der sozialistisch-kommunistischen Ideologie zurückzuführen. Außerdem war offensichtlich, dass politisches Engagement im Apparat zwar viele Mühen und Verbiegungen, aber nur wenig echte Gestaltungsfreiheit bedeuteten. Bemerkenswerterweise entzogen sich Männer weniger häufig dem Zugriff der Partei, oder fanden den formalen Aufstieg in der Hierarchie im Durchschnitt attraktiver als Frauen. Auch die ungleiche Verteilung der Reproduktionsarbeit gab Männern mehr Möglichkeiten zur politischen Partizipation.

Politische Partizipation von Frauen fand daher nur marginal statt, die gesellschaftliche Macht verblieb in der Hand von Männern. Man muss jedoch die Frage stelle, wie relevant das in einem Staat war, in der individuelle Freiheit auch für hohe Kader nur im engen Rahmen der politischen Ideologie möglich war. Das Marx-Wort, dass der Grad der weiblichen Emanzipation das Maßder allgemeinen Emanzipation sei, trifft hier durchaus zu: Echte Emanzipation gab es in der DDR generell nicht, weder für Frauen, noch für Männer.

Diese wäre aber notwendig gewesen, um die spätestens Anfang der 70er Jahre offensichtlich werdende Krise der Frauenemanzipation wegen der Doppelbelastung durch Produktions- und Reproduktionsarbeit zu bewältigen. Die notwendigen Diskurse zu Rollenmodellen, Gestaltung der Erwerbsarbeit und politischer Partizipation fanden nicht statt. Stattdessen wurden sozialpolitische Maßnahmen beschlossen, welche die traditionelle Festlegung der Frau auf Haushalt und Kinder stärkten und damit für die Gleichberechtigung ein Rückschritt waren, auch wenn sie die konkrete Situation von Frauen ein wenig erträglicher machten. Zum Ende der DDR scheint der Stand der Gleichberechtigung in Ost- und West-Deutschland daher auchüberraschendähnlich zu sein.

7. Literaturverzeichnis

Bühler, Grit: Mythos Gleichberechtigung in der DDR. Politische Partizipation von Frauen am Beispiel des Demokratischen Frauenbunds Deutschlands, Frankfurt/Main 1997.

Gysi, Jutta und Meyer, Dagmar: Leitbild: berufstätige Mutter – DDR-Frauen in Familie, Partnerschaft und Ehe, In: Helwig, Gisela und Nickel, Hildegard Maria (Hg.): Frauen in Deutschland. 1945 – 1992, Bonn 1993.

Hampele, Anne: „Arbeit mit, plane mit, regiere mit“ - Zur politischen Partizipation von Frauen in der DDR, In: Helwig, Gisela und Nickel, Hildegard Maria (Hg.): Frauen in Deutschland. 1945 – 1992, Bonn 1993.

Hörz, Helga E.: Der lange Weg zur Gleichberechtigung. Die DDR und ihre Frauen, Berlin 2010.

Nickel, Hildegard Maria: „Mitgestalterinnen des Sozialismus“ - Frauenarbeit in der DDR, In: Helwig, Gisela und Nickel, Hildegard Maria (Hg.): Frauen in Deutschland. 1945 – 1992, Bonn 1993.

Schmidt, Heike: Frauenpolitik in der DDR. Gestaltungsspielräume und -grenzen in der Diktatur, Berlin 2007.

Trappe, Heike: Emanzipation oder Zwang? Frauen in der DDR zwischen Beruf, Familie und Sozialpolitik, Berlin 1995.

Voigt, Dieter, Voß, Werner und Meck, Sabine: Sozialstruktur der DDR, Darmstadt 1987.

Wangerin, Claudia: Die DDR und ihre Töchter, Berlin 2010.

Wolle, Stefan: Die heile Welt der Diktatur. Alltag und Herrschaft in der DDR 1971 – 1989, München 1999.

8. Anhang

8.1 Interview mit Zeitzeugin

Interview musste von der Redaktion netfernt werden.

[1] Bspw. die Bauingenieurin Katrin Klee in „Spur der Steine“, DEFA 1966.

[2] Prominent diskutiert von August Bebel, "Die Frau und der Sozialismus“, 1879.

[3] Bebel, August: Die Frau und der Sozialismus. Berlin 1973, S. 26.

[4] Bekannt als „Pillenknick“, auch wenn die Anti-Baby-Pille vermutlich nicht die wesentliche Ursache war.

[5] Die Darstellung in diesem Abschnitt folgt Trappe, Heike: Emanzipation oder Zwang? Frauen in der DDR zwischen Beruf, Familie und Sozialpolitik, Berlin 1995, S. 47 bis 77.

[6] Trümmerfrau

[7] Vgl. SMAD-Befehl Nr. 253 und Nr. 234

[8] Einzelne Regelungen in diesem Sinne gab es bereits ab 1946.

[9] Erst durch gesellschaftliche Produktion wird der Mensch zum Menschen, siehe Abschnitt 2.

[10] Dementsprechend wurde die Kinderbetreuung ausgebaut: Besuchten 1960 noch nicht die Hälfte alle Kinder einen Kindergarten, waren es in den 80er Jahrenüber 90%.

[11] Jahr des Mauerbaus

[12] Studiengänge nur für Frauen bzw. Mütter, die mangels Interesse wieder eingestellt wurden.

[13] Nur bei der ersten Heirat und wenn die Ehepartner weniger als 26 Jahre alt waren.

[14] Etwa die Vergemeinschaftung der Haushaltsführung wie in israelischen Kibbuzen.

[15] Der Beschäftigungsgrad Frauen stieg in den 60ern von 70% auf 80%. Vgl. Hörz, Helga E.: Der lange Weg zur Gleichberechtigung. Die DDR und ihre Frauen, Berlin 2010, S. 96.

[16] Vgl. Trappe, Heike: Emanzipation oder Zwang?, a.a.O., S. 172.

[17] Vgl. Wolle, Stefan: Die heile Welt der Diktatur. Alltag und Herrschaft in der DDR 1971 – 1989, München 1999, S. S. 174.

[18] Vgl. Trappe, Heike: Emanzipation oder Zwang?, a.a.O., S. 175.

[19] Vgl. Nickel, Hildegard Maria: „Mitgestalterinnen des Sozialismus“ - Frauenarbeit in der DDR, In: Helwig, Gisela und Nickel, Hildegard Maria (Hg.): Frauen in Deutschland. 1945 – 1992, Bonn 1993, S. 239 – 241.

[20] Die in der DDR auch für Frauenüblichen männlichen Berufsbezeichnungen werden wegen der historischen Korrektheit beibehalten.

[21] Vgl. Trappe, Heike: Emanzipation oder Zwang?, a.a.O., S. 175.

[22] Vgl. Nickel, Hildegard Maria: „Mitgestalterinnen des Sozialismus“ - Frauenarbeit in der DDR, a.a.O., S. 241f.

[23] Vgl. ebd., S. 237.

[24] Vgl. Trappe, Heike: Emanzipation oder Zwang?, a.a.O., S. 175.

[25] Nickel, Hildegard Maria: „Mitgestalterinnen des Sozialismus“ - Frauenarbeit in der DDR, a.a.O., S. 237.

[26] Vgl. Wolle, Stefan: Die heile Welt der Diktatur, a.a.O., S. 176.

[27] Vgl. Nickel, Hildegard Maria: „Mitgestalterinnen des Sozialismus“ - Frauenarbeit in der DDR, a.a.O., S. 245.

[28] Vgl. Nickel, Hildegard Maria: „Mitgestalterinnen des Sozialismus“ - Frauenarbeit in der DDR, a.a.O., S. 243.

[29] Vgl. Wolle, Stefan: Die heile Welt der Diktatur, a.a.O., S. 174.

[30] Vgl. Schmidt, Heike: Frauenpolitik in der DDR. Gestaltungsspielräume und -grenzen in der Diktatur, Berlin 2007, S. 182 – 184.

[31] Gysi, Jutta und Meyer, Dagmar: Leitbild: berufstätige Mutter – DDR-Frauen in Familie, Partnerschaft und Ehe, In: Helwig, Gisela und Nickel, Hildegard Maria (Hg.): Frauen in Deutschland. 1945 – 1992, Bonn 1993, S. 140.

[32] Vgl. Nickel, Hildegard Maria: „Mitgestalterinnen des Sozialismus“ - Frauenarbeit in der DDR, a.a.O., S. 245.

[33] Vgl. Wolle, Stefan: Die heile Welt der Diktatur, a.a.O., S. 176.

[34] Konkret 36 vs. 26 Stunden, vgl. Voigt, Dieter, Voß, Werner und Meck, Sabine: Sozialstruktur der DDR, Darmstadt 1987, S. 68.

[35] Wolle, Stefan: Die heile Welt der Diktatur, a.a.O., S. 176.

[36] Vgl. Schmidt, Heike: Frauenpolitik in der DDR, a.a.O., S. 160 und 165.

[37] Vgl. Gysi, Jutta und Meyer, Dagmar: Leitbild: berufstätige Mutter – DDR-Frauen in Familie, Partnerschaft und Ehe, a.a.O., S. 139f.

[38] Vgl. Wolle, Stefan: Die heile Welt der Diktatur, a.a.O., S. 176.

[39] Vgl. Voigt, Dieter, Voß, Werner und Meck, Sabine: Sozialstruktur der DDR, a.a.O., S. 146.

[40] Sik, O.: Das kommunistische Machtsystem. Hamburg, 1976, S. 159.

[41] Vgl. Voigt, Dieter, Voß, Werner und Meck, Sabine: Sozialstruktur der DDR, a.a.O., S. 163.

[42] Vgl. Hampele, Anne: „Arbeit mit, plane mit, regiere mit“ - Zur politischen Partizipation von Frauen in der DDR, In: Helwig, Gisela und Nickel, Hildegard Maria (Hg.): Frauen in Deutschland. 1945 – 1992, Bonn 1993, S. 289 – 291.

[43] Vgl. Wolle, Stefan: Die heile Welt der Diktatur, a.a.O., S. 175.

[44] Vgl. Hampele, Anne: „Arbeit mit, plane mit, regiere mit“ - Zur politischen Partizipation von Frauen in der DDR, a.a.O., S. 291.

[45] Die Bildung von Preisen, auch Arbeitspreisen, war in der Planwirtschaft der DDR generell ein großes Problem, da es keine Markt gab, auf dem sich diese Preise bilden konnten.

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Details

Title
Gleichberechtigung junger DDR-Frauen in der Honecker-Ära
College
University of Hagen  (Historisches Institut)
Course
Erfahrungsgeschichte und Erinnerungskultur
Grade
1,7
Author
Year
2018
Pages
23
Catalog Number
V426858
ISBN (Book)
9783668731493
File size
556 KB
Language
German
Tags
DDR, Gleichberechtigung, Emanzipation, Honecker, Zeitzeugeninterview, Sozialismus, Kommunismus, Mutterschaft, Frauen
Quote paper
Leonhard Holz (Author), 2018, Gleichberechtigung junger DDR-Frauen in der Honecker-Ära, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/426858

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