Gewaltbereitschaft von Fans im Profifußball

Erklärungsversuche und Sicherheitsmaßnahmen


Hausarbeit, 2017
26 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Unterscheidung zwischen Amateur-/ und Profifußball

3. Erklärungsversuche zur Gewaltbereitschaft von Fußballfans
3.1 Frustrations-Aggressions-Theorie
3.2 Weitere Erklärungsansätze

4. Einteilung und Entstehung der Fanszenen
4.1 Kategorie А, в und c
4.2 Konsumorientierte Fans - Das Erlebnis im Vordergrund
4.3 Kuttenfans - Der Verein als Lebensmittelpunkt
4.4 Hooligans - Die Suche nach dem "Kick"
4.5 Ultras - Für die Traditionen im Fußball

5. Gewalt im nationalen und internationalen Profifußball
5.1 Die Gewaltproblematik bei Derbys
5.1.1 Beispiele gewaltsamer Ausschreitungen
5.2 Die Gewaltbereitschaft der Ultras im Profifußball
5.2.1 Der Fall "Borussia Dortmund gegen Red Bull Leipzig"
5.3 Hooligans und der Fußball als Austragungsort ihrer Gewaltexzesse
5.3.1 Katastrophe vom Heysel-Stadion
5.3.2 Hooligans im heutigen Profifußball

6. Präventive Sicherheitsmaßnahmen im deutschen Profifußball
6.1 Die Datei "Gewalttäter Sport"
6.2 Polizeiliche Maßnahmen
6.3 Sicherheitsmaßnahmen der Vereine und des DFB

7. Sicherheitsvoraussetzungen für Vereine bei internationalen Wettbewerben
7.1 FIFA Reglement für Stadionsicherheit
7.2 UEFA Sicherheitsreglement

8. Zusammenfassung und Resümee

II. Literaturverzeichnis

III. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Fußball zählt zu den beliebtesten Sportarten weltweit. Er lockt Millionen von Fans und Zuschauer in die Stadien der Welt. Laut Statistik des deutschen Fußballbundes sahen in der Saison 2015/2016 knapp 13 Millionen Zuschauer Begegnungen der 1. Fußball Bundesliga.[1] Zu dem Live-Erlebnis wird der Fußball zusätzlich durch die unterschiedlichsten Medien konsumiert. Leider stellt man vermehrt fest, dass Fans und Zuschauer nicht nur friedliche und euphorisierende Stimmung Zusehen bekommen, sondern auch das Bild gewalttätiger Ausschreitungen und Krawallen.

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Gewaltproblematik im nationalen wie internationalen Profifußball.

Eingangs lege ich den Unterschied zwischen Amateur-/ und Profifußball dar. Im folgenden Kapitel geht es im Kern um Theorien für die Gewaltbereitschaft von Fußballfans. Am Anfang des Abschnitts erläutere ich die Frustrations-Aggressionstheorie. Im weiteren Verlauf zeige ich Ihnen zusätzliche Erklärungsversuche auf. Als Nächstes gehe ich auf die verschiedenen Gruppierungen im Fußball und ihre Unterteilung ein. Hauptmerkmal des Kapitels ist die Einteilung der Fans laut Zentraler Informationsstelle Sport (ZIS), sowie die Beschreibung vom Kuttenfan bis zum Hooligan.

Der Mittelpunkt des nächsten Abschnittes ist die Gewalt im nationalen wie internationalen Profifußball. In der ersten Passage des Kapitels gehe ich auf die Problematik der sogenannten Derbys ein. Was sind Derbys? Ist die Gewaltbereitschaft der Fans höher als bei gewöhnlichen Spielen? Im zweiten Abschnitt steht die Rolle der Ultras im Vordergrund. Welche Ziele verfolgt die Fangruppe und wie Stehen sie zur Gewalt. Im letzen Teil Stehen die Hooligans im Vordergrund. Zu Beginn schildert die Katastrophe vom Heysel-Stadion das Ausmaß an Gewalt, welches Hooligans in die Stadien des Fußballs bringen können. Im zweiten Teil geht es dann um die Fragestellung, ob die Gruppierung überhaupt noch eine Rolle im heutigen Fußball spielen oder an Bedeutung verloren haben.

Im Kapitel 6 Stehen die präventiven Sicherheitsmaßnahmen im deutschen Profrfußball im Fokus. Einleitend zum Abschnitt erläutere ich die Datei Gewalttäter Sport. Anschließend folgen die Sicherheitsmaßnahmen von Polizei, Vereine und des Deutschen Fußball Bundes (DFB). Da die Hausarbeit auch den internationalen Fußball umfasst, werden im nächsten Schritt, die Sicherheitsvoraussetzungen für die Vereine bei internationalen Wettbewerben dargestellt.

Die Frage ob der Fußball in Zukunft friedlicher wird, oder noch gewaltsamer wird ist Gegenstand des letzten Kapitels der Hausarbeit. Zudem erfolgt die Zusammenfassung des Themas und eine kritische Betrachtung der Problematik meinerseits.

2. Die Unterscheidung zwischen Amateur-/ und Profifußball

Amateur und Profifußball unterscheiden sich in vielerlei Hinsichten. Der erste Unterschied liegt in der Spielklasse der Vereine. Proficlubs spielen in den höchsten Ligen der Verbände, hingegen Amateurclubs in den unteren Ligen zu Hause sind. Um Ihnen den ersten Unterschied zu verdeutlichen werfen wir einen Blick auf den deutschen Fußball. Der deutsche Fußball zählt drei Profiligen, genannt Bundesliga 1-4.[2] Die restlichen Vereine sind den Amateurfußball zuzuordnen. Um den zweiten Unterschied aufzuzeigen werfen wir einen Blick auf die Definition des Amateursportlers. Laut Duden (Wörterbuch) ist der Amateursportler ein aktives Vereinsmitglied, welches den Sport regelmäßig, aber nicht gegen Entgelt betreibt.[3]

Die Kehrseite dazu ist der Profi, welcher seinen Lebensunterhalt mit der Ausübung seiner Sportart verdient.[4] Dieser Unterschied lässt sich auch auf den Fußball ableiten. Profrfußballer haben im Gegensatz zum Amateurspieler keinen Beruf neben dem Fußball, sondern üben diesen Hauptberuflich aus. Der dritte und letzte Unterschied den ich ihnen verdeutlichen möchte liegt in den drastischen Unterschieden der Infrastruktur der Vereine. Profivereine sind aufgrund ihrer finanziellen Mittel in ihrer Struktur professioneller aufgestellt als Amateurvereine. Dieses ermöglicht ihnen individuelle Trainingsorte zur Verfügung zu stellen, um die Leistung der Mannschaft zu erhöhen.

3. Erklärungsversuche zur Gewaltbereitschaft von Fußballfans

3.1 Frustrations-Aggressions-Theorie

Gewaltsame Ausschreitungen im Fußball werden häufig mit der Frustrations­Aggressionstheorie erklärt. Die Theorie geht von der Annahme aus, dass Aggressionen immer die Folge von Frustration sind.[5] Im Fußball finden wir viele Gründe die Zuschauer und Fans frustrieren lassen wie Z.B. die Niederlage der unterstützten Mannschaft, Fehlentscheidungen des Schiedsrichters oder die unbefriedigende Leistung der Spieler. Je stärker die Frustration umso stärker ist laut Theorie die aggressive Handlung.[6] Schenkt man der Hypothese Glauben müsste man davon ausgehen, dass Fans die unzufrieden mit ihrer Mannschaft oder der Fußballpartie sind zu gewaltbereiten Verhalten neigen. Doch gibt es auch kritische Stimmen zu dieser These. Der Hauptkritikpunkt liegt darin begründet, dass nicht auf jede Frustration zwangsweise eine Aggression folgt und Aggressionen nicht immer Frustrationen als Ursache haben. Zudem sind manche Frustrationen zu schwach um aggressives Verhalten auszulösen[7] Um die Kritik zu veranschaulichen möchte ich ein Beispiel aus dem Proflfußball nennen. Die Bundesligapartie Werder Bremen gegen RB-Leipzig endete mit einer Niederlage der Leipziger. Doch entgegen der Frustrations-Aggressionstheorie blieb es nach dem Spiel auf beiden Seiten friedlich.[8]

3.2 Weitere Erklärungsansätze

In diesem Kapitel geht es um weitere Erklärungsansätze für die Gewaltbereitschaft der Fußballfans. Heiko Maas sieht in der Gewaltbereitschaft beim Fußball ein Abbild eines gesellschaftlichen Phänomens.[9] Des Weiteren sieht er die Gefahr, dass durch sogenannte "Hassnachrichten" zwischen Fußballfans in sozialen Netzwerken, gewaltsame Konflikte entstehen können.[10] Einen weiteren Erklärungsansatz sieht die Plattform "Polipedia.at" in den gehäuften Spielertransfers.[11] Die ständigen Spielerwechsel erschweren dem Fan die personenbezogenen Identifikationen und schaffen dadurch eine viel leichter reizbare und unberechenbarere Stimmung bei den Zuschauern[12]. Zur Verdeutlichung dieser Erklärung schauen wir uns den Spielertransfer von Mario Götze an. Mario Götze wechselte in der Saison 2013/2014 von Borussia Dortmund zum Ligakonkurrenten FC Bayern München[13].

Die Rivalität zwischen den Vereinen und dem Verlust des Leistungsträgers führte zu einer gewaltigen Enttäuschung der Dortmunder Fans. Als Folge entstand eine aufgeheizte Stimmung auf den Rängen im Stadion und zwischen den beiden Fanlagern. Anders Zick sieht einen zusätzlichen Ansatz für die Gewaltbereitschaft der Fußballfans, in den Konflikten zwischen verschiedenen Gruppen.[14] Laut Zick entwickelt sich Gewalt, wenn Gruppen meinen, bedeutende und kennzeichnende Mitglieder ihrer Gruppe würden angegriffen.[15]

4. Untergliederung und Entstehung von Fangruppen

4.1 Kategorie А, B und C

Friedliche sowie gewaltbereite Zuschauer und Fußballfans suchen den Weg in die Fußballstadien. Die zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) teilt diese im Bezug auf Ihre Gewaltbereitschaft in die Kategorie A (friedlicher Fan), в (gewal tb er ei ter/-geneigter Fan) und c (gewaltsuchender Fan) ein.[16]

"Die Polizeibehörden melden insgesamt 13.655 Personen der Kategorie в (gewaltbereit/­geneigt) und der Kategorie c (gewaltsuchend) in den Anhängerschaften der ersten drei Ligen (13.455), was insgesamt einem Anstieg von rund 1,5 Prozent entspricht. Darunter befanden sich 10.192 Personen der Kategorie в und 3.463 der Kategorie C[17].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Anzahl der Fans in den Kategorien B und C der 1. und 2. Bundesliga

Vergleicht man die Saison 2014/2015 mit der Saison 2015/2016, so ist ein Rückgang von 1,4 Prozent des Gesamtpotenzials festzustellen. In der 1. Bundesliga liegt eine Reduzierung der Personen in den Kategorien в und c von ca. 400 Personen vor und in der 2. Bundesliga ein Anstieg von 260 Personen[18]. Der Rückgang, bezogen auf die 1. Bundesliga, ist im wesentlichen auf "polizeiliche Fortschreibung der Risikoeinstufung der Szenen1,[19] zurückzuführen Die Gründe für den Anstieg in der zweiten Bundesliga sieht die ZIS im Zusammenhang des Aufstiegs der Vereine MSV Duisburg und Arminia Bielefeld, da in ihren Fanlagem ein großes Gewaltpotenzial zu finden ist. [20]

In der 3. Bundesliga ließen sich in der Saison 2014/2015 3600 Personen den Kategorien B und c zuordnen[21]. In der Saison 2015/2016 stieg die Anzahl aufgrund der "polizeilichen Fortschreibung der Risikoeinstufung"[22] der Szenen und dem Aufstieg des 1. FC Magdeburg auf 3900 Personen an. Dies bedeutet einen Anstieg von 9,5 Prozent[23].

4.2 Konsumorientierte Fans - Das Erlebnis im Vordergrund

Prof. Dr. Gunter A. Pilz stellt das "Erlebnis beim Stadionbesuch" als zentrales Merkmal der konsumorientrieten Fans heraus[24]. Eine weitere Kennzeichnung der Fangruppe sieht Pilz in der Zahlungsbereitschaft der Zuschauer. Sie sind bereit für das Erlebnis im Fußballstadion Geld zu bezahlen und erwarten im Gegenzug eine Leistung in Form von leckerer Gastronomie, abwechslungsreiches Begleitprogramm oder ein spannendes Fußballspiel[25]. Im Hinblick auf die gewaltbereitschaft unterstreicht Pilz, dass von diesen Fans kein erhöhtes Sicherheitsrisiko ausgeht. Die Zuschauer zeigen ihren Unmut eher durch frühzeitiges Verlassen des Stadions oder andere gewaltfreie Proteste.[26]

4.3 Kuttenfans - Der Verein als Lebensmittelpunkt

Im Lebensmittelpunkt der Kuttenfans steht ihr favorisierter Verein. Der Name der Zuschauer leitet sich aus Ihrer Kleidung ab. Die sogenannten Kutten sind Jeanswesten mit aufgenähten Vereinssymbolen und Wappen[27]. Sie dienen dem Fan hauptsächlich als Identifikationsmerkmal und teilen dieses durch Tragen, der Öffentlichkeit, sowie den gegnerischen Fans mit[28]. Kuttenfans sorgen mit ihren Choreographien und Fangesängen für die typische Stadionatmosphäre[29]. Das Sicherheitsrisiko ist bei Ihnen deutlich höher als bei den konsum ori enti eiten Fans. "Um die Ehre der eigenen Mannschaft zu verteidigen, werden auch Auseinandersetzungen mit Vertretern des gegnerischen Vereins, mit dem Schiedsrichter und vor allem gegnerischen Fans gesucht[30] " .Laut Bietigheimer Zeitung erfolgt die Einteilung der Kuttenfans in die Kategorie A der Fangruppen[31]. Dieser Auffassung stehe ich jedoch kritisch gegenüber, da laut Definition der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze die friedlichen Fans dieser Kategorie beigemessen werden.

4.4 Hooligans - Die Suche nach dem "Kick"

Anfang der 80er Jahre entstand eine neue Gruppierung in der Fanszene, die sogenannten Hooligans[32]. Der Begriff stammt aus dem englischen und bedeutet übersetzt Rowdy[33] ". Das Niederlegen ihrer Identifikationsmerkmale den Kutten spaltete sie vom Rest der Fangemeinde ab[34].In ihrer Vorstellung spielt der Spielverlauf keine tragende Rolle mehr. Es geht viel eher um die gewaltsame Auseinandersetzung mit der gegnerischen Mannschaft in der sogenannten Dritten Halbzeit. In der Gesellschaft hat das Bild verankert, dass Hooligans aus der sozialen Unterschicht stammen und entweder keinen Schulabschluss haben, oder arbeitslos sind. Jedoch ist diese Annahme laut Prof. Dr. Pilz falsch. "Hooligans rekrutieren sich aus allen Sozialschichten, unter ihnen befinden sich auch Abiturienten, Studenten, Akademiker, Menschen in guten beruflichen Positionen".[35] Im Hinblick auf die Gewaltbereitschaft der Gruppen und ihres aggressiven Verhaltens werden Sie der Kategorie c, laut ZIS zugeordnet.[36]

4.5 Ultra - Für die Traditionen im Fußball

In den 1960er Jahren entstanden die ersten Ultragruppierungen in Italien[37]. Sie demonstrierten in den Fußballstadien gegen die soziale Ungleichheit in der Gesellschaft Italiens[38]. Die Herkunft des Begriffs kann laut Marcus Sommerey nicht eindeutig geklärt werden. Wahrscheinlich ist es aber auf die Bezeichnung eines Reporters zurückzuführen, der das Verhalten der Fans des AC Torino als "extrem" italienisch "Ultra" bezeichnete[39]. In den Protestbewegungen fanden auch die Rauchkörper und bengalischen Feuer den Weg in die Fußballstadien und damit auch in den Profifußball.[40] Für Markus Verma sind die Ultras eine "Jugendbewegung".[41] Sie Stehen für Tradition und gegen die Kommerzialisierung des Profifußballs. Des Weiteren ist hinzuzufügen, dass sie mit ihren Choreographien nicht nur für das Stimmungsbild im nationalen wie internationalen Profifußball sorgen, sondern auch die Interessen der Fans vertreten.

5. Auslöser der Gewalt im Profifußball

5.1 Geographische Aspekte

Im nationalen wie internationalen Profifußball tragen geographische Aspekte eine bedeutende Rolle zur Gewalt bei. In den sogenannten Derbys spielen rivalisierende Vereine, um die Welt finden. In der Fußballbundesliga ist für den Großteil der Zuschauer das Revierderby zwischen Borussia Dortmund gegen den 1. FC Schalke das "Highlight" der Saison. Im internationalen Profifußball lassen sich noch viele weitere Derbys finden Z.B. in England das North London Derby zwischen Arsenal und Tottenham oder das argentinische Superclasico zwischen Boca Juniors und River Plate. Die Rivalität zwischen den Vereinen, Fans und Zuschauern ist ein Grund für höhere Emotionen und aggressiveres Verhalten, als bei herkömmlichen Fußballpartien. Der "Hass" der Fans hat bei jedem Derby eine unterschiedliche Herkunft und wird verbal sowie physisch ausgetragen. Da viele Gruppierungen das Erbeuten von Fanartikel, als Provokation bei Derbys nutzen, kommt es zusätzlich zu einem erhöhten Sicherheitsrisiko. Im Hinblick dieser Problematik stellen solche Spiele eine besondere Herausforderung für die Vereine und Sicherheitskräfte dar.

5.1.1 Beispiele der Gewalt bei Derbys im Profifußball

In der argentinischen Primera Division findet das Derby zwischen River Plate und Boca Juniors statt. Es ist berüchtigt für die Gewalt zwischen beiden Fanlagern. 1994 gewann River Plate das Spiel 2:0. Um sich für die Niederlage zu Rächen sollen Fans von Boca Juniors einen Mord in Auftrag gegeben haben und kurze Zeit später waren 2 River Plate Fans tot.[42]

Im Februar 2017 gab es einen weiteren Toten aufgrund eines Derbys zu beklagen. In Rio de Janeiro fand die Partie Botafogo gegen Flamengo statt, als Diego Silva dos Santos, Fan von Botafogo durch Schüsse am Nordtor des Stadions erschossen wurde.[43]

Gewaltsame Ausschreitungen finden wir natürlich auch im europäischen Fußball, die oftmals verletzte Zuschauer und Fans zur Folge haben. Ein Beispiel dafür ist das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und FC Schalke 04, wo es häufig zur gewaltsamen Aufeinandertreffen der Rivalen kommt.

Die Oben genannten Fälle sind tragische Beispiele für die Gewalt bei Derbys im Profifußball. Sie zeigen jedoch auch das Fans bei dieser Art von Spielen keine Grenze mehr kennen.

5.2 Die Gewaltproblematik der Ultras

Christoph Ruf beschreibt in seinem Buch "Kurven Rebellen" die Gewaltkultur der Ultras. Er beschreibt, dass sich viele Ultragruppierungen nicht auf die Gewaltfrage reduzieren lassen.[44] Allerdings betont er auch, dass es tatsächlich eine Vielzahl von Gruppen gibt die sich vom Hooliganismus kaum unterscheiden lassen.[45]

Ob Vandalismus im gegnerischen Stadion oder gewaltsame Ausschreitungen gegen die Polizei, Ultragruppierungen zeigen eine Vielzahl von Facetten der Gewalt im Profifußball. Ich möchte zunächst erläutern, warum die Polizei das Feindbild der Ultras sind und wieso es häufig zu gewaltsamen Aufeinandertreffen kommt.

Ruf schreibt dazu in seinem Buch, dass das klare Feindbild (Polizei) den Zusammenhalt der Ultragruppe nach Innen stärkt.[46] Einen weiteren Ansatz sieht Christoph Ruf darin das Ultras nach Außen gerne das Bild der Outlaws (gesetzlose Personen) repräsentieren. Dieses ist für sie zudem ein wichtiger Bestandteil der Eigen-PR und Selbstinzenierung[47].

Doch nicht nur diese Gründe sind für das gestörte Verhältnis zwischen den verfeindeten Lagern verantwortlich. Häufig beklagen sich Ultras über gewaltsame Übergriffe der Polizei.

[...]


[1] Vgl. Dfb.de, (28.04.2017)

[2] 7 Vgl. Paradisi.de, (28.04.2017)

[3] Vgl. Duden.de, (28.04.2017)

[4] Vgl. Wörterbuchinfo, (28.04.2017)

[5] Vgl Spekturm.de, (28.04.2017)

[6] Vgl. ebd.

[7] Vgl. ebd.

[8] Vgl. Kreiszeitung.de, (28.04.2017)

[9] Vgl. Zdf.de, (29.04.2017)

[10] Vgl. ebd.

[11] Vgl. P01ipedia.de, (29.04.2017)

[12] Vgl. ebd.

[13] Vgl. Schabelon/Kreienbrink, (29.04.2017)

[14] Vgl. Zick. (29.04.2017)

[15] Vgl ebd.

[16] Vgl. Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze, (29.04.2017, s.ll.)

[17] ZIS Jahresbericht Fußball Saison 2015/2016, (2016, s.ll.) zit. nachpolizei.nrw.de (29.04.2017)

[18] ZIS Jahresbericht Fußball Saison 2015/2016, (2016, S.12.) zit. nach pohzei.nrw.de (29.04.2017)

[19] Vgl. ebd.

[20] Vgl. ebd.

[21] Vgl. Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze, (29.04.2017, S.13.)

[22] ZIS Jahresbericht Fußball Saison 2015/2016, (2016, s.13.) zit. nachpohzei.nrw.de (29.04.2017)

[23] Vgl. Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze, (29.04.2017, s.13.))

[24] Vgl. Pilz, (30.04.2017, S.3.)

[25] Vgl ebd.

[26] Vgl. ebd.

[27] Vgl. planet-wissen.de, (30.04.2017)

[28] Vgl. Pilz, (30.04.2017)

[29] Vgl ebd.

[30] Pilz, Gunter A.: Kuttenfans / Der Verein als (über-) Lebensinhalt, (2006), zit. nachbpb.de (30.04.2017)

[31] Vgl. swp.de, (30.04.2017)

[32] Vgl. Farin, (30.04.2017)

[33] Vgl Duden.de, (30.04.2017)

[34] Vgl. Farin, (30.04.2017)

[35] Pilz, Gunter A.: Massenemotionen in der Sportarena-beherrschbare Sicherheitsrisiken?, (2006, S.5.) zit. nach sportwiss.uni-hannover.de (30.04.2017)

[36] Vgl. swp.de, (30.04.2017)

[37] Vgl. Sommerey: Ultras im Abseits S.25.

[38] Vgl. Sommerey: Ultras im Abseits s.25.

[39] Vgl. Sommerey: Ultras im Abseits S.26.

[40] Vgl. Sommerey: Ultras im Abseits s.26.

[41] Verma, M: Ultras im Abseits (2012, S.38.)

[42] Vgl. Derbys.org, (02.05.2017)

[43] Vgl Rp-online.de (02.05.2017)

[44] Vgl. Ruf, Kurvenrebellen S.42

[45] Vgl ebd.

[46] Vgl. Ruf, Kurvenrebellen S.55

[47] Vgl. ebd.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Gewaltbereitschaft von Fans im Profifußball
Untertitel
Erklärungsversuche und Sicherheitsmaßnahmen
Hochschule
Hochschule Wismar
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
26
Katalognummer
V426883
ISBN (eBook)
9783668712393
ISBN (Buch)
9783668712409
Dateigröße
852 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sport, Gewalt, Gewalt im Proftfußball, Sport und Gewalt, Amateurfußball, Hooligans, Kuttenfans, Ultras, Ultras im Fußball, Gewalttäter Sport, Fußballfans, Erklärungsversuche für Gewalt im Fußball, Frustrations-Aggressions-Theorie, Kategorie A, Kategorie B, Kategorie C, Derbys, Gewaltproblematik, Gewaltproblematik bei Derbys, Dortmund, RB Leizig, Gewaltexzesse im Stadion, Katastrophe vom Heysel-Stadion, Hooligans im heutigen Profifußball, Polizeiliche Maßnahmen, Sicherheitsmaßnahmen der Vereine und des DFB, DFB, vereine, Sicherheitsvoraussetzungen für Vereine bei internationalen Wettbewerben, FIFA Reglement für Stadionsicherheit, UEFA Sicherheitsreglement, FIFA, UEFA, Beispiele gewaltsamer Ausschreitungen, Beispiele, B und C, Einteilung und Entstehung der Fanszenen, Fanszene, Weitere Erklärungsansätze, Die Unterscheidung zwischen Amateur-/ und Profifußball
Arbeit zitieren
Dustin Albrecht (Autor), 2017, Gewaltbereitschaft von Fans im Profifußball, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/426883

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Gewaltbereitschaft von Fans im Profifußball


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden