Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Gewaltproblematik im nationalen wie internationalen Profifußball.
Eingangs lege ich den Unterschied zwischen Amateur-/ und Profifußball dar. Daraufhin geht es im Kern um Theorien für die Gewaltbereitschaft von Fußballfans. Zuerst erläutere ich die Frustrations-Aggressionstheorie. Im weiteren Verlauf zeige ich Ihnen zusätzliche Erklärungsversuche auf. Als Nächstes gehe ich auf die verschiedenen Gruppierungen im Fußball und ihre Unterteilung ein. Mittelpunkt bildet die Einteilung der Fans laut Zentraler Informationsstelle Sport (ZIS) sowie die Beschreibung vom Kuttenfan bis zum Hooligan.
Zentral ist danach die Gewalt im nationalen wie internationalen Profifußball. Erst gehe ich auf die Problematik der sogenannten Derbys ein. Was sind Derbys? Ist die Gewaltbereitschaft der Fans höher als bei gewöhnlichen Spielen? Danach steht die Rolle der Ultras im Vordergrund. Welche Ziele verfolgt die Fangruppe und wie stehen sie zur Gewalt. Als letztes stehen die Hooligans im Vordergrund. Zu Beginn schildert die Katastrophe vom Heysel-Stadion das Ausmaß an Gewalt, welches Hooligans in die Stadien des Fußballs bringen können. Im zweiten Teil geht es dann um die Fragestellung, ob die Gruppierung überhaupt noch eine Rolle im heutigen Fußball spielen oder an Bedeutung verloren haben.
Abschließend stehen die präventiven Sicherheitsmaßnahmen im deutschen Profifußball im Fokus. Einleitend erläutere ich die Datei Gewalttäter Sport. Anschließend folgen die Sicherheitsmaßnahmen von Polizei, Vereine und des Deutschen Fußball Bundes (DFB). Da die Hausarbeit auch den internationalen Fußball umfasst, werden im nächsten Schritt, die Sicherheitsvoraussetzungen für die Vereine bei internationalen Wettbewerben dargestellt.
Fußball zählt zu den beliebtesten Sportarten weltweit. Er lockt Millionen von Fans und Zuschauer in die Stadien der Welt. Laut Statistik des deutschen Fußballbundes sahen in der Saison 2015/2016 knapp 13 Millionen Zuschauer Begegnungen der 1. Fußball Bundesliga.1 Zu dem Live-Erlebnis wird der Fußball zusätzlich durch die unterschiedlichsten Medien konsumiert. Leider stellt man vermehrt fest, dass Fans und Zuschauer nicht nur friedliche und euphorisierende Stimmung zusehen bekommen, sondern auch das Bild gewalttätiger Ausschreitungen und Krawallen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Unterscheidung zwischen Amateur-/ und Profifußball
3. Erklärungsversuche zur Gewaltbereitschaft von Fußballfans
3.1 Frustrations-Aggressions-Theorie
3.2 Weitere Erklärungsansätze
4. Einteilung und Entstehung der Fanszenen
4.1 Kategorie A, B und C
4.2 Konsumorientierte Fans - Das Erlebnis im Vordergrund
4.3 Kuttenfans - Der Verein als Lebensmittelpunkt
4.4 Hooligans - Die Suche nach dem "Kick"
4.5 Ultras - Für die Traditionen im Fußball
5. Gewalt im nationalen und internationalen Profifußball
5.1 Die Gewaltproblematik bei Derbys
5.1.1 Beispiele gewaltsamer Ausschreitungen
5.2 Die Gewaltbereitschaft der Ultras im Profifußball
5.2.1 Der Fall "Borussia Dortmund gegen Red Bull Leipzig"
5.3 Hooligans und der Fußball als Austragungsort ihrer Gewaltexzesse
5.3.1 Katastrophe vom Heysel-Stadion
5.3.2 Hooligans im heutigen Profifußball
6. Präventive Sicherheitsmaßnahmen im deutschen Profifußball
6.1 Die Datei "Gewalttäter Sport"
6.2 Polizeiliche Maßnahmen
6.3 Sicherheitsmaßnahmen der Vereine und des DFB
7. Sicherheitsvoraussetzungen für Vereine bei internationalen Wettbewerben
7.1 FIFA Reglement für Stadionsicherheit
7.2 UEFA Sicherheitsreglement
8. Zusammenfassung und Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die vielschichtigen Ursachen und Erscheinungsformen von Gewalt im nationalen sowie internationalen Profifußball und analysiert die Wirksamkeit präventiver Sicherheitsmaßnahmen. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Fangruppierungen zur Gewaltproblematik beitragen und welche Rolle staatliche sowie vereinsinterne Strategien bei der Eindämmung dieser Gewalt spielen.
- Theoretische Ursachen der Gewaltbereitschaft (z. B. Frustrations-Aggressions-Theorie)
- Klassifizierung von Fanszenen (Kuttenfans, Ultras, Hooligans)
- Gewaltphänomene bei Derbys und in der internationalen Ultraszene
- Historische und aktuelle Gewalt durch Hooligans
- Präventive Maßnahmen (Datei "Gewalttäter Sport", Stadionverbote, Polizeieinsätze)
- Regelwerke für Sicherheit bei internationalen Wettbewerben (FIFA/UEFA)
Auszug aus dem Buch
5.3.2 Hooligans im heutigen Profifußball
Wie in Kapitel 3.4 beschrieben, hatte der Fußball in den 80er Jahren mit einer enormen Hooligan Problematik zu kämpfen. Im heutigen Profifußball haben viele Maßnahmen und Veränderungen zu einem starken Rückgang der sogenannten Hools geführt. Zum Einen sind die modernen Stadien der Profiligen und zum Anderen ausgeklügelte Sicherheitsmaßnahmen von Polizei und Vereinen laut Prof. Dr. Pilz Grund dafür, dass die Hooligans ihre Schlägereien in abgelegenere Bereiche verlagern. Aus eigener Erfahrung kann ich die Aussage bestätigen. Heutzutage finden die Kämpfe meist in Wäldern, auf Ackern oder Parkplätzen, weit weg von Personen und Polizei statt. In der Regel läuft ein Aufeinandertreffen nach folgendem Schema ab. Die Hooligangruppen verabreden sich per Telefon oder Internet, Wochen im Voraus für ihre Kämpfe. Am Tag der Schlägerei fährt die Gruppe mit der verabredeten Personenanzahl zum Treffpunkt. Dieser Treffpunkt ist aber meist nicht der Austragungsort des Kampfes, sondern meist nur ein Zwischenziel. Von da aus eskortieren die Gastgeber die Gegner zur Auseinandersetzung. In den fern ablegenden Austragungsorten können die Kämpfe dann ohne Probleme stattfinden. Der Profifußball hat aber nicht nur aufgrund der erhöhten Sicherheitsmaßnahmen an Wert für die Hools verloren, sondern hat sich auch die Fanszene selber stark geändert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Gewaltproblematik des Profifußballs ein und umreißt die Struktur sowie die zentrale Fragestellung der vorliegenden Hausarbeit.
2. Die Unterscheidung zwischen Amateur-/ und Profifußball: Das Kapitel definiert die wesentlichen Differenzen zwischen Amateur- und Profifußball basierend auf Ligazugehörigkeit, Erwerbscharakter und Vereinsinfrastruktur.
3. Erklärungsversuche zur Gewaltbereitschaft von Fußballfans: Hier werden theoretische Ansätze, insbesondere die Frustrations-Aggressions-Theorie, sowie gesellschaftliche Faktoren zur Erklärung von Gewaltbereitschaft unter Fußballfans beleuchtet.
4. Einteilung und Entstehung der Fanszenen: Es erfolgt eine detaillierte Differenzierung der Fangruppierungen in Kategorien sowie eine Beschreibung der verschiedenen Fan-Typologien von Konsumenten bis zu Hooligans.
5. Gewalt im nationalen und internationalen Profifußball: Dieses Kapitel analysiert konkrete Auslöser von Gewalt, wie Derbys, die Kultur der Ultras und das Handeln von Hooligans, anhand von Fallbeispielen.
6. Präventive Sicherheitsmaßnahmen im deutschen Profifußball: Der Fokus liegt auf konkreten Instrumenten wie der Datei "Gewalttäter Sport" sowie polizeilichen und vereinsinternen Maßnahmen zur Gewaltprävention.
7. Sicherheitsvoraussetzungen für Vereine bei internationalen Wettbewerben: Das Kapitel erläutert die spezifischen Richtlinien und Sicherheitsreglements von FIFA und UEFA für den internationalen Spielbetrieb.
8. Zusammenfassung und Resümee: Den Abschluss bildet eine kritische Zusammenfassung der Ergebnisse und eine Einschätzung der zukünftigen Entwicklung der Gewaltproblematik im Fußball.
Schlüsselwörter
Fußball, Gewalt, Profifußball, Hooligans, Ultras, Prävention, Sicherheitsmaßnahmen, Stadionverbot, Derbys, Polizei, DFB, FIFA, UEFA, Fanlager, Gewaltbereitschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Gewaltproblematik im nationalen und internationalen Profifußball sowie mit den Ursachen und den Maßnahmen zur ihrer Eindämmung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Einteilung von Fangruppen, theoretische Erklärungsmodelle für Fan-Gewalt sowie die Sicherheitsstrategien von Verbänden und Vereinen.
Was ist die primäre Zielsetzung der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Ursachen gewaltsamer Ausschreitungen in Stadien zu identifizieren und die Effektivität verschiedener Sicherheitsmaßnahmen zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie die Auswertung von Berichten und Statistiken, um die Gewaltproblematik und die verschiedenen Fankulturen wissenschaftlich zu fundieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der verschiedenen Fangruppierungen, eine Untersuchung spezifischer Gewaltphänomene wie Derbys und eine detaillierte Darstellung von Sicherheitsmaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Gewalt, Profifußball, Ultras, Hooligans, Sicherheitsmaßnahmen, Stadionverbote, Prävention und Fankultur.
Was ist das zentrale Merkmal der "konsumorientierten Fans" laut dieser Arbeit?
Dieses Fan-Segment zeichnet sich durch die Suche nach einem Erlebnis im Stadion aus, wobei von diesen Fans laut der Untersuchung kein erhöhtes Sicherheitsrisiko ausgeht.
Warum haben Hooligans laut dieser Arbeit im Profifußball an Bedeutung verloren?
Hooligans verlagern ihre gewaltsamen Auseinandersetzungen aufgrund von verstärkten Sicherheitsmaßnahmen in moderne Stadien zunehmend in abgelegene Bereiche, wie Wälder oder Parkplätze.
- Citar trabajo
- Dustin Albrecht (Autor), 2017, Gewaltbereitschaft von Fans im Profifußball, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/426883