Hierbei handelt es sich um einen vollständigen Entwurf für die 2. Staatsexamensprüfung. Es werden die Lehr-/Lernbedingungen analysiert, die didaktischen Überlegungen sind ausführlich beschrieben und der didaktische Schwerpunkt wird beschrieben. Methodische Überlegungen werden aufgeführt und der Stundenverlauf ist tabellarisch dargestellt. Die Examensstunde wurde mit 1 bewertet, auch wenn sie über das eigentliche Stundenende hinausging, weil die SchülerInnen schneller arbeiteten als eingeschätzt.
Inhaltsverzeichnis
1 Analyse der Lehr- und Lernbedingungen
1.1 Organisatorische Bedingungen
1.2 Analyse der Lerngruppe
1.3 Überblick über den Lernstand
2 Didaktische Überlegungen
2.1 Überlegungen zur Unterrichtseinheit
2.2 Überlegungen zur Unterrichtsstunde
2.3 Didaktischer Schwerpunkt
3 Methodische Überlegungen
4 Tabellarische Übersicht
5 Literatur-/Quellenangabe
6 Anhang
6.1 Sitzplan
6.2 Arbeitsmaterialien
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Prüfungslehrprobe hat zum Ziel, den Schülerinnen und Schülern der gymnasialen Oberstufe ein tieferes Verständnis für enzymatische Hemmmechanismen zu vermitteln. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie der Wirkstoff Orlistat HEXAL® in die biochemische Fettverdauung eingreift, wobei das forschend-entwickelnde Unterrichtskonzept genutzt wird, um wissenschaftspropädeutische Kompetenzen zu fördern.
- Struktur und Funktion von Proteinen und Enzymen
- Biochemischer Mechanismus der Enzymhemmung
- Methodik der experimentellen Erkenntnisgewinnung
- Einfluss von Medikamenten auf den Stoffwechsel
- Förderung der Bewertungskompetenz durch Alltagsbezüge
Auszug aus dem Buch
1.2 Analyse der Lerngruppe
Der Kurs ist aufgeschlossen und freundlich, sodass eine angenehme Lernatmosphäre herrscht. Dies äußert sich in einem respektvollen Umgang untereinander und mir gegenüber und zeigt sich auch in der gegenseitigen Hilfsbereitschaft, z. B. in Gruppenarbeitsphasen. Die Schülerinnen und Schüler sind nach meiner Einschätzung am Fach Biologie interessiert. Der Großteil der Lerngruppe beteiligt sich rege am Unterricht, während wenige sich nur selten beteiligen. Die mündliche Mitarbeit solcher Schülerinnen und Schüler lässt sich nach meinen Beobachtungen durch Fragestellungen, die den eigenen Körper betreffen sowie im Allgemeinen Themen mit Alltagsbezug verbessern. Die Schülerinnen und Schüler konnten stärker motiviert werden, was sich positiv auf die Beteiligung im Unterricht auswirkte.
Die Lerngruppe ist mit dem forschend-entwickelnden Unterrichtskonzept vertraut, da es schon einige Male angewendet wurde (bspw.: Erweiterung des Modells zur Biomembran um Kanal- bzw. Transportproteine, Erarbeitung der Osmose). Dennoch muss der Ablauf des Verfahrens noch geübt werden, da einigen Lernenden die Analyse komplexer Sachverhalte und das Erkennen von Zusammenhängen schwer fällt.
Einige Schülerinnen und Schüler können naturwissenschaftliche Zusammenhänge erkennen und diese auch unter Verwendung der Fachsprache erklären und deuten. Zu ihnen zählen W1, W2, W3, W5, M1, M4, und M11. Diese Gruppe bearbeitet Arbeitsaufträge selbstständig und benötigt selten Hilfestellungen. W2, M1 und M4 verfügen zudem über gutes bis sehr gutes chemisches Vorwissen, was ihnen die Erarbeitung des Biomembranaufbaus oder auch der Proteinstrukturen erleichterte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Analyse der Lehr- und Lernbedingungen: Darstellung der organisatorischen Rahmenbedingungen, der sozio-emotionalen Struktur der Lerngruppe sowie des bisherigen Lernstands im Fach Biologie.
2 Didaktische Überlegungen: Begründung der Unterrichtseinheit anhand des Lehrplans und Erläuterung der fachdidaktischen Schwerpunkte sowie der angestrebten Lernkompetenzen.
3 Methodische Überlegungen: Beschreibung der methodischen Vorgehensweise, insbesondere der Einbindung problemorientierter Experimente zur Förderung der Erkenntnisgewinnung.
4 Tabellarische Übersicht: Kompakter Zeit- und Ablaufplan der Unterrichtsstunde mit Hinweisen zu Sozialformen und Medieneinsatz.
5 Literatur-/Quellenangabe: Auflistung der verwendeten Fachliteratur, Lehrpläne und Internetressourcen.
6 Anhang: Bereitstellung ergänzender Materialien wie Sitzplan und spezifische Arbeitsblätter für die Lerngruppe.
Schlüsselwörter
Biologie, Oberstufe, Enzymatik, Fettverdauung, Orlistat, Enzymhemmung, Stoffwechsel, Forschend-entwickelnder Unterricht, Wissenschaftspropädeutik, Lipase, Experiment, Modellbildung, Substratspezifität, Gesundheitserziehung, Wirkweise.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit ist ein Entwurf für eine Prüfungslehrprobe im Fach Biologie, die sich mit der Wirkung des Medikaments Orlistat auf die menschliche Fettverdauung befasst.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Enzymatik, die Hemmmechanismen von Proteinen sowie die Anwendung naturwissenschaftlicher Methoden im gymnasialen Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Die Lernenden sollen verstehen, dass enzymatische Reaktionen gehemmt werden können und wie Orlistat als spezifischer Inhibitor die Fettspaltung durch das Enzym Lipase blockiert.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird das forschend-entwickelnde Unterrichtsverfahren angewandt, welches durch Experimente, Hypothesenbildung und Modellbetrachtungen charakterisiert ist.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in didaktische und methodische Überlegungen, die den Einsatz von Videosequenzen, Konzeptbögen und Papiermodellen zur Erarbeitung der Hemmungsprinzipien begründen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Enzymhemmung, Orlistat, Lipase, forschendes Lernen, Fettverdauung und Kompetenzorientierung.
Warum spielt die Sitzordnung für den Lernerfolg eine Rolle?
Die heterogene Leistungsstruktur wird durch einen gezielten Sitzplan genutzt, bei dem leistungsstärkere Schüler ihre Mitschüler in Murmelphasen und Gruppenarbeiten unterstützen.
Welche Rolle spielt die "kompetitive Hemmung" im Unterrichtsverlauf?
Der Begriff wird bewusst erst spät eingeführt, um den Schülern eigenständiges Erarbeiten der logischen Schlussfolgerung zu ermöglichen, dass Inhibitor und Substrat um das aktive Zentrum konkurrieren.
Wie wird das ethische Thema der Gesundheitserziehung integriert?
Durch die Behandlung von Diätmedikamenten wird ein Alltagsbezug zum Schlankheitsideal hergestellt, was eine kritische Auseinandersetzung mit der Medikamenteneinnahme und deren Folgen ermöglicht.
- Arbeit zitieren
- Silja Schlosser (Autor:in), 2016, Struktur und Funktion von Proteinen und Enzymen. Einfluss von "Orlistat" auf die Fettverdauung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/427031