Es werden Interviews von Hermann Nitsch, einer der bekanntesten Vertreter des Wiener Aktionismus, betrachtet und versucht, seine Aussagen nichtig zu machen. Grundsätzlich steht die Frage, wie weit man in der Kunst gehen kann und die Legitimierung des Tötens von Tieren im Vordergrund.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
3. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die ethischen Grenzen der Kunst am Beispiel des Wiener Aktionismus von Hermann Nitsch, wobei insbesondere die Verwendung von Tieren in seinen Performances kritisch beleuchtet wird.
- Ethische und moralische Bewertung von Tiertötungen in der Kunst
- Analyse der Intentionen von Hermann Nitsch und seinem „Orgien-Mysterien-Theater“
- Gegenüberstellung von öffentlicher Empörung und dem industriellen Fleischkonsum
- Diskussion physiozentrischer Ethikansätze im Kontext des künstlerischen Freiraums
- Reflexion über die Wirksamkeit von Provokation als gesellschaftliches Ausdrucksmittel
Auszug aus dem Buch
Wie weit Kunst gehen darf
Wie weit Kunst gehen darf ist eine Frage, die sicher schon häufig gestellt wurde. Es kursieren viele Meinungen über dieses Thema, doch eine endgültige Antwort kann weder ich, noch jemand anderes geben. Diese Frage hat viel mit Ethik und Moral zu tun und kann daher vielseitig interpretiert und ausgelegt werden. Um nicht die volle Komplexität betrachten zu müssen, fokussiere ich mich auf nur einen Künstler: Hermann Nitsch.
Wer sich ein wenig mit dem Wiener Aktionismus auseinandergesetzt hat, ist wahrscheinlich schon einmal über den Namen Hermann Nitsch gestolpert. Mit dem „Orgien-Mysterien-Theater“ oder dem „6-Tage-Spiel“ erreichte Nitsch große Bekannt. Seine Gesamtkunstwerke sollen alle Sinne ansprechen und sind geprägt von tierischem Blut, Organen, Kadavern, (Opfer-)Ritualen, Liturgie, Religionen, Wiedergeburt und so weiter.
Ein Thema für ein Essay zu finden fiel mir nicht ganz so leicht. Wenn man aus einem scheinbar unendlichen Pool von Themen wählen kann, liegt Überforderung nicht weit entfernt. Durch Zufall kam ich jedoch mit einem Kunststudenten ins Gespräch und dieses verlief von allgemeinen Themen bis hin zu extremen Künstlern/Kunstrichtungen, wie zum Beispiel Hermann Nitsch. Bis zu diesem Zeitpunkt war mir nicht bewusst, dass solch eine Kunstrichtung existiert und sogar renommiert wird. Mein Interesse wurde durch Entsetzung und doch einem Hauch von Neugier geweckt. Des Weiteren habe ich mich schon privat viel mit Ethik und Moral über das Töten von Tieren beschäftigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die ethische Fragestellung der künstlerischen Freiheit und die künstlerische Praxis von Hermann Nitsch ein.
2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die Verwendung von tierischen Produkten in den Performances des Wiener Aktionismus und vergleicht diese mit gesellschaftlichen Standards in Bezug auf Tierschutz und Fleischkonsum.
3. Schlussbetrachtung: Das Schlusskapitel resümiert die ethische Zwiegespaltenheit des Autors und entwirft eine utopische Vision für einen gewaltfreien künstlerischen Freiraum.
Schlüsselwörter
Hermann Nitsch, Wiener Aktionismus, Ethik, Kunstfreiheit, Moral, Tierschutz, Orgien-Mysterien-Theater, Provokation, Physiozentrische Ethik, Pathozentrismus, Fleischkonsum, Tieropfer, Gesamtkunstwerk
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die moralischen und ethischen Grenzen künstlerischer Freiheit, insbesondere bei kontroversen Performances, die den Tod von Tieren thematisieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind der Wiener Aktionismus, die Ethik des Fleischkonsums, der Tierschutz und die Frage nach der Legitimität von künstlerischer Provokation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die eigene ethische Position zu reflektieren und zu hinterfragen, ob die drastische Darstellung von Gewalt in der Kunst als Mittel zur gesellschaftlichen Sensibilisierung vertretbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine diskursive, essayistische Analyse, die auf der Auseinandersetzung mit Fachliteratur, Interviews und persönlichen Reflexionen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Werke Nitschs, die moralische Doppelmoral der Gesellschaft beim Fleischkonsum sowie die Diskrepanz zwischen Künstlerintention und öffentlicher Wahrnehmung untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Hermann Nitsch, Tierschutz, ethische Verantwortung, künstlerische Provokation und der Vergleich zwischen öffentlichem Spektakel und versteckter Schlachtung.
Wie begründet Nitsch sein Vorgehen?
Nitsch behauptet, er wolle durch seine Performances auf das verborgene Leid von Tieren in der Schlachthofindustrie aufmerksam machen und Menschen zum Nachdenken anregen.
Warum ist die Sichtweise des Autors auf Nitsch gespalten?
Der Autor schätzt einerseits die künstlerische Freiheit, lehnt aber aus einer physiozentrischen ethischen Überzeugung heraus das Töten von Lebewesen für künstlerische Zwecke ab.
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- Edwin Giebelhaus (Author), 2017, Wie weit darf Kunst gehen? Tiere töten für einen höheren Zweck?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/427225