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Brahms "Zigeunerlieder op. 103". Entstehung, kultureller Hintergrund und Analyse

Title: Brahms "Zigeunerlieder op. 103". Entstehung, kultureller Hintergrund und Analyse

Term Paper , 2016 , 29 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Astrid Wille (Author)

Musicology - Miscellaneous
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Die Schöpfung von Vokalwerken begleitete Johannes Brahms (1833-1897) durch seine gesamte Schaffenszeit: Über einen Zeitraum von 45 Jahren schrieb er weit über 300 Vokalwerke, darunter 204 Sololieder, 20 Duette und 60 Quartette. Als einziger Komponist im späten 19. Jahrhundert sah Brahms im mehrstimmigen Vokalsatz keine untergeordnete Aufgabe, sondern durchaus einen Prüfstein kompositorischen Könnens. Betrachtet man seine Werke, so ist es ein Genre, in dem man ihm spätestens seit Arnold Schönberg (1874-1951) große Meisterschaft zugesteht.

In Brahms letzter, zwölfjähriger Schaffensphase, in der er sich in geistiger Hinsicht von der Welt und damit auch vom Schaffen großer Kompositionen weitgehend abgewandt hatte, entstanden die „Zigeunerlieder“. Die Werke dieser Zeit zeugen eher von einer melancholischen Stimmung,4 umso mehr müssen daher die temperamentvollen, mitten im Leben stehenden Zigeunerlieder in jener Phase herausgestochen sein.

Brahms wählte diesen Titel, obwohl als Vorlage eine Sammlung „Ungarischer Liebeslieder“ gedient hatte. Zwar übte das freie Leben der Zigeuner und „ihre“ Musik auf die von der Romantik geprägte westeuropäische Gesellschaft des 19. Jahrhundert eine gewisse Faszination aus, doch bedurfte Brahms, der sich auf dem Höhepunkt seines Ruhmes befand, sicherlich keiner Namensgebung, welche diese Mode bediente.

Daher soll nun festgestellt werden, ob es sich bei dem Liederzyklus tatsächlich um „Zigeunermusik“, um ungarische Musik oder um Kunstlieder handelt oder inwieweit diese verschiedenen Stile in die Komposition einfließen. Im Folgenden werden dazu die Entstehungsgeschichte der Lieder, Brahms` Verbindung zu Ungarn und die kulturgeschichtlichen Gegebenheiten und musikalischen Entwicklungen des Landes erläutert. Außerdem soll die Vorlage der „Ungarischen Liebeslieder“ mit Brahms´ Liederzyklus im Hinblick auf ihre kompositorische Umsetzung verglichen und schließlich das erste und das achte der Zigeunerlieder op. 103 analysiert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Das Vokalwerk von Johannes Brahms.

2. Die Zigeunerlieder op. 103.

2.1 Entstehung und Publikation der „Zigeunerlieder“.

3. Brahms´ Beziehung zu Ungarn.

4. Musikalische Entwicklungen Ungarns im 19. Jahrhundert.

4.1 Ungarische Musikstile

4.1.1 Das Volkslied neuen Stils

4.1.2 Verbunkos und Csárdás

4.1.3 Das volkstümliche Kunstlied (magyar nóta)

4.2 Zusammenfassung der wichtigsten Stilmerkmale

4.3 Zigeunermusiker und ihre Vortragsweise

4.4 Die Integration der verschiedenen Stile in die westeuropäische Kunstmusik

5. Die Zigeunerlieder op. 103 und die „Ungarischen Liebeslieder“

5.1 Verwandtschaft

5.2 Anlage der Werke

5.3 Form

5.4 Beispiele für die Umsetzung des ungarisch-zigeunerischen Stils

5.5 Schlussfolgerung

6. Analyse der Lieder Nr. 1 und Nr. 8

6.1 Lied Nr. 1: „He, Zigeuner, greife in die Saiten ein“

6.1.1 Textbetrachtung

6.1.2 Musikalische Analyse

6. 2 Lied Nr. 8: “Horch, der Wind klagt in den Zweigen traurig sacht”

6.2.1 Textbetrachtung

6.1.2 Musikalische Analyse

7. Brahms´ Ausdruck ungarisch-zigeunerischer Musik in der Kunstform

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Johannes Brahms' Liederzyklus „Zigeunerlieder“ op. 103 im Hinblick auf dessen Entstehungsgeschichte, den kulturellen Hintergrund sowie die kompositorische Umsetzung ungarisch-zigeunerischer Stilelemente im Vergleich zur ursprünglichen Vorlage. Das Ziel ist festzustellen, inwieweit es sich bei dem Werk um „Zigeunermusik“, ungarische Musik oder ein eigenständiges Kunstlied handelt.

  • Analyse der Einflüsse ungarischer Musikstile auf Brahms.
  • Vergleich zwischen den „Zigeunerliedern“ op. 103 und den „Ungarischen Liebesliedern“.
  • Untersuchung der kompositorischen Integration ungarischer Elemente in die Kunstmusik.
  • Detailanalyse ausgewählter Lieder (Nr. 1 und Nr. 8) zur Verdeutlichung gegensätzlicher Ausdrucksformen.
  • Erörterung der künstlerischen Autonomie von Brahms' Vertonungen.

Auszug aus dem Buch

6.1.2 Musikalische Analyse

Auch musikalisch eröffnet das Lied den Zyklus, denn viele der für den Zyklus charakteristischen Elemente werden hier vorgeführt.65

Das mit „Allegro agitato“ überschriebene Lied in a-Moll besteht aus zwei den Doppelversen entsprechenden Teilen A und B. Beide Teile werden jeweils zunächst durch den Vorsänger (Tenor) vorgetragen und danach vom Chor wiederholt, was den ankündenden Charakter des Liedes weiter unterstützt. Zuletzt greift der Chor noch einmal beide Teile auf:

Das Lied beginnt mit einem zweitaktigen Vorspiel, das im „forte“ einsetzt. Auf zwei Sechzehntel verteilte Klänge werden jeweils von einer Achtelpause getrennt, wobei das Tongeschlecht noch offen gehalten wird.66 Es entsteht der Eindruck des Einspielens verschiedener Instrumente, beispielsweise eines „gordons“ und eines Zymbals oder einer Geige, also den typischen Instrumenten einer Zigeunerkapelle (vgl. Kap. 4.3).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Vokalwerk von Johannes Brahms: Einführung in Brahms' Schaffen als Vokalkomponist und Einordnung der Zigeunerlieder in seine späte Schaffensphase.

2. Die Zigeunerlieder op. 103: Darstellung der Publikationsgeschichte sowie der inhaltlichen Thematik von Liebe, Untreue und Trennung innerhalb des Zyklus.

3. Brahms´ Beziehung zu Ungarn: Überblick über Brahms' persönlichen Kontakt zu ungarischen Musikern und seine wiederholten Konzertreisen nach Ungarn.

4. Musikalische Entwicklungen Ungarns im 19. Jahrhundert: Analyse des kulturellen und gesellschaftlichen Umfelds sowie der verschiedenen Musikstile wie Verbunkos, Csárdás und des volkstümlichen Kunstliedes.

5. Die Zigeunerlieder op. 103 und die „Ungarischen Liebeslieder“: Systematischer Vergleich der von Brahms verwendeten Vorlage mit seiner eigenen Komposition hinsichtlich Form, Struktur und Stil.

6. Analyse der Lieder Nr. 1 und Nr. 8: Detaillierte musikalische und textliche Untersuchung zweier repräsentativer Lieder zur Verdeutlichung der kompositorischen Gegensätze.

7. Brahms´ Ausdruck ungarisch-zigeunerischer Musik in der Kunstform: Zusammenfassende Bewertung der Erhöhung volkstümlicher Elemente zur künstlerisch eigenständigen Form.

Schlüsselwörter

Johannes Brahms, Zigeunerlieder, op. 103, Ungarische Liebeslieder, ungarische Musik, Verbunkos, Csárdás, magyar nóta, style hongrois, Zigeunermusik, Kunstlied, Kompositionsanalyse, Volkslied, Musikgeschichte 19. Jahrhundert, musikalische Stilelemente.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Wesentlichen?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung, dem Hintergrund und der musikalischen Analyse der „Zigeunerlieder“ op. 103 von Johannes Brahms.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind der Einfluss ungarischer Musiktraditionen, die Rolle der Zigeunermusiker im 19. Jahrhundert und die Verarbeitung dieser Einflüsse durch Brahms.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu analysieren, wie Brahms ungarische Volksmusikvorlagen in eine komplexe, europäische Kunstmusikform transformiert hat.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine musikwissenschaftliche Analyse angewandt, die neben dem historischen Vergleich der Vorlagen eine detaillierte formale und harmonische Untersuchung der Notentexte umfasst.

Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?

Neben den historischen Hintergründen (Ungarn im 19. Jahrhundert) stehen der Vergleich mit den „Ungarischen Liebesliedern“ sowie eine konkrete Analyse der Lieder Nr. 1 und Nr. 8 im Fokus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wesentliche Begriffe sind Brahms, Zigeunerlieder, ungarische Musik, Kunstlied, Verbunkos, Csárdás und style hongrois.

Inwiefern unterscheiden sich die „Zigeunerlieder“ von den „Ungarischen Liebesliedern“?

Während die Vorlage eine lose Sammlung einstimmiger Lieder ist, gestaltet Brahms die Vertonungen als komplexen, zyklischen Kunstliedentwurf mit aufwendigerer Harmonik und Struktur.

Welche Bedeutung kommt dem Lied Nr. 1 und Lied Nr. 8 innerhalb der Analyse zu?

Diese beiden Lieder dienen als Kontrastbeispiele, um die Spannweite der kompositorischen Technik von Brahms – vom temperamentvollen, direkten Zugriff bis hin zur hochgradigen künstlerischen Verfremdung – aufzuzeigen.

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Details

Title
Brahms "Zigeunerlieder op. 103". Entstehung, kultureller Hintergrund und Analyse
College
University of Würzburg
Grade
1,0
Author
Astrid Wille (Author)
Publication Year
2016
Pages
29
Catalog Number
V427245
ISBN (eBook)
9783668713314
ISBN (Book)
9783668713321
Language
German
Tags
Brahms´ Zigeunerlieder und die ungarischen/zigeunerischen Kultur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Astrid Wille (Author), 2016, Brahms "Zigeunerlieder op. 103". Entstehung, kultureller Hintergrund und Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/427245
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