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Die Rolle des Glaubens im Prozess des Wissenserwerbs bei Augustinus

Title: Die Rolle des Glaubens im Prozess des Wissenserwerbs bei Augustinus

Term Paper (Advanced seminar) , 2017 , 14 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katharina Gerhardt (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Bei Augustinus ist Glauben keinesfalls ein Gegensatz zum Wissen, sondern spielt eine fundamentale Rolle im Wissenserwerb.
Um dies näher zu verdeutlichen werde ich zunächst einmal Augustinus' positivere Auffassung der Erkenntnismöglichkeit gegenüber der des akademischen Skeptizismus ganz kurz andeuten, um dann dazu überzugehen Augustinus' Position herauszuarbeiten. Zunächst werde ich mich damit befassen, "fides ficta" und "fides non ficta" zu definieren beziehungsweise, inwiefern der Glaube schon ein Wissen enthält. Es muss also generell untersucht werden, was Augustinus mit Glaube meint und inwiefern es auch Differenzen von Glaubwürdigkeit im Glauben gibt, um dann in einem letzten Schritt das Verhältnis von Glaube und Wissen noch einmal generell zu betrachten und zu analysieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Augustinus Auseinandersetzung mit dem Skeptizismus

2.2 Der Glaube und seine Abstufungen– Die Unterscheidung von fides ficta und fides non ficta in De Trinitate

2.2.1 Sinnlich Wahrnehmbares

2.2.2 Geistige Wirklichkeiten

2.3 Das Verhältnis von Glaube und Wissen

3.Schluss

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Glauben und Wissen in Augustinus' Werk De Trinitate und analysiert die fundamentale Rolle, die der Glaube im menschlichen Erkenntnisprozess einnimmt. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit der Glaube nicht als Gegensatz, sondern als notwendige Voraussetzung für den Wissenserwerb zu verstehen ist.

  • Die Abgrenzung Augustinus' gegenüber dem akademischen Skeptizismus.
  • Die Differenzierung zwischen fides ficta (eingebildetem Glauben) und fides non ficta (wahrem, auf Vorwissen basierendem Glauben).
  • Die Notwendigkeit eines Vorwissens beim Glauben an sinnlich Wahrnehmbares und geistige Wirklichkeiten.
  • Die Funktion der Autorität und des Vernunftaktes innerhalb der Glaubensstruktur.
  • Die wechselseitige Ergänzung von Glaube und Wissen auf dem Weg zur Erkenntnis.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Sinnlich Wahrnehmbares

Zunächst untersucht Augustinus also den Glaube an sinnlich Wahrnehmbares, wobei er anmerkt, dass wir uns von diesem immer eine bestimmte Vorstellung bilden, auch wenn wir nur davon gehört haben, aber es nie selbst gesehen haben. Allerdings malt sich jeder das konkrete Aussehen zum Beispiel einer Person, anders aus, deshalb kann nie mit Sicherheit gesagt werden welche Vorstellung der Wirklichkeit näher ist. Augustin meint hier schon Vergangenes, nicht Gegenwärtiges. Dies ist uns nur durch Erzählungen anderer oder Berichte aus dieser Zeit zugänglich und deshalb können wir dies nur glauben, nicht aber wissen. Das individuelle Aussehen (bzw. unsere Vorstellung davon) von Personen aus der Vergangenheit oder auch von Orten, die wir nie besucht haben, können wir also nicht als wahr identifizieren (17/19). Wenn wir uns also einen bestimmten Menschen aus der Vergangenheit vorstellen, dann stellen wir uns diesen Menschen immer in einem Körper, also in einer bestimmten Form vor, dazu stellen wir uns aber auch immer noch genau vor, wie dieser Mensch wirklich ausgesehen haben könnte, wir fügen also dem Vorstellungsbild immer noch etwas hinzu, was wir eigentlich nicht wissen können.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Die Einleitung führt in die zentrale These ein, dass der Glaube bei Augustinus eine fundamentale Rolle im Wissenserwerb spielt und keinesfalls einen Gegensatz zur Vernunft darstellt.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert Augustinus' Erkenntnistheorie, indem er seine Auseinandersetzung mit dem Skeptizismus, die verschiedenen Abstufungen des Glaubens und die notwendige Wissensgrundlage für den Glaubensakt untersucht.

2.1 Augustinus Auseinandersetzung mit dem Skeptizismus: Dieses Kapitel arbeitet heraus, dass Augustinus den radikalen Skeptizismus ablehnt, da schon das Urteilen und Glauben ein gewisses Vorwissen voraussetzen.

2.2 Der Glaube und seine Abstufungen– Die Unterscheidung von fides ficta und fides non ficta in De Trinitate: Hier wird die wichtige Unterscheidung zwischen einem eingebildeten Glauben ohne Wissensbasis und einem wahren Glauben, der auf einem begrifflichen Vorwissen gründet, erläutert.

2.2.1 Sinnlich Wahrnehmbares: Dieses Unterkapitel verdeutlicht am Beispiel der Vorstellung von Dingen oder Personen aus der Vergangenheit, wie unser Glaube durch Vorstellungsbilder und allgemeine Gattungsbegriffe geprägt ist.

2.2.2 Geistige Wirklichkeiten: Der Fokus liegt hier auf dem Wissen um nicht-sinnliche, intelligible Dinge wie Gerechtigkeit, die dem menschlichen Geist durch Selbsterkenntnis unmittelbar gegenwärtig sind.

2.3 Das Verhältnis von Glaube und Wissen: Das Kapitel schließt die Analyse ab, indem es Glaube und Wissen als eine thematische Wechselbeziehung darstellt, in der der Glaube die Suche nach der Wahrheit einleitet und durch Vernunftakte legitimiert wird.

3.Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass der Glaube eine notwendige Vorstufe zum Wissen ist, da wir ohne das Für-wahr-halten von Voraussetzungen gar nicht erst mit dem Prozess der Erkenntnis beginnen könnten.

Schlüsselwörter

Augustinus, Glaube, Wissen, Erkenntnistheorie, De Trinitate, Skeptizismus, Fides, Ratio, Vorwissen, Sinnliche Wahrnehmung, Geistige Wirklichkeiten, Vernunft, Autorität, Gattungsbegriffe, Wissenserwerb

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die erkenntnistheoretischen Ausführungen Augustinus' in seinem Werk De Trinitate, speziell im Hinblick auf die Frage, wie Glaube und Wissen zusammenhängen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentral sind die Abgrenzung zum Skeptizismus, die Definition von wahrem Glauben (fides non ficta) im Gegensatz zu eingebildetem Glauben und die Rolle der Vernunft bei der Wissensbildung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu zeigen, dass für Augustinus der Glaube keine Einschränkung, sondern eine notwendige Bedingung für den menschlichen Erkenntnisprozess darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin führt eine textnahe philosophische Analyse der Primärquelle De Trinitate durch, ergänzt durch die Heranziehung relevanter Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine skeptismuskritische Einordnung, eine detaillierte Differenzierung der Glaubensformen (sinnlich vs. geistig) und die Erörterung des Verhältnisses von Glaube zu Vernunft und Autorität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Fides, Ratio, Vorwissen, Erkenntnistheorie und die augustinische Unterscheidung von Glaubensinhalten charakterisieren.

Wie unterscheidet Augustinus zwischen dem Glauben an sinnlich Wahrnehmbares und geistige Wirklichkeiten?

Bei sinnlich Wahrnehmbarem stützt sich der Glaube auf Vorstellungsbilder, die auf Erfahrung basieren, während geistige Wirklichkeiten durch die unmittelbare Selbsterkenntnis des Geistes wahrgenommen werden.

Welche Funktion hat die Autorität bei Augustinus in diesem Kontext?

Die Autorität dient als glaubwürdige Instanz, der man bei Dingen vertraut, die man selbst noch nicht durch Einsicht als wahr erkannt hat, was den Wissenserwerb bei zeitlich oder räumlich Abwesendem ermöglicht.

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Details

Title
Die Rolle des Glaubens im Prozess des Wissenserwerbs bei Augustinus
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
1,0
Author
Katharina Gerhardt (Author)
Publication Year
2017
Pages
14
Catalog Number
V427436
ISBN (eBook)
9783668714557
ISBN (Book)
9783668714564
Language
German
Tags
rolle glaubens prozess wissenserwerbs augustinus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Gerhardt (Author), 2017, Die Rolle des Glaubens im Prozess des Wissenserwerbs bei Augustinus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/427436
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