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Johann Wolfgang von Goethe "Torquato Tasso "

Title: Johann Wolfgang von Goethe "Torquato Tasso "

Essay , 2001 , 7 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Venera Reiser (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Schon in seiner Kindheit, (schreibt er in „Dichtung und Wahrheit“) hat Goethe die Biographie Tassos gelesen. Er begann 1780 mit der Arbeit an dem Stück. Die erste Fassung schrieb er zunächst in Prosa und unterbrach das Schreiben 1781 wieder. Den Antrieb, das Stück weiterzuschreiben, erhielt er zwischen 1786 und 1788 auf seiner ersten Italienreise, die ihm das unvollendete Werk wieder nahebrachte. Ende Juli 1789 stellte er schließlich die Endfassung in Blankversen (fünffüßige Jamben) fertig und 1790 erschien das Buch erstmals. “Torquato Tasso“ wird als eines seiner tiefgehenden Dramen bezeichnet, ist aber auch durch die Umarbeitungen eines seiner Zwiespältigen.

Zweifellos verarbeitete Goethe im Tasso seine eigenen Erfahrungen am Weimarer Hof. Und ebenfalls nach dem Bericht Eckermanns sagte Goethe auf die Frage, >>welche Idee<< er darin zur Anschauung zu bringen gesucht habe:
„Idee?[...] dass ich nicht wüsste! Ich hatte das Leben Tassos, ich hatte meine eigenes Leben, und indem zwei so wunderliche Figuren mit ihren Eigenheiten zusammentraf, entstand in mir das Bild des Tasso, dem ich als prosaischen Kontrast den Antonio entgegenstellte, wozu es mir auch nicht an Vorbildern fehlte. Die weiteren Hof-, Lebens- und Liebesverhältnisse waren übrigens in Weimar wie in Ferrara, und ich kann mit Recht von meiner Darstellung sagen: sie ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch“; (Goethe zu Eckermann,6.Mai 1827)

Sicher ist Tasso eines der Stücke Goethes, in denen äußerlich am wenigsten geschieht. So ist die Sprache weniger Mittel als eigentlicher Gegenstand des Dramas; das nahezu gänzliche Fehlen einer Handlung ist Absicht. Denn der Gegensatz von Handeln und Sprechen, von Tat und Kunst ist das eigentliche Thema des Stücks.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Entstehung und Hintergrund

2. Autobiografische Bezüge

3. Struktur und Schauplatz

4. Die Figur Torquato Tasso

5. Kunst und Leben im Widerstreit

6. Die Tragödie des Dichters

7. Das Talent als Bürde

8. Die Werkleidenschaft

9. Symbolik des Dichterischen

10. Fazit und Aktualität

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert Johann Wolfgang von Goethes Drama „Torquato Tasso“ unter besonderer Berücksichtigung der Künstlerproblematik und des Spannungsfeldes zwischen dichterischer Existenz und gesellschaftlichen Zwängen. Ziel ist es, die Disproportion des Talents gegenüber der Lebensrealität sowie die Symbolik des schöpferischen Prozesses im Werk darzulegen.

  • Biografische Hintergründe und Entstehungsgeschichte des Dramas
  • Die dialektische Beziehung zwischen Dichter und höfischer Gesellschaft
  • Strukturelle Analyse von Handlungsaufbau und Charakteren
  • Die Rolle des Talents als „göttliches Geschenk“ und zugleich existenzielle Bürde
  • Interpretation der zentralen Leitmotive wie Handeln versus Sprechen

Auszug aus dem Buch

Die Werkleidenschaft und das Künstlerdasein

Die Werkleidenschaft Tassos hat ihr Recht als dramatisches Motiv, weil aus ihr ein Moment der Spannung zwischen Tasso und der Hofgesellschaft sich ergibt. Einsamkeit zählt für ihn zu den natürlichen Bedingungen der hervorbringenden Tätigkeit, ist also nicht etwa eine exzentrische Eigenwilligkeit Tassos. Einsame Hingabe an die schaffende Tätigkeit ist der charakteristische Lebenszustand des Künstlers.

Das Werk läst ihn nicht los, beansprucht seine ständige Anspannung. “Der Mensch gewinnt, was der Poet verliert“, - das klingt ihm fremd. Es ist ein Moment erhöhten Bewusstseins, in dem er klar sein Schicksal, seine Grenze sieht. Und er bekennt sich dazu, ohne Trotz und Hochmut, eher schwermütig, mit einem schwer beschreibbaren, aus Stolz und Trauer gemischten Gefühl: „Ich halte diesen Drang vergebens auf, Der Tag und Nacht in meinem Busen wechselt. Wenn ich nicht sinnen oder dichten soll, So ist das Leben mir kein Leben mehr....(v.3081.f.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Entstehung und Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert den Schreibprozess, die verschiedenen Fassungen und die biografischen Stationen Goethes, die zur Fertigstellung des Werkes führten.

2. Autobiografische Bezüge: Hier werden die Parallelen zwischen Tassos Leben am Hof von Ferrara und Goethes eigenen Erfahrungen am Weimarer Hof untersucht.

3. Struktur und Schauplatz: Das Kapitel beschreibt den klassischen fünfaktigen Aufbau des Dramas und die Bedeutung des Schauplatzes Belriguardo für den Konflikt.

4. Die Figur Torquato Tasso: Eine Charakterisierung des historischen und dramatischen Tasso als sensibler Melancholiker im Spannungsfeld zwischen Kunst und Verfolgungswahn.

5. Kunst und Leben im Widerstreit: Untersuchung des zentralen Themas, wie die Gesellschaft Kunst als reinen Lebensersatz betrachtet, während Tasso sie als Identität begreift.

6. Die Tragödie des Dichters: Analyse der Dichtergabe als Auszeichnung, die den Künstler gleichzeitig von der Welt der Tat isoliert und gefährdet.

7. Das Talent als Bürde: Erörterung von Goethes Konzept der „Disproportion des Talents“, bei dem die schöpferische Gabe eine Last darstellt, die das Leben im Alltag erschwert.

8. Die Werkleidenschaft: Fokus auf die unaufhaltsame schöpferische Tätigkeit als charakteristischen Lebenszustand des Künstlers, der Tasso in die Isolation treibt.

9. Symbolik des Dichterischen: Analyse des Gleichnisses vom Seidenwurm, das Tassos Naturtrieb und das „Einspinnen“ in das eigene Werk symbolisiert.

10. Fazit und Aktualität: Abschließende Betrachtung der Versöhnung des Genialen mit der Welt und der heutigen Relevanz der Trennung von Geist und Macht.

Schlüsselwörter

Torquato Tasso, Johann Wolfgang von Goethe, Künstlerdrama, Werkleidenschaft, Disproportion des Talents, Höfische Gesellschaft, Dichtergabe, Selbstverwirklichung, Existenzialismus, Melancholie, Ferrara, Weimarer Hof, Ästhetische Existenz, Handeln und Sprechen, Kreativer Prozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Goethes Drama „Torquato Tasso“ und analysiert das schwierige Verhältnis zwischen dem künstlerisch schöpferischen Individuum und den Erfordernissen der höfischen Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle des Talents, die Spannung zwischen Kunst und Realität, das Künstlerdasein als einsames Schicksal sowie die Unfähigkeit des Künstlers, sich in gesellschaftliche Ordnungen einzufügen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Goethe das Motiv der Künstlerexistenz verarbeitet hat und warum die „Disproportion des Talents“ zum zentralen Konflikt des Stückes wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die inhaltliche Interpretationen mit biografischen Hintergründen Goethes verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Figurenpsychologie, die Untersuchung der klassischen Dramenstruktur und die Deutung zentraler Symbole wie des Seidenwurms.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Künstlerdrama, Talent, Disproportion, Werkleidenschaft, Isolation und höfische Gesellschaft.

Wie unterscheidet sich Tasso von anderen Dramen Goethes wie „Iphigenie“?

Im Gegensatz zu Iphigenie, die als „Drama der Priesterin“ fungiert, stellt Tasso die Tragödie des Dichters in den Mittelpunkt, bei der das Talent selbst zur persönlichen Tragik führt.

Welche Bedeutung hat das Bild des Seidenwurms?

Es symbolisiert den unwiderstehlichen Naturtrieb des Dichters, dessen Werk sich zunehmend um ihn herum zu einer Hülle schließt, die ihn vom restlichen Leben abschneidet.

Wie endet die Tragödie bei Goethe?

Im Gegensatz zum historischen Vorbild endet das Drama offen; der Dichter findet im Rückzug auf sein Schaffen eine Form des Überlebens, die das Geniale mit der Realität versöhnt.

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Details

Title
Johann Wolfgang von Goethe "Torquato Tasso "
College
University Karlsruhe (TH)  (Institut für Literaturwissenschaft)
Course
Geschichte des Künstlerdramas
Grade
2,3
Author
Venera Reiser (Author)
Publication Year
2001
Pages
7
Catalog Number
V42754
ISBN (eBook)
9783638407144
Language
German
Tags
Johann Wolfgang Goethe Torquato Tasso Geschichte Künstlerdramas
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Venera Reiser (Author), 2001, Johann Wolfgang von Goethe "Torquato Tasso ", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42754
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