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Warum werden Menschen süchtig? Die Bedeutung der psychoanalytischen Suchttheorie für die Soziale Arbeit

Title: Warum werden Menschen süchtig? Die Bedeutung der psychoanalytischen Suchttheorie für die Soziale Arbeit

Scientific Essay , 2018 , 17 Pages

Autor:in: Doktor der Philosophie (PhDr.), Dipl.-Sozialpädagoge, Sozialjurist (LL.M.) Andreas Jordan (Author)

Social Work
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In Deutschland, Österreich, Frankreich und anderen Ländern dieser Erde ist ein Trend zu erkennen, der sich nicht desavouieren lässt: Immer mehr Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene nehmen Drogen zu sich. Die Kinder- und Jugendpsychiatrien sind voll mit jungen Patienten und Patientinnen, die anhand oder aufgrund ihrer Abhängigkeitsproblematik mehr oder weniger schwer erkrankt sind. Der Ruf nach einer schnellen Hilfe wird immer lauter. Trotzdem steht man Projekten wie der drogenakzeptierenden Arbeit (Cafe Nautilus) kritisch und mit Unverständnis gegenüber. „Für die Fachwelt ist klar, dass die Gründe für die Entstehung einer Suchtmittelabhängigkeit nicht in der Droge oder in sonst einem Umstand allein liegen. Sie sind immer das Resultat des Aufeinandertreffens verschiedener Faktoren“. Diese Faktoren werden im sogenannten Drogendreieck anschaulich dargestellt.

Eine Menge Wissenschaftler, aus den unterschiedlichsten Wissenschaftsdisziplinen (Biologie, Soziologie, Psychoanalyse, Psychologie, Medizin, Sozialwissenschaften), haben das Suchtverhalten als Ausgangspunkt ihrer Untersuchungen genommen und in den letzten Jahrzehnten eine Vielzahl an theoretischen Modellen entwickelt, mit dem gemeinsamen Ziel die Sucht zu erklären bzw. transparenter darzustellen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Psychoanalytische Suchttheorie

2.1 Psychoanalyse

2.2 Triebdynamik

2.3 Objektbeziehungen

2.4 ICHpsychologische Defizite

2.5 Angst und Aggression

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der psychoanalytischen Suchttheorie für die Soziale Arbeit, mit einem besonderen Fokus auf den Faktor „Persönlichkeit“ bei der Entstehung von Suchtmittelabhängigkeit.

  • Psychoanalytische Grundlagen der Suchtentstehung
  • Triebdynamische Aspekte und orale Fixierungen
  • Die Rolle von Objektbeziehungen und Urvertrauen
  • ICHpsychologische Defizite und die Funktion der Droge als „Ersatzobjekt“
  • Zusammenhang zwischen Sucht, Angst und Aggression

Auszug aus dem Buch

2.3 Objektbeziehungen

Neben den Merkmalen der Oralität sind es insbesondere die Objektbeziehungen, denen eine wesentliche Bedeutung zukommt, wenn es darum geht, die unbewussten Bedingungen für die Entstehung von süchtigen Verhalten aufzuzeigen.

„Die Psychoanalyse geht davon aus, daß die in der frühen Kindheit im Beziehungsgefüge zwischen Kleinkind und Eltern entstandenen und unbewußt gewordenen dynamischen Vorgänge und Strukturen auch die Entstehung von Sucht entscheidend bedingen (vgl. Böllinger/Stöver 1992, S. 39).

Das Kind ist etwa ab dem 6. Monat in der Lage seine Bezugspersonen, insbesondere aber die Mutter, als erstes Liebesobjekt, zu erkennen, zu der es innerhalb kürzester Zeit eine emotionale Beziehung aufbaut, die dem Kind das Gefühl gibt, wohlversorgt zu sein (primärer Narzissmus). Dieser Zustand ist aber nicht von langer Dauer und das Kind bekommt panische Ängste, wenn sich die Mutter aus dem unmittelbaren Umfeld des Kindes entfernt oder fremde Personen auftauchen. Die Intensität der Ängste hängt davon ab, inwieweit die soziale Umgebung des Kindes in der Lage ist, dieses Abhängigkeitsbedürfnis aufzufangen bzw. zu befriedigen. Eine Störung dieser Epoche könnte verheerende Auswirkungen auf das Kleinkind haben, insofern, als „die Entwicklung des sogenannten Urvertrauens, ... das dem Kind eine sichere Verwurzelung in einer emotionalen Bindung ermöglicht und damit die Basis zum vertrauensvollen Vordringen in die Welt schafft (Schenk-Danzinger 1996, S. 206)“, davon abhängt, ob die infantilen Abhängigkeitsbedürfnisse befriedigt oder abgelehnt wurden (vgl. Hoffman/Hochapfel 1991, S. 30f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den zunehmenden Drogenkonsum bei jungen Menschen und stellt das theoretische Modell des „Drogendreiecks“ vor.

2. Psychoanalytische Suchttheorie: Dieses Kapitel analysiert verschiedene psychoanalytische Konzepte wie Triebdynamik, Objektbeziehungen und ICH-Defizite, um die psychologischen Hintergründe der Suchtentstehung zu ergründen.

2.1 Psychoanalyse: Einführung in die Begründung der Psychoanalyse durch Sigmund Freud und ihre Weiterentwicklung durch bedeutende Nachfolger.

2.2 Triebdynamik: Erläutert die Rolle der oralen Phase und die Konzepte der Fixierung und Regression in Bezug auf suchtmittelabhängiges Verhalten.

2.3 Objektbeziehungen: Beschreibt die Bedeutung des frühen Beziehungsgefüges zwischen Kind und Bezugspersonen für die Entwicklung des Urvertrauens und die Vermeidung von Ersatzbefriedigungen.

2.4 ICHpsychologische Defizite: Untersucht Störungen der Identitätsbildung und des Selbstbildes sowie die Funktion der Droge als Ersatz für ein fehlendes Selbst.

2.5 Angst und Aggression: Beleuchtet das Suchtmittel als Reizschutz gegen Angst und als Kompensationsmechanismus für aggressive Bedürfnisse.

3. Fazit: Das Fazit bewertet den Nutzen der psychoanalytischen Theorie für die praktische Arbeit und weist auf die Notwendigkeit hin, auch soziale und andere Erklärungsmodelle einzubeziehen.

Schlüsselwörter

Psychoanalyse, Suchttheorie, Persönlichkeit, Soziale Arbeit, Triebdynamik, Objektbeziehungen, Urvertrauen, ICH-Defizite, Suchtentstehung, Ersatzbefriedigung, Abhängigkeit, Psychische Entwicklung, Identitätsbildung, Trauma, Suchtmittel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der psychoanalytischen Perspektive auf die Suchtentstehung und deren Relevanz für die Praxis der Sozialen Arbeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Rolle der frühkindlichen Entwicklung, die Struktur der Persönlichkeit (ES, ICH, ÜBER-ICH) und die Funktion von Drogen als psychologische Kompensationsmittel.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, zu untersuchen, wie psychoanalytische Theorien dazu beitragen können, den Faktor „Persönlichkeit“ bei Suchterkrankungen besser zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Auswertung existierender psychoanalytischer Literatur sowie Fallbeispielen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische psychoanalytische Modelle wie die Triebdynamik, die Theorie der Objektbeziehungen und ICH-psychologische Defizite.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Psychoanalyse, Suchttheorie, Identitätsbildung und Objektbeziehungen charakterisiert.

Was ist das sogenannte „Drogendreieck“?

Es ist ein Modell, das Suchtentstehung als Wechselspiel aus den drei Faktoren Persönlichkeit, Droge und Umwelt/Gesellschaft darstellt.

Warum wird die Droge oft als „Ersatzmutter“ bezeichnet?

In der Psychoanalyse wird argumentiert, dass Süchtige durch die Droge versuchen, frühkindliche Verluste an Zuwendung und emotionale Defizite unbewusst zu kompensieren.

Welche Rolle spielt die „orale Phase“ für die Suchtentstehung?

Eine Fixierung in dieser Phase kann dazu führen, dass Menschen in Belastungssituationen zu einer Regression neigen, um durch orales Verhalten (z.B. Suchtmittelkonsum) Unlustgefühle zu mindern.

Wie bewertet der Autor die Psychoanalyse für die Soziale Arbeit?

Der Autor hält sie für ein hilfreiches Instrument, um die Hintergründe von Sucht besser nachzuvollziehen, empfiehlt aber eine Ergänzung durch sozialwissenschaftliche Ansätze.

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Details

Title
Warum werden Menschen süchtig? Die Bedeutung der psychoanalytischen Suchttheorie für die Soziale Arbeit
Author
Doktor der Philosophie (PhDr.), Dipl.-Sozialpädagoge, Sozialjurist (LL.M.) Andreas Jordan (Author)
Publication Year
2018
Pages
17
Catalog Number
V427637
ISBN (eBook)
9783668718685
ISBN (Book)
9783668718692
Language
German
Tags
Sucht Drogen Psychoanalyse Soziale Arbeit Bedeutung Jugendliche
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Doktor der Philosophie (PhDr.), Dipl.-Sozialpädagoge, Sozialjurist (LL.M.) Andreas Jordan (Author), 2018, Warum werden Menschen süchtig? Die Bedeutung der psychoanalytischen Suchttheorie für die Soziale Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/427637
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