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Gibt es eine Kontinuität zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg?

Title: Gibt es eine Kontinuität zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg?

Essay , 2014 , 6 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Isabel Funke (Author)

History of Europe - Ages of World Wars
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Welchen epochalen Charakter muss man dem Ersten Weltkrieg zuschreiben? Kann man tatsächlich von einer Kontinuität zwischen den beiden Weltkriegen, beziehungsweise von einem geradlinigen, historischen Zusammenhang sprechen?
Diese Fragen gilt es im Folgenden zu klären. Es geht demnach vor allem um die Historisierung des Ersten Weltkrieges in der deutschen Geschichtswissenschaft. Aufgrund der knappen Form des Essays wird nur auf wenige Zeitungsinterviews und Literatur zurückgegriffen.

2014 jährte sich der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum hundertsten Mal. Zu diesem Anlass kamen wieder zahlreiche Publikationen, Fernseh- und Zeitungsberichte auf den Markt, die versuchten, dazu neue Interpretationsansätze und Erklärungen zu liefern. Auch die Absatzzahlen sprachen eine deutliche Sprache: Das Interesse an diesem Krieg war groß. Zumal er in der deutschen Geschichtsschreibung lange im Schatten des Zweiten Weltkrieges stand. Da verwundert es nicht, dass der Erste Weltkrieg bei vielen Autoren häufig als Vorläufer oder Ausgangspunkt für die folgenden Schrecken der NS-Diktatur begriffen wurde und einige sogar von einer Kontinuität zwischen 1914 und 1945 sprachen. Das bedeutet, sie gingen davon aus, dass der Erste Weltkrieg unmittelbare Veränderungen in der Politik und Gesellschaft des deutschen Reiches herbeiführte, durch die letztlich der Aufstieg der Nationalsozialisten, der Holocaust und der Zweite Weltkrieg möglich wurden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Kontinuitätstheorie in der Geschichtswissenschaft

3. Kritik an der linearen Betrachtungsweise

4. Der Erste Weltkrieg als Transformationsereignis

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Dieses Essay untersucht die historiographische Debatte über den Zusammenhang zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg und hinterfragt die verbreitete These einer zwangsläufigen Kontinuität.

  • Die Kontinuitätstheorie in der deutschen Geschichtsschreibung
  • Die Rolle der Fischer-Kontroverse für die historische Einordnung
  • Methodische Kritik an der linearen Betrachtung beider Weltkriege
  • Der Erste Weltkrieg als eigenständiges Transformationsereignis
  • Sozioökonomische Faktoren und Gewaltpotentiale der Moderne

Auszug aus dem Buch

Der Erste Weltkrieg als Transformationsereignis

Dazu führt Reimann an, dass weder die Kriegsniederlage noch die neu gegründete Weimarer Republik und ihre Politik bei weiten Teilen der Bevölkerung auf Akzeptanz stießen. Er geht außerdem auf den Aspekt ein, dass die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg bereist von Gewalt- und Aggressionspotential in Deutschland und Europa geprägt war. Durch Kriege in den Kolonien sollten die Einheimischen vertrieben und vernichtet werden. Hier hatte deshalb schon eine gewisse Form der Totalisierung von Krieg stattgefunden. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges kam dieses Vernichtungspotenzial mit all seinen schrecklichen Facetten dann auch nach Europa. Die hochtechnisierte und industrialisierte europäische Moderne hatte sich somit den Schrecken, der vorher nur in den weitentfernten Kolonien stattfand, nach Hause geholt. Deswegen sieht Reimann den Ersten Weltkrieg auch als Transformationsereignis. Das Gewaltpotenzial, welches man bereits in den kolonialisierten Gebieten ausübte und erprobte, sei auf die Schlachtfelder Europas transportiert worden. Er führte also wichtige Gesichtspunkte zur Kontextualisierung des Ersten Weltkrieges heran und interpretiert ihn nicht vom Zweiten Weltkrieg aus rückwärts gewandt, sondern aus sich selbst heraus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Fragestellung, ob ein kontinuierlicher historischer Zusammenhang zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg besteht.

2. Die Kontinuitätstheorie in der Geschichtswissenschaft: Analyse der lange dominierenden Forschungssicht, die den Ersten Weltkrieg als direkte Vorläuferphase und Ursache des Zweiten Weltkriegs begreift.

3. Kritik an der linearen Betrachtungsweise: Darstellung neuerer historischer Ansätze, die gegen eine zwangsläufige Kausalität zwischen den beiden Weltkriegen argumentieren.

4. Der Erste Weltkrieg als Transformationsereignis: Untersuchung der These, dass der Erste Weltkrieg durch den Transfer kolonialer Gewaltmuster eine eigene Zäsur und Transformation darstellte.

5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung, die eine kritische Historisierung beider Kriege unter Berücksichtigung ihrer spezifischen Bedingungen fordert.

Schlüsselwörter

Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, Kontinuitätstheorie, Fischer-Kontroverse, Geschichtswissenschaft, Historisierung, Transformationsereignis, Gewaltpotenzial, Nationalsozialismus, Weimarer Republik, Kolonialismus, Moderne, Jörn Leonhard, Aribert Reimann.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Das Essay analysiert, ob der Erste Weltkrieg zwingend als unmittelbare Ursache und Vorläufer des Zweiten Weltkriegs betrachtet werden muss oder ob es sich um eigenständige historische Phänomene handelt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung der deutschen Geschichtsschreibung, die Kontinuitätstheorie, die Bedeutung der Fischer-Kontroverse sowie neue Ansätze zur Kontextualisierung des Ersten Weltkriegs.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob ein kontinuierlicher Zusammenhang zwischen den beiden Weltkriegen besteht und inwiefern der Erste Weltkrieg historisch als eigenständiges Ereignis zu begreifen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historiographische Analyse, die verschiedene Forschungspositionen und Literaturbeiträge vergleicht und kritisch einordnet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Auseinandersetzung zwischen Vertretern der Kontinuitätstheorie und Historikern, die den Ersten Weltkrieg als eigenständiges Transformationsereignis interpretieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Historisierung, Kontinuität, Transformation, Gewaltpotenzial und die kritische Auseinandersetzung mit Standardwerken der Zeitgeschichte.

Welche Bedeutung hat die Fischer-Kontroverse für die Argumentation?

Die Fischer-Kontroverse markiert den Beginn der Debatte über die deutsche Verantwortung und die Frage, inwieweit der Erste Weltkrieg als direkter Ausgangspunkt für nachfolgende Katastrophen zu werten ist.

Warum wird der Erste Weltkrieg von einigen Forschern als Transformationsereignis bezeichnet?

Der Begriff wird genutzt, um zu verdeutlichen, dass radikale Gewaltformen aus kolonialen Konflikten in das europäische Zentrum zurückkehrten und das gesellschaftliche Weltbild nachhaltig veränderten.

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Details

Title
Gibt es eine Kontinuität zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg?
College
University of Mannheim
Grade
1,0
Author
Isabel Funke (Author)
Publication Year
2014
Pages
6
Catalog Number
V427703
ISBN (eBook)
9783668723986
ISBN (Book)
9783668723993
Language
German
Tags
Erster Weltkrieg Zweiter Weltkrieg Kontinuität Geschichtstheorie Mommsen Fischer-Kontroverse Wehler 20. Jahrhundert Urkatasthrophe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Isabel Funke (Author), 2014, Gibt es eine Kontinuität zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/427703
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