Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, den Einfluss der Herkunftsbezeichnung auf die Qualitätserwartung des Konsumenten für bekannte und unbekannte handgeführte Marken-Elektrowerkzeuge zu ermitteln. Hieraus ergeben sich die folgenden Forschungsfragen:
1) In welchem Umfang beeinflusst die Herkunftsbezeichnung die Qualitätserwartung des Konsumenten für handgeführte Elektrowerkzeuge?
2) Welche Unterschiede lassen sich diesbezüglich zwischen bekannten Markenprodukten und unbekannten Produkten feststellen?
3) Lassen sich diesbezüglich Unterschiede bei der Qualitätserwartung zwischen Frauen und Männern feststellen?
Das methodische Vorgehen und der Aufbau der Arbeit richten sich nach den in Kapitel genannten Zielsetzungen. Im zweiten Kapitel werden die theoretischen Grundlagen dargestellt. Es werden die für diese Arbeit wesentlichen Begriffe abgegrenzt und definiert, um ein einheitliches Verständnis dieser zu gewährleisten. Als Literaturgrundlage dienen in diesem Theorieteil weitestgehend Peer-Review-Fachartikel, die über die wissenschaftlichen Portale Google Scholar, Springer Link, Wiley Online Library und Emerald Insight gefunden wurden. In einigen Teilbereichen wurden diese durch Fachbücher, Statistiken und Veröffentlichungen von staatlichen Einrichtungen und Verbändern ergänzt.
Zu Beginn des dritten Kapitels werden die maßgebenden empirischen Studien der Country-of-Origin-Forschung unter anderem auf ihre Zielsetzung, ihr Studiendesign, ihre zentralen Erkenntnisse und ihre Forschungslücken untersucht. Die Ergebnisse dieser Erhebung werden zur vereinfachten Übersicht als aktueller Forschungsstand tabellarisch dargestellt. Im weiteren Verlauf des dritten Kapitels werden aus den Forschungsfragen Hypothesen abgeleitet und ein Prüfmodell erstellt. Im Anschluss daran wird in Kapitel 4 das empirische Vorgehen aufgeführt. Hierbei wird insbesondere auf das Untersuchungsdesign, die Operationalisierung der Modellvariablen und die gezogene Stichprobe näher eingegangen. Darauf folgend werden in Kapitel 5 die quantitativ erhobenen Studienergebnisse ausführlich beschrieben und die aufgestellten Hypothesen mit Hilfe des Tabellenkalkulationsprogramms Microsoft Excel und der Statistik- und Analysesoftware R geprüft. In Kapitel 6 werden die Ergebnisse zusammenfassend diskutiert und bewertet. Diese Arbeit schließt mit einer Darstellung der Forschungslücken und Einschränkungen sowie einem Hinweis auf weitere mögliche Forschungsgebiete des Country-of-Origin-Effekts.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Methodik und Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Country-of-Origin
2.1.1 Definition und Abgrenzung
2.1.2 Country-Image
2.1.3 Produkt-Country-Image
2.1.4 Country-of-Origin-Effekt
2.1.5 Home Bias
2.2 Qualität
2.2.1 Definition und Abgrenzung
2.2.2 Wahrgenommene und erwartete Qualität
2.3 Markenpolitik
2.3.1 Markenbegriff
2.3.2 Markenbekanntheit
2.3.3 Foreign Branding
2.4 Handgeführte Elektrowerkzeuge
2.4.1 Definition und Abgrenzung
2.4.2 Unternehmensstruktur
3 Forschungsstand und Hypothesenbildung
3.1 Aktueller Forschungsstand
3.2 Hypothesenformulierung
4 Methodisches Vorgehen
4.1 Forschungsansatz
4.2 Auswahl der Markenprodukte
4.3 Auswahl der Herkunftsbezeichnung
4.4 Vortest
4.5 Operationalisierung
4.6 Stichprobenbeschreibung
4.7 Gütekriterien
5 Ergebnisse der Studie
5.1 Abfrage des Besitzes einer Bohrmaschine
5.2 Abfrage der Markenbekanntheit
5.3 Hypothesenprüfung
5.3.1 Generelle Qualitätserwartung hinsichtlich Herkunftsbezeichnungen
5.3.2 Generelle Qualitätserwartung von bekannten und unbekannten Produkten
5.3.3 Einfluss der Herkunft auf die Qualitätserwartung bekannter Marken
5.3.4 Einfluss der Herkunft auf die Qualitätserwartung unbekannter Marken
5.3.5 Unterschiede zwischen bekannten und unbekannten Marken
5.3.6 Unterschiede zwischen Frauen und Männern
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, den Einfluss der Herkunftsbezeichnung auf die Qualitätserwartung von Konsumenten für bekannte und unbekannte handgeführte Marken-Elektrowerkzeuge zu ermitteln, um daraus wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über das Konsumentenverhalten in diesem Segment abzuleiten.
- Analyse des Country-of-Origin-Effekts auf die Qualitätswahrnehmung
- Untersuchung der Differenzierung zwischen bekannten und unbekannten Markenprodukten
- Erforschung von geschlechterspezifischen Unterschieden bei der Qualitätsbewertung
- Empirische Überprüfung des Einflusses von Herkunftsbezeichnungen ("Made in Germany" vs. "Made in China")
Auszug aus dem Buch
2.1.4 Country-of-Origin-Effekt
Im Jahr 1962 beschrieb Ernest Dichter, dass der Ursprung eines Produkts, ausgedrückt durch das Label „Made in …“, einen enormen Einfluss auf die Akzeptanz und den Erfolg eines Produkts haben kann.27
1965 führte Robert D. Schooler eine erste empirische Untersuchung zum Country-of-Origin-Effekt durch. Im Rahmen dieser Studie stellte er bei den Umfrageteilnehmern signifikante Unterschiede bei der Bewertung – ausgenommen die Angabe des Herkunftsortes – vollkommen identischer Produkte fest. Diese Beobachtung lässt darauf schließen, dass von der Einstellung gegenüber Menschen eines bestimmten Landes ein Einfluss auf die Bewertung der Produkte dieses Landes ausgeht.28
In den letzten Jahrzehnten gehörte der Einfluss der Country-of-Origin zu den meistuntersuchten Themengebieten der internationalen Wirtschaftsforschung.29 Die Wirkung der Country-of-Origin bzw. der Produkt-Country-Origin auf den Konsumenten wird als Country-of-Origin-Effekt bezeichnet. Diese lässt sich durch den Halo-Effekt und den Summary-Effekt verdeutlichen. Der Halo-Effekt besagt, dass ein Konsument, auf Grundlage des Herkunftslandes, ein Image des Produkts assoziiert, auch wenn er keinerlei Kenntnisse oder Erfahrungen mit Produkten aus diesem Land vorweisen kann. Beim Summary-Effekt haben Konsumenten bereits Kenntnisse oder Erfahrungen mit ähnlichen Produkten aus dem entsprechenden Herkunftsland. Aus diesem Wissens-, Erfahrungsschatz leiten sie Schlussfolgerungen für die Bewertung neuer, noch unbekannter Produkte aus dem entsprechenden Herkunftsland ab. Der wesentliche Unterschied diese Effekte liegt somit darin, ob dem Konsumenten die Kombination aus Produktkategorie und Herkunftsland bekannt ist oder nicht.30
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Herkunftsbezeichnung für Kaufentscheidungen und definiert die Ziele sowie das methodische Vorgehen der Forschungsarbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel liefert die theoretische Basis zu den Bereichen Country-of-Origin, Qualitätsmanagement, Markenpolitik sowie zur Struktur der Elektrowerkzeugbranche.
3 Forschungsstand und Hypothesenbildung: Es erfolgt eine Aufarbeitung bestehender Studien zum Country-of-Origin-Effekt, die in die Formulierung der sechs zentralen Hypothesen mündet.
4 Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel beschreibt den quantitativen Forschungsansatz, die Auswahl der Testmarken, die Gestaltung der Online-Fragebögen und die Stichprobenbeschreibung.
5 Ergebnisse der Studie: Die empirischen Daten werden ausgewertet, die Markenbekanntheit analysiert und die Hypothesen mittels statistischer Verfahren geprüft.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Untersuchung zusammen und diskutiert Implikationen sowie Limitationen der Studie.
Schlüsselwörter
Country-of-Origin, Herkunftsbezeichnung, Qualitätserwartung, Elektrowerkzeuge, Markenbekanntheit, Konsumentenverhalten, Made in Germany, Made in China, Empirische Studie, Marketing, Foreign Branding, Produktbewertung, Kaufentscheidung, Markenpolitik, Image.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Master-Thesis grundlegend?
Die Arbeit untersucht den Einfluss, den die Angabe des Herkunftslandes eines Produkts (z. B. "Made in Germany") auf die Qualitätserwartung von Konsumenten bei handgeführten Elektrowerkzeugen hat.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Country-of-Origin-Forschung, der Definition und Messung von Produktqualität, Markenbekanntheit sowie den spezifischen Marktstrukturen der Elektrowerkzeugindustrie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu ermitteln, in welchem Umfang die Herkunftsbezeichnung die Qualitätserwartung beeinflusst und welche Unterschiede sich dabei zwischen bekannten Marken und unbekannten Produkten sowie zwischen Frauen und Männern feststellen lassen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine quantitative Methode gewählt, bei der eine Online-Befragung mit drei verschiedenen, randomisiert zugewiesenen Fragebögen durchgeführt wurde. Die Daten wurden anschließend mit MS Excel und der Statistik-Software R statistisch ausgewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Aufarbeitung des Forschungsstandes, die Ableitung von Hypothesen, die Beschreibung des methodischen Vorgehens und die detaillierte Präsentation und Diskussion der empirischen Ergebnisse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Country-of-Origin, Qualitätserwartung, Markenbekanntheit, Elektrowerkzeuge, Made in Germany und empirische Forschung charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Bewertung bei bekannten gegenüber unbekannten Marken?
Die Studie zeigt, dass ein bekanntes Markenprodukt generell eine höhere Qualitätserwartung genießt, wobei der Einfluss der Herkunftsbezeichnung bei unbekannten Produkten eine stärkere Rolle spielt als bei bereits bekannten Marken.
Welche Rolle spielt das Geschlecht bei der Qualitätsbewertung?
Die statistische Analyse der Hypothese 6 ergab, dass sich kein signifikanter Unterschied zwischen Männern und Frauen bei der Auswirkung der Herkunftsbezeichnung auf die Qualitätserwartung feststellen ließ; die entsprechende Hypothese wurde daher verworfen.
Welche Auswirkung hat die Kennzeichnung "Made in China"?
In der Studie führte die Manipulation mit der Herkunftsbezeichnung "Made in China" durchweg zu schlechteren Bewertungsergebnissen hinsichtlich der Qualitätserwartung im Vergleich zur Kontrollgruppe oder zur Kennzeichnung "Made in Germany".
- Arbeit zitieren
- Tobias Janeck (Autor:in), 2018, Der Einfluss der Herkunftsbezeichnung auf die Qualitätserwartung handgeführter Elektrowerkzeuge, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/427730