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Horrormotive des Realismus im Wandel der Jahrhunderte. Eine Analyse von Friedrich Hebbels "Eine Nacht im Jägerhause"

Title: Horrormotive des Realismus im Wandel der Jahrhunderte. Eine Analyse von Friedrich Hebbels "Eine Nacht im Jägerhause"

Term Paper (Advanced seminar) , 2018 , 22 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Nele de Fries (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Das Horrorgenre ist derzeit beliebter denn je. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich weniger die Themen geändert, das Spiel mit den Urängsten des Menschen hat an seiner Aktualität nichts verloren. Es geht hier um das Wie des Erzählens, die Aufteilung des Textes, das Einsetzen des Schauermomentes. Die moderne Horrorerzählung besticht den Leser mehr durch subtile Psychoelemente, anders als der gewalttätige Grusel um die Epoche des Realismus. Diese Arbeit vergleicht zwei, die Moderne wie das 19. Jahrhundert vertretende, Werke und versucht anhand dieser Erzählungen herauszufiltern, ob die Veränderungen tatsächlich nach diesem Muster zu klassifizieren sind. Das 19. Jahrhundert kann ohne Weiteres als der Höhepunkt der Horrorliteratur beschrieben werden. Es entstehen weltweit bekannte Werke, welche auch heute noch in vielen Bücherregalen gefunden werden können und sich großer Beliebtheit erfreuen. Neben Mary Shelleys Frankenstein oder Edgar Allan Poes Der Untergang des Hauses Usher ist auch der deutsche Sprachraum mit nicht weniger populären Veröffentlichungen gesegnet. Zu den bekanntesten Vertretern gehört nicht nur E.T.A. Hoffmann, der mit Geschichten wie „Der Sandmann“ oder „Die Geschichte vom verlornen Spiegelbilde“ auch heute noch vielen ein Begriff ist. Auch Friedrich Hebbel hat sich seinerzeit des Horrormotivs bedient und sich mit „Eine Nacht im Jägerhause“ in diesem Genre verewigt.

Diese Erzählung soll nun Gegenstand der vorliegenden Arbeit sein. Bereits in früheren Gedichten hat Hebbel sich den düsteren Themen des Lebens, wie dem Tod, zugewandt. So beginnt er in An den Tod wie folgt: „Halb aus dem Schlummer erwacht,/ Den ich traumlos getrunken,/ Ach, wie war ich versunken/ In die unendliche Nacht!/ [...] Da beschlich' mich so bang,/ Ob auch, den Bruder verdrängend,/ Geist mir und Sinne verengend,/ Listig der Tod mich umschlang.“ In diesem Auszug werden bereits Tendenzen deutlich, dass Hebbel es versteht, mit nur wenigen Worten einen schaurigen Grusel bei den Lesern auszulösen. Um einen möglichst aktuellen Bezug herstellen zu können, erscheint Daniel Kehlmanns Du hättest gehen sollen als geeignet. Moderne Horrorerzählungen werden häufig eher damit in Verbindung gebracht, dass der Autor mit der Psyche des Lesers spielt und den Geist zu verwirren versucht, als dass Vampire oder andere Fabelfiguren ihr Unwesen treiben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Begriffe der Horrorerzählung und des Realismus

3. Kehlmanns Du hättest gehen sollen – Wenn Traum und Realität verschwimmen

4. Hebbels Eine Nacht im Jägerhause – Wie die Schatten der Dunkelheit den Geist verwirren

5. Die Reziprozität von Horror und Realismus – Wie vermeintliche Widersprüche in Einklang funktionieren

6. Über die Aktualität von Horror und Realismus

7. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, ob Horror und Realismus als literarische Strömungen kooperieren können oder sich gegenseitig ausschließen. Anhand einer Analyse und eines Vergleichs der modernen Erzählung „Du hättest gehen sollen“ von Daniel Kehlmann und der Erzählung „Eine Nacht im Jägerhause“ von Friedrich Hebbel wird aufgezeigt, wie diese Genres sich durch ihre Gegensätzlichkeit ergänzen und eine reziproke Wirkung entfalten.

  • Analyse von Horror- und Realismus-Definitionen
  • Psychologische Aspekte und Wirklichkeitsverlust bei Kehlmann
  • Bürgerlicher Realismus und die Darstellung des Unheimlichen bei Hebbel
  • Reziprozität: Horror durch realistische Darstellung intensivieren
  • Aktualität des Horrorgenres in der Literatur

Auszug aus dem Buch

Kehlmanns Du hättest gehen sollen – Wenn Traum und Realität verschwimmen

Kehlmanns Erzählung „Du hättest gehen sollen“ beschreibt den Urlaubsausflug einer jungen Familie mit der vierjährigen Tochter in eine abgelegene Berghütte. Der Mann arbeitet als Drehbuchautor und nutzt die freie Zeit, um an einem seiner Skripte zu schreiben. Seine Frau Susanna, studierte Germanistin und Philologin, beschäftigt sich währenddessen mit dem Kind. Die Ehe läuft in dieser Zeit nicht besonders harmonisch ab, immer wieder gibt es Streitereien. Während eines Einkaufs im Dorf erfährt der Protagonist, es solle in dem Ferienhaus nicht mit rechten Dingen zugehen. Er sucht den Kontakt zu dem Vermieter, stößt dabei auf erotisch anmutende Nachrichten eines vermeintlichen Liebhabers seiner Frau auf ihrem Telefon. Ab diesem Zeitpunkt wird der Ehemann immer wieder auf scheinbar übernatürliche Vorkommnisse aufmerksam, so bildet ein Fenster beispielsweise sein Spiegelbild nicht ab, im nächsten Moment ist es wieder zu sehen. In einer späteren Szene in seine Frau mit dem Wagen weggefahren und der Mann wandert, getrieben von Verwirrung und durch die Phänomene verunsichert, mit seiner Tochter in das Dorf. An einem Haus angekommen bemerkt er, dass es sich um die gemietete Hütte handelt. Letztendlich sieht der Protagonist sich in einem Labyrinth gefangen, aus dem zumindest er selbst nicht entkommen kann. Als seine Frau zurückkehrt, weist er diese und die gemeinsame Tochter an, den womöglich verfluchten Ort zu verlassen. Die Erzählung endet unaufgelöst.

Zunächst wird nun die Verwendung von Adjektiven betrachtet, diese bilden außerdem den Grundstein der unheimlichen Atmosphäre. Hinzu kommen Natur- und Umgebungsbeschreibungen, der Zusammenhang zwischen Wetter, Tageszeit und Gemütszustand, dann die Verirrungsthematik, das Triggern von Urängsten, der Wirklichkeitsverlust der Figuren, das Traummotiv und letztendlich die Rolle der Frau.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Genre des Horrors ein und stellt die Forschungsfrage nach dem Zusammenspiel von Horror und Realismus in ausgewählten Werken der Moderne und des 19. Jahrhunderts.

2. Die Begriffe der Horrorerzählung und des Realismus: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen des Horrorbegriffs sowie des Realismus als literarischer Terminus definiert und voneinander abgegrenzt.

3. Kehlmanns Du hättest gehen sollen – Wenn Traum und Realität verschwimmen: Das Kapitel bietet eine Inhaltsangabe und eine tiefgehende Analyse von Kehlmanns Werk hinsichtlich Atmosphäre, Urängsten und dem Motiv des Wirklichkeitsverlusts.

4. Hebbels Eine Nacht im Jägerhause – Wie die Schatten der Dunkelheit den Geist verwirren: Hier wird Friedrich Hebbels Erzählung analysiert und als Beispiel für den bürgerlichen Realismus im 19. Jahrhundert eingeordnet, wobei besonders die Angst vor dem Tod im Fokus steht.

5. Die Reziprozität von Horror und Realismus – Wie vermeintliche Widersprüche in Einklang funktionieren: Dieses Kapitel vergleicht die Ergebnisse beider Analysen und zeigt auf, dass die realistische Darstellung von Ängsten die Wirkung des Horrors verstärken kann.

6. Über die Aktualität von Horror und Realismus: Es wird die anhaltende Popularität und Wandelbarkeit des Horrorgenres sowie dessen Funktion als Ventil für gesellschaftliche und psychologische Ängste untersucht.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bestätigt die Reziprozität zwischen Horror und Realität als essenziell für die Wirksamkeit des Genres.

Schlüsselwörter

Horrorerzählung, Realismus, Daniel Kehlmann, Friedrich Hebbel, Wirklichkeitsverlust, Urängste, bürgerlicher Realismus, Schauerliteratur, Psychospiel, Reziprozität, Traum, literarische Analyse, Phantastik, Unheimliches, Moderne

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen dem Horrorgenre und dem Realismus in der Literatur.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die Definition der literarischen Begriffe, der Einsatz von Urängsten, der Wirklichkeitsverlust der Protagonisten sowie das Traummotiv.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob Horror und Realismus tatsächlich kooperativ funktionieren können oder ob sie sich als gegensätzliche Konzepte ausschließen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse und ein komparativer Vergleich von zwei Erzählungen durchgeführt, die durch theoretische Definitionen gestützt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert Kehlmanns „Du hättest gehen sollen“ und Hebbels „Eine Nacht im Jägerhause“ hinsichtlich ihrer Struktur, Wortwahl und inhaltlichen Motive.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Horrorerzählung, Realismus, Reziprozität, Urängste und das Unheimliche.

Wie unterscheidet sich die Horror-Darstellung bei Kehlmann von der bei Hebbel?

Kehlmann nutzt subtile, psychologische Momente und den Bruch mit der Realität, während Hebbel den Fokus stärker auf die Angst vor dem Tod und ein rationales, bürgerliches Szenario legt.

Was versteht man in der Arbeit unter dem „gebrochenen Realismus“?

Dieser Begriff beschreibt eine Erzählweise, die zwar realistisch wirkt, aber unauffällige Brüche in die scheinbar zuverlässige Wirklichkeit einfügt, um den Leser zu verunsichern.

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Details

Title
Horrormotive des Realismus im Wandel der Jahrhunderte. Eine Analyse von Friedrich Hebbels "Eine Nacht im Jägerhause"
College
Christian-Albrechts-University of Kiel
Grade
2,3
Author
Nele de Fries (Author)
Publication Year
2018
Pages
22
Catalog Number
V428247
ISBN (eBook)
9783668720220
ISBN (Book)
9783668720237
Language
German
Tags
Horror Realismus Wandel Motive Zeit Grusel Wahnsinn King Hebbel Eine Nacht im Jägerhaus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nele de Fries (Author), 2018, Horrormotive des Realismus im Wandel der Jahrhunderte. Eine Analyse von Friedrich Hebbels "Eine Nacht im Jägerhause", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428247
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